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Jubiläum: Seit einem Jahr unterwegs

Nun sind wir bereits seit einem Jahr unterwegs. Am 26. Februar 2007 haben wir uns von Zuhause verabschiedet und sind zu neuen Ufern aufgebrochen. Hier wollen wir zum Anlass des 1-jährigen Jubiläum einen Blick zurück werfen und die Highlights unserer Reise aufzeigen.

Unsere Reise hat ja eigentlich schon vor dem 26. Februar 2007 begonnen. Zumindest mit den Vorbereitungen haben wir uns schon einiges früher beschäftigt. Im Frühjahr 2006 haben wir uns über eine längere Reise Gedanken gemacht und uns überlegt, was die verschiedenen Möglichkeiten sind. Mitte 2006 haben wir uns dann entschieden unser Leben zu verändern und für einige Jahre was ganz anderes zu tun. Als erstes haben wir uns überlegt, was wir denn eigentlich tun wollen und wie lange dies dauern soll. Nach vielen Gedanken, unzähligen Gesprächen zwischen uns beiden und mit vielen Bekannten und Freunden haben wir uns entschieden, die Ausbildung zum Divemaster in Phuket zu absolvieren. Diese Ausbildung sollte uns bei der Entscheidung helfen, ob wir in Zukunft als Tauchlehrer arbeiten wollen. So melden wir uns für die Divemaster-Ausbildung in Phuket für November an. Als nächsten grossen Schritt entscheiden wir uns unser schönes Haus zu verkaufen. Nach mehreren Gesprächen mit Bekannten dachten wir, dass das ein paar Monate in Anspruch nehmen wird und der Start unserer Reise sehr stark vom Verkaufserfolg des Hauses abhängt. Die Verkaufsdokumentation haben wir rasch erstellt und mit Hilfe des Internets haben wir unser Haus in weniger als einem Monat mit ansprechendem Gewinn verkauft. Auch die Hauskäufer sind glücklich über ihr neues Heim und so stehen weitere dringende Aktionen auf dem Plan. Auf Ende Januar ist das Haus verkauft und dann haben wir kein Heim mehr in der Schweiz. Nun müssen wir aber schnellstens unsere Jobs künden, sonst müssen wir uns vorübergehend noch eine Wohnung mieten. Das fällt uns natürlich nicht gerade einfach, denn Reni und ich haben sehr gute Jobs und wir arbeiten beide sehr gerne in unseren Berufen. Aber nun gilt es eben ernst. 
Ende Januar ist unser letzter Arbeitstag, unserer gesamtes verbleibende Hab und Gut haben wir verpackt und der Umzug steht an. Nach dem Umzug muss das ganze Haus geputzt werden. Hier ein paar Impressionen vom leeren Haus und dem Putzen. 

Zum Glück haben Reni's Eltern Platz für unsere verbleibenden Habseligkeiten. Unter dieser Plane sind die übrig gebliebenen Möbel und sonstigen Dinge untergebracht. 

 

Auch unser beiden Autos müssen wir nun noch verkaufen. Unser TT Cabrio kauft Floris, ein Freund von uns. Mit diesem Auto haben wir viele schöne Ausflüge unternommen und viel erlebt. 

Um den Verkauf des Kombis kümmert sich zum Glück mein Vater nach unserer Abreise. Während der gesamten Zeit der Vorbereitung verkaufen wir auch einen grossen Teil unserer Möbel und sonstige überflüssige Dinge. Dank dem Internet haben wir für sehr vieles einen neuen Besitzer gefunden. Für viele kleine Dinge und mitunter auch viel Ramsch haben wir am Trödelmarkt in Winterthur und Bülach glückliche neue Besitzer gefunden. Mit voll gepacktem Kombi hin und mit leerem Auto zurück war da das Motto. Viel Zeit haben auch organisatorische Dinge in Anspruch genommen. Krankenversicherung, Visum, Impfungen, Abmelden, Steuern, Altersvorsorge und auch die Reiseplanung haben uns auf Trab gehalten.

Den Februar dürfen wir dann noch bei Reni's Eltern in Sirnach wohnen und die letzten Reisevorbereitungen laufen auf Hochtouren. So verbringen wir den Februar in unserer alten Heimat und geniessen das Beisammensein mit unseren Familien und Freunden. Hier das Gottemaiteli Francesca von Reni.

Wir geniessen noch die letzten sonnigen Tage in der Ostschweiz. Bei einem Spaziergang in unserem ehemaligen Wohnort Wil erklimmen wir auch den Holzturm.

Von diesem Holzturm haben wir eine herrliche Aussicht auf Wil und die Kurfirsten im Toggenburg.

Zuletzt wird noch gepackt und mit einem vollen Rucksack machen wir uns auf zu neuen Ufern. Da wir in Südostasien mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen werden und unser Gepäck oft tragen müssen, beschränken wir uns aufs Nötigste. Am Schluss kommen aber trotzdem rund 15 kg zusammen.

Es ist soweit! Am 26. Februar starten wir unsere Reise und fliegen mit der Swiss nach Bangkok. Auf dem Flughafen Zürich verabschieden wir uns von der Schweiz. Hier drei Generationen Scherrer Ladies.

  

In Bangkok wohnen wir die ersten Tage unserer Reise bei einer Familie etwas ausserhalb und feiern auch gleich den Geburtstag des Gastgebers mit. Wir sind zum Tortenessen eingeladen und singen natürlich auch ein Geburtstagslied. 
Mit dem Expressboot sind wir in weniger als 30 Minuten im Herzen des Geschehens und können einige der kulturellen Höhepunkte von Bangkok erkunden. Natürlich besichtigen wir den Königspalast und einige der wichtigsten buddhistischen Tempel Thailands.

Am 2. März verabschieden wir uns von unserer Gastfamilie und fliegen weiter nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. 

Eine der eindrücklichsten Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh ist der Königspalast, der von einer sehr gepflegten Gartenanlage umgeben ist. Der hier abgebildete Tanzpavillon ist im traditionellen Khmer-Stil gebaut.
Sehr bedrückend ist die Besichtigung der Killing Fields "Choeung Ek" und des Toul Sleng Museums. Dieses Museum gedenkt den vielen Gefangenen die von den Roten Khmer ermordet wurden. Schätzungen zufolge sollen über 20'000 Menschen zu Tode gefoltert worden sein. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass dieses tragische Ereignis erst rund 25 Jahre zurück liegt. Der Besuch der Killing Fields und des Genozidmuseums Toul Sleng hat uns Eindrücke in das Leiden von Kambodscha und seiner Bevölkerung vermittelt.    

Ganz im Süden Kambodschas machen wir Halt in Kampot und unternehmen von dort aus einen Ausflug in das Naturschutzgebiet von Bokor Mountain. Eine beschwerliche Fahrt über eine extrem schlechte Strasse mit unzähligen Schlaglöchern führt uns in den Nationalpark. Der Bokor-Nationalpark erlebte seine Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Franzosen erbauten in den 20er Jahren einen eleganten Erholungsort mit Hotel und Casino, der zahlreiche Besucher wegen des kühlen Klimas und der luxuriösen Einrichtungen in die Berge lockte. Die Gebäude wurden in der Zwischenzeit zweimal aufgegeben. Das erste Mal in den 40er Jahren, als im 2. Weltkrieg die Japaner einmarschierten. Das zweite Mal in den 70er Jahren, als die Roten Khmer das Land an sich rissen. Seither stehen die Gebäude verlassen und unbewohnt als Geisterstadt auf dem Bokor Mountain. Als Abschluss dieses Ausfluges werden wir mit einer gemütlichen Bootsfahrt auf dem Kampot-River belohnt.

Eigentlich wären wir gerne von Phnom Penh aus ein Stück mit der Eisenbahn Richtung Norden gefahren. Doch leider war der Zug gerade defekt und so mussten wir auf den Bus ausweichen. Die einzige Bahnlinie Kambodschas stammt aus dem Jahre 1932 und hat in der Vergangenheit schwer unter Vernachlässigung und Terrorismus gelitten. Es gibt noch genau einen Passagierzug der an ungeraden Tagen von Phnom Penh und an geraden Tagen nach Phnom Penh fährt. In Battambang finden wir dann doch noch einen Weg ein Stück weit das Schienennetz zu benutzen.

Der Bamboo-Train ist ein ganz einfacher Do-it-yourself Zug, der in wenigen Sekunden startklar ist. Man nehme einfach zwei Achsen mit Rädern, eine Holzplattform, einen Rasenmähermotor und los geht die Reise auf dem völlig vernachlässigten Schienen.

Die Nationalstrasse Nr. 6, die etwa 100 km der Strecke von Battambang nach Siem Reap ausmacht, ist in einem fürchterlichen Zustand. Die Strasse ist ungeteert, an vielen Stellen gibt es grosse Schlaglöcher, die Brücken müssen wegen Unterhaltsarbeiten umfahren werden und überall gibt es Baustellen. Der Staub kriecht in jede Ritze und am Strassenrand ist alles mit einer feinen roten Staubschicht überzogen. Natürlich gibt es auch hier entlang der Strasse genügend Verpflegung, sodass die verstaubte Kehle nie austrocknet.  

