Sri Lanka 2012 – Reisebericht 2

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Kandy, Sigirya und Dambulla

Das Visa für die Weiterreise nach Indien haben wir nach der Ankunft in Colombo beantragt. Leider müssen wir aber am 9. Mai wieder nach Colombo um unser Visa für Indien abzuholen.
Aus diesem Grund müssen wir unsere Reiseplanung etwas anpassen. Wir können nicht alle Sehenswürdigkeiten im nördlichen Teil von Sri Lanka ansehen und werden nach dem Abstecher nach Colombo nochmals Richtung Norden fahren.

Am 8. Mai fahren wir von Polonnaruwa mit dem Bus nach Kandy. Von Kandy aus können wir dann am 9. Mai als Tagesausflug nach Colombo fahren und unsere Visa abholen. Wenn immer möglich versuchen wir mit dem Zug zu reisen, aber leider ist das Bahnnetz in Sri Lanka sehr limitiert. Heute fahren wir darum mit dem Bus. Zwischen den grösseren Orten gibt es sehr regelmässige Busverbindungen. Die Qualität der Busse ist aber sehr unterschiedlich. Der Fahrstil ist aber in allen Bussen mörderisch und nicht wirklich angenehm. Auch die laute Musik oder in den modernen Bussen die gezeigten Videos sind oft fast unerträglich. Der Bus den wir heute erwischen ist einigermassen erträglich und wir ergattern sogar einen Sitzplatz.

Da wir relativ früh in Kandy ankommen haben wir sogar noch Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt. Zuerst gehen wir aber zur Bahnstation ein Ticket für den Zug nach Colombo zu kaufen.
Der Zustand der Bahn ist symbolisch in diesem Bild zu sehen. Dies ist die Tafel auf der die nächsten Zugabfahrten zu sehen sind. Etwa die gleich moderne Technik wird bei der restlichen Infrastruktur der Bahn verwendet.

Auf unserem Spaziergang schauen wir uns auch den Zahntempel an. In diesem Tempel wird ein Zahn von Buddha aufbewahrt und aus diesem Grund ist der Tempel auch eine sehr wichtige Pilgerstädte für Buddhisten.

Der Kandy See wurde im Jahre 1807 im Auftrag des letzten Herrschers des Königreiches Kandy gebaut. Der Zahntempel liegt an der Südseite des Sees und in der Mitte des Sees hat es eine Insel mit Palmen.

Auf unserem Spaziergang werden wir von Michael angesprochen. Er ist Engländer, lebt in Kandy und hat ein Restaurant. Das Restaurant heisst Slightly Chilled und ist eine Mischung aus Restaurant, Bar und Lounge. Der Flyer, den Michael uns in die Hand drückt sieht vielversprechend aus und so entscheiden wir uns auf ein Bier vorbeizuschauen. Das Slightly Chilled ist in der Nähe des Zahntempels etwas erhöht gelegen. Die Aussicht von der Terrasse ist vor allem beim Sonnenuntergang unglaublich. Wir entscheiden uns auch gleich hier zu Essen und die Aussicht über die Stadt zu geniessen.

Auf dem Weg zurück ins Guesthouse kommen wir wieder am Zahntempel vorbei. Dieser ist in der Nacht sehr schön beleuchtet.

Am Morgen des 9. Mais müssen wir früh aufstehen, denn um viertel nach sechs fährt unser Zug nach Colombo los. Zum Glück ist unser Guesthouse nahe vom Bahnhof gelegen. Wir gehen zu Fuss zum Bahnhof und haben reservierte Sitzplätze in der zweiten Klasse. Die Fahrt mit dem Zug ist recht angenehm und die Landschaft recht abwechslungsreich. Nach knapp drei Stunden erreichen wir Colombo.

