Neuseeland 2009 – Reisebericht 6

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Das vulkanische Gebiet der Nordinsel Neuseelands

Hier ist nun also der sechste und letzte Reisebericht über unsere Reise durch Neuseeland. Nach der Fahrt um das East Cape verlassen wir am 17. Februar die Küste und fahren nach Rotorua. Zuerst stoppen wir bei der Touristeninfo, die in diesem wunderschönen Gebäude untergebracht ist. Danach haben wir alle Informationen und auch eine Stadtkarte mit welcher wir uns auf Erkundungstour machen. Rotorua wurde auf einem vulkanisch aktiven Gebiet erbaut und nur schon das Atmen erinnert uns auf Schritt und Tritt daran. Es riecht unheimlich stark nach Schwefel und an vielen Stellen sehen wir Dampf aus der Erde austreten.

Die zweite grosse Attraktion, mit der Rotorua die rieseigen Touristenströme anlockt, ist die Geschichte der Maori. Mit diesen zwei Trümpfen ist Rotorua eine der touristischen Hochburgen der Nordinsel. Wir gehen zu Fuss los und geniessen zuerst einmal ein feines Picknick am See. Frisch gestärkt gehen wir zum Maori Dorf Ohinemutu, das ebenfalls am See liegt. Wir treffen auf das Versammlungshaus Tamatekapua das im Jahre 1887 erbaut wurde und reichlich mit Schnitzereien verziert ist. Hier muss die Erdkruste sehr dünn sein, denn der Vorplatz der Versammlungshalle ist heiss und es dampft aus allen Ritzen.

Gleich gegenüber liegt die Faith's Anglican Church. Diese Maori Kirche ist ein sehr gutes Beispiel für die Vermischung der Maori Kultur mit der Europäischen Kultur. Eines der verzierten Kirchenfenster zeigt ein Bild von Christus in einem Maori Gewand, wie er über das Wasser des Rotorua Sees geht.

Nur wenige 100 Meter entfernt ist es noch offensichtlicher, wie aktiv dieses vulkanische Gebiet ist. Im Kuirau Park sehen wir Dampf aus der Erde empor steigen, heisse Quellen, einen Kratersee und blubbernde Schlammlöcher.

Das Wasser im Kratersee ist heiss und es dampft und blubbert bedrohlich. Die letzte vulkanische Eruption im Kuirau Park war im Jahre 2003 und hat den gesamten Park in eine Schlammlandschaft verwandelt. Zum Glück haben wir den Spatziergang durch den Park ohne Schlammpackung überstanden.

Das schöne Gebäude, in welchem das Rotorua Museum of Arts and History untergebracht ist, wurde im Jahre 1908 als elegantes Badehaus erbaut. Im Vordergrund sind Plätze für Cricket und Bowls. Die Herrschaften sind gerade am Spielen einer Partie Bowls. Natürlich stilgerecht gekleidet mit Hut.

Fast direkt am See finden wir einen Campingplatz wo wir übernachten. Der Steg wird von den Möwen belagert und am Horizont tauchen wieder dunkle Wolken auf.

Am nächsten Morgen sind die Wolken weiter gezogen und der Regen wurde vom Sonnenschein abgelöst. So machen wir uns auf den Weg und geniessen die Fahrt durch herrliche Hügellandschaft.

Auf dem Weg von Rotorua nach Taupo schauen wir uns das Thermalgebiet Waiotapu an. Das 18 Quadtratkilometer grosse Gebiet ist übersät mit kollabierten Kratern, heissen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Erdspalten. Es gibt vorgegebene Pfade die wir begehen können. Zuerst schauen wir uns aber den Lady Knox Geysir an, der mit etwas menschlicher Nachhilfe um Punkt 10:15 Uhr Wasser bis zu 15 Meter hoch in die Luft speit.

Der Champagne Pool ist eine unterirdische Quelle, hat einen Durchmesser von 65 Meter und eine Tiefe von 62 Meter. Die Wassertemperatur liegt bei 74°C und das mineralhaltige Wasser enthält Gold, Silber, Arsen, Quecksilber, Schwefel und Antimon.

Der Rand des Pools ist wunderschön orangefarben und steht im Kontrast mit dem grünen Wasser und dem grauen Lavarand. Die Farbe Orange wird durch Antimonsulfid hervorgerufen und das Grün entsteht durch Arsensulfid.