In Siem Reap befinden sich die Tempel von Angkor Wat. Diese Tempel sind eines der Highlights unserer gesamten Reise. 

Angkor Wat ist sicher der eindrücklichste und darum auch berühmteste Tempel. Allerdings gibt es noch sehr viele weitere Tempel zu besichtigen. Im Jahre 1992 wurden die Tempel von Angkor in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Tempelanlagen liegen auf einer Fläche von mehr als 300m2 verstreut. Sie wurden über mehrere Jahrhunderte erbaut und sind sehr unterschiedlich in ihrer Form und Gestalt. Es gibt Beweise, dass die ältesten Monumente von Angkor aus dem Jahre 802 stammen und die jüngsten Bauten aus dem Jahre 1219. 

Drei Besichtigungstage reichen gerade aus um die bekanntesten Tempel zu besichtigen. Wir waren ja vor drei Jahren schon mal hier und haben dieses Mal eine etwas andere Route gewählt. Am ersten Tag besichtigen wir mit einem Auto die etwas abgelegenen Tempel. Am zweiten Tag fahren wir mit einem zu kleinen, unbequemen und verlotterten Fahrrad die zentralen Tempel an und strampeln dabei gut und gerne 30 km ab. Obwohl das bei der Hitze ganz schön anstrengend ist, ist es ein herrliches Erlebnis die Umgebung unabhängig zu erkunden. Als letztes chartern wir dann am dritten Tag ein TukTuk, was natürlich wiederum bequemer ist als selber zu fahren. Den separaten Reisebericht zu den Tempeln von Angkor findest Du unter Die Tempel von Angkor.

Am zweiten Besichtigungstag fahren wir im Guesthouse um 5 Uhr morgens mit den Klapperfahrrädern los, um rechtzeitig für den Sonnenaufgang beim Angkor Wat zu sein. Ohne Licht (wie alle) flitzen wir also durch die Strassen und kommen heil an. Wir werden mit einem eindrücklichen Erlebnis belohnt und können das frühe Aufstehen nur weiterempfehlen.

Im Tempel Ta Som gibt es einen mächtigen Baum der aus einem der Eingangsbereiche wächst. Dieses Motiv ist ein Fotoklassiker.

Nach den Tempeln von Angkor reisen wir Richtung kambodschanische Grenze. Von Stung Treng geht es am 28. März auf dem Landweg weiter nach Don Det in Laos. Don Det ist eine kleine Insel (ca. 2,5 x 1 km) und liegt  inmitten des Mekongs. Don Det ist eine von 4'000 Inseln in der Gegend. Auf Don Det gibt es bis anhin keine Elektrizität und kein Wassersystem. Der gesamte Güter- und Personentransport wird mit Holzbooten durch das Labyrinth der 4'000 Inseln abgewickelt. In dieser Insellandschaft inmitten des Mekongs leben rund 70'000 Menschen.

Am südlichen Ende der Insellandschaft, nahe der Grenze zu Kambodscha, befindet sich der grösste Wasserfall Südostasiens. Hier stürzen bis zu 9,5 Millionen Liter Wasser pro Sekunde auf einer Breite von einigen hundert Metern bis zu 15 m in die Tiefe. Auch zur Trockenzeit ist dieser "Niagara des Ostens" sehenswert. Wie wäre es wohl zur Regenzeit?

Nach ein paar Tagen relaxen reisen wir weiter Richtung Norden und machen einen Zwischenhalt in Pakxe. Die 670 km lange Strecke von Pakxe nach Vientiane fahren wir im VIP Nachtbus. Der Bus ist mit richtigen Betten ausgestattet. Sobald der Bus losfährt legen wir uns hin und schwups erwachen wir 10 Stunden später in Vientiane. Wenn man bedenkt, dass man sich mit diesem Bus eine Übernachtung im Guesthouse sparen kann sind die 13$ gut investiertes Geld. 

Vientiane ist die Hauptstadt Laos und es wohnen ca. 400'00 Menschen in dieser gemächlichen, am Mekong gelegenen Stadt. Das älteste erhaltene Kloster von Vientiane ist Vat Sisaket, wurde im Jahre 1818 erbaut und wird auch heute noch aktiv genutzt. Der Sim (Ordinationshalle) ist im Bangkok-Stil gebaut und von einem Wandelgang umgeben. Der gesamte Wandelgang ist gesäumt mit Buddhastatuen. In der Aussenwand des Wandelgangs werden kleine Buddhastatuen in Aussparungen aufbewahrt. Insgesamt sollen im Vat Sisaket mehr als 10'000 Buddhastatuen aufbewahrt werden.

Zum Abschluss besichtigen wir das Nationalsymbol und wichtigste religiöse Monument von Laos. Die Geschichte um dieses Heiligtum geht weit zurück und es ranken sich viele Legenden darum. Die heutige Form des That Luang geht auf König Setthathirat zurück, dessen Statue auf dem Vorplatz steht.   

Mit dem lokalen Bus fahren wir am 5. April von Vientiane in die Traveller- Hochburg Vang Vieng. Vang Vieng ist umgeben von Karstbergen und vor allem wegen der idealen Lage am Fluss sehr beliebt. Die Umgebung ist ideal für Tagesausflüge zu Fuss oder mit einem Motorrad.  

Unsere nächste Station ist Phonsavan, die wir nach einer sechssündigen Busfahrt über mehrere Pässe erreichen. Die Provinzhauptstadt liegt in den Bergen auf einem Plateau. Da es nicht erlaubt ist mit einem Motorrad selbst die Gegend zu erkunden, buchen wir eine Tour für die Besichtigung der Ebene der Tonkrüge. Die drei grössten Stätten sind erst seit 2005 kampfmittelfrei. Die insgesamt 70 ha grosse Fläche wurde in jahrelanger Arbeit in Zusammenarbeit mit MAG (Mines Advisory Group) und Unesco von Bomben befreit. Die Markierungen der MAG  kennzeichnen, welche Flächen kampfmittelfrei und betretbar sind. Wir besichtigen drei Sites mit den überdimensionalen Steinkrügen. Diese dickwandigen Monolithen sind einmalig auf der südostasiatischen Halbinsel. Auf dem grössten Feld stehen und liegen über 300 Steinkrüge. Über die Herkunft und die genauen Hintergründe sind sich die Forscher noch nicht ganz einig. In den 30er Jahren unternahm die französische Archäologin Madeleine Colani die bisher umfangreichste Erforschung. Dabei kam sie zum Schluss, dass es sich um Begräbnissstätten handelt.

Am 11. April heisst es einmal mehr Bus fahren. Auf der rund achtstündigen Busfahrt wird es sehr kurvig. Es ist fast vergleichbar mit Schweizer Passstrassen, aber nur fast. Wir werden belohnt mit herrlicher Aussicht auf die Urwald, Reisfelder und Dörfer. Leider sehen wir aber auch immer wieder abgebrannte Felder, wo einst Urwald war. Die Felder liegen nach der Brandrodung zuerst einmal brach bevor sie als Farmland bearbeitet werden. 

Wir sind froh nach acht Stunden in Luang Prabang aus dem Bus aussteigen zu dürfen. Luang Prabang ist seit 1995 Weltkulturerbe. Verständlich, denn es ist eine wunderschöne kleine Stadt. In Luang Prabang dürfen wir mit der laotischen Bevölkerung die Festlichkeiten für den Jahreswechsel miterleben. Am 16. April beginnt hier in Laos das Jahr 2550. Das Fest der Erneuerung und des Regens wird hier in Luang Prabang sechs Tage lang mit viel Wasser, das ein Symbol für die Verdienste Buddhas ist, gefeiert. In vielen Klöstern finden rituelle Waschungen von Buddhastatuen und grosse Zeremonien statt.

Auf den Strassen geht es ganz schön wild zu und her. Keiner ist sicher vor Wasser, Farbe und Talkpulver. Es finden Paraden, Umzüge und Feste statt und die ganze Stadt ist auf den Beinen. Viele Leute besuchen ihre Familien. Immer wieder trifft man Leute, die sehr weit angereist sind um mit ihren Familien zu feiern. Wir haben auch Laoten getroffen die von Thailand oder sogar den USA angereist sind. Da die Festivitäten ein so grandioses Erlebnis für uns ist, gibt es darüber einen separaten Reisebericht Happy New Year auf Laotisch

Vor dem grossen Fest bin ich (Marcel) aber ganz früh aufgestanden um den Mönchen bei ihrem allmorgendlichen Ritual (Dag Bat) zuzusehen. Jeder Mönch bekommet das Essen, das er an einem Tag benötigt von Gläubigen. Jeweils am frühen Morgen nach dem Morgengebet laufen die Mönche mit ihren Almosenschalen durch die Strassen, wo viele Gläubige mit Essen bereitstehen, das sie den Mönchen in die Almosenschalen legen. Jeder einzelne Mönch erhält jeweils von jedem Gläubigen eine kleine Spende, die zusammen dann den Tagesbedarf decken. Dies ist ein wunderschönes Ritual, das einem einen tiefen Einblick in den Glauben der lokalen Bevölkerung erlaubt.