Hier lassen wir uns von einem Tuktuk zum Visa Office fahren und so sind wir kurz nach neun Uhr da. Wir müssen unsere Pässe abgeben und am Abend um 17 Uhr können wir die Pässe wieder abholen. Den Tag vertreiben wir uns mit einem Besuch in einem gemütlichen Kaffe und Reiseplanung. Leider geht es etwas länger bis wir den Pass wieder bekommen. Aber schlussendlich erhalten wir unsere Pässe mit dem Visum für Indien. Wir nehmen wieder ein Tuktuk zum Bahnhof, kaufen uns ein Ticket für den nächsten Zug nach Kandy, steigen in den Zug und ein paar Minuten später fährt der Zug los. Das war knapp. Sonst hätten wir auf den nächsten Zug warten müssen und wären erst mitten in der Nacht wieder in Kandy angekommen. Dieser Zug ist leider sehr voll und wir haben zu Beginn nur einen Sitzplatz. Nach etwa einer Stunde Fahrt leert sich aber der Zug etwas und wir können beide sitzen. So sieht der etwas volle Zug aus.

Jetzt haben wir unser Visa für Indien endgültig in der Tasche und können uns wieder aufs Reisen konzentrieren. Von Kandy aus fahren wir nochmals Richtung Norden um noch ein paar Dinge anzuschauen, für die wir noch keine Zeit hatten. Mit dem Bus geht es los. Wir müssen umnsteigen um an unser Ziel Sigirya zu gelangen. Die Busstationen hier in Sri Lanka sind immer sehr hektisch und betriebsam. Da gibt es immer viele Imbissbuden und kleine Shops, die hoffen ihre Waren zu verkaufen.

Das Verkehrsmittel für Kurzstrecken hier in Sri Lanka ist das Tuktuk. Wenn immer ein paar Schritte zurückzulegen sind greifen die Sri Lanker auf dieses Verkehrsmittel zurück. Zu Fuss gehen die Leute hier nur ganz selten und da die Tuktuk sehr günstig sind, leisten sie sich dieses Verkehrsmittel. An den Busstationen stehen immer ganze Reihen dieser kleinen Dreiradfahrzeuge bereit.

In Sigirya wollen wir den Sigirya Felsen anschauen. Sonst gibt es in diesem kleinen Dorf mit rund 1000 Einwohnern nichts. Wir kommen mit dem Bus an und da die Busse überall auf Verlangen halten, können wir gleich vor dem Guesthouse aussteigen. Das Guesthouse heisst Flower Inn und wie es der Name schon sagt hat es ganz viele Blumen. Auch das Zimmer ist sehr farbenfroh eingerichtet.

Hinter dem Guesthouse hat es Busch und viele Tiere. Im Gebüsch beobachten wir eine Schlange. Plötzlich raschelt es im Gebüsch und eine ganze Affenbande klettert zuerst auf einen Baum springt dann auf unser Dach, poltert über das Wellblechdach und springt auf den nächsten Baum um wieder im Busch zu verschwinden.

Wir entscheiden uns heute Nachmittag noch den Höhlentempel von Dambulla anschauen zu gehen. Gleich vor dem Guesthouse stehen wir an die Strasse und warten auf den Bus. Die Wartezeit vergeht sehr schnell, denn gleich um die Ecke steht ein Elefant. Wer will kann mit dem Dickhäuter einen Ausritt machen.

Nach wenigen Minuten Wartezeit kommt ein Bus und nach etwa einer halben Stunde erreichen wir Dambulla. In Dambulla schauen wir uns den Königlichen Felsentempel an, der im Jahre 1991 zum UNSECO Weltkulturerbe erklärt wurde.
An der Hauptstrase befindet sich der Goldene Tempel und gleich dahinter geht es über eine Treppe zum Hühlentempel.

Über die Treppe gehen wir den Hügel hinauf zum Felsentempel. Der Felsentempel wurde in einen Felsüberhang gebaut und es gibt fünf Höhlen.

Rund um den Felsentempel rennen Affen herum und spielen miteinander. Dieser hier scheint gerne Blumen zu haben. Die Lotusblüte wurde vor einer Buddhastatue als Opfergabe niedergelegt.

