Namibia 2011 – Reisebericht 4

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Die Zusatztage im Etosha Nationalpark in Namibia

Eigentlich wäre heute ja unser letzte Tag im Etosha. Wir sind glücklich über unseren Entscheid, noch ein paar Tage länger im Nationalpark zu bleiben. Der Plan ist wieder zurück zum Anderson Gate zu fahren, dort wo wir unser Abenteuer Etosha auch gestartet haben. Das heisst wir fahren nochmals quer durch den Etosha Nationalpark, diesmal aber von Ost nach West. So können wir das Highlight unserer Namibia-Reise nochmals in vollen Zügen geniessen und erleben.

NEU: Im Beitrag auf unserem Reiseblog SwissNomads verraten wir dir, was uns am Namibia Roadtrip so begeistert hat und wieso wir unbedingt nochmals nach Namibia wollen.

Es ist bereits der 17. Mai und unsere letzten Reisetage sind angebrochen. So starten wir heute wieder früh und fahren um 6:45 Uhr los. Schliesslich wollen wir so viel wie möglich sehen. Als Erstes fahren wir um die Fishers Pan, die sich nördlich unseres Camps Namutoni befindet.

Kaum losgefahren begegnen wir bereits einer Horde Springböcke.

Ein einsamer Springbock inmitten der Natur.

Beim Aroe Waterhole legen wir einen Halt ein. Wir warten und warten, aber leider kommen keine Tiere zum Wasserloch. Es scheint als ob die Tiere im Moment genug Wasser in der freien Natur finden und nicht zu den künstlich angelegten Wasserlöchern kommen zum trinken. Die Regenzeit war dieses Jahr intensiver und hat länger angedauert. Auch wenn wir beim Aroe Waterhole kein Glück haben, entdecken wir während unseren Pirschfahrten trotzdem viele Tiere. Wir müssen einfach ein wachsames Auge, Geduld und eine Prise Glück haben. So entdecken wir jeden Tag eine grosse Vielfalt an Tieren. Sind mal keine Tiere da, bewundern wir die atemberaubende Landschaft. Die Stimmung mit dem wolkenverhangenen Himmel ist wunderschön.

Auf der Fahrt schauen wir nicht nur auf die Flächen sondern auch in den Busch und auf die Bäume. Im Etosha Nationalpark gibt es viele verschiedene Vogelarten. Wir entdecken einen Gleitaar, gehört in die Familie der Habichte, der ganz konzentriert die Umgebung absucht. Vermutlich ist er auf der Suche nach einem geeigneten Mittagessen.

Aber nicht alle Vögel sitzen auf den Bäumen. Mitten auf der Strasse spaziert ein Gelbschnabeltoko.

Kurz bevor der Drive um die Fishers Pan zu Ende ist, entdecken wir weit entfernt zwei Löwenmännchen auf der anderen Seite des Wassers. Wow, was für eine Entdeckung. Der Eine versteckt sich gut getarnt im Busch. Der Zweite lässt sich gut fotografieren. Wir halten am Strassenrand an und beobachten die Löwen aus der Ferne.

Die Wolken verziehen sich langsam und wir dürfen uns wieder über einen strahlend blauen Himmel freuen.

Wir fahren in nördliche Richtung weiter zum King Nehale Gate. Plötzlich entdecken wir auf der Fläche einen Elefanten. Endlich, unser erster Elefant in freier Wildbahn. So genial!

Speziell ist bei Elefanten, dass sie nicht schwitzen können. Nur über die gut durchbluteten Ohren, die von bis zu 14 Liter Blut pro Minute durchflossen werden, kann überschüssige Wärme abgegeben werden. Aus diesem Grund haben Elefanten so grosse Ohren. Elefanten kühlen sich zudem gerne im Wasser ab.

Wir sind hin und weg. Leider laufen die Elefanten weg von uns. So fahren wir ihnen ganz langsam und so ruhig wir können ein Stück nach. Erschrecken wollen wir die Riesen ja nicht. Die Beiden zeigen sich jedoch wenig beeindruckt von uns und gehen von Dannen.

Zurück auf der breiteren Strasse sitzt mal wieder ein Steinbock mitten auf der Fahrbahn. Er lässt sich von uns nicht stören.

Was das Zebra da wohl zu lachen hat?