Am Nachmittag findet eine grosse Parade statt, die durch die Hauptstrasse von Luang Prabang führt. Auf einem bunt geschmückten Wagen wird die junge Nang Sang Khan (Neujahrsprinzessin) durch die Stadt gefahren. Natürlich dürfen auch die Mönche nicht fehlen. Viele Gläubige, die sich am Strassenrand versammelt haben, bespritzen die Mönche mit Blumenblütenwasser aus goldenen und silbernen Schalen.   

Am Ende der Parade reihen sich viele Leute in die Prozession ein und es bleibt ganz bestimmt keiner trocken. Auch ganz ausgefallene Gefährte sind heute auf der Strasse erlaubt. Die Polizei drückt beide Augen zu.

Wir verabschieden uns von Luang Prabang und ziehen noch weiter in den Norden von Laos. Die nächste Station ist Luang Namtha. Am 18. April starten wir von Luang Namtha aus zu einem dreitägigen Treck in den Urwald des Gebietes Phou Sam Yord. Unsere internationale Gruppe besteht aus zwei Führern und sieben Leuten aus USA, England, Irland und der Schweiz. Die erste Nacht verbringen wir nach einer schönen Wanderung im Dorf Ban Sam Yord. Das Dorf wird von Khmu bewohnt und es leben etwa 20 Familien in dieser abgelegenen Gemeinschaft. Vor dem Abendessen pflegen wir den Kontakt mit der Dorfbevölkerung und mischen uns unter die spielenden Kinder. Wir werden eingeladen mitzuspielen. Wir werden mit grossen Augen bestaunt, denn alltäglich ist es nicht, dass hier Touristen übernachten. Es wird darauf geachtet, dass maximal zwei- bis dreimal im Monat Touristen in den abgelegenen Dörfern übernachten.  

Am zweiten Tag erreichen wir nach etwa sechs Stunden Marsch eine kleine Ebene mit einem Fluss und Reisfeldern. Hier liegt das Dorf Ban Nam Talan, wo wir die zweite Nacht verbringen. Die Bevölkerung dieses Dorfes besteht aus etwa 40 Familien der Khmu und Lanten. Unsere Unterkunft befindet sich im Teil der Lanten, die Ihre Häuser auf Stelzen bauen. Vom Balkon unseres Hauses haben wir eine herrliche Aussicht auf die Ebene, die Häuser und Reisfelder.

Das letzte Abenteuer in Laos erleben wir ganz im Norden nahe der Grenze zu Thailand. Das Ganze nennt sich Gibbon Experience und wird im Bokeo Natural Reserve durchgeführt. Dieses Abenteuer ist so einzigartig, dass es mit Fotos und Text unmöglich beschrieben werden kann. Mit dem Pickup fahren wir los und erreichen nach rund drei Stunden das Dorf Bann Toup. Dort werden wir von einem lokalen Führer in Empfang genommen. Zuerst heisst es einmal laufen. Recht steil geht es für die nächste Stunde durch den Dschungel aufwärts. Nach etwa einer Stunde erreichen wir mitten im Wald die Küche und das Lager. Dort erhält jeder von uns ein Klettergestältli, welches in den nächsten drei Tagen unser ständiger Begleiter sein wird.

Nun geht es aber wirklich los. Der Führer macht es einmal vor und schon sausen wir am etwa 50 m langen Stahlseil zum ersten Baumhaus. Dieses Baumhaus ist das grösste der fünf Baumhäuser. Es besteht aus drei Etagen und ist auf etwa 35 m Höhe. Sieben Leute finden in diesem Baumhaus Platz zum schlafen. Wir verbringen auf dem Baumhaus drei spannende Tage.

Die Infrastruktur ist unglaublich. Es gibt einen Abwaschtrog  mit fliessendem Wasser (ab dem Hahnen trinken möglich, juhuii), eine Dusche, ein WC und die Schlafstellen sind mit Moskitonetzen geschützt. Wir haben sozusagen das Turmzimmer im Baumhaus 1. Auf der obersten Etage auf rund 40 m Höhe schlafen wir die nächsten zwei Nächte. Es ist ein herrliches Erlebnis inmitten des Dschungels auf 40 m zu schlafen und am Morgen das Erwachen der Natur mitzuerleben. Wie bei einem Chor gesellt sich ein Geräusch zum anderen. Alle Lebewesen zusammen singen das Lied des Urwaldes. 

Wir geniessen die Ritte auf dem Netz von Stahlseilen das durch die Baumkronen führt. Die längsten Seile sind etwa 400 m lang und führen über ganze Täler. So gleitet man auf mehreren hundert Meter Höhe einfach und rasch durch den Dschungel. Zwischendurch sind auch immer wieder Märsche durch den Dschungel nötig um die nächsten Seile zu erreichen. Am zweiten Tag haben wir unheimliches Glück. Zuerst können wir den Gibbons bei ihrem unglaublich lauten und schrillen Gesängen zuhören. Dann führt uns der Guide durch den Dschungel und wir können die Gibbons aus nächster Nähe aus sehen. Es ist unglaublich, wie schnell und wendig sich diese Tiere durch die Bäume und Äste bewegen.

Leider ist dieses einmalige und wundervolle Erlebnis viel zu schnell wieder zu  Ende und wir müssen das Baumhaus für die nächsten Gäste räumen. Wir haben sehr viel erlebt und gesehen und können dieses geniale Erlebnis jedem weiterempfehlen. 

Nach der schönen Zeit in Laos reisen wir auf dem Landweg wieder nach Thailand ein. Dort verbringen wir ein paar Tage in Chiang Mai und bereiten uns auf die Reise nach Burma vor.  
Am 2. Mai fliegen wir über Bangkok von Thailand nach Yangon in Burma. Da unser Visum auf 28 Tage limitiert ist, ist auch die Reisedauer vorgegeben. In 28 Tagen ein Land zu bereisen das rund doppelt so gross ist wie Deutschland ist nicht gerade einfach. Vor allem wenn man bedenkt, wie langsam und unzuverlässig die öffentlichen Verkehrsmittel bei den schlechten Strassen und Schienenverhältnissen sind. Wir beschränken uns somit auf  wenige Orte. 

Aus dem Jahre 2550 in Laos und Thailand sind wir nun also direkt ins Jahr 1369 gereist. Burma lebt nach dem Mondkalender und die burmesische Woche zählt acht Tage. Der Mittwoch gilt als zwei Tage, einer ist der Vormittag, der andere von 12 Uhr bis Mitternacht. Im Vergleich heisst das also, Thailand und Laos sind der westlichen Welt 543 Jahre voraus, wobei Burma demnach 638 Jahre zurückliegt. Verwirrend, nicht? 638 Jahre zurück liegt Burma zwar nicht, ein paar Jahrzehnte scheinen es aber zum Teil schon zu sein. Oft begegnen wir Dingen und Gegebenheiten wo wir denken, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Auf den Strassen verkehren an vielen Orten noch Pferdekutschen, Ochsenkarren und uralte Chinesische Busse und LKW's. Das Stromnetz ist völlig unstabil und es vergeht kein Tag ohne Stromausfälle, die zum Teil mehrere Stunden dauern. Noch heute haben nur die wenigsten Leute einen Telefonanschluss und auch Mobiltelefone sieht man nur bei Wohlhabenden in den Städten. Das Fernsehen wurde erst im Jahre 1986 eingeführt, heutzutage besitzt jedoch in den Städten praktisch jede Familie einen Fernseher. Internetzugang gibt es auch erst seit wenigen Jahren, diesen jedoch nur über Analogleitungen und sehr stark eingeschränkt durch die Restriktionen der Regierung.

In Burma tragen nicht nur Frauen sondern auch die meisten Männer Röcke - den sogenannten Longyi. Den Männern sind die Karo-, Rauten- und Streifenmuster vorbehalten und für Frauen gibts Blumenmuster. Zum Longyi tragen die Burmesen normalerweise Blusen oder Hemden. Auch Marcel ist auf den Geschmack gekommen und hat seinen Longyi beinahe jeden Tag getragen. 