Der Ngaroko See wir von einem kleinen Wasserfall mit heissem Wasser gespiesen.

Dieser kleine See wird Devils Bath genannt. Je nach dem Gehalt von Arsensulfid variiert die Intensität der grünen Farbe.

Die schlammgefüllten Pools sind auch ein ganz spezielles Schauspiel. Der heisse und dampfende Schlamm blubbert und spritzt in die Höhe. Wer zu nahe geht der bekommt seine Fango Packung gleich aufgespritzt.

Weiter geht unsere Fahrt nach Taupo. Wie Rotorua ist auch Taupo eine Touristenhochburg der Nordinsel. Hier gibt es alles was das Herz des Adrenalin-Junkies begehrt. Von Bungy Jumping über Fallschirmspringen zu Jetboating kann man hier alles haben das mit Action zu tun hat. Eigentlich ein bisschen schade, dass die schöne Natur rund um den Taupo See mit so viel Motorenlärm verschandelt wird.

Wir schauen uns die eindrücklichen Huka Falls am Waikato River an. Der Waikato River entspringt dem Taupo See und ist der längste Fluss Neuseelands. Durchschnittlich fliessen 160 Kubikmeter Wasser durch die enge Stelle der Huka Falls. Der Kanal der Huka Falls ist nur gerade 15 Meter breit und 10 Meter tief. Das ist sehr schmal im Gegensatz zum Flussteil, wo vor der Verengung der Fluss eine Breite von 100 Metern und eine Tiefe von 4 Metern hat. So entsteht eine spektakuläre Wassermasse, die sich tosend durch die Verengung zwängt.

Auf der Touristeninformation erkundigen wir uns noch über die Wettervorhersage für morgen. Denn morgen wollen wir den Tongario Crossing wandern. Einer der schönsten und bekanntesten Tagestouren Neuseelands. Die Wettervorhersage ist nicht supergut aber es sollte klappen. Wir fahren schon einmal in die Gebirge und sehen uns die Berge an, die wir überqueren möchten. Der Mt. Ngaueuhoe ist mit seinen 2'291 Metern der höchste Gipfel, den wir Morgen auch gerne besteigen würden. Wir übernachten in unmittelbarer Nähe des Startpunktes für die Wanderung und hoffen auf gutes Wetter.

Lieder ist das Wetter überhaupt nicht gut. Wir haben den Wecker auf 5:45 Uhr gestellt und als wir aufstehen kann man leider keine Sterne sehen. Es ist stark bewölkt. Was nun? Wir entscheiden uns doch aufzustehen und zum Startpunkt der Route zu fahren. Leider ist es auch bei Tageslicht nicht besser. Die Wolkendecke hängt extrem tief. Wir warten noch ein paar Minuten und entscheiden uns dann doch loszugehen. Zu Beginn der Wanderung ist der Weg sehr gut ausgebaut und führt uns über eine Ebene näher an die Gebirge.

Es ist noch kühl, es hat Nebel und die Luft ist mit Feuchtigkeit gesättigt. Die Pflanzen und Spinnennetze sind mit Wasserperlen behangen und auch unsere Haare fühlen sich rasch ganz feucht an.

Dann ändert sich das Bild abrupt und der Weg wird plötzlich sehr steil und steiniger. Dies ist der Aufstieg zum südlichen Krater auf 1'660 Meter. Hier befinden wir uns am Fusse des Mt. Ngauruhoe.

Nun sind wir also am Abzweiger, der auf den Mt. Ngauruhoe führt. Der reguläre Weg für den Tongario Crossing geht weiter. Leider ist der Nebel hier oben noch dichter. Was sollen wir tun? Weiter auf dem Tongario Crossing bleiben oder den Aufstieg auf den Mt. Ngauruhoe in Angriff nehmen, der sehr anspruchsvoll ist und zwei bis drei Stunden in Anspruch nimmt?
Nach dem wir uns nochmals beratschlagt haben, entscheiden wir uns den Aufstieg auf den Mt. Ngauruhoe in Angriff zu nehmen und hoffen darauf, dass wir über die Wolkendecke vorstossen können.

