Neuseeland 2009 – Reisebericht 1

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Der zauberhafte Norden der Südinsel

Geschafft! Nach einem Marathon-Flugtag von Hongkong über Perth nach Sydney sind wir schlussendlich am 12. Januar 2009 kurz vor Mitternacht auf der Nordinsel von Neuseeland in Auckland gelandet. Die Zollabfertigung dauert rund eine Stunde. Zum Glück ist alles in bester Ordnung und wir erhalten den Einreisestempel für drei Monate. Das genügt, denn wir bleiben ja "nur" sieben Wochen in Neuseeland.

Punkt 1:00 Uhr nachts holt uns Michaela von Bedmobils ab. Ein super Service, dass wir unseren Campervan mitten in der Nacht abholen können. Die Fahrt vom Flughafen nach Auckland City dauert rund 45 Minuten. Wir nutzen die Fahrzeit um mit Michaela ein bisschen zu plaudern und holen bei ihr gleich ein paar Tipps zu Neuseeland.

Die Autoübergabe und Vertragsunterzeichnung laufen problemlos. Da die Firma Bdmobils klein ist haben die Autos hier keine Nummern sondern Namen, was dem Ganzen ein familiäreren Touch verleiht. Der Name unseres Toyota Camperbuses ist Charly. Gegen halb drei ist es dann soweit und wir fahren mit unserm neuen Zuhause, zum nächst besten Parkplatz. Zuerst brauchen wir jetzt ein paar Stunden Schlaf.

Nach einer kurzen Nacht fahren wir los Richtung Süden. Da wir in der Hochsaison reisen, haben wir die Fähre von der Nord- auf die Südinsel vorgebucht. Das heisst, wir müssen am 17. Januar in Wellington sein. Da wir die letzten beiden Wochen auf der Nordinsel verbringen, werden wir den Reisebericht der Nordinsel zum Schluss vervollständigen.

Nach fünf Tagen auf der Nordinsel sind wir wie geplant am 17. Januar 2009 mit der Fähre von Wellington nach Picton gereist. Leider hat uns das schöne Wetter verlassen und die Südinsel empfängt uns mit Regen.

Die Weingegend Marlborough durchfahren wir leider im Regenschauer. Gegen 19:00 Uhr erreichen wir Nelson und suchen uns einen Schlafplatz. Da wild campen rund um Nelson nicht erlaubt ist, fahren wir noch etwas weiter. Ausserhalb von Richmond werden wir fündig. Wir stellen Charly unter einen Tannenbaum und geniessen die Aussicht aufs Wasser. Da es draussen sehr windig ist, essen wir schnell eine Noodle Soup und verkriechen und in unser fahrbares Schlafzimmer.

Stadtbesichtigung steht heute auf dem Programm. Mit Charly fahren wir mitten in die Stadt rein. Nelson ist überschaubar und ideal zu Fuss zu erkunden. Im Zentrum finden wir immer wieder sehr farbige und stilvolle Häuser. Hier ein typisches Haus in Neuseeland. Schön farbig und kitschig bemalt.

In der South Street stehen die Arbeiterhäuser aus früheren Zeiten. Teilweise sind die Häuser winzig, aber zum Leben scheint es zu reichen. Hier in Neuseeland leben die meisten Leute in einem Haus. Wohnblocks oder mehrstöckige Häuser sehen wir nur selten. Auch haben die wenigsten der Häuser einen Keller, ganz anders als bei uns in der Schweiz.

Kirchen findet man im ganzen Land sehr viele. In jedem noch so kleinen Dorf gibt es mindestens eine Kirche.

Wir erkunden die Stadt Nelson zu Fuss und spazieren durch den schönen Queen's Garden. Hier geniessen wir die Ruhe und schauen den Enten zu. Dann hat Marcel plötzlich die Idee, uns per Selbstauslöser auf der Brücke zu fotografieren. Ich posiere auf der Brücke, Marcel stellt die Fotokamera am Teichrand auf den Boden und rennt... 10 Sekunden hat er Zeit um auf die Brücke zu kommen. Geschafft. Cheese!

Leider fängt es gerade an zu regnen und wir haben die Regenjacke im Auto vergessen. Aber wir lassen uns von ein bisschen Regen nicht unterkriegen und holen unsere Regenjacken. Dann machen wir uns auf zum Hausberg, wo auf der Spitze das Monument Center of New Zealand steht. Der Regen lässt nach und die Sonne schafft es mit ihren Strahlen die Wolkendecke zu durchbrechen. Wir geniessen die Aussicht über Nelson mit dem Meer im Hintergrund.