Wir fahren noch bis zum King Nehale Gate. Hier ist aber Endstation. Wir wenden und fahren wieder zurück zum Namutoni Camp. Auf dem Weg dahin legen wir eine kurze Pause ein und planen die letzten Reisetage im Detail. Wir haben ja entschieden noch zwei weitere Tage im Etosha Nationalpark zu verbringen. So müssen wir uns später noch um die Verlängerung der Bewilligung kümmern. Wir planen auch, wo wir übernachten werden. Da wir im Nationalpark nicht einkaufen können, müssen wir genau planen. Denn leider haben wir keine Zusatztage im Etosha einberechnet und so gehen uns die Essensvorräte langsam aus. Wir sind uns aber schnell einig und so können wir uns bereits wieder auf die Suche nach Tieren machen.

Zwischen Stinkwater und Tsumcor passiert dann das Unfassbare. Vor unseren Augen überquert ein Elefant die Strasse.

Er ist einfach so aus dem nichts heraus gekommen und verschwindet innert Sekunden auch wieder im Busch. Faszinierend! Unglaublich, dass so ein grosses Tier im Busch kaum zu sehen ist. So gross und doch so gut getarnt.

Von der Strasse aus beobachten wir die jungen Elefanten. Sie scheinen ein kleines Wasserloch zum plantschen gefunden zu haben.

Unseren nächsten Stopp legen wir beim Groot Okevi. Leider sind keine Tiere da und auch Warten brigt nichts. Beim nächsten Wasserloch namens Klein Okevi haben wir etwas mehr Glück. Es kommt eine Warzenschweinmutter mit ihren zwei Kindern zum trinken. Wir beobachten die Drei eine Weile bevor wir uns weiter auf die Pirsch machen.

Im Gras entdecken wir einen Sekretär Vogel. Er sieht mit seinem Büschel auf dem Kopf ganz lustig aus. Der Sekretär ist ein grosser Greifvogel, der auf dem afrikanischen Kontinent beheimatet ist. Er ist die einzige lebende Art seiner Gattung und Familie. Den Namen hat er von seinen schwarzen Federn am Kopf, die an Gänsekielfedern erinnern, die von Gerichtssekretären früher oft in Perücken gesteckt wurden. Weil er dem Kranich sehr ähnlich sieht, wurde er früher auch Kranichgeier genannt. Sekretäre werden 125 bis 150 cm lang, wiegen fast 4 Kilogramm und haben eine beachtliche Flügelspannweite von rund 210 cm.

Leider rast die Zeit nur so und es ist bereits wieder drei Uhr nachmittags. Wir fahren langsam zurück zum Namutoni Camp, wo wir nochmals übernachten werden. Beim Damm kurz vor dem Camp stehen schon die nächsten Fotomotive bereit. Giraffen. Das goldschimmernde Gras verleiht dem Ganzen die perfekte Kulisse.

Giraffe in Szene gesetzt.

Und weil wir Giraffen so schnell nicht wieder in der freien Wildbahn zu sehen kriegen, gleich noch ein Foto.

Zurück im Camp reservieren wir zuerst mal unseren Schlafplatz und die Permit für zwei weitere Tage. Es bleibt uns gerade noch Zeit für den Dik-Dik Drive. Der Rundkurs ist etwa sieben Kilometer lang und entpuppt sich als wahres Mini-Safari Paradies. Auf unserer Kurzfahrt sehen wir Springböcke, Gnus, Zebras, Giraffen, ein Warzenschwein und einen aufgeschreckten Strauss.

Ein gut getarnter Toko.

Giraffen sind zwar riesengross, im Gebüsch können sie sich dennoch gut tarnen. Wir bewundern einmal mehr die tollen, langen Augenbrauen. So eine Giraffendame braucht sicher keine Wimperntusche. Mit den langen Wimpern klimpern reicht sicherlich aus um ein Giraffenmännchen schwach zu machen.

Auf der Weiterfahrt treffen wir auf eine kleine Herde Impalas. Die Impala, auch Schwarzfersenantilope genannt, ist eine mittelgrosse afrikanische Antilope. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 90 cm und haben ein Gewicht von 40 kg (Weibchen) und Männchen bis zu 65 kg. Dieses junge Impala ist ein Schwarznasenimpala. Diese Art von Impalas sind besonders häufig im östlichen Teil des Etosha-Nationalparks in Namibia anzutreffen. In den letzten Jahren haben sie sich zunehmend auch in den westlichen Teilen des Nationalparks verbreitet, so dass man sie heute auch an den Wasserlöchern um Okaukuejo antrifft.