Der Höhlentempel besteht aus fünf verschiedenen Höhlen. Die Höhlen sind mit über 150 Buddhafiguren geschmückt und die Decken und Wände sind mit vielen weiteren Buddhafiguren bemalt. Die zweite und grösste Höhle hat eine Länge von 52 Metern, ist 23 Meter tief und an der höchsten Stelle 7 Meter hoch.

Im linken Bereich der Höhle wurde eine Dagoba gebaut, welche von Buddhafiguren umringt ist.

Die Wände der Höhle sind mit Buddhas bemalt und davor stehen Buddhastatuen.

Jede Ecke der Höhle ist mit Buddhas gefüllt.

In der vierten der fünf Höhlen hat es nochmals eine Dagoba.

Die Türen zu den Höhlen sind massiv und an einer der Türen finden wir diesen schönen Türklopfer.

Auch die Aussicht vom Höhlentempel über die Landschaft von Dambullla ist sehr schön.

Nachdem wir den Höhlentempel in Dambulla angeschaut haben fahren wir mit dem Bus wieder zurück nach Sigiriya. Am Abend wird vor dem Eingang zu unserem Guesthouse ein Mobilee mit vielen Lampions angezündet.

Am nächsten Morgen stehen wir etwas früher auf, denn wir wollen vor der grossen Hitze auf den Felsen von Sigiriya. Der Löwenfelsen und die Ruinen der Festung, welche sich auf dem rund 200 Meter hohen Monolithen befinden, wurden 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
Das Flower Inn Guetshouse in Sigiriya haben wir uns ausgesucht, weil wir von hier aus zu Fuss zum Felsen gehen können. Den Eingang zum Felsen erreichen wir noch bevor er geöffnet wird. Wir kaufen ein Ticket und gehen dann durch die Königlichen Gärten vor dem Felsen. Die Königlichen Gärten bestehen aus den Wassergärten, den Felsengärten und den Terrassengärten.

In den Terrassengärten wurde auch ein heiliger Bodhi Tree (Pappelfeige) in diesem Boddhi Gara verehrt.

Zwischen den Steinen entdecken wir auch diese schöne Echse.

Nach den Terrassengärten geht es über steile Treppen dem Felsen entlang aufwärts. Etwa auf halber Höhe geht es über eine Metallbrücke und eine Wendeltreppe zu den Frescoes. Diese Frescoes befinden sich mitten in der überhängenden Felswand.

An der Felswand können wir die Bilder der vollbusigen "Wolkenmädchen" sehen.

Gemäss Überlieferungen sollen früher einmal über 500 Zeichnungen vorhanden gewesen sein.

Über eine zweite Wendeltreppe erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt und über ein paar Stufen die Spiegelwand. Der Putz der Wand wurde zu Zeiten des Königs auf Hochglanz poliert. Besucher der Anlage haben ihre Eindrücke hier verewigt. Leider sind die meisten Inschriften durch die modernen Kritzeleien völlig verunstaltet und kaum mehr sichtbar. Über eine weitere Treppe erreichen wir das nördliche Plateau des Löwenfelsen. Von hier aus haben wir bereits eine sehr schöne Aussicht auf die Wassergärten.

Auf dem nördlichen Plateau des Fels befinden sich die Überreste des Löwentors. Von dem riesigen Löwenkopf, durch dessen Maul man früher den letzten, steilsten Teil des Aufstiegs begann, sind nur die zwei mächtigen Tatzen übrig.

Von hier aus können wir auch schon die riesigen Wespenschwärme sehen, die nahe an der Metalltreppe in der Felswand hängen.

In den letzten Tagen haben die Wespen immer wieder verrückt gespielt und die aufsteigenden Besucher angegriffen. Vor drei Tagen mussten über 40 Leute ins Spital gebracht werden und einige waren in einem kritischen Zustand. Aus diesem Grund hat die Parkverwaltung entschieden Schutzanzüge an die Besucher abzugeben. Die Schutzanzüge sind aus Kunstoff und bedecken den gesamten Körper. Bei diesen warmen Temperaturen und dem Sonnenschein sind die Anzüge die reinste Sauna. Wir ziehen die Anzüge an und lassen die Kopfhaube aber offen aus wärmetechnischen Gründen.

