Schweiz 2011 – Reisebericht 1
Traumhaftes Osterwochenende in Segnas bei Disentis
Am 21. April 2011 fahren wir gleich nach der Arbeit Richtung Engadin. Wir verbringen das lange Osterwochenende
im Ferienhaus Casa Zuela in Segnas.
Das Ferienhaus gehört unseren Freunden Milena und Floris. Wir haben für die beiden die Webseite für die Vermietung
der beiden Ferienwohnungen erstellt. Für das Erstellen der Webseite haben sie uns das Wochenende in ihrem Ferienhaus
geschenkt. Nun haben wir endlich die Zeit gefunden, dieses tolle Angebot in Anspruch zu nehmen.
Unter www.casa-zuela.ch findet ihr die Webseite mit vielen Informationen und Bilder der beiden Wohnungen. Das Haus ist wunderschön umgebaut und wir dürfen die obere der beiden Wohnungen benutzen. Ein Traum!
Casa Zuela wurde mit viel Herz umgebaut und eingerichtet. Die Kombination von Tradition und Moderne ist perfekt umgesetzt worden. Von aussen sieht Casa Zuela wie ein typisches traditionelles Bauernhaus aus, der Innenausbau entspricht einem hohen Ausbaustandard und es fehlt an nichts.

Die Wohnung im Obergeschoss ist eine Oase. Sie bietet sehr viel Platz und verfügt über einen sehr hohen Ausbaustandard. Die offene Küche mit Kochinsel ist superschön und modern, ebenso das Badezimmer. Im Wohnzimmer gibt es ein Cheminee für gemütliche Abende. Wir machen es uns zuerst einmal auf dem Sofa gemütlich und geniessen die Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster.

Segnas ist ein kleiner Weiler etwas oberhalb von Disentis in der Surselva. Das kleine Bergdorf gehört zur Gemeinde Disentis (rätoromanisch Mustér) im oberen Vorderrheintal. Segnas liegt etwas höher als Disentis, auf 1'331 Meter über Meer. Segnas ist eine typische Bauernsiedlung mit 250 Einwohnern. Wir erleben Segnas als ein gemütliches Dorf mit sehr viel Charme und fernab vom Rummel. Der ideale Ort für entspannte Tage mit vielen Möglichkeiten für Wanderungen in der Region. Im Winter ist Segnas auch idealer Ausgangsort zum Skifahren oder andere Wintersport Aktivitäten.

Der ursprüngliche Name des Dorfes leitet sich vermutlich von dem lateinischen Wort signum ab, was so viel wie Wegweiser oder Merkzeichen bedeutet. Früher war das ein Zeichen für Wanderer, da man das Dorf schon von weitem erkennen konnte. Die Geschichte des Bauerndorfes begann mit dem Bau einer Kapelle um das Jahr 800. Später wurde an gleicher Stelle 1615 eine neue Kapelle errichtet.

Die Kirchenglocken auf der kleinen Dorfkapelle.

Noch heute gibt es in Segnas alte Bauernhäuser die mehrere hundert Jahre alt sind. In den letzten Jahren wurden viele davon renoviert und dienen heute mehrheitlich als Ferienwohnungen. Trotzdem ist Segnas noch immer ein Bauerndorf und einige Bauern bewirtschaften die Felder der Umgebung. Im Dorf gibt es zudem eine Fleischtrocknerei und eine Specksteinfirma.
Bei einem Spaziergang durch Segnas gibt es schöne Fotomotive.

Der Wetterbericht ist zwar nicht ganz so gut, wie wir uns das Wetter für das Wandern wünschen, aber wir
lassen uns mal überraschen.
Am Freitagmorgen sieht es dann besser aus als erwartet und es hat teilweise sogar
blauen Himmel. Da Marcel sich eine neue Fotokamera gekauft hat, nutzt er die Sonnenstrahlen für eine erste
kleine Wanderung mit genügend Stopps, um sich mit der neuen Ausrüstung vertraut zu machen. Am Nachmittag
spazieren wir noch nach Disentis. Von Segnas aus erreichen wir Disentis in rund 45 Minuten. Im Dorfladen decken
wir uns mit ein paar Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Danach gehen wir ins Liug da Fiug zu Claire auf
einen Cappuccino. Das Lokal ist ein Bistro, eine Lounge sowie ein Cafe. Uns gefällt es im Liug da Fiug sehr gut.
Es ist sehr gemütlich mit einem International/Orientalischen Touch gestaltet. Das Personal ist sehr freundlich
und international gemischt. Hier fühlen wir uns wohl.
Am meisten überrascht uns der Cappuccino. Der ist wirklich hervorragend. Nicht typisch schweizerisch per Knopfdruck mit luftigem Schaum sondern genau so wie wir ihn am liebsten mögen; mit etwas dickerem Schaum vom Milchschäumer und mit einem starken feinen Espresso als Basis. Hier merkt man, dass das Personal professionell ausgebildet ist und weiss wie ein richtiger Cappuccino gemacht wird. Da sind richtige Barrista am Werk.