Der Aufstieg ist wirklich sehr anspruchsvoll und das schlechte Wetter ist auch nicht gerade sehr hilfreich für die Orientierung. Einen richtigen Weg gibt es nicht. Das Vulkangeröll ist viel zu lose dazu. So bahnen wir unseren eigenen Weg entlang der Flanke des Vulkanberges. Ganz nach dem Motto zwei Schritte vorwärts und einen rückwärts. Ein paar Mal zweifeln wir, ob wir bei diesem Wetter wirklich weiter gehen sollen, aber als uns ein paar Leute entgegenkommen und uns erzählen, dass auf dem Gipfel ab und zu die Sonne durchdrückt, gehen wir trotzdem weiter.

Endlich haben wir es geschafft. Wir erreichen den Gipfel und da reisst tatsächlich die Wolkendecke auf. Für ein paar Sekunden befinden wir uns über der Wolkendecke bevor die nächste Wolke uns wieder in dichtes Weiss einpackt.

Wir können den Krater des Vulkanes sehen und am Rande liegt sogar noch Schnee. Erstaunlich, denn an einigen Orten ist das Gestein warm oder sogar heiss und aus einzelnen Ritzen dampft es sogar.

Auf dem Vulkanrand gehen wir ein Stück dem Krater entlang und geniessen die Aussicht auf das Tal, sobald sich die Wolkendecke für einige Momente aufreisst.

Der Wind pfeift uns um die Ohren und wir sind froh, dass wir gut ausgerüstet sind und genügend warme Kleider dabei haben. Wir suchen uns einen windgeschützten Ort, wo das Gestein warm ist und setzten uns um die Aussicht zu geniessen. Die warmen Felsbrocken sind wie eine Sitzheizung und wir sind froh um die Wärme. Nach einem stärkenden Mittagessen, das wir uns mitgebracht haben, starten wir den Abstieg. Sofort sind wir wieder in dichten Wolken und alles um uns herum ist nur noch weiss. Der Abstieg auf dem losen Vulkangeröll ist sehr anstrengend und wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht die Kontrolle verlieren. Nun ist es umgekehrt als beim Aufstieg. Mit jedem Schritt rutschen wir gleich noch drei weitere Schritte weiter. Wir sind sehr froh, dass wir unbeschadet und ohne Sturz den Weg vom Tongario Crossing im dichten Nebel wieder finden. Weil das Wetter sich eher noch verschlechtert hat und wir doch auch etwas müde sind, entscheiden wir frühzeitig umzudrehen und nicht weiter zu gehen. Somit haben wir zwar vom Tongario Crossing nur knapp die Hälfte gesehen, aber dafür haben wir den Mt. Ngauruhoe bestiegen.

Nach einem regnerischen Tag haben wir uns von der Wanderung erholt und sind von Taupo zur Coromandel Halbinsel gefahren. Nach dem verregneten Tag begrüsst uns der heutige Tag mit herrlichem Sonnenschein. Zuerst schauen wir uns die Goldgräberstadt Waihi an. Das alte Cornisch Pumphouse wurde 1903 erbaut. Es beherbergte die Dampfmaschinen und Pumpen um die Minenschächte der Martha Goldmine zu entwässern. Im Jahre 2006 wurde es in einer sehr aufwändigen Aktion fast 300 Meter weit verschoben um es vor dem Verfall zu retten. Das Gebäude wiegt ja nur gerade mal 1'840 Tonnen.

Im Jahre 1878 wurde das erste Gold in Waihi entdeckt. Rasch wurde die Goldmine eine der wichtigsten der Welt und lockte ein riesige Menschenmenge an. Im Jahre 1952 wurde der Untertagbau eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 174'160 kg Gold und 1'193'180 kg Silber abgebaut. Der tiefste Schacht war 600 m tief und ein 175 km langes Netzwerk von Tunneln auf 15 horizontalen Ebenen war ausgegraben. Zu Peak-Zeiten im Jahre 1909 arbeiteten 1'500 Arbeiter in der Mine. Im Jahre 1987 wurde die Arbeit in der Martha Goldmine wieder aufgenommen und eine riesige offene Minegrube entstand. Zur Zeit produziert die Mine zwar noch ein bisschen Gold, die Hauptarbeit liegt aber im Wiederherstellen der offenen Grube. Das Ziel ist die Grubenwände zu stabilisieren und die Tiefe der Grube zu reduzieren, bevor die Grube mit Wasser gefüllt wird. Danach wird Waihi statt einer Goldgrube einen See als Touristenattraktion beherbergen.