Ein Höhepunkt jeder Burma Reise ist sicherlich die Besichtigung des Nationalheiligtums. Die goldglänzende Shwedagon Pagode gilt als die Pilgerstätte für Buddhisten aus aller Welt. Die Shwedagon Pagode ist mit Tonnen von Gold und tausenden Edelsteinen geschmückt und somit von unschätzbarem Wert. Alle drei Jahre werden die Goldplatten der Pagode abgenommen und der gesamte Hauptstupa neu vergoldet. Der achteckige Hauptstupa misst einen Umfang von 433 m und ist über 100 m hoch. Ein beeindruckendes Bauwerk. Den ganzen Tag über herrscht an der Pagode Betrieb. Gläubige sitzen in Meditation oder Gebet versunken herum, ganze Familien sitzen beim Picknick im Schatten und Arbeiter fegen den Marmorboden.

Nach der Grossstadt zieht es uns aufs Land. Nach einer fünfstündigen Busfahrt erreichen wir Pyay bei strahlendem Sonnenschein. Pyay liegt zwischen Yangon und Bagan. Der ideale Ort einen Zwischenstopp einzulegen.
Die Busstation ist ausserhalb, deshalb lassen wir uns mit der Fahrradtrishaw ins Guesthouse fahren. Trishaws sind hier die Hauptnahverkehrsmittel. Autotaxis für Kurzstrecken trifft man selten an. 

Am nächsten Tag chartern wir zwei Fahrradtrishaws und lassen uns zu den Ruinen von Sri Ksetra chauffieren. Die Ruinen datieren aus dem 3. bis 8. Jahrhundert. Das Gelände der Ancient City ist weitläufig und zu Fuss sehr beschwerlich. Da die Sonne extrem stark runter brennt, mieten wir uns einen Ochsenkarren für die 3-stündige Rundfahrt . Die Ochsen zotteln gemütlich vor sich her und wir haben so genügend Zeit uns die Landschaft anzusehen. Zum Glück haben wir einen Regenschirm dabei. Dieser schützt uns optimal vor der Sonne. Im Hintergrund ist die Baw Baw Gyi Pagode zu sehen. Der Tempel misst eine Höhe von 47 m und wurde im 5. Jahrhundert von König Duttabaung erbaut. Zur Zeit ist sie wegen Renovationsarbeiten eingerüstet.

Auf dem Weg von Pyay nach Mandalay stoppen wir in Bagan, um das Tempelfeld mit den über 4'000 Bauwerken zu besichtigen. Da diese Tempelanlagen so eindrücklich sind, haben wir den Tempeln von Bagan den separaten Reisebericht Bagan - Tempel soweit das Auge reicht gewidmet. Um die Tempel von Bagan gibt es verschiedene Orte in denen man absteigen kann. Wir haben uns für ein Guesthouse in Nyaung U entschieden. Nyaung U ist ein kleines Dorf, das aus einigen wenigen Strassenzügen besteht. Nur wenige Strassen sind geteert, der Rest ist naturbelassen. 

Bagan ist neben Angkor in Kambodscha einer der kulturellen Höhepunkte unserer Reise. Auf einer Fläche von 40 km2 stehen über 4'400 Monumente.
Wenn man alle mittelalterlichen Kathedralen von Europa auf Manhatten platzieren würde, ergäbe dies eine sehr gute Darstellung der Grössenordnung von Bagan. 

Die Bauwerke der alten Königsstadt wurden innerhalb von 250 Jahren zu Beginn des 10. Jahrhunderts erbaut. Die Landschaft rund um die Monumente hat einen savannenähnlichen Charakter und liegt in einer Trockenzone. Nicht ganz zu unrecht wurde dieser Teil von Burma in alten Zeiten "verdorrtes Land" genannt. Zum Glück sorgen während unserer Besichtigung zwischendurch ein paar Regentropfen für Abkühlung. Sonst wären die 42-45° unerträglich. Drei Tage lang erkunden wir die Tempel von Bagan. An zwei Tagen fahren wir mit dem Fahrrad von Tempel zu Tempel. Am dritten Tag mieten wir eine Pferdekutsche um die schwer zugänglichen Tempel zu erreichen. 

Die Shwesandaw Pagode ist ein beliebter Platz für den Sonnenuntergang. Da man auf die oberen Terrassen dieses Bauwerks steigen kann, hat man eine sehr schöne Aussicht über das Tempelfeld. Besonders mit den Lichtverhältnissen am Abend ergibt dies herrliche Momente und wir lassen uns von den wunderbaren Eindrücken verzaubern. Hier ragt der elegante Gwadawpalin aus den Bäumen empor.

Drei intensive Tempeltage gehen zu Ende und es heisst wieder Rucksack packen. Nach einer 11-stündigen Busfahrt erreichen wir Mandalay. Mandalay ist die zweitgrösste Stadt Burmas und zählt rund 1 Mio. Einwohner. 25 Jahre lang war das im Jahre 1857 gegründete Mandalay die Hauptstadt Burmas und Residenz des letzten Königs. Am 29. November 1885 fiel Mandalay in die Hände der Briten und wurde im zweiten Weltkrieg bei Kämpfen gegen die Japaner in Schutt und Asche gelegt. Erst durch die Friedensschliessung mit mehreren Rebellengruppen, die Liberalisierung des Handels und die Wiedereröffnung der Handelswege nach China erwachte Mandalay aus seinem Dornröschenschlaf. Das Geld fliesst vor allem aus drei Quellen: Den Rubinen, der Jade und des Heroins. Kontrolliert wird der Handel grösstenteils von Chinesen. 

Wir machen einem kurzen Abstecher in den Norden und reisen im Bus weiter nach Nyaungshwe beim Inle See. Nach einem Tag und einer Nacht Marathon-Busfahrt werden wir in übermüdeten Zustand um vier Uhr morgens an einer Kreuzung, 12 km ausserhalb von Nyaungshwe, ausgeladen. Zum Glück sind wir nicht die einzigen Gestrandeten. Wir teilen unser Schicksal mit zwei Jungs aus Kanada. Nach harten Verhandlungen und einer kleinen Pause finden wir dann ein Taxi das uns bis nach Nyaungshwe fährt. Auf der Fahrt haben wir dann allerdings noch eine Reifenpanne. Wir erreichen schlussendlich um fünf Uhr morgens das Guesthouse und klingeln zu dieser unchristlichen Zeit den Besitzer aus dem Bett.

Nyaungshwe ist eine alte Fürstenstadt und über einem Kanal mit dem Inle See verbunden. Durch die gute Lage nahe dem See und der beschaulichen Atmosphäre wurde in den letzten Jahren viel in die touristische Infrastruktur investiert. Da aber zur Zeit Nebensaison ist, haben sich nicht viele Touristen hierher verirrt. Der Grossteil des Lebens findet in dieser Gegend auf dem Wasser statt. Einige Flüsse münden in den auf rund 900 m gelegenen See. Ausserdem verbindet ein gewaltiges System von Kanälen die Umgebung mit dem See. Auf einem Bootsausflug erfahren wir sehr viel über Land und Leute. Der Inle See ist der zweitgrösste See Burmas. Er ist 22 km lang und 11 km breit. 1985 wurde der See und das umliegende Feuchtgebiet unter Naturschutz gestellt und bietet zahlreichen Vogelarten ein Zuhause. Ein Markenzeichen der Fischer auf dem See ist das Rudern. Hier wird nicht mit den Armen sondern mit den Beinen gerudert. Auf einem Bein steht der Fischer und mit dem andern Bein wird gerudert. Als ob das noch nicht genügend Balance abverlangen würde, wird mit der freien Hand auch noch das Fischernetz gehalten. Es ist unglaublich entspannend diesen Balancekünstlern bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Gefischt wir entweder mit einer Angelrute, einem Fischernetz oder einer Art Reusen. 

Wieder zurück in Yangoon unternehmen wir noch einen Ausflug zum Goldenen Felsen. Da dies der letzte Ausflug unserer Burma-Reise ist, gönnen wir uns noch ein wenig Luxus: Wir chartern ein Taxi für zwei Tage. Der Vorteil dabei ist, wir sind unabhängig und können anhalten wo immer wir wollen.

Nach der rund 5-stündigen Autofahrt erreichen wir das Basislager Kyaikhto-Kinpun, wo wir in einem gemütlichen Guesthouse übernachten. Am nächsten Morgen machen wir uns um 6 Uhr auf den Weg zum Goldenen Felsen. Früh aufstehen lohnt sich, denn um diese Uhrzeit ist es noch schön kühl. 
Auf einem Laster fahren wir über enge, steile Serpentinstrassen mitten durch den Dschungel. Zusammengepfercht sitzen wir mit einer Horde einheimischer Pilger und thailändischer Touristen auf dem Verladedeck. Einmal mehr sind uns unsere langen (westlichen) Beine im Weg. Wir überleben den Transport dennoch ganz gut. Von der Endstation zum Gipfel sind es dann noch rund 45 Minuten zu Fuss. Schon aus weiter Entfernung können wir den Goldklumpen sehen. Der Goldene Felsen ist neben Yangons Shwedagon Pagode und der Mahamuni-Statue in Mandalay einer der heiligsten buddhistischen Stätten Burmas.   

