Malediven 2011 – Reisebericht 1

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Unsere ersten Tage auf der Malediveninsel Komandoo

Am 21. September haben wir uns bei einem gemeinsamen Brunch von unseren Familien, Freunden und Bekannten verabschiedet und gleich auch noch unsere Hochzeit gefeiert. Dann ging alles sehr schnell. Die Tage sind nur so verflogen. Wir mussten noch sehr viel organisieren, Marcel hatte am 20. September den letzten Arbeitstag. Am 24. September haben wir parallel unsere verbleibenden Habsehligkeiten verpackt, gezügelt und eingelagert. Wir geniessen die letzten 1,5 Wochen bei den Eltern von Marcel. Das September-Wetter zeigt sich in der Schweiz von der besten Seite und wir können einen warmen Herbst geniessen. Wir sitzen viel draussen und saugen die schönen Dinge der Schweiz auf, vorallem grüne Wiesen, die sich langsam rot verfärbenden Wälder und die Berge. All das werden wir für länger nicht mehr sehen. Umso schöner scheint einem die heimische Umgebung.

Am 5. Oktober ist es dann soweit. Der Abschied steht an. Unsere lieben Eltern kommen zum Flughafen und mit schwerem Herzen sagen wir auf Wiedersehen. Der Abschied fällt uns schwer, aber wir sind überzeugt, genau das Richtige zu tun. Wir freuen uns nun sehr auf das neue Leben auf den Malediven. Pünktlich fliegen wir von Zürich nach Frankfurt. Der Weiterflug hat zwar Verspätung, aber wir haben ja Zeit. Nach einem ruhigen Nachtflug mit Condor kommen wir am 6. Oktober auf Hulule, dem Flughafen der Malediven an.

Die Einreise klappt einwandfrei. Von unserem Arbeitgeber haben wir die Arbeitsbewilligung erhalten und so kriegen wir am Zoll den nötigen Einreisestempel in unserem Pass. Im Flughafengelände werden wir abgeholt und zum Steg für den Transfer nach Male gebracht. Der Gepäckwagen für unsere Rucksäcke steht auch schon bereit.

Wir staunen einmal mehr über das kristallklare Wasser hier auf den Malediven. Hier kriegt man bereits am Hafen Ferienfeeling. Am Steg stehen Taxi-Dhonis sowie die Boote der Resorts bereit, bei denen die Touristen mit den Speedbooten zur Insel gefahren werden. Die weiter entfernten Insen werden per Wasserflugzeug angeflogen.

Wir müssen zuerst noch auf die Hauptinsel Male und so warten wir auf unser Taxi-Dohni. Der Transfer nach Male dauert mit dem Boot etwa 15 Minuten.

Welcome to Male. Die Skyline von Male mit dem Hafen.

Am Hafen von Male stehen viele Fischerboote und Transportboote bereit.

Als erstes werden wir mit dem Taxi ins Hotel Garden House gefahren, wo wir unser Gepäck einstellen können. Dies war natürlich nicht unser Taxi, sonst wären wir ja nie im Hotel angekommen.

Vom Hotel aus gehts weiter ins Spital, wo wir medizinische Test machen müssen. Diese werden für die Aufenthaltsbewilligung benötigt. Alles prima soweit mit unserer Gesundheit. Als nächstes gehen wir uns eine maledivische SIM-Karte besorgen.

Male, die Hauptstadt der Malediven, ist 5.8 km2 gross und hier leben über 100'000 Menschen. Unvorstellbar, wenn man die Insel nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Da die Bevölkerung in den letzten Jahren derart zugenommen hat, wurde sie künstlich vergrössert. Über ein Viertel der aktuellen Inselfläche ist durch zusätzliche Massnahmen der Landgewinnung von Male entstanden. Zudem wird auf Male vorallem in die Höhe gebaut. Es gibt aber ein Limit. Die Bauvorschriften auf Male besagen, dass kein Gebäude höher sein darf als der Turm der Hauptmoschee, der sogenannten "Freitagsmoschee". Das Leben auf Male steht vollkommen im Kontrast zu den Touristenresorts. In Male geht es geschäftig zu und her. Es herrscht hektischer Verkehr mit Autos und Mofas, wobei auf den Touristeninseln sowie den kleineren bewohnten einheimischen Inseln Gemütlichkeit und Ruhe herrscht.