Am Samstag ist das Wetter am Vormittag recht gut. Wir packen unseren Rucksack und machen uns auf den Weg. Die Wandermöglichkeiten rund um Segnas sind sehr vielseitig und abwechslungsreich. Es gibt flachere, einfachere Möglichkeiten im Tal oder eben auch die Möglichkeit anstrengendere, längere Wanderungen auf die umliegenden Berge zu unternehmen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit mit der Seilbahn zu fahren. Aber wir haben ja Zeit und wollen zu Fuss auf Entdeckungstour.

Im Unterland ist es bereits Frühling. Hier in den Bergen merken wir, dass der Winter sich erst vor Kurzem verabschiedet hat und so sind die Wiesen noch braun gefärbt. An den Wildblumen merken wir jedoch, dass der Frühling langsam kommt.
Unsere Wanderung führt uns zuerst an einem Bach entlang. In weiter Ferne sehen wir Berge die noch ein wenig Schnee auf den Gipfeln tragen.

Der Bach wird immer kleiner und schmaler. An einigen Stellen hat es richtige Moos Polster.

Wir kommen auch immer wieder an traditionellen Hütten vorbei.

Einige dieser Hütten sind leer und in anderen wird Heu gelagert.

Wir entdecken eine Hütte mit herrlicher Aussicht auf die Berge. Das wär doch ein toller Ort sich für ein paar Wochen zurück zu ziehen oder einen Sommer auf der Alp zu verbringen.

Die Türschlösser der Hütten sind aus einfachen Materialien gemacht und es steckt noch richtiges Handwerk dahinter. Einfach und zweckmässig. Zudem geben die Türen ein schönes Fotomotiv ab.

Angekommen. Auf dieser Sitzbank machen wir eine kleine Pause und geniessen die Stimmung. Das Wetter ist zwar etwas wechselhaft, aber Hauptsache es regnet nicht.

Wir machen uns langsam auf den Rückweg, der uns über Wiesen und ein Waldstück führt. An einigen Stellen hat es noch Schneeresten vom Winter.

Es ist Nachmittag und Zeit für einen feinen Cappuccino bei Claire. Wie bereits vorher im Reisebericht erwähnt, gibt es bei Claire im Liug da Fiug den weltbesten Cappuccino. So spazieren wir jeden Tag für unseren Cappuccino von Segnas nach Disentis. Der Weg führt über saftig grüne Wiesen, vorbei an Bauernhäusern und an diesem selbstgebauten Wasserrad vorbei.

Zurück in der Ferienwohnung geniessen wir die Aussicht aus dem Fenster. Mit dem Zoomobjektiv schiesst Marcel ein tolles Foto eines Berggipfels.

Nach einem herrlichen selbstgemachten Abendessen in der Casa Zuela geniessen wir noch einen Kaffee vor dem Cheminee.
Am Sonntag ist das Wetter wieder recht freundlich und so machen wir uns nach dem Frühstück auf eine ausgedehnte Wanderung. Wir starten in Segnas und laufen Richtung Sedrun los. Unser Ziel ist der Berg namens Bostg auf 1'995 Meter über Meer. Vom Bostg aus wollen wir dann bis zu Caischavedra. Dort ist auch die Station der Bergbahn. Wir werden aber vermutlich nicht die Bahn nehmen, sondern zu Fuss bis nach Segnas zurück wandern.

Wir wandern über Bergwiesen, durch Bergwälder und an Bergbächen entlang. Auf der Wanderung geniessen wir die Bergwelt, die frische Luft und die Natur. Wir entdecken schöne Bergblumen. Enzian blüht bereits in voller Pracht.

Heimischer Löwenzahn.

Leider sind unsere Kenntnisse über Bergblumen nicht so gross. Bestimmt werden viele dieser Blumen für die Naturheilkunde verwendet.

Wunder der Natur in Gelb ...

... und blau.

Nach einem steilen Aufstieg kommen wir wieder in ein Waldstück. Hier machen wir eine kurze Pause an einem Sumpf. Hier ist beim letzten grossen Regen ein kleiner See entstanden.

Wir kommen an abgelegenen Hütten vorbei.

Je höher wir kommen, desto schöner wird die Aussicht. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Es ziehen Wolken auf. Wir haben aber Glück, denn es bleibt trocken.

Wir haben es geschafft. Wir sind oben auf dem Bostg auf 1'995 Meter über Meer. Die Höhe kriegen wir zu spüren. Hier oben ist es doch schon recht kühl im Gegensatz zu den Temperaturen unten im Dorf. Bei Aufstieg schwitzen wir und die kühle Luft ist eine Wohltat. Auf dem Gipfel weht jedoch ein kräftiger Wind der uns durch Mark und Bein geht. Der Aufstieg loht sich jedoch sehr, allein schon der Aussicht wegen.

Der Wanderweg führt uns durch das Segnas Tal. Die Schattenhänge sind noch schneebedeckt und so müssen wir immer wieder durch Schnee waten. Der Abstieg ins Tal ist rutschig, dann geht es wieder bergauf in ein Waldstück. Der Waldboden ist sehr nass und teils fliessen kleine Bäche über den Wanderweg. Das kommt von der Schneeschmelze. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Bergstation Caischavedra, wo wir nochmals eine kurze Pause einlegen.