Rund drei Kilometer muss ein solcher, 60 Tonnen schwerer, Caterpillar 777s Lastwagen mit der Ladung aus der Mine zurücklegen. In der gesamten Ladung von rund 100 Tonnen werden am Schluss etwa acht bis zehn Teelöffel Gold herausgearbeitet. Die Goldausbeute der Grube liegt also bei etwa drei Gramm pro Tonne abgebautem Gestein.

Von Waihi fahren wir weiter Richtung Norden. Auf dem Weg schauen wir uns die Cathedral Cove an. Diese befindet sich an einem abgelegenen Strand. Um dahin zu gelangen wandern wir zuerst durch einen schönen, grünen Wald der Küste entlang.

Bei der Cathedral Cove bestaunen wir den sehr eindrücklichen natürlichen Torbogen, den das Wasser über Jahre hinweg aus dem Kalksandstein gewaschen hat. Der Torbogen ist riesig und verbindet zwei einsame Badebuchten miteinander.

Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Umweg durch einen sehr schönen, grünen Farnwald. Hier wachsen riesige Farnbäume und wir fühlen uns wie Zwerge neben diesen Riesen.

Es ist sehr feucht in diesem Waldabschnitt und die Felsen sind mit Moos überzogen.

Übernachtet haben wir in der Nähe von Coromandel Town, an der Westküste der Coromandel Halbinsel. Heute fahren wir an der Westküste der Coromandel Halbinsel wieder gegen Süden. In Thames, einer alten Goldgräberstadt, schauen wir uns eine alte Goldmine an. Die Golden Crown Goldmine war eine der ergiebigsten von Neuseeland und wurde von 1868 bis 1952 betrieben. Dies ist der Eingang zu einem der alten Schächte die wir teilweise besichtigen können.

In den alten Schächten treffen wir auf Minenarbeiter die immer noch am Werk sind. Hier ist der Goldrausch noch in vollem Gange. George bringt hier gerade ein Ladung von Quarzgestein ans Tageslicht.

Die Golden Crown Goldmine besitzt sieben horizontale Level die teilweise miteinander verbunden sind. Drei dieser Level besitzen horizontale Eingänge, da sich die Miene an einem Hang befindet. Die anderen vier Level wurden durch einen vertikalen Stollen von 40 Metern über einen Lift erreicht.

Ein bisschen unheimlich ist es uns in den engen, feuchten und dunkeln Gängen schon und wir sind froh das Tageslicht wieder zu erblicken. Unglaublich unter welchen Arbeitsbedingungen die Arbeiter damals untertags gearbeitet haben.

Der gesamte Weg der Goldgewinnung wird aufgezeigt. Von der Zerkleinerung der Quarzbrocken bis zum Barren der Gold und Silber enthält, sind es viele Einzelschritte. Das Museum besitzt eine funktionsfähige Stamper Battery, in welcher die Gesteinsbrocken zerkleinert wurden. Die Maschine ist unheimlich laut und alles rüttelt.

In Neuseeland werden alte Autos selten sachgerecht entsorgt. In ländlichen Gegenden hat eigentlich jeder mindestens ein paar alte, ausgediente Autos oder Traktoren irgendwo im Garten stehen. Die Autos werden einfach stehen gelassen und was noch gebraucht werden kann wird weggeschraubt. Auch an Strassen oder sogar auf Kreuzungen sehen wir ab und zu Autowracks stehen. Hier ist ein Auto ausgebrannt und es wurde einfach mitten auf der Kreuzung stehen gelassen.

Von der Coromandel Halbinsel sind wir an Auckland vorbei nach Whangarei im hohen Norden von Neuseeland gefahren. Hier schauen wir uns die 26 Meter hohen Whangarei Falls an.

Auf der Weiterreise Richtung Norden stoppen wir kurz im Dorf Kawakawa. Dieses Dorf ist ein ganz gewöhnliches kleines neuseeländisches Dorf, das eigentlich gar nichts zu bieten hat. Es besitzt aber die meistfotografierten Toiletten von Neuseeland. Diese öffentlichen Toiletten wurden von Friedensreich Hundertwasser entworfen und sind nun ein Touristenmagnet. Es ist schon erstaunlich, mit welchen Attraktionen Touristen angelockt werden können.

Wenn wir gerade beim Thema Toiletten sind: In Neuseeland hat es sehr viele öffentliche Toiletten und wir haben nie ein Problem eine Toilette zu finden. Die Anlagen sind auch immer offen und sind ausserdem kostenlos. Nebst dem Klo das Hundertwasser entworfen hat gibt es auch noch andere ausgesprochen schöne Anlagen. Hier ein anderes Beispiel einer bunt bemalten Toilette.