Im Falle eines Angriffes der Wespen müssten wir sehr schnell reagieren, und uns die Kopfhauben überziehen. Das würde dann so aussehen.

Über schmale und steile Stahltreppen gelangen wir in unseren Schutzanzügen zum Gipfel des Felsen.

Auf dem Gipfel angekommen ziehen wir die Schutzanzüge wieder aus, denn der gefährlichste Teil ist der Aufstieg an den Wepenschwärmen vorbei.

Nun geniessen wir nach dem schweisstreibenden Aufstieg die herrliche Aussicht und erkunden die Ruinen. Von dem Palast, der einst auf dem rund 1.6 Hektar grossen Plateau des Felsen stand, sind nur noch die Grundmauern zu erkennen.

Ein 27 Meter langes und 21 Meter breites Wasserauffangbecken wurde direkt in den Felsen gehauen. Mit diesem Becken wurde die Wasserversorgung auf dem Felsen sichergestellt.

Für den Absieg ziehen wir uns wieder die Schutzanzüge an und gehen vorsichtig über die steilen Treppen. Wir sind froh, dass wir ohne Wespenangriff davon kommen und Heil wieder auf dem Plateau ankommen. Schnellstmöglich schlüpfen wir aus den Anzügen und nehmen den zweiten Teil des Abstieges in Angriff.

Zurück im Dorf gönnen wir uns erst Mal eine Pause und gehen Mittagessen. Die Schule ist aus und die halbe Schulklasse wird von einem Tuktuk abgeholt.

Dann machen wir es uns hinter unserem Guesthouse gemütlich und beobachten die Tiere. Auf den Bäumen und in den Büschen tummeln sich farbenfrohe Vögel.

Auch in unserem Badezimmer haben wir ein kleines Haustier. Dieser kleine Frosch scheint die Feuchtigkeit in der Dusche zu mögen.

Da der Felsen ja nur ein paar Minuten von unserem Guesthouse entfernt ist gehen wir zum Sonnenuntergang nochmals hin. Auf der Frontseite ist der Wassergraben, der um die Anlage angelegt wurde, noch sehr gut erhalten.

Majestätisch ragt der Felsen im abendlichen Licht von der Ebene empor.

Der 200 Meter hohe Fels von Sigirya ist der Magmablock eines erodierten Vulkans.

Auf diesem Bild sieht man die Wendeltreppen, welche zu den Fresken der Wolkenmädchen führen. Die Fresken befinden sich mitten in der Felswand unter einem Überhang. Wie diese Zeichnungen vor rund 1500 Jahren an diesem Ort gemalt wurden ist uns ein Rätsel.

Am nächsten Tag, dem 12. Mai fahren wir von Sigirya nach Kandy. Das zweite Mal auf unserer Reise durch Sri Lanka sind wir nun in Kandy. Wir übernachten wieder im gleichen Guesthouse, haben aber dieses Mal ein Zimmer mit einer kleinen Terrasse.

Von dieser Terrasse aus haben wir Ausblick auf die quirlige Strasse zwei Stockwerke tiefer und die Nachbarhäuser.

Wir können das Treiben in den Shops entlang der Strasse beobachten.

Aber viel schöner ist die Aussicht von der Dachterrasse des Restaurants Slightly Chilled. Aus diesem Grund kommen wir auch heute wieder für unser verdientes Feierabendbier und das Abendessen hier hin.

Auf dem gegenüberliegenden Hügel steht eine Buddhastatue und hinter dieser geht die Sonne unter. Welch herrliche Stimmung.

Das ist der zweite Teil unserer vierwöchigen Reise durch Sri Lanka. Im dritten Teil berichten wir über die Berglandschaft und die Teeplantagen in Sri Lanka.

Wir hoffen der Bericht gefällt euch.

Unter Die üppige Bergregion von Sri Lanka mit den Teeplantagen findet ihr den nächsten Reisebericht.

Reni und Marcel


Folgende Bücher haben uns bei der Vorbereitung und auf der Reise durch Sri Lanka weitergeholfen und können wir empfehlen:

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