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Von Hanoi bis Ho Chi Minh City (Saigon)

Im November 2004 sind wir für drei Wochen nach Vietnam gereist. Wir haben geplant, das lang gezogene Land von Norden Richtung Süden zu durchreisen.

Am 5. November sind wir von Zürich via Kuala Lumpur nach Hanoi im Norden von Vietnam geflogen.

Mitten im Hoan Kiem See steht der dreistöckige Schildkröten Turm. Eines der Wahrzeichen Hanois. Wir geniessen die schöne Aussicht auf den See und trinken einen frischgepressten Lime-Juice.

An unserem ersten richtigen Reisetag wollen wir möglichst viel von Hanoi sehen und haben eine geführte Stadttour gebucht. Das Mausoleum, welches für Ho Chi Minh erbaut wurde.

Leider steht gerade die jährliche Pflege der einbalsamierten Überreste Ho Chi Minhs an und so können wir den Körper, der in einem Glassarkophag liegt, nicht besichtigen.

Die Einsäulenpagode wurde im Jahre 1049 vom König Ly Thai Tong erbaut.

Der Literaturtempel.

Am zweiten Tag fahren wir mit dem Bus los. Auf dem Plan steht die Parfüm Pagode. Nach einer rund dreistündigen Fahrt erreichen wir die Bootsanlegestelle in Yen Vi.

Hier stiegen wir in die aus Stahlblech zusammen geschweissten Ruderboote und werden von der Vietnamesischen Ruderin flussaufwärts gefahren.

Wir befinden uns mitten in Reisfeldern und einer sehr fruchtbaren, grünen Landschaft entlang des Yen Flusses. 

Nach der herrlichen Bootsfahrt müssen wir etwas tun. Über unzählige ausgetretene Stufen und Felsen steigen wir den steilen und rutschigen Weg hinauf. Nach rund 2.5 Kilometer harter Arbeit erreichen wir die Huong Tich Höhle, in welcher wir die Parfümpagode bestaunen. Das Eingangstor zur Parfümpagode.

Auf dem Rückweg schauen wir noch in einer Seidenweberei vorbei. Auf uralten, ratternden Holzwebmaschinen werden sehr schöne, feine Seidenstoffe gewoben. Natürlich kaufen wir gleich ein paar Souvenirs ein.

Der dritte Tag bricht an und wieder werden wir von dem Geratter und Gehupe der Flut von Motorrädern in den schmalen Gassen geweckt. Heute mieten wir uns ein Motorrad und erkunden die Umgebung von Hanoi auf eigene Faust. Auf dem Weg fahren wir mitten durch Reisfelder und können den Reisbauern zuschauen, wie sie die Ernte auf Pferdewagen transportieren.

Der Fluss liefert aber nicht nur Wasser für die Bewässerung der Felder sondern auch Lehm für die Ziegelsteinherstellung. Die Ziegeleien mit den hohen Schornsteinen sind recht imposant.

Nach einigen Problemen den richtigen Weg zu finden, haben wir es doch noch geschafft und wir finden den Chua But Thap Tempel. Die sehr abenteuerliche Fahrt über die Lehmpiste hat sich gelohnt. Endlich konnten wir dem Touristenstrom komplett entfliehen.

Im Innenhof des Tempels wird Reis getrocknet.

In einem der vier Gebäuden finden wir diese schöne Statue mit vielen Armen.

Auf dem Rückweg fahren wir noch an diesem typischen vietnamesischen Haus vorbei.

Am 10. November verabschieden wir uns von Hanoi. Mit dem Bus fahren wir nach Hai Phong. Die Fahrt dauert etwa 3.5 Stunden. In Hai Phong steigen wir im Hafen auf eine Junke um, denn hier ist der Ausgangshafen um mit der Junke die Halong Bucht zu besichtigen.

Kaum setzen wir die Segel, oder besser gesagt starten wir die Motoren, erwartet uns auch schon ein feines Mittagessen am weiss gedeckten Tisch.

Bereits kurz nach dem verlassen des Hafens sehen wir die ersten Felsen, die aus dem Wasser ragen. Die Formation der Ga Choi Inseln werden auch die kämpfenden Hähne genannt. 

Auf der Dschunke gleiten wir an den riesigen Felsformationen vorbei.

Zwischen den Felsen sehen wir immer wieder Wohnhäuser auf Schwimmkörpern. Viel Umschwung haben die Leute nicht, müssen sich dafür auch nicht mit Rasenmähen herumschlagen.

In der Bucht vor der Insel Bo Hon treffen wir auf einige andere Dschunken. Vor den Kalksteinfelsen der Insel ergibt sich daraus ein perfektes Fotomotiv. 

Wir gehen über einen Steg an Land und klettern die Treppen hoch zum Eingang der Höhle Hang Sung Sot. Diese Höhle ist eine der grössten in der Halong Bucht. Das Höhlensystem wurde 1901 von einem Franzosen entdeckt und ist wirklich sehr gross. Von den Decken hängen Stalaktiten und vom Boden wachsen Stalagmiten empor. Während des Krieges wurden die Höhlen als Verstecke genutzt.