Zum Abschied gibt es noch eine Giraffe am Wasserloch, welche wir ein Weilchen beim Trinken beobachten.

Dann ist es bereits wieder Zeit ins Camp zurück zu gehen. Wir müssen ja noch vor dem Sonnenuntergang drin sein. Wir richten uns ein und machen uns frisch für den Apero und das anschliessende Abendessen. Zuerst gönnen wir uns ein kühles Bier am Wasserloch. Leider herrscht totale Ruhe. Es scheint, als ob die Tiere heute keinen Durst oder bereits woanders ihre Tagesration Wasser getrunken haben. Um 18:30 Uhr ist es bereits stockdunkel. Das heisst Zeit zum Abendessen. Da wir die letzten Wochen immer selber gekocht haben, gönnen wir uns zur Abwechslung einmal ein Essen im Camp-Restaurant. Zur Vorspeise gibt es einen Ceasar Salat und zum Hauptgang ein T-Bone-Steak mit Pommes - was will man mehr. Heute geht's uns so richtig gut. Zum Abschluss stossen wir noch mit dem Nationalgetränk, einem Amarula, an. So sind Ferien ein totaler Genuss.

Nach einer ruhigen Nacht steht heute wieder die Tierwelt Namibias auf unserem Programm. Wir warten beim Chudop und Kalkheuwel Wasserloch auf Action. Leider haben wir nur mässig Glück. Nur wenige Tiere sind unterwegs. So fahren wir der Etosha Pfanne entlang. Die Landschaft gibt wieder ihr Bestes.

Wir fahren zum Lookout, wo wir den tollen Blick auf die Etosha Pan geniessen. Aus weiter Entfernung können wir eine riesige Schar Flamingos beobachten. Die grosse Anzahl Flamingos leuchten auf der Salzkruste wie ein rosa Teppich.

Wir entdecken auch einzelne Pelikane. Auch die sind hier zu Hause.

Auf der Weiterfahrt kommen wir an einer Herde Kuhantilopen vorbei. Die Kuhantilope ist eine tagaktive, in Herden lebende Antilope. Kuhantilopen sind typische Grasfresser, die allerdings gelegentlich auch Kräuter und Laub von Büschen fressen. Sie trinken wenn möglich regelmässig, können aber auch lange ohne Wasser auskommen.

Am Strassenrand steht auch wieder einmal ein Springbock der sich gerne von uns fotografieren lässt.

Die Tiere scheinen im Etosha Nationalpark keine Angst vor der Strasse zu haben. Wir entdecken von Weitem etwas komisches, das inmitten der Strasse steht. Von der Form her muss es ein Tier sein. Wir müssen abrupt bremsen, sonst überfahren wir noch das grüne Kameleon.

Das zweite Kameleon das wir im Busch sehen ist zuerst auch knallgrün. Sobald es jedoch über das Gestein spaziert wechselt es die Farbe. Und siehe da, es ist braun-grau-schwarz. Ganz schön clever und gut getarnt.

Ein paar Kilometer vor dem Okaukuejo Camp machen wir noch einen Abstecher in südliche Richtung zu den Wasserlöchern Aus und Olifantsbad. Die Wasserlöcher sind schön, aber ausser ein paar Kuhantilopen, Kudus und einem Strauss ist hier nichts los. Dafür begegnen wir Dik-Diks. Die scheuen Tiere sind noch kleiner als Steinböckchen.

Dik-Diks sind fein und zierlich. Sie haben schon fast etwas feenhaftes.

Bei den Wasserlöchern ist leider nicht viel los was Grosstiere betrifft. Und doch gibt es überall immer etwas interessantes zu beobachten. Zuerst dachten wir es sei eine Wolke über den Bäumen bis wir dann merken, dass es ein riesiger Vogelschwarm ist, der um das Wasserloch kreist. Faszinierend, wie sich die Vögel als Einheit bewegen und in sekundenschnelle gemeinsam die Richtung ändern. Wir fragen uns, wie sie wohl untereinander kommunizieren.