Eine der zahlreichen Kirchen Neuseelands. Hier ein Exemplar, das mit Natursteinen erbaut wurde.

Unterwegs bestaunen wir immer wieder die ganzen Reihen von Briefkästen. Die Kiwis (Neuseeländer) sind sehr kreativ, von einfachen Plastikboxen bis zu Briefkastenhäuschen mit Mosaik oder auch ausgedienten Mikrowellen sieht man hier alles.

Wir fahren weiter über das Takaka Gebirge zu den Te Waikoropupu Springs. Das Wasser von der Hauptquelle hat eine konstante Temperatur von 11.7º C, ist klar und leicht salzig. Der Ausfluss ist nicht konstant. Er variiert zwischen 7 Kubik Metern per Sekunde in der Trockenzeit und bis zu maximal 21 Kubik Metern per Sekunde in der Regenzeit. Das Te Waikoropupu Quellensystem ist das Grösste von Neuseeland.

In Collingwood legen wir einen Stopp ein und vertreten uns die Beine. Wir spazieren ein bisschen am Strand entlang und treffen auf diese schwarz-weissen Vögel mit ihren roten Schnabeln. Der Schnabel ist so lang, dass sie im Sand die Krebse besser erwischen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Farewell Spit. Der Farewell Spit ist die längste Sandzunge Neuseelands. Die Sandzunge erstreckt sich über 35 Kilometer, ist 800 Meter breit und rund 20 Meter hoch.
Bevor wir auf Entdeckungstour am Farewell Spit gehen, statten wir im Informations Center einen Besuch ab. Aus purem Zufall treffen wir dort auf den Besitzer des Weidelandes gleich neben dem Meer. Wir plaudern ein bisschen und fragen, ob wir hier übernachten dürfen. Dank ihm dürfen wir "offiziell" auf dem inoffiziellen Campingplatz übernachten. Wir parkieren Charly und geniessen die Aussicht ins Hinterland auf die Schafsweide.

Die Aussicht aufs Meer gefällt uns noch viel besser. So einen schönen Schlafplatz mit Blick aufs Meer hätten wir uns nicht träumen lassen. Bei dieser schönen Kulisse gehen wir gleich auf Entdeckungstour. Der Strand auf der Südostseite des Farewell Spitbesteht praktisch nur aus Muscheln und dunklem Sand.

Auf der Nordwestseite des Farewell Spit sieht es ganz anders aus. Weisser Sand, Grasbüschel und Sanddünen.

Wir laufen über die Sanddünen und fühlen uns wie in einer anderen Welt.

Wir haben Glück mit dem Wetter. Der Himmel ist stahlblau. Hoffentlich hält das schöne Wetter an, sodass wir auch morgen diese Traumlandschaft in voller Pracht geniessen können.

Ein Blick zurück zeigt uns das Ziel von morgen. Die Hügel im Hintergrund sowie die Klippen wollen wir morgen erkunden.

Ziemlich kitschig der stahlblaue Himmel und der weisse Sand in Kombination. Wir könnten stundenlang hier stehen und diese Wunderlandschaft bestaunen.

Solch einseitig gewachsene Bäume sieht man immer wieder. Kein Wunder, bei soviel Wind bleibt den Bäumen nichts anderes übrig als in Windrichtung zu wachsen.

Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne. Marcel packt die Fotokamera und fängt das schöne Licht des Morgens ein. Hier bestätigt sich das Sprichwort: Morgenstund hat Gold im Mund.

Heute loht es sich wahrlich früh aufzustehen und auf den Hügel zu wandern. Die Aussicht auf die Golden Bay kurz nach Sonnenaufgang ist traumhaft schön. Die Wiesen leuchten golden und das Meer ist noch spiegelglatt.

Am Strand hat es oft viel Treibholz. Manche Stämme schaffen es nicht bis ins Trockene und bleiben im seichten Wasser stehen. So schafft die Natur schöne Kunstwerke. Hier ist zu erkennen, dass rund um den Stamm kein Sand liegt, sondern der Boden komplett mit Muscheln bedeckt ist.

Im Meer und am Strand sehen wir die verschiedensten Arten von Vögeln. Farewell Spit ist ein bekanntes Vogelschutzgebiet. Über 100 verschiedene Vogelarten haben in dieser Gegend ihre Heimat. Wir sind fasziniert von den Schwarzen Schwänen mit ihren schneeweissen Flügelspitzen.

Der weisse Streifen ist kein Sand, sondern Muscheln. Auf dieser Seite des Strandes darf man ohne Begleitung 2.5 km weit spazieren. Wegen den Gezeiten und gefährlichen Strömungen und zum Schutze der Natur ist es Besuchern nicht erlaubt weiter zu gehen.