Wir fahren wieder weg von der Insel und geniessen in einer ruhigeren Bucht erst mal ein herrliches Bad. Irgend jemand aus unserer Gruppe hat die glorreiche Idee vom Oberdeck der Dschunke ins Waasser zu springen und ich (Marcel) muss das natürlich auch tun. Ist aber recht hoch... 

Der schöne Tag auf und im Wasser geht zu Ende und das köstliche Abendessen wartet auf uns.

Am Morgen des zweiten Tages auf der Dschunke geht es früh los. Die Motoren werden gestartet und wir fahren Richtung Cat Ba: Cat Ba ist mit 354 Quadratmetern die grösste Insel in der Halong Bucht. Für die Bewohner der Insel ist die Fischerei eine sehr wichtige Einnahmequelle.

Zwischen den zerklüfteten Kalksteinformationen haben sich ganze Siedungen von kleinen Fischzuchten und Dörfer auf dem Wasser gebildet.

Der grösste Teil des Lebens spielt sich bei diesen Leuten auf dem Wasser ab. Sie leben, schlafen, arbeiten und handeln auf dem Wasser. Die Kinder wachsen auf dem Wasser auf und fahren mit Booten statt Fahrrädern zur Schule.

Natürlich müssen sämtliche Waren und auch Lebensmittel oder Wasser mit Booten herangeschafft werden.

Unsere Fahrt durch die Halong Bucht geht langsam dem Ende entgegen und wir fahren wieder zurück zum Festland. Auf dem Weg ist reger Betrieb und viel Bootsverkehr.

Von der Halong Bay fahren wir mit dem Bus nach Ninh Binh. Am nächsten Tag mieten wir uns ein Motorrad und fahren mit einer selber gezeichneten Karte bewaffnet los. Zuerst lassen wir uns auf dem Fluss zu den Tam Coc Höhlen rudern. Der Fluss ist umgeben von emporragenden Kalksteinfelsen. Diese Gegend wird auch die "Trockene Halong Bucht" genannt. Der Fluss hat sich den Weg mitten unter den Kalksteinfelsen hindurch gebahnt. Ab und zu sind die Höhlen so niedrig, dass wir uns in unserem Ruderboot ducken müssen.

Als nächstes schauen wir uns die Bich Dong Pagode an. Die Pagode wurde auf dem Ngu Nhac Berg errichtet, nachdem zwei Mönche im Jahre 1428 von der traumhaften Umgebung so verzaubert waren. Von der Pagode aus gehen wir noch ein Stück weiter und erreichen so den Gipfel des Berges.

Die Aussicht auf die umliegenden Reisfelder und das Dorf am Fusse des Berges ist traumhaft.

Auf dem Rückweg bestaunen wir die Landschaft, die von Reisfeldern dominiert wird. Den Wasserbüffeln scheint es im Schlammloch zu gefallen.

Am 14. November erreichen wir nach einer nächtlichen Fahrt mit dem Bus Hue. Die Busfahrten hier sind nichts für Leute mit schwachen Nerven. Vor allem in der Nacht ist es immer wieder erschreckend, wenn man die vielen Lichter nebeneinander entgegenkommen sieht und genau weiss, wie schmal die Strasse eigentlich ist. Konstant wird dann gehupt und der grössere (im Normalfall der Bus) hat dann einfach Vortritt.

Nach der nächtlichen Fahrt gönnen wir uns im Gästehaus erst Mal eine Dusche und ein kleines Nickerchen, bevor wir uns zur Erkundung der Stadt aufmachen. Als erstes schauen wir uns die Zitadelle mit der verbotenen Stadt an. Dieses Bauwerk wurde nach dem Vorbild von Peking erbaut und im Jahre 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Leider wurden die Bauwerke während der Tet-Offensive im Jahre 1968 sehr stark beschädigt.

Die Kaiserstadt ist von einer grossen Mauer und Wassergräben umgeben. Die Mauer ist 11 km lang und mit 11 Toren und 24 Wachtürmen bestückt.

Wir schauen uns auch noch die Grabanlagen der früheren Kaiser an, welche um Hue erbaut wurden. Jeder Kaiser hat sich bereits zu Lebzeiten eine Grabanlage gebaut und natürlich versucht mit Prunk der Anlage sämtliche seiner Vorgänger in den Schatten zu stellen. 

Am 16. November geht unsere Reise weiter. Mit dem Bus fahren wir bei strömendem Regen in Hue los. Über den Wolkenpass fahren wir nach Hoi An. Der Wolkenpass macht seinem Namen alle Ehren, denn die Berge sind stark mit Wolken verhangen und wir sehen nur zwischendurch etwas von der eindrücklichen Landschaft. Der Pass ist die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord-  und Südvietnam. Die Passtrasse ist rund 20 Kilometer lang und führt über eine Passhöhe von 496 Meter. 