Dann haben wir noch etwas freie Zeit. Es heisst, dass wir informiert werden, sobald der Transfer nach Komandoo bestätigt ist. Voraussichtlich wird das aber erst morgen Vormittag sein. So nutzen wir die Chance, auf Endteckungstour in Male zu gehen. Zuallererst gehen wir etwas kleines Essen und gönnen uns eine Erfrischung in einem Einheimischen Lokal.

Eigentlich wäre geplant gewesen, dass wir eine Nacht in Male bleiben und wir am nächsten Tag den Transfer auf Komandoo kriegen. So sind wir gemütlich an den Hafen spaziert und haben uns einen Eistee in einem schönen Kaffee mit Blick aufs Meer gegönnt.

Plötzlich klingelt das Telefon. Wir sollen sofort unser Gepäck im Hotel abholen und direkt mit dem Boot wieder rüber zum Flughafen. Wir erfahren, dass noch kurzfristig ein Transfer nach Kuredu organisiert werden konnte. Von Kuredu werden wir dann per Boot nach Komandoo gebracht. Es ist bereits 15.30 Uhr und der Flug ist auf 16.30 Uhr angesagt. Phuu... wir beeilen uns und erreichen gegen 16.15 Uhr das Check-in von TMA, der Trans Maldivian Airline.

Alles klappt reibungslos und ein paar Minuten später sitzen wir auch schon im Wasserflugzeug. Wir bewundern die Inselwelt von oben. Zuerst fliegen wir über Hulumale, die sich in der Nähe von Male befinden und durch Landgewinnung entstand.

Dann fliegen wir über die Atolle und bewundern einmal mehr die vielen einsamen, unbewohnten Inseln in den Atollen. Wow, wir sind zurück im Paradies. Die Aussicht aus dem Wasserflugzeug ist immer etwas ganz spezielles für uns. Von oben sieht man die Inseln in einem ganz anderen Licht. Diese fast kreisrunde Insel ist umgeben von Palmen und in der Inselmitte sind Felder zu sehen, wo Gemüse und Früchte gepflanzt werden.

Es ist später Nachmittag und so werden die Inseln sehr schön beleuchtet.

Wir haben das Glück in einer der neuen Wasserflugzeuge zu fliegen. Als wir das letzte Mal auf den Malediven waren, sind nur die kanadischen Twin Otter im Einsatz gewesen. Da die Produktion eingestellt wurde, sind keine neuen Maschinen mehr gebaut worden. In Jahr 2006 erwarb Viking Air die Produktionsrechte von Bombardier Aerospace und so wurde im Dezember 2007 wieder mit der Produktion begonnen. Der Erstflug des neuen Wasserflugzeuges der Version DHC-6-400 fand am 1. Oktober 2008 im kanadischen Victoria statt. Der Erstflug der ersten Serienmaschine jedoch erst am 16. Februar 2010. Zu den Erstkunden gehörten unter anderem die Trans Maldivian Airways. Die Kabine ist hell und komfortabel eingerichtet und das Cockpit ist mit modernster Technologie ausgestattet.

Trotz modernster Maschinen fliegen die Wasserflugzeug Piloten noch immer Barfuss.

Wir geniessen den 45-minütigen Flug von Male bis Kuredu in vollen Zügen. Es fühlt sich an, als ob wir in ganz lange Ferien gehen, obwohl wir ja hier sind zum Arbeiten.

Auf dem Cockpit sehen wir, dass wir in der Zwischenzeit über dem Lhaviyani Atoll fliegen. Je weiter wir fliegen, desto aufmerksamer schauen wir uns die Inseln an. Und plötzlich entdecken wir Komandoo. Wir fliegen an unserem neuen Zuhause vorbei. Ist ein komisches und ganz spezielles Gefühl.