Im kleinen, historischen Russel geniessen wir das schöne Wetter und den herrlichen Sonnenschein. Russel hatnur etwa 1'100 Einwohner und ist ein sehr angenehmes, etwas verschlafenes Dorf. Ganz im Gegensatz zum sehr touristischen Paihia das auf der gegenüberliegenden Seite einer Bucht liegt. Nach einem kurzen Besuch in Paihia sind wir sehr froh dem grossen Touristenstrom aus dem Weg zu gehen und geniessen die Ruhe in Russel umso mehr.

Die Geschichte von Russel war sehr turbulent. Auf Schritt und Tritt begegnen wir historischen Gebäuden und Stätten und selbst die Polizei ist in einem schönen, historischen Gebäude zuhause.

Eines der interessantesten Gebäude in Russel ist die historische, französische Buchdruckerei von Pompallier. Dieses Gebäude wurde im Jahre 1842 erbaut und ist somit das älteste katholische Gebäude und auch das älteste Industriegebäude Neuseelands. Im Jahre 1838 sind ein französischer Bischof, ein Priester und ein Bruder mit einem Schiff in Hokianga gelandet. Im Jahre 1839 sind diese nach Russell gezogen, um hier das Hauptquartier der römisch-katholischen Kirche zu gründen.

Um die Lehre des Katholizismus zu verbreiten, wurde die Druckerei erbaut und 40'000 Bücher in Maori Sprache hergestellt. Sämtliche Seiten der Bücher wurden auf dieser Druckerpresse hergestellt.

Das Leder, um die Bücher einzufassen, wurde in der hauseigenen Gerberei gegerbt und für die Weiterverarbeitung präpariert.

Die einzelnen Buchseiten wurden gefalzt, zusammengebunden, geklebt und zurechtgeschnitten. Am Ende wurden die Bücher mit dem Leder eingefasst und an die Maoris verteilt. Auf der Führung haben wir sehr viel über die Geschichte dieses historischen Gebäudes erfahren. Ausserdem haben wir den ganzen Prozess des Buchdruckes, die Lederherstellung und des Lebens der Missionare erklärt bekommen. Die Führung hat uns extrem gut gefallen und wir können die sehr lehrreiche Tour wärmstens weiterempfehlen.

Von Russell fahren wir nach Kerikeri. Auf der Fahrt haben wir eine superschöne Aussicht auf die Bay of Islands.

In Kerikeri schauen wir uns das Store House an, das zwischen 1832 und 1836 erbaut wurde. Dies ist das älteste Steinhaus von Neuseeland.

Nun sind wir am nördlichsten Punkt unserer Reise angelangt. Unsere Reisezeit geht dem Ende entgegen und wir müssen auf den nördlichsten Zipfel der Nordinsel verzichten.Wir fahren von der Ostküste an die Westküste und dann weiter Richtung Süden, zurück Richtung Auckland.

Bei Opononi erreichen wir die Westküste. Eine riesige Sanddüne begrüsst uns schon von weitem. Wir parken unseren Wagen und spazieren zum Aussichtspunkt, von welchem aus wir eine superschöne Aussicht auf die Sanddünen haben. Als wir zum Auto zurückkommen dann die böse Überraschung. Im Auto gleich neben uns wurde eingebrochen und den zwei Israelinnen wurde sämtliches Geld, Bankkarten und Pass gestohlen. Leider ist dies nicht das erste Mal, dass wir hier in Neuseeland Zeugen von Autodiebstahl werden oder davon hören. Vor allem auf etwas abgelegenen Parkplätzen, wo Leute zu Wanderungen starten, ist das Risiko hoch.
Unser Tipp: Niemals Wertgegenstände in einem Fahrzeug liegen lassen und möglichst wenig im Auto offen herumliegen lassen.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter und stoppen beim Waipoua Kauri Forrest, einem der Highlights der Westküste. Dank grossem Druck aus der Öffentlichkeit hat in diesem Wald der grösste Kauri Baumbestand von Neuseeland überlebt und steht seit 1952 unter Schutz. Grosse Flächen dieser riesigen Bäume wurden abgeholzt und nur noch wenige dieser uralten Bäume haben überlebt. Kauris können bis 2'000 Jahre alt werden und bis zu 50 Meter Höhe erreichen.
Dies hier ist Tane Mehuta (Gott des Waldes), der grösse lebende Kauri in Neuseeland. Dieser Riese ist über 51 m hoch, hat eine Stammhöhe von 18 m und einen Umfang von 14 m. Die kleinen Farbtupfer vor dem Baum sind Menschen - kaum zu glauben.