Zebras gibt es im Etosha Nationalpark wirklich viele zu sehen. Uns gefallen die schwarz-weiss gestreiften Zebras so gut, dass wir es kaum lassen können noch mehr Fotos von den tollen Tieren zu schiessen. Sie sind halt sowas von fotogen. Auch wenn sie uns manchmal nur ihren Hintern zeigen.

Zebras waren ursprünglich in ganz Afrika verbreitet. In Nordafrika sind sie jedoch schon in antiker Zeit ausgerottet worden. Am weitesten verbreitet ist heute das Steppenzebra, das vom südlichen Sudan und Äthiopien bis Südafrika verbreitet ist. Das Bergzebra bewohnt das südwestliche Afrika vom südlichen Angola bis Südafrika. Wir sehen hauptsächlich Steppenzebras. Der Grund für die Zeichnung des Fells der Zebras gibt Rätsel auf. Es gibt jedoch mehrere Erklärungen dafür. Zum einen wird vermutet, sie können im hohen Gras oder bei heisser, flimmernder Luft als Tarnung wirken. Es ist auch denkbar, dass durch die Streifenzeichnung die Umrisse der einzelnen Tiere nicht mehr erkennbar sind. Da Zebras in Herden leben, könnte es Räubern erschweren, ein einzelnes Beutetier herauszusuchen. Einer weiteren Theorie zufolge bildeten sich die Streifen zur Tarnung vor Tsetsefliegen. Diese Insekten, die die gefährliche Schlafkrankheit übertragen, könnten mit ihren Facettenaugen die Tiere nicht mehr wahrnehmen. Wieder andere Vermutungen besagen, die Streifen dienen der Thermoregulation oder der Identifizierung der einzelnen Tiere untereinander und so dem Gruppenzusammenhalt. Es ist auch eine Kombination mehrerer Gründe denkbar.

Die beiden Oryx Antilopen stehen schön nebeneinander. Die langen, spitzen Hörner sind ein typisches Kennzeichen.

Im Gras sitzend sind sie trotz markanter Zeichnung recht gut getarnt.

Herrliche Aussicht auf die Etosha Pfanne. Mit dem weissen Grund wirkt der blaue Himmel noch intensiver.

Diese Nacht werden wir im Okaukuejo Camp verbringen. Demselben Camp, wo wir bereits unsere erste Nacht im Etosha Nationalpark verbracht haben.

Am Baum über unserem Schlafplatz hat es ein Nest von Siedelweber Vögel. Die Siedelweber sind sperlingsähnliche Webervögel, die bis zu 14 cm gross werden. Siedelweber sind lebhafte und lautstarke Koloniebrüter, die ihre Gemeinschaftsnester aus Gras in Bäumen und an Telefonmasten bauen. Telefonmasten und die glatte Rinde der Köcherbäume bieten Schutz vor Schlangen. Der Nestbau wird von einigen Vögeln durch den Bau des Daches an einem kräftigen Ast begonnen. Danach bauen die an der Kolonie beteiligten Paare ihre Einzelnester mit den Eingängen nach unten. Die Nester werden jahrelang genutzt und mit der Zeit immer grösser. Oft brechen die Äste unter der Last des Nestes und das ganze Nest oder Teile davon fallen zu Boden. Die Nester erreichen über 4 Meter in der Breite mit weit über 100 Nestern. Ganz beachtlich.

Aber nicht nur das. Auf unserer Campsite wohnt auch eine Streifenhörnchen Familie. Das Weibchen ist sehr zutraulich.

Es lässt sich sogar streicheln.

Das Männchen ist ziemlich frech. Er scheint der Herrscher der Familie zu sein. Zumindest kommt er ziemlich bestimmt daher.

Heute nehmen wir es gemütlich und gönnen uns ein Bierchen und ein paar Chips während wir den Sonnenuntergang am Wasserloch beobachten. Das einzige Tier das heute zum trinken kommt ist ein Gnu. Dieses wird aber durch Lärm verscheucht. Später kommen dann aber doch noch zwei Elefanten vorbei.

Die Farbe des Himmels wird immer intensiver. Von dunkelgelb über orange zu tiefem Rot. Traumhaft schön.

Die Stimmung ist überwältigend.