Wenige Minuten später sehen wir auch schon Kuredu, die Insel auf der wir im 2008 als Tauchlehrer gearbeitet haben. Es ist, als ob wir gar nie weg waren. Alles kommt uns hier sehr bekannt vor.

Nach einem 45-minütigen Flug landen wir bei schönstem Wetter auf Kuredu. Jetzt müssen wir doch mal noch ein schönes Foto von dem tollen Wasserflugzeug machen. Uns gefällt auch der Werbespruch "The luxury of being yourself". Könnte direkt unser neues Motto werden.

Wir werden von Ray, dem Resident Manager von Prodivers, begrüsst. Nach einem kurzen Schwatz kommt auch schon unser Dhoni, ein typisches maledivisches Boot, das uns nach Komandoo bringt. Wir geniessen eine herrliche Fahrt dem Sonnenuntergang entgegen. So kommen wir gleich in den Genuss einer Sunset Cruise.

Gegen 7 Uhr abends kommen wir glücklich auf Komandoo an. Rosa und Josep stehen bereits am Steg und wir werden herzlich an unserem neuen Wohn- und Arbeitsort begrüsst. Es ist schön, wieder hier auf den Malediven zu sein.

Im 2008 haben wir hier auf den Malediven unser unbeschwertestes und schönstes Jahr unseres Lebens verbracht. Umso glücklicher sind wir, wieder hier zu sein mit der Aussicht einen befriedigenden Job ausüben zu dürfen.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gehen wir zuerst einmal in die Bar mit unseren neuen Arbeitskollegen Rosa und Josep. Wir lernen auch die ersten Angestellten kennen - vom Insel Manager bis zum Barkeeper. Komandoo ist im Gegensatz zu Kuredu viel kleiner und familiärer. Hier kennt jeder jeden und so haben wir noch einiges zu tun mit Namen merken.

Am ersten Tag haben wir noch frei und somit genug Zeit unsere Sachen auszupacken und uns in unserem neuen Zuhause einzurichten. Unser Zimmer befindet sich in der Inselmitte. Wir haben eine grosse Terrasse mit Blick auf das Volleyball Feld.

Am Nachmittag machen wir dann gleich unseren ersten Tauchgang am Komandoo Hausriff. Ach, ist das schön wieder im Wasser zu sein. Die Unterwasserwelt auf den Malediven ist halt schon unglaublich schön. Wir freuen uns schon jetzt auf die vielen Entdeckungen in der Unterwasserwelt. Es warten ja unzählige Tauchgänge auf uns. Mal sehen, was wir alles erleben und entdecken werden.

Am 8. Oktober geht es definitiv los. Unser erste offizielle Arbeitstag beginnt. Vieles kommt uns von unserer Zeit auf Kuredu bekannt vor und doch ist vieles ganz neu für uns. In Kuredu war unsere Hauptaufgabe das Tauchen, respektive Kurse geben und Tachgänge führen. Hier machen wir auch all die administrativen Dinge die zu einem Tauchbetrieb gehören. Das geht von der Organisation der Tauch- und Schnorchelboote bis hin zu Rechnungen schreiben. Das macht das Arbeiten umso interessanter.

Zur Zeit ist die Tauchbasis sehr gut gebucht. Die Insel ist voll ausgelastet und wir haben entspechend viele tauchende Gäste. Es steht auch schon der erste Open Water, ein Advanced Open Water Diver sowie ein Nitrox Kurs an. Allesamt in deutscher Sprache. Wir sind also genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. So werden wir bereits in den ersten Tagen ins kalte Wasser geworfen. Das ist aber gut so, denn so kommen wir sehr schnell wieder rein in die Routine.

Wir haben einen Tag pro Woche frei. So haben wir uns an unserem ersten halben Freitag die Zeit genommen, einmal um die Insel zu spazieren und ein paar Fotos zu schiessen.