Am 29. Mai fliegen wir von Burma zurück nach Bangkok. Dort muss ich (Marcel) zuerst einmal ins Spital für einen kleinen Eingriff, den ich zum Glück nicht in Burma vornehmen musste. Im Bumrungrad Spital in Bangkok fühle ich mich sehr gut aufgehoben.

Nach ein paar Tagen Bangkok fliegen wir am 6. Juni nach Kuala Lumpur in Malaysia. Der Flughafen ist supermodern und mit dem Bus sind wir in etwas mehr als einer Stunde im Stadtzentrum. Hier ist alles sehr gut organisiert und auf Effizienz getrimmt. Nach drei Monaten reisen durch die Natur und teilweise sehr abgelegene, gemütliche Orte ist die Rückkehr in grosse Städte wie Yangon, Bangkok und Kuala Lumpur wie ein kleiner Kulturschock. Yangon erlebten wir als recht hektisch, nicht immer sehr gemütlich und recht schmutzig. In Bangkok hatten wir das Glück, dass wir in einer Querstrasse der Sukhumvitroad ein sehr gemütliches Hostel gefunden haben. Somit erlebten wir Bangkok, obwohl wir an einer der hektischsten Strassen lebten, als recht gemütlich und freundlich. Kuala Lumpur wirkt auf uns sehr kühl und fast schon zu gut organisiert und aufgeräumt. Natürlich ist auch die Kultur und vor allem die Religion hier ganz anders. Im Gegensatz zu den ersten drei Monaten befinden wir uns nun in einem Land, in welchem der Islam sehr grossen Einfluss hat und die meist verbreitete Religion darstellt. Die Wurzeln von Kuala Lumpur gehen auf die 1850er zurück als der Handel mit Zinn im Mittelpunkt stand. 1957 als Malaysia den Unabhängigkeitsstaus erlangte, wurde Kuala Lumpur zur Hauptstadt ernannt. Heute leben ca. 1.5 Mio. Menschen in Kuala Lumpur. Die Hochhäuser schiessen überall wie Pilze aus dem Boden und es wird kräftig investiert.

Auf dem Bild sieht man das Sultan Abdul Samad Gebäude. Es wurde im Jahre 1897 gebaut und diente während der Britischen Ära als Regierungssitz. Heute ist in dem Gebäude das Gericht untergebracht. Auf der anderen Strassenseite befindet sich der Medeka Square, welcher das traditionelle Herzen Kuala Lumpurs darstellt. Merdeka ist das malaysische Wort für Unabhängigkeit. Am 31. August 1957 wurde hier die Unabhängigkeit von Malaysia ausgerufen. Stolz weht seither am höchsten Fahnenmasten der Welt (100 m) die malaysische Flagge.

Die Petronas Twin Tower sind 451.9 m hoch. Somit sind diese Tower nach dem 101 in Taipei (Taiwan) die zweithöchsten Wolkenkratzer auf Erden. Auf dem 41 Stockwerk sind die beiden Türme miteinander verbunden. Die Türme stehen im Kuala Lumpur City Center, einem Park mit einem modernen Konferenzzentrum, einem Shoppingcenter, einer Moschee und einem 5-Stern Hotel.

Nach der Grossstadt Kuala Lumpur zieht es uns wieder in die Natur. Unser Ziel ist der Nationalpark Taman Negara. Taman Negara ist  einer der ältesten Regenwälder der Welt und das erste offiziell geschützte Gebiet in Malaysia. Seit 1938 ist es daher das Ziel des Parks die Umwelt zu schützen und dem Besucher die Dschungelwelt zugänglich zu machen. 4'343 km2 laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Schätzungen zufolge ist der Wald rund 130 Mio. Jahre alt. Während die nördliche Hemisphäre der Erde bis vor ca. 10'000 Jahren die Eiszeit erlebte und die meisten anderen Gebiete geologisch jünger sind oder sich durch Erdbeben oder andere Effekte stark verändert haben, blieb das Festland von Malaysia geologisch stabil. Aus diesem Grund konnte sich der Regenwald von Malaysia relativ ungestört entwickeln. 
Bis zu 14'000 verschiedene Sorten von Pflanzen und Bäumen sind im Regenwald zu entdecken. Ausserdem leben seit sehr langer Zeit kleine Gruppen von Ureinwohner, sie werden Batek genannt, im Nationalpark. Die Urvölker leben vom und mit dem Regenwald und nehmen daher kaum störenden Einfluss auf die Natur.

Im Taman Negara gibt es die längste Hängebrücke der Welt. Über den 450 Meter langen Weg auf Baumgipfelhöhe wollen wir natürlich auch. Der Spaziergang über den sogenannten Canopy Walkway ist genial. Die schwindelerregende Höhe haben wir schon fast ein bisschen vermisst nach unserem Abenteuer im Urwald von Laos. Fast wie Seiltanzen auf 40 Metern Höhe. Über die Hängebrücke zu gehen ist noch recht tricky. Auch mit vollster Konzentration wackelt es ganz schön. Und wenn es mal zu schwanken angefangen hat, hört es kaum mehr auf. 

Nach dem Abstecher in den Urwald fahren wir weiter nach Kuala Terengganu. Kuala Terengganu ist das Zentrum des malayischen Ölfördergebietes und Ausgangspunkt zur Insel Redang. Nach vier Monaten reisen sind wir reif für die Insel. Wir gönnen uns deshalb ein paar Tage Ferien vom Reisen auf Redang. Redang gehört zum geschützten Marine-Parks. Herrlich! Sonne, Strand und Meer - was braucht man mehr. Hier sind wir auch endlich wieder einmal untergetaucht. Das Tauchen war sehr schön. Wir haben eine intakte Wasserwelt und sehr schöne Korallengärten vorgefunden. Der Fischreichtum ist jedoch nicht so überwältigend. Nach dem Tauchen relaxen wir in der Hängematte. Das Wasser ist glasklar, fast wie auf den Malediven. Aber nur fast!

Die drei Tage auf der Insel Redang waren herrlich. Leider wie alle Ferien viel zu kurz. OK, wir hören ja schon auf mit jammern. Mit dem Schnellboot fahren wir zurück nach Kuala Terrenganu und dann weiter mit dem Nachtbus der Küste nach in den Südosten. In der Hafenstadt Mersing machen wir den nächsten Halt. Uns gefällt die kleine Stadt so gut, dass wir gleich drei Tage dableiben.

Am 18. Juni reisen wir weiter auf die Insel Tioman. Diese Insel ist bekannt fürs Tauchen. Das Hauptziel ist jedoch nicht tauchen, sondern einfach nochmals die Seele baumeln lassen. Wir können es kaum erwarten einfach einmal nichts planen, nichts organisieren und ein paar Tage am selben Ort wohnen. Die Insel Tioman liegt ca. 56 km vor der Ostküste Malaysias im südchinesischen Meer. Die Vulkaninsel ist ca. 38 km lang und 19 km breit. 

Nach unserer Ankunft auf Tioman machen wir uns auf die Suche nach einer Bleibe und finden die ideale Unterkunft für uns. 

Am 24. Juni heisst es dann Abschied nehmen vom Inselleben. Die Reise geht weiter. Mit dem Boot fahren wir zurück nach Mersing und verbringen eine Nacht dort, da der Bus nach Johor Baru bereits ausgebucht ist. Am nächsten Tag klappt es mit der Weiterfahrt. Von Johor Baru aus fliegen wir weiter nach Sabah auf Borneo. Mit Air Asia landen wir in Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah. Eigentlich erwarten wir in einem kleinen Fischerdorf zu landen, werden aber eines besseren belehrt. Ist ja auch kein Wunder, denn die Stadt hat 270'000 Einwohner.

Bis heute haben wir den Namen Borneo oder Sabah mit unberührter Natur, Wildnis, Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit verbunden. Wir haben es erlebt als sehr modern mit Starbucks, Burger King und Shopping Centern an jeder Ecke, viel Beton und übermässigem Verkehr und Abgasen. Gar nicht was wir erwartet haben. Vielleicht ändert sich das ja noch. 
Das Highlight unseres Borneo Besuches sollte eigentlich die Besteigung des Mount Kinabalu sein. Das wäre unser erster Viertausender. Um auf den Gipfel zu kommen, muss im Basislager übernachtet werden. Und genau da scheitert unser Vorhaben. Die Zimmer im Basislager sind für die nächsten sechs Wochen ausgebucht.
Weil sich unsere Begeisterung von Borneo in Grenzen hält, buchen wir unseren Weiterflug früher als geplant. 