Auf einem Zwischenstopp schauen wir diesen beiden Mädchen beim spielen auf der Strasse zu.

Leider ist das Wetter in Hoi An nicht sehr schön und es regnet immer wieder. Schade, denn Hoi An ist eine sehr nette Stadt mit vielen schönen Gebäuden und vielen Souvenirläden.

Am 18. November machen wir trotz Regen einen Ausflug zu den Ruinen von My Son. Die Tempelstadt wurde im Jahre 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Ab dem 2. oder 3. Jahrhundert entstand an der Küste Vietnams die Cham-Kultur. Diese Kultur war stark von der Indischen Kultur beeinflusst. Aus Champa, dem Reich der Cham-Kultur, sind mehr als 70 Tempel erhalten geblieben. Ausgrabungen und Konservierung der Tempel sind im Gange. Ausserdem wird versucht, die Schäden welche die Bombardements der Amerikaner während des Vietnamkrieges angerichtet haben wieder zu beheben. 

Am Nachmittag hellt es endlich ein bisschen auf und wir beobachten das Treiben auf dem Fluss.

Die Boote werden hier ganz schön voll gepackt. Alles wird aufs Boot verladen. Menschen, Tiere, Motorräder, Fahrräder und vieles mehr.

Nach einer langen Busreise entlang der Küste erreichen wir am Abend des 19. Novembers Nha Trang. Die Stadt Nha Trang liegt an der Küste des südchinesischen Meeres und gilt mit den schönen Sandstränden als touristisches Zentrum Vietnams. Wir müssen uns erst mal von der langen Busfahrt erholen und machen uns am nächsten Tag mit einem Motorrad auf zur Erkundung der Umgebung.

Die Cham-Tempel, die auf einem Hügel thronen sind eines der Highlights von Nha Trang. Die vier Türme wurden wahrscheinlich zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert erbaut.

Auf der Weiterfahrt Richtung Ho Chi Minh City (Saigon) können wir während der Busfahrt die grünen Reisfelder bestaunen.

Am 23. November lassen wir uns von den beiden Cyclo Fahrern Mr. Hung und Mr. Binh zu einer Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten Saigons überreden.

 

Los geht die Fahrt mitten durch die nie abreissenden Verkehrsströme Saigons. 

 

Alles wird hier auf Motorrädern und Fahrrädern transportiert. Nichts ist zu gross für ein Zweirad. Selbst 5 Meter lange Stahlprofile werden mit Zweirädern transportiert.

 

Beim Tempel Giac Lam steht eine sieben Stockwerk hohe Stupa. Mit dem Bau der 32 Meter hohen, sechseckigen Stupa wurde bereits im Jahre 1970 begonnen. Der Bau der Stupa wurde während der politischen Wirren für lange Zeit unterbrochen und erst im Jahre 1994 wurde die Stupa offiziell eröffnet.

Wir lassen es uns nicht nehmen die Treppen hochzusteigen und werden mit einer schönen Aussicht über Saigon belohnt.

Der Giac Vien ist eine der ältesten Pagoden der Stadt und die von Räucherstäbchen völlig verrussten Räume wirken sehr geheimnisvoll. Der alte Mönch freut sich über unseren Besuch, denn dieser Tempel wird von Touristen nicht so oft besucht.

Wir fahren weiter durch die Strassen und nehmen die Eindrücke in uns auf. Es ist faszinierend dem Treiben auf den Strassen zuzuschauen. Das Geschehen und das Angebot ändert sich von Strasse zu Strasse. In der einen Strasse werden nur Schuhe verkauft. In der nächsten Strasse gibt es nur Taschen. In der dritten nur Motorradzubehör und in der nächsten nur Eisenprofile. Verkauft werden die Waren in bis unters Dach voll gestopften Läden oder direkt auf dem Gehsteig.

Der letzte Tempel den wir heute besichtigen ist der Chua Quan Am. Die Pagode wurde im Jahre 1816 von der Fujian-Gemeinde im Chinesischen Viertel errichtet und ist der barmherzigen Göttin Quan Am gewidmet.

Zur Belohnung für die anstrengende Fahrt trinken wir zusammen mit unseren beiden Fahrern ein kühles Bier. Das Trinkgeld, dass wir den beiden geben wird im Handumdrehen in einen neuen Fahrradreifen investiert. So sind wir uns sicher, dass unser Geld gut genutzt wird. 

Nun geht unsere Vietnamreise bereits dem Ende entgegen. Morgen fliegen wir noch für ein paar Tage nach Kambodscha um die Tempel von Angkor zu besichtigen. 

Von unserem Hotelzimmer im alterwürdigen und legendären Hotel Rex haben wir eine super Aussicht. Das Hotel Rex gilt als eines der traditionsreichsten Hotels Südostasiens. Vor allem die Dachterrasse im fünften Stock ist grandios.

Wir bedanken uns ganz herzlich für euren Besuch auf unserer Homepage. 

Bis zum nächsten Mal. 

Viele Grüsse aus Ho Chi Minh City (Saigon), 

Marcel und Reni