So überqueren wir nach 2.5 km die Sandzunge. Von der ruhigen Südostseite wandern wir etwa 20 Minuten über Sanddünen die mit Grasbüschel bedeckt sind. Eine faszinierende Hügellandschaft aus Sand.

Hier hat es Sanddünen soweit das Auge reicht. Der Wind bläst sehr stark und wir können uns lebhaft vorstellen, dass man sich in der Wüste ganz leicht verirren kann. Steht man nämlich inmitten dieser Fläche, sieht es rundherum überall gleich aus. Der Sandsturm hilft bei der Orientierung auch nicht weiter. Wir haben zum Glück das Meer als Orientierungspunkt. Dieses wird sichtbar sobald wir auf eine Sanddüne hochklettern.

Juhuu... ich weiss wieder wo wir sind. Jetzt heisst es nur noch wieder runterkommen von der Sanddüne. Ist fast wie beim Skifahren.

Auch Marcel springt hoch in die Lüfte und in zügigem Tempo die Sanddüne runter.

Wow, das macht Spass!

Die perfekte Sanddüne.Hier sind zum Glück noch keine verrückten Touristen runter gejumpt.

Fast geschafft! Hinter diesen Felsen befindet sich der Wharariki Beach.

Je nachdem von welcher Seite wir diese Felsen anschauen, entsteht ein ganz anderes Bild.

Diese Pelzrobbe wälzt sich genüsslich im Sand. Sie liegt unter einem Felsen, wo ein kleines Rinnsal Wasser runterkommt. Die willkommene Abkühlung bei dem sonnigen Wetter.

Wir erreichen unser erstes Ziel. Am Wharariki Beach finden wir den sogenannten Fossil Point. Eigentlich haben wir irgendwelche Fossilien in Felsen erwartet. In dieser Höhle finden wir die Lösung. In den Wänden können wir in den Steinschichten Kohle erkennen. Zum Glück haben wir unsere Stirnlampe dabei, so sehen wir in der Höhle wenigstens wo wir sind. Den Weg nach draussen finden wir leicht. Einfach Richtung Meer gehen.

Diese natürliche Auswaschung lässt den Felsen wie ein Elefant aussehen.

Den Strand haben wir nun erkundet, jetzt sind die Hügel dran. Auf unserer Wanderung begegnen wir einer versteinerten Kreatur.

Weiter geht es durch Stammgewirr. Ganz an den Bäumchenspitzen ist es grün, auf Augenhöhe sehen wir jedoch nur Gehölz.

In Neuseeland entdecken wir immer wieder verschiedenste Bäume, die sich sehr von denen in der Schweiz unterscheiden. Durch starken Wind sind die Baumkronen alle aufeinander Abgestimmt und bilden gemeinsam eine Art Dach.

Wir kommen immer höher und können ganz weit auf den Farewell Spit sehen.

Wir wandern der Krete entlang und geniessen eine wunderbare Aussicht. Herrlich wie weit wir sehen können. Weit weg ist der Sandsturm zu erkennen. Auch hier oben bläst uns der Wind ziemlich um die Ohren. Unsere Tächlikappen packen wir in den Rucksack, sonst bläst sie uns der Wind noch vom Kopf weg.

Ein Blick zurück zeigt die Strecke die wir gewandert sind. Vom Strand her über Stock und Stein, sowie über die Krete des Felsens an der rechten Bildseite.

Der grasbedeckte Hügelfels ist das Cape Farewell. Wir sind nun rund drei Stunden unterwegs und machen Mittagspause. Da der Weg zurück über eine Autostrasse führt, entscheiden wir uns den selben Weg zurück zu wandern.

Auf dem Rückweg begegnen wir jeder Menge Schafe. Diese zwei posieren richtig schön für uns.

Nach einem sehr intensiven Wandertag schlafen wir richtig gut. Am nächsten morgen werden wir wieder mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt.

Die Farben werden immer intensiver und die Schwäne im Wasser sind nur noch als kleine schwarze Punkte zu erkennen. Die Stimmung an diesem Morgen ist einmalig. Somit verabschieden wir uns auch mit dem ersten Reisebericht aus Neuseeland von euch.

Vielen Dank für euren Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen unser Bericht gefällt euch und freuen uns, wenn ihr wieder einmal bei uns reinklickt.

Unter Die wilde Westküste der Südinsel findet ihr den nächsten Reisebericht.

Wir grüssen euch herzlich aus dem Kiwiland,

Reni und Marcel


Folgende Bücher haben uns bei der Vorbereitung und auf der Reise durch Neuseeland weitergeholfen und können wir empfehlen:

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