Am 29. Juni fliegen wir zurück aufs malayische Festland nach Johor Bahru. Von da aus fahren wir mit dem Bus über den Causeway, die 1 km lange Verbindungsbrücke zwischen Malaysia und Singapur. Der Grenzübergang ist eine riesige Abfertigungshalle und tausende von Menschen passieren auf diesem Weg täglich die Grenze. Das Erste was uns nach dem passieren der Grenze auffällt ist die Sauberkeit und die Ordnung. Alles glänzt und ist geputzt. Die Strassen sind mehrspurig und in ausgezeichnetem Zustand. Entlang der Strassen gibt es sehr viele Bäume, Büsche und Blumen und nirgends sieht man Müll am Strassenrand liegen. Genau das ist Singapur.
Sehr rasch sind wir mit dem Bus im Stadtzentrum und bei unserem Hotel. Die Lage ist sehr zentral. In unmittelbarer Umgebung liegt das quirlige Chinatown, wo es zu jeder Tages- und Nachtzeit Unmengen von Essens- und Einkaufsmöglichkeiten gibt. Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist mit der MRT (Mass Rapid Transportation) gewährleistet und in Singapur gelangen wir so sehr rasch an unsere Ziele.

Im Chinatown finden wir eine Bar mit Dachterasse. Von hier oben können wir das Treiben in den Strassen beobachten und eine tolle Aussicht auf die Skyline geniessen. 

Die Skyline des Central Business Districts mit einer herrlichen Parkanlage im Vordergrund beeindruckt uns sehr. Hier sind die Banken und das grosse Geld von Singapur untergebracht.

Es gibt aber auch noch einige wenige Überbleibsel der alten Zeit. Dieser chinesische Shop ist noch in originalgetreuem Zustand und es werden immer noch Geschäfte getätigt.

Von Singapur fliegen wir am 5. Juli nach Jakarta. Da wir uns den Grosstadtstress des Riesenmolochs Jakarta ersparen wollen fliegen wir gleich weiter nach Jogjakarta.

Jogjakarta ist der ideale Ausgangspunkt um kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Als erstes besuchen wir den Tempel von Borobudur. 1200 Jahre alt ist dieser Buddhistische Tempel und hat schon einiges mit- oder besser überlebt. Vom Vulkanausbruch des Mount Merapi bis hin zu terroristischen Bombenanschlägen. Auch der Besuch von Millionen von Touristen hat seine Spuren hinterlassen. Ausser des Alters des Tempels ist nicht viel bekannt über die Geschichte von Borobudur. Man weiss, dass nach dem Machtwechsel und der Aberkennung des Buddhismus der Tempel in Vergessenheit geriet. Im frühen 20. Jahrhundert haben dann die Holländer Borobudur restauriert. Die Restauration war äusserst aufwändig, da sich in den Steinmassen sehr viel Wasser angesammelt hat und der Tempel vom Zerfall bedroht war. Zwischen 1973 und 1983 wurde der Tempel für einen Mamutbetrag von 25 Millionen US$ restauriert. Tragischerweise wurden nur zwei Jahre später die obersten Stockwerke von Bomben zerstört. Borobudur wurde danach ein weiteres Mal restauriert. 1991 wurde Borobudur zum Weltkulturerbe anerkannt. Borobudur ist umgeben von wunderschöner Landschaft. Oben auf dem Tempel hat man eine herrliche Aussicht auf Reisfelder, Palmenwälder und Berge. 

Der nächste Ausflug führt uns zu den Tempeln von Prambanan. Dies sind die am besten erhaltenen Beispiele Javas Hindu Kultur. Die Tempel wurden zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert erbaut als Java noch vom Buddhisten Sailendras (Südjava) und vom Hindu Sanjayas (Nordjava) regiert wurde. Die beiden Dynastien wurden durch die Hochzeit einer buddhistischen Prinzessin und eines Hindu zusammen geschlossen. Das erklärt auch die grosse Anzahl an buddhistischen und hinduistischen Tempeln in Java. Insgesamt wurden 244 Tempel entdeckt. Im 16. Jahrhundert wurde Prambanan durch ein Erdbeben zerstört und Jahre später haben sich Plünderer bedient und die Steinbrocken als Baumaterial verkauft. Die meisten Tempel von Prambanan wurden über Jahre restauriert. Leider wurden einige Bauwerke durch ein weiteres Erdbeben im Mai 2006 in Mitleidenschaft gezogen. Wie Borobudur sind auch die Tempel von Prambanan seit 1991 in der Unesco Weltkulturerbe Liste. Der Haupttempel heisst Candi Shiva Mahadeva. Dieser Tempel ist Shiva gewidmet und ist der grösste Tempel im Prambanan Komplex. Der höchste Turm ist 47 Meter hoch.

Via Solo und Blitar reisen wir Richtung Osten nach Malang. Auf dem Weg schauen wir uns immer wieder Tempelanlagen an. Auch in das lokale Kleingewerbe erhalten wir auf unseren Ausflügen einen Einblick. Wir lernen, wie Dachziegel, Reisschnaps, Tofu, Batikstoffe, Musikinstrumente und andere Alltagsgegenstände hergestellt werden. 

Das grösste Hightlight unserer Reise durch Java ist die Besteigung des Berges Penanjakan mit Aussicht auf den Vulkan Bromo. Nach einer sehr kurzen Nacht heisst es um 1:00 Uhr aufstehen, abgeholt werden wir um 1:30 Uhr nachts. Eine spannende Zwei-Tages-Tour beginnt. Los geht es in Malang und nach rund zwei Stunden Autofahrt erreichen wir unser erstes Ziel. Noch ist es bitterkalt und dunkelste Nacht. Zum Aufwärmen gönnen wir uns zuallererst einen feinen frisch gebrauten Java Kaffe. Kurz vor halb fünf brechen wir auf und ein kurzer Fussmarsch bringt uns zur Aussichtsplattform des Mt. Penanjakan. Mt. Penanjakan ist 2770 m hoch und wir haben von hier aus eine herrliche Aussicht auf den Mt. Semeru (3676 m), den Mt. Bromo  (2392 m), den Mt. Batok (2440 m), den Sandsee und die umliegende Landschaft. Noch ist es stockdunkel. Gespannt warten wir auf den bevorstehenden Sonnenaufgang. Ganz langsam werden die ersten Anzeichen der aufgehenden Sonne sichtbar. Der Himmel verfärbt sich langsam rot und gelb. Die Stimmung ist wunderschön und wir können beobachten wie der Tag erwacht. Gegen Süden sehen wir den mächtigen 3676 Meter hohen Mt. Semeru im Hintergrund, den rauchenden Mt. Bromo und den Mt. Batok im Vordergrund. Die Vulkane hier sind nach wie vor aktiv und immer wieder gibt es grössere Eruptionen. Der Mt. Semeru ist einer der aktivsten Vulkane Javas und speit in regelmässigen Abständen von etwa 15 Minuten Asche.

Nach dem Sonnenaufgang geniessen wir die wärmende Sonne, einen weiteren Java Kaffe und unser wohlverdientes Frühstück. Als wir mit unserem Minibus losfahren wollen, stellen wir mit Schrecken fest, dass wir einen Plattfuss eingefangen haben. Somit heisst es erst einmal Rad wechseln. Mit vereinten Kräften ist das Rad rasch gewechselt und unsere Fahrt kann weiter gehen. Wir fahren bis zum Fusse des Mt. Bromo. Von da aus geht es zu Fuss weiter. Für diejenigen, denen der Aufstieg auf den Vulkan zu anstrengend ist, stehen Pferde bereit. Geführt werden die Pferde von Einheimischen die hier im Vulkangebirge leben. Die Menschen sind sehr kleinwüchsig und in warme Kleidung eingehüllt. Sie tragen Wollpullover, Wollkappen und dicke Jacken.

Nach der Besteigung des Mt. Bromo geht unsere Tour weiter durch den Sandsee. Dieser hat seine Tücken und wir müssen erstmal kräftig mithelfen, dass wir mit dem Minibus durch den tiefen Sand kommen. Erst nach einigen missratenen Anläufen und mehrmaligem Freischaufeln des Minibusses schaffen wir es mit vereinten Kräften durch den Sand. Weiter geht die Fahrt mitten durch den Dschungel auf sehr engen, steilen und zum Teil schlechten Strassen über Probolinggo, Bondowoso nach Sempol. Wir geniessen die herrliche Landschaft und die wunderbare Aussicht in die Landschaft. Im letzten Abschnitt der Strecke ist der Dschungel sehr dicht und aus dem Minibus sehen wir sogar noch zwei Affen auf den Bäumen sitzen.
In Sempol beziehen wir im Guesthouse Catimor unser Zimmer. Das Guesthouse liegt inmitten der staatlichen, 4000 Hektaren grossen Kaffeeplantage, welche durch die Holländer aufgebaut wurde. Die Plantage befindet sich auf einer Höhe von 1100 bis 1500 Meter. Gleich vor dem Zimmer haben wir einen kleinen Pool, der mit Wasser von einer heissen Quelle gespiesen wird.