Dann machen wir uns wieder auf den Abstieg zurück ins Dorf Segnas.

Zurück in der Zivilisation. Die Matterhorn Gotthard Bahn kommt gerade um die Ecke geschlängelt.

Wir sind zurück. Diese Wanderung war wirklich ganz toll. Obwohl unsere Glieder schon etwas müde sind, spazieren wir nochmals nach Disentis.

Wie jeden Tag belohnen wir uns auch heute nach der Wanderung mit einem feinen Cappuccino bei Claire im Liug da Fiug. Heute gibt es frisch gebackene Kuchen. Wie alles werden auch die Kuchen mit viel Herz und nur den besten Zutaten von Hand und frisch zubereitet. Frische Obst- und Gemüsesäfte, Frappé oder Glace aus der Region, Claire hat alles, was das Herz begehrt.
Das Lounge Cafe Liug da Fiug befindet sich unterhalb des Klosters von Distentis. Auf dem Rückweg schiessen wir noch ein Foto vom Kloster.

Das Kloster Disentis ist eine Benediktinerabtei, die um das Jahr 720 gegründet wurde. Das Kloster präsentiert sich heute im Zustand des späten 17. Jahrhunderts. Die zweitürmige Kirche wurde zwischen 1696 und 1712 erbaut. Im Kloster befindet sich ein Museum mit einer kunst- und kulturhistorischen Sammlung aus dem Mittelalter. Ebenso gehört ein Gymnasiums dazu und somit ist das Kloster noch heute eine wichtige Bildungsstätte der Region.
Das Innere der Klosterkirche ist beeindruckend. Die Gemälde am Kirchengewölbe sind ein Werk von Fritz Kunz (1868-1947). Er gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den geachteten Vertretern einer neueren religiösen Malerei.

Das Dorfbild von Disentis ist von Kirchen geprägt. Bei einem Spaziergang durch das Dorf kommen wir an der barocken Pfarrkirche Sogn Gions aus dem Jahre 1640 vorbei. Die Kirche wurde 1978 renoviert.

Die Zeit vergeht wiedereinmal viel zu schnell. Bereits ist unser letzter Tag in den Bergen angebrochen. Das Wetter zeigt sich heute von der guten Seite und wir geniessen nochmals eine kleine Wanderung am Sonnenhang oberhalb Segnas und Disentis. Hier auf dem Bild sieht man das idyllische Dorf Segnas.

Wir laufen wieder durch Wälder und kommen an Flüssen vorbei. Bei einen Fluss entdecken wir ein kunstvolles Wasserrad.

Die Sonne scheint und wir geniessen wieder eine herrliche Aussicht auf die Bergwelt.

Am Hang hat es viele Hütten die in der Wiese sehr kitschig wirken. Romantische Bergwelt.

Auch der Gipfel sieht mit dem knallblauen Himmel sehr schön aus. Der Schnee schmilzt jetzt langsam aber sicher weg und bald kommt auch hier in den Bergen der Frühling.

Wir finden einen Rastplatz vor einem grossen Stall.

Der ideale Platz für ein kleines Picknick. Wir geniessen die Ruhe und Einsamkeit hier oben und lassen, wie man hier sieht, gemütlich die Beine baumeln.

Die Aussicht von hier aus ist einzigartig. Herrlich. Hier bleiben wir!

Wir finden wieder einen tollen Wanderweg. Es geht sehr steil hinauf und der Weg ist voller Tannzapfen. Wir geniessen es sehr, so inmitten der Natur. Unser Weg führt aber leider nicht rauf, sondern zurück ins Dorf.

Unseren letzten Ferientag haben wir nochmals in der Bündner Bergwelt genossen. Bevor wir uns nun auf den Heimweg in die Ostschweiz machen, lassen wir unseren Blick nochmals aus dem Fenster der Casa Zuela schweifen.

Schön wars!

Bye Bye Segnas. Es ist Zeit, wieder ins Unterland zu fahren. Wir haben eine herrliche Zeit in Segnas und Umgebung verbracht. Wir waren aktiv und haben uns sehr gut erholt. Das scheint sicher auch an der Bergluft zu liegen. Die Krönung war natürlich die Ferienwohnung von Milena und Floris. Casa Zuela ist schlicht und einfach ein Traum. Weitere Infos zu den beiden Ferienwohnungen in der Casa Zuela gibt es auf www.casa-zuela.ch.
Das waren unsere Erlebnisse aus Segnas und Umgebung über Ostern. Die Region ist nicht nur für tolle Wandermöglichkeiten bekannt sondern vorallem für Winterferien. Die Skiregion Disentis Sedrun hat viel zu bieten und wir hoffen, Segnas auch einmal im Winter besuchen zu können.
Wir hoffen unser Reisebericht hat Euch gefallen und wir freuen uns, wenn ihr wieder auf www.sunandstar.ch vorbeischaut.
Bis zum nächsten Mal.
Reni und Marcel
Bericht und Titelbild im Fernweh. Reni's Text und Marcel's Bilder im Manta Reisemagazin.
>> Der Bericht