Der nächste Riese ist Te Matua Ngahere (Vater des Waldes) . Dieser Baum ist "nur" 30 m hoch, hat aber einen Umfang von über 16 m. Mit diesen Massen ist Te Matua Ngahere der zweitgösste, lebende Kauri in Neuseeland.

Den Kauri Yakas erreichen wir nach einer kurzer Wanderung durch superschönen Wald. Yakas ist 44 m hoch und hat einen Umfang von gut 12 m. Er ist der siebtgrösste Kauri in Neuseeland. Wir fühlen uns extrem klein im Gegensatz zu diesen lebenden Giganten.

Ein bisschen weiter südlich in Matakohe besuchen wir das supergeniale Kauri Museum. Hier erfahren wir alles über diese riesigen Bäume und die Wälder von Neuseeland, aber auch die Nutzung und Abholzung. Im Museum wird die ganze Geschichte der Wälder Neuseelands aufgezeigt. Wir können ein Sägewerk aus der Pionierzeit besichtigen, eine gewaltige Sammlung von Motorsägen und anderen Werkzeugen bestaunen. Auch die Gewinnung und Verarbeitung von Kauriharz, sowie eine riesige Sammlung dieses neuseeländischen Bernsteins (Fossiles Harz) schauen wir uns an.
Im Vordergrund ist ein Querschnitt durch einen Stamm des Balderston Kauris. Dieser Kauri wurde von der Abholzung verschont, fiel aber einem Blitzschlag im Jahre 1986 zum Opfer und musste gefällt werden. In einer sehr aufwändigen Aktion wurde der Stamm zersägt und das Museum erhielt den Querschnitt.

Am 27. Februar sind wir wieder in Auckland, wo wir am 12. Januar unsere Reise durch Neuseeland gestartet haben. Am 28. Februar, unserem zweitletzten Tag in Neuseeland, regnet es wieder einmal und so entscheiden wir uns das Auckland Museum anzuschauen.

Ein grosser Bereich des Museums ist der frühen Geschichte Neuseelands und deren Bewohner gewidmet. Hier erfahren wir sehr vieles über die Einwanderer und die Kultur der Menschen aus dem Pazifik. Wir schauen uns die Historischen Gegenstände und Holzschnitzereien an. Das 25 m lange Kriegskanu, das aus einem Kauristamm gefertigt wurde, beeindruckt uns ganz besonders.

In einer Spezialausstellung schauen wir das Skelett des Tyrannosaurus Rex an. Diese Ausstellung wurde durch das Field Museums of Chicago erstellt und zeigt eines der besterhaltensten und vollständigsten Skelette eines T. Rex.

Gegen Abend gönnen wir uns ein Feierabendbier und als wir so dasitzen und unser Bier geniessen, beginnt sich der Himmel plötzlich zu verfärben. Aus den grauen Regenwolken wird ein superschöner Hintergrund für den Sky Tower. Die Farben waren wirklich so, wir haben keinen Farbfilter auf der Kamera verwendet und auch keine Bildbearbeitungssoftware für die Nachbearbeitung der Farben verwendet.

Nur wenige Minuten später ist der Zauber wieder vorbei. Die rote Färbung des Himmels wechselt zu einer blauen Färbung und dann wird es dunkel.

Auch bei völlig schwarzem Himmel ist der Sky Tower ein Foto wert.

Zum Abschied von Auckland und auch Neuseeland gehen wir nochmals zum Hafen und geniessen die nächtliche Stimmung mit all den tausend Lichtern. Leider ist somit unsere Reise durch Neuseeland zu Ende und morgen geht's weiter nach Australien.

Wir hoffen euch mit unseren Reiseberichten einen Einblick in das Kiwi-Land gegeben zu haben und euch ein bisschen Freude bereitet zu haben. Falls ihr Fragen zu unserer Reise oder bestimmten Erlebnissen oder Attraktionen habt, dann schreibt uns einfach ein Email.

Vielen Dank für euer Interesse.

Bis bald,

Reni und Marcel


Folgende Bücher haben uns bei der Vorbereitung und auf der Reise durch Neuseeland weitergeholfen und können wir empfehlen:

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