Am nächsten Tag steht das Ijen-Plateau auf dem Programm. Das Ijen-Plateau ist der östlichste Vulkan-Komplex auf der Insel Java und hat gigantische Ausmasse. Auf dem Plateau leben tausende von Menschen, die vor allem von den Kaffeeplantagen leben. 
Der Ijen Vulkan liegt nahe des Dorfes Sempol und ist 2386 Meter hoch. Der Krater ist mit Wasser gefüllt und wird als giftigster See der Welt bezeichnet.
Aus dem Krater wird Sulfat abgebaut. Pro Monat wird von der staatlichen Abbaugesellschaft ca. 250 Tonnen Sulfat gefördert. Der Abbau und Transport ins Tal wird manuell von einigen hundert Männern erledigt. Diese Männer schleppen eine Ladung Sulfat in Bambuskörben zwei mal pro Tag vom Krater bis ins Tal. Uns hat schon die Wanderung ohne Ladung ziemlich erschöpft. Es ist unglaublich, wie die Männer diese unheimlich anstrengende Arbeit bewältigen. Eine Ladung wiegt nämlich zwischen 70 und 80 Kilogramm. Der Weg aus dem Krater ist unheimlich steil und führt über einen sehr steinigen Trampelpfad. Weiter geht es über einen zum Teil sehr steilen Weg 3 km runter ins Tal. Unglaublich, aber die meisten Männer sind barfuss oder tragen nur gerade Flip-Flops.

Nach spannenden zwölf Tagen in Java schippern wir auf die Götterinsel Bali. Im javanesischen Banyuwangi gehen wir auf die Fähre, die uns in rund 30 Minuten nach Gillimanuk bringt. Gilimanuk liegt im Westen von Bali. Von da aus fahren wir mit dem lokalen Bus zur Lovina Beach (Nordküste), wo wir uns zehn Tage Verschnaufpause gönnen.

Lovina ist ein Touristenort der sich über 8 km erstreckt. Lovina ist ideal zum relaxen, lesen, den Swimmingpool oder das Meer geniessen. Die Infrastruktur ist ideal, denn es fehlt an nichts und trotzdem hat das Dorf den gemütlichen Charme nicht verloren. 

Lovina liegt aber auch ideal für Töffliausflüge der Küste entlang oder ins gebirgige Mittelland. Auf einer unserer Erkundungstouren besichtigen wir den Pura Ulun Danu Bratan, ein sehr wichtiger Hindu-Buddhist Tempel aus dem 17. Jahrhundert. Pura Ulun ist der Gottheit des Wassers, Dewi Danu, gewidmet. Dies ist wohl eines der bekanntesten Fotomotive Balis. 

Nach zehn Tagen in Lovina sind wir wieder motiviert zum Weiterreisen. Mit dem Bemo (lokaler Minibus) fahren wir nach Amed, im Osten von Bali. Wir müssen zwar zweimal umsteigen, das klappt aber problemlos. Die Balinesen sind sehr hilfsbereit und würden einem nie im Stich lassen.

Amed ist ein typisches Fischerdorf und Fischen hat hier lange Tradition. Die Segelboote werden Jukungs genannt. Zweimal täglich fahren die Fischer der ganzen Küste entlang zum Fischen hinaus. So können wir morgens und abends hunderten von Segelbooten zusehen, wie sie aufs Meer hinaus fahren. Ein geniales Schauspiel.

Am 2. August verabschieden wir uns von der Nordküste und reisen ins Zentralland von Bali. Die Fahrt von Amed nach Ubud mit dem Bemo (Lokalbus) geht der Ostküste entlang Richtung Zentralgebirge. Ubud ist bekannt für Kunst, Kultur und prächtige Reisfelder. Es ist ein sehr gemütlicher Ort. Die meisten Touristen kommen nach Ubud zum Shoppen. Denn nirgendwo in Bali ist das Angebot an Schmuck, Souvenirs, Bildern, Drachen, Masken, Korbwaren, Schnitzerei-, Steinmetz- und Töpferarbeiten so gross wie in Ubud. Wir treffen jedoch nicht nur Tagestouristen sondern auch viele Langzeittouristen. Diese belegen entweder einen Kurs in balinesischer Kultur oder erlernen die balinesische Sprache. Des milden Klimas wegen lassen sich aber auch viele Australier und Westler in Ubud nieder.

Während unseres 10-tägigen Aufenthaltes in Ubud machen wir natürlich auch wieder Ausflüge mit dem Töffli. Da es in Ubud eher kühl ist, fahren wir in den Süden. Die Fahrt führt uns durch die Hauptstadt Denpasar, wo ein ziemliches Verkehrschaos herrscht. Gegenüber dem Rest von Bali geht es in Denpasar ziemlich hektisch zu und her. Weiter geht's zur Kuta Beach. Wenn wir schon nicht in Kuta übernachten, wollen wir doch wenigstens den Strand sehen. Baden ist jedoch an diesem Tag untersagt, zu hohe Wellen. Wir schauen ein bisschen den Surfern zu und fahren weiter auf die Bukit Peninsula, ganz im Süden von Bali. Hier ist es recht hügelig und trocken. Die Umgebung erinnert uns schon fast ein bisschen an Griechenland. Nach einer langen Fahrt erreichen wir den Pura Luhur Ulu Watu. Der Tempel ist auf der äussersten Spitze der Klippe gebaut. Wir spazieren den Weg der Klippe entlang.

Tanah Lot ist der Tempel in Südbali den man gesehen haben muss. Pura Tanah Lot ist der wichtigste Meertempel für die Balinesen. Im Reiseführer heisst es, er wäre zum Sonnenuntergang am schönsten. So fahren wir zum Abschluss unseres Töfflitages dahin. Da es zum Sonnenuntergang tatsächlich am schönsten ist, ist der Menschenauflauf dann auch am Grössten. Die Touristen strömen von überall her um diesen Tempel zu sehen. Die Stimmung ist gewaltig. Ein wunderschöner Tag in Bali geht zu Ende. Jetzt heisst es nur noch zurückfahren nach Ubud. Vor uns liegen noch 56 km.

Da es in Bali so viele Sehenswürdigkeiten gibt, geht unsre Tempeljagd ein paar Tage später weiter. Pura Besakih gilt als Muttertempel des Hinduismus und liegt auf 1000 m Höhe. Pura Besakih wird während Zeremonien und religiösen Anlässen zum spirituellen Zentrum. Im Hintergrund sieht man den Vulkanberg Agung. Mit 2900 m ist er Bali's höchster Berg. Es heisst, dass Agung 3142 m hoch war, nach einer Eruption im Jahre 1963 jedoch an Höhe verloren habe.

Jeder Tourist der ein paar Tage in Ubud verbringt, kommt an einer Tanzvorführung des klassischen balinesischen Tanzes nicht vorbei. An jeder Ecke werden Tickets verkauft. An unserem zweitletzten Abend besuchen wir die Vorführung des Barong Dances von der Gruppe "Women's Dance & Gamelan". Dieser Junge tanzt den Baris Tunggal, ein Kriegstanz. Dies ist vermutlich der älteste zeremonielle Tanz von Bali. Normalerweise wird dieser Tanz von mehreren Männern in strenger militärischer Formation vorgeführt. Sie demonstrieren beim Tanz ihre Fähigkeiten und ihr Können im Umgang mit verschiedenen Waffen. Alle Jungs die Tanz studieren erlernen diesen Tanz.

Nach einem erlebnisreichen Monat in Bali fliegen wir am 13. August mit der indonesischen Nationalfluggesellschaft Garuda von Denpasar nach Manado. 

Da uns die Zeit davonrennt, beschränken wir uns auf das Tauchen auf der Insel Bunaken. Sulawesi zu bereisten würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen. Das sparen wir uns lieber für die nächste Reise auf. Am Flughafen von Manado werden wir bereits erwartet und mit einem Minibus bis zum Hafen gefahren. Von da aus geht es mit dem Boot weiter und wir erreichen rund 30 Minuten später die Trauminsel Bunaken. Bunaken gehört mit vier anderen Inseln zum Bunaken Manado Tua Marine National Park. Es heisst, dass um Bunaken die besten Tauchplätze von Indonesien sind. In der Umgebung der Bunaken gibt es eine aussergewöhnliche Vielfalt an Unterwasserlebewesen. Über 300 Arten Korallen und 3000 Spezies an Fisch findet man hier. 

Unser Resort liegt nicht weit entfernt vom einen der drei Dörfer auf Bunaken. Die meisten Einwohner auf Bunaken sind Fischer, Bootsfahrer oder arbeiten in einem der Resorts oder Tauchshops. Die Tauchgänge die wir auf Bunaken erleben sind wirklich sehr eindrucksvoll und wir sehen eine Unmenge von Lebewesen, welche wir bis anhin noch nie gesehen haben. Leider geht die Zeit vorüber wie im Fluge und so geht die Reise auch schon wieder weiter. 