Leider ist nun unser letzter Tag im Etosha Nationalpark angebrochen. So neigen sich leider auch unsere Ferien langsam dem Ende zu. Die Tierwelt hier in Afrika ist wirklich das Highlight unserer Reise durch Namibia. Wir sind sehr glücklich über unseren Entscheid länger als geplant im Etosha zu bleiben.

Wir stehen wieder früh auf und nach einem kurzen Frühstück ziehen wir los Richtung M'Bari im Westen des Parks. Auf der Strasse und auf der Fläche tummeln sich wieder hunderte von Zebras. Auch Giraffen sind da.

Giraffen-Zebra-Duo präsentiert sich heute auch noch für ein Abschiedsfoto.

Uns fällt auf, dass es im Moment viele junge Zebras hat. Die Jungtiere sind extrem flauschig und noch total schreckhaft. Die Kleinen sind sich wohl noch nicht an Jeeps und Autos gewohnt. Zumindest noch nicht so wie ihre Eltern.

Am Himmel können wir auch immer wieder Greifvögel beim Jagen beobachten. Es ist faszinierend, wie sie mit ihrer gewaltigen Flügelspannweite über die Savanne kreisen und plötzlich Richtung Boden schiessen, sobald sie etwas essbares entdecken.

Auch Springböcke und Gnus sind heute überall zu sehen. Heute scheint wieder viel los zu sein, jedenfalls in diesem Teil des Nationalparks. Plötzlich sehen wir zwei Autos die aprupt stehen bleiben und die Leute im Auto ganz gebannt in den Busch schauen. Wir fahren ebenfalls etwas näher ran und da entdecken wir sie. Vier Löwen verstecken sich im Gebüsch. Wir stellen unseren Wagen ab, sodass die Löwen nicht von Motorengeräusch gestört werden. Die Löwen laufen konzentriert hin und her. Wahrscheinlich sind sie auf der Suche nach etwas Essbarem. Wir haben das Glück und dürfen die Löwen während 45 Minuten beobachten. Leider spricht sich eine solche Sichtung schnell rum und bald befinden sich mehrere Tourbusse rund um uns. Die Löwen merken natürlich, dass sich viele Menschen um sie befinden. So harren sie einfach im Busch aus bis der Trubel vorbei ist.

Wir fahren weiter und erhalten von anderen Reisenden einen genialen Tipp. Anscheinend seien beim Grünewald (Sprokieswood) Elefanten am Wasserloch. Da müssen wir hin. Wenn wir Glück haben, sind sie ja noch da. Und wir haben Glück. Wir sehen zwei Elefanten etwas weit entfernt Richtung Gebüsch ziehen. Plötzlich entdecken wir noch einen Dritten. Ein riesiges Männchen gönnt sich gerade ein Schlammbad. Wir können den riesigen Dickhäuter beobachten wie er aus dem Schlammbad steigt und den anderen Elefanten nachläuft. Er überquert die Strasse und wir sind ganz Nahe. Wow, er ist wirklich riesengross.

Wir staunen über den Anblick dieser grossen Tiere. Etwas mulmig ist uns schon, so nahe bei diesen Riesen zu stehen. Wir kommen uns im Auto gerade sehr winzig und hilflos vor.

Der Afrikanische Elefant ist das gegenwärtige grösste lebende Landsäugetier der Welt. Ein Afrikanischer Elefantenbulle wird durchschnittlich 3.20 Meter gross und wiegt 5 Tonnen. Ganz beachtlich. Es ist zwar selten, aber manche Bullen können eine Körpergrösse von bis zu 4 Metern mit einem Gewicht von 7.5 Tonnen erreichen. Kühe, weibliche Elefanten, sind kleiner und leichter als Bullen. Die durschnittliche Körpergrösse liegt bei 2.5 Metern und wiegen bis zu 2.8 Tonnen. Im Gegensatz zu Asiatischen oder Indischen Elefanten besitzen sowohl die Männchen als auch die Weibchen in aller Regel Stosszähne. Bei Männchen werden die Stosszähne bis zu 3 Meter lang und 100 kg schwer. Ein markanter Unterschied zu Asiatischen Elefanten sind die deutlich grösseren Ohren. Diese können nämlich eine Länge von 2 Meter erreichen. Ein weiteres Merkmal im Vergleich: der Afrikanische Elefant besitzt zwei "Finger" am Rüsselende, der Indische Elefant nur einen.