Von Manado in Nordsulawesi aus fliegen wir via Balikpapan, Jakarta und Kuala Lumpur nach Bangkok. Dort machen wir einen kurzen Zwischenstopp und reisen dann mit Bus und Schiff weiter auf die Insel Koh Tao im Golf von Thailand. 
In der letzten Woche unserer Reise wollen wir herausfinden, ob wir uns vorstellen könnten auf Koh Tao die Tauchlehrerausbildung zu absolvieren und für eine Saison da zu leben. Nach ein paar Tagen ist die Entscheidung gefallen. Wir werden einen Teil unseres Gepäck gleich hier lassen und wir melden uns auch gleich für die Tauchlehrerausbildung an. 

Am 1. September verabschieden wir uns für drei Wochen von Koh Tao und machen uns auf die Heimreise. Wir stoppen in Bangkok nochmals für ein paar Tage und ich (Marcel) muss nochmals für einen kleinen Eingriff ins Bumumgrad Spital. 

Am 6. September fliegen wir von Bangkok zurück in die Schweiz. Für drei Wochen dürfen wir wieder bei Reni's Eltern in Sirnach wohnen. Wir geniessen drei herrliche Herbstwochen in der Schweiz mit viel Sonnenschein. Wir nutzen unsere Zeit und besuchen Familie und Freunde. Natürlich haben wir auch wieder einiges an Papierkram zu erledigen und die Reisevorbereitungen für die weitere Reise laufen auf Hochtouren. 
An einem der herrlichen Sonnentage unternehmen wir einen Ausflug mit unserem ehemaligen Audi TT, den wir von unseren Freunden für ein paar Tage ausleihen dürfen. Wir geniessen die Fahrt im Cabrio und verbringen einen schönen Tag in Kreuzlingen am Bodensee. Von einem Holzturm am See haben wir eine herrliche Aussicht nach Konstanz.

Das Schloss ist von einer wunderschönen Gartenanlage umgeben und überall blühen die Blumen in den verschiedensten Farben.

Auf dem See präsentiert sich dieser schneeweisse Schwan.

Am 26. September stehen wir nun zum zweiten Mal unserer Reise am Flughafen in Zürich. Dieses Mal ist unser Gepäck voll gestopft mit unserem Tauchequipment und Büchern rund ums Tauchen. Wieder fliegen wir mit der Swiss nach Bangkok. Dieses Mal haben wir aber nur ein Oneway Ticket und wir wissen noch nicht, wann wir die Schweiz wieder sehen werden. Von Bangkok gehts direkt weiter nach Koh Tao wo wir die nächsten Monate verbringen.

Nach der Ankunft in Koh Tao und einem relaxten Tag am Strand machen wir uns mit unserem gemieteten Motorrad auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir schauen uns verschiedene Bungalows an und finden genau das Richtige für uns. Ein schönes Holzbungalow mit einer supergrossen Terrasse, grossem Badezimmer und separater Küche.

Das beste am Bungalow ist die Aussicht. Von der Terrasse haben wir sogar Meersicht - wenn auch nur ein kleines bisschen :-)

Weil wir im Grünen wohnen, haben wir auch verschiedene Haustiere. Täglich besucht uns ein Eichhörnchen. Eine Zeit lang lebt eine grüne Baumschlange in unserer Küche. Katzen, Hunde, Vögel und noch vieles mehr leben in unserer Umgebung. 
Der grösste Strand auf Koh Tao ist die Sairee Beach, im Westen der Insel. Das Meer ist flach abfallend und das Wasser glasklar. Ein bisschen wie auf den Malediven. An diesem Strand hat sich die Mehrzahl der Tauchschulen, Restaurants, Bars und Unterkünfte angesiedelt. Der zweitgrösste Strand ist der Mae Haad Beach und dann gibt es unzählige kleinere, teilweise sehr abgelegene und schwierig erreichbare Strände rund um die Insel.

Zuerst absolvieren wir in Koh Tao die Ausbildung zum Tauchlehrer. Glücklich und stolz bestehen wir am 18. Oktober die dreitägige Abschlussprüfung der Tauchlehrerausbildung. Zuerst brauchen wir nun ein paar Tage Entspannung und Ruhe nach der sehr intensiven Lernzeit. Nach ein paar Tagen der Ruhe und Entspannung beginnen wir mit der Jobsuche. Da im Oktober Nebensaison ist sind nicht so viele Touristen auf Koh Tao uns es gibt nicht so viel Arbeit. Nach ein paar Tagen Suche haben wir aber ein paar Aufträge und wir arbeiten als freischaffende Tauchlehrer für verschiedene Tauchschulen.

Da die ganze Geschichte mit Visum und Arbeitserlaubnis in Thailand nicht mehr so einfach ist und wir nicht so recht wissen, wie lange wir es schaffen in Thailand zu bleiben entscheiden wir uns auch anderweitig nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen. Mit der heutigen Vernetzung und der weltweit anerkannten Tauchlehrerausbildung stehen uns Türen auf der ganzen Welt offen. Wir bewerben uns gleichzeitig auf den Malediven, Ägypten, Malaysia und Thailand. Nach ein paar Wochen erhalten wir ein Angebot aus den Malediven, das wir einfach nicht ablehnen können. So sind die Weichen für die nächsten 12 Monate gestellt und wir werden für ein Jahr auf der Malediveninsel Kuredu leben und arbeiten.

Am 28. November reisen wir via Koh Samui nach Bangkok, wo wir wohl für längere Zeit das letzte Mal eine Nacht verbringen. Von Bangkok fliegen wir am 29. November nach Male auf die Malediven. Die ersten zwei Tage auf den Malediven verbringen wir in der Hauptstadt Male um alle Einreiseformalitäten zu erledigen. Für das Arbeitsvisum wird ein medizinisches Gutachten benötigt. So sind wir am einen Tag ins Spital und haben diverse Untersuchungen machen lassen. Während diesen zwei Tagen hatten wir auch ein bisschen Zeit um die belebteste Malediveninsel etwas genauer anzusehen. 

Mit dem Wasserflugzeug fliegen wir am 1. Dezember nach Kuredu.

Seit dem 1. Dezember 2007 ist unser neues Zuhause die Malediveninsel Kuredu inmitten des Indischen Ozeans. Die Insel Kuredu ist ca. 1500 m lang und 350 m breit. Auf dieser traumhaften Insel mit über 3'000 m schneeweissem Sandstrand werden wir im 2008 leben und als Tauchlehrer arbeiten. 

Die ProDivers Tauchschule ist unser neuer Arbeitsplatz. Wenn wir nicht in der Lagune beim Schnuppertauchen, auf dem Boot am Guiden oder im Klassenzimmer Theorie unterrichten, sind wir in der Tauchschule am beraten. ProDivers auf Kuredu ist eine sehr grosse Tauchschule. Wir sind im Moment insgesamt 15 Instruktoren, 4 Schnorchelguides und einige Bürokräfte.

Dieses Jahr feiern wir nun auch Weihnachten und Silvester auf den Malediven. 
Wir geniessen es hier auf der Insel zu sein, aber ein richtiges Weihnachtsgefühl kommt bei uns nicht auf. Es ist einfach zu warm. Zu richtigen Weihnachten gehört kaltes Wetter dazu. Schön wäre natürlich auch etwas Schnee. So stellen wir uns einfach den schneeweissen Sand als Schnee vor. 

Zum Ausklang des alten Jahres gibt es auch in unserer Mitarbeiterkantine ein Festschmaus und dann geht es weiter an die Bar. Kurz vor Mitternacht treffen wir uns dann mit der gesamten Belegschaft der Tauchschule auf dem Pooldeck, wo die Champagnerflaschen auf uns warten. Für jeden von uns gibt es ein Glas und so können wir Punkt Mitternacht auf ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2008 auf unserer Paradiesinsel anstossen. 
Es ist schon was ganz besonderes, wenn man direkt am Meer unter einem atemberaubenden Sternenhimmel auf das neue Jahr anstossen darf. Wir freuen uns auf das Jahr 2008 und sind glücklich, dass wir dieses Jahr im Paradies inmitten des indischen Ozeans verbringen dürfen. Wir werden viel Zeit haben um unserer Lieblingsbeschäftigung dem Tauchen nachgehen zu können und darauf freuen wir uns riesig. 

Heute ist der 26. Februar und vor genau einem Jahr haben wir unsere Reise gestartet. Nun ist es also soweit und wir feiern hier auf der paradiesischen Insel Kuredu mitten im Indischen Ozean unser einjähriges Reisejubiläum. 

Wir hoffen beide, dass wir euch mit unseren Reiseberichten, Informationen und Bildern eine Freude bereiten konnten und weiterhin können. An dieser Stelle bedanken wir uns auch ganz herzlich bei euch allen für die regen Besuche auf unserer Webpage, für die unzähligen Emails und die Einträge in unser Gästebuch.