Nach diesem tollen Erlebnis fahren wir weiter zum Charl Marais Dam und begegnen einer grossen Gruppe Strausse. Kaum sehen sie uns machen sie sich in grossen Schritten davon.

Da bereits wieder Mittagszeit ist, machen wir uns langsam auf den Rückweg. Wir entdecken ganz viele Herden von Springböcken, Zebras, Gnus und Strausse. Es scheint, als ob alle Tiere Richtung Osten ziehen. Wahrscheinlich ist nun die Migration vom Westen in den Osten im Gange.

Leider müssen wir nun den Zebras, Giraffen, Antilopen und all den faszinierenden Tieren hier im Etosha Nationalpark Goodbye sagen. Eines wissen wir jedoch. Wir sind bestimmt nicht das letzte Mal in Namibia oder Afrika gewesen. Das Land hat soviel zu bieten und wir sind total fasziniert davon.

Auch dem jungen Zebra müssen wir leider Tschüss sagen.

Die Zebras ziehen weiter, genauso wie wir. Nur trennen sich hier leider unsere Wege. Die Zebras ziehen Richtung Osten und bei uns heisst es wieder Richtung Süden fahren.

Wir verlassen den Etosha Nationalpark wieder beim Anderson Gate. Dem gleichen Gate wie wir vor sechs Tagen eingereist sind.

Zum Abschluss noch ein paar interessante Fakten zum Etosha Nationalpark:
Auf Grund einer per Flugzeug durchgeführten Tierzählung im Jahre 2005 gibt es derzeit rund 250 Löwen im Park, 4'000 Gnus, 5'500 Oryx-Antilopen, 300 Nashörner, 3'000 Giraffen, 12'000 Zebras und über 2'500 Elefanten. Von den zierlichen Springböcken gibt es fast 20'000 Exemplare. Man sieht sie oft in grossen Herden von mehreren Hundert Tieren.

Am 20. Mai 2011 ist nun unser letzter Reisetag angebrochen. In Outjo machen wir noch die letzten Erledigungen. Im Internet Café checken wir unsere E-Mail und gönnen uns wiedermal einen Cappuccino. Herrlich, so nach drei Wochen löslichem Nescafe. Am frühen Nachmittag erreichen wir bereits Windhoek. Wir lassen das Auto waschen und haben noch ein bisschen Zeit um uns kurz in der Stadt umzuschauen. Allzu viel Zeit verbringen wir allerdings nicht in der Stadt, denn wir haben keine Lust auf Verkehr und Hektik. Was wir aber nicht verpassen dürfen, ist das wohl bekannteste und meistfotografierte Bauwerk von Windhoek, die auf einem Hügel gelegene Christuskirche. Die Kirche wurde zwischen 1907 und 1910 mit einem 24 Meter hohen Kirchturm aus Quarzsandstein erbaut.

Dann fahren wir zum Monteiro Camp, da wo wir unsere erste Nacht verbracht haben. Wir werden vom Haushasen begrüsst. Da wir die einzigen Gäste sind, können wir uns einen Platz aussuchen. Nun haben wir noch genügend Zeit unser Gepäck zu packen und unser Auto für die Übergabe fertig zu machen. Natürlich geniessen wir auch die letzten Stunden unseres tollen Abenteuerurlaubs.

Am Vormittag des 21. Mai endet unsere Reise mit einem letzten Frühstück im Monteiro Camp. Dann heisst es zurück nach Windhoek, das Auto zurück geben und zurück zum Flughafen.

Schade sind unsere Ferien schon vorbei. Aber eins wissen wir: Wir kommen wieder. Namibia ist ein überaus tolles Reiseland mit landschaftlich vielen Höhepunkten und einer Tierwelt, wie wir sie noch nirgendwo anders gesehen haben. Neben Namibia gibt es aber noch weitere Länder in Afrika die wir in Zukunft noch bereisen möchten. Unsere Reisewunschliste ist somit erneut gewachsen.

Vielen Dank für Euren Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen, unsere Fotos und Berichte haben Euch gefallen. Wir freuen uns, wenn ihr wieder auf www.sunandstar.ch vorbeischaut. Wir werden regelmässig über unsere Reisen berichten.

Reni und Marcel


Folgende Bücher haben uns bei der Vorbereitung und auf der Reise durch Namibia weitergeholfen und können wir empfehlen:

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