Auf Komandoo gibt es zwei Stege. Der Hauptsteg wird zum anlegen der Boote verwendet. Die ankommenden Gäste landen mit dem Wasserflugzeug einige hundert Meter neben Komandoo, wo sie auf einem Floss abgeladen werden. Ein Dhoni holt jeweils die Gäste und ihr Gepäck vom Floss ab und wenige Minuten später wird man in der Rezeption mit maledivischem Getrommel empfangen.

Der Steg ist auch der Ausgangspunkt für Tauch- und Schnorchelausflüge. Von hier aus fahren wir täglich zu tollen Tauchplätzen im Lhaviyani Atoll.

Die Tauchschule befindet sich gleich neben der Rezeption. Die Basis ist klein und übersichtlich. Unser neuer Arbeitsplatz verfügt über ein Büro, einen Shop, ein Schulungszimmer, einen Equipmentraum sowie einer Werkstatt, wo sich auch die Kompressoren befinden.

Vor der Tauchschule gibt es genügend Sitzgelegenheiten für das Zusammensitzen vor oder nach dem Tauchen. Hier können wir die Theorie oder Tauchgänge mit unseren Studenten oder Tauchern besprechen. Viele der Taucher kommen auch hierher, um ihr Logbuch zu schreiben und zum Fachsimpeln.

Dies ist der Strand auf der Ostseite der Insel - die Sonnenaufgangsseite. Das südliche Ende der Insel erreicht man in wenigen Gehminuten. Als wir am seichten Wasser entlang gehen, können wir eine Gruppe Baby Schwarzspitzen Haie beim jagen beobachten. Ein herrliches Schauspiel. Die Baby-Haie sind hier jeden Tag unterwegs.

Am Südzipfel der Insel befinden sich 15 Wasserbungalows. Hier haben Gäste wunderbaren Blick auf das offene Meer und direkten Zugang ins Wasser.

Die Westseite von Komandoo richtet sich zur Einheimischeninsel Hinnavaru hin. Auf Hinnavaru leben rund 4'000 Menschen. Viele der maledivischen Angestellten kommen täglich per Taxiboot nach Komandoo zur Arbeit. Ein toller Arbeitsweg. Der Strand auf der Westseite unterscheidet sich kaum von der Ostseite.

Der zweite Steg befindet sich auf der Westseite mit Sicht auf die bewohnte Insel Hinnavaru. In der Mitte des Stegs befindet sich das à-la Carte Restaurant Aqua.

Das Hauptrestaurant befindet sich am nördlichen Zipfel der Insel. Die grosse Terrasse ist gegen Westen gerichtet und über dem Wasser gebaut. Wunderschön für ein gemütliches Abendessen. Auf Wunsch werden auch romantische Candle Light Dinner am Strand organisiert.

Die Bar ist ebenfalls am nördlichen Zipfel von Komandoo, aber gegen Osten gerichtet. Von hier aus sieht man weit entfernt die Touristeninsel Kuredu und Kanuhura. Die grosszügige Terrasse lädt zu einem gemütlichen Drink vor oder nach dem Abendessen ein.

Das sind soweit einmal die ersten Eindrücke von unserem neuen Zuhause über Wasser. Natürlich haben wir auch bereits einige Tauchgänge gemacht. Wir haben bei einem gemeinsamen Tauchgang einige Aufnahmen gemacht. Diese Bilder möchten wir euch nicht vorenthalten. Hier einige Unterwasserimpressionen vom Komandoo Hausriff.

Am ersten Korallenblock begegnen wir bereits einem Rotfeuerfisch. Er setzt sich schön in Pose für ein Foto.

Etwas weiter in etwa 15 Metern Tiefe treffen wir den standorttreuen Schaukelfisch.

Auch Clownfische sind hier zu Hause.

Auf dem Rückweg begegnen wir einer Süsslippe.

Gegen Ende des Tauchgangs entdeckt Marcel's geübtes Auge noch eine Nacktschnecke.

Wir sind wieder zurück in unserem geliebten Indischen Ozean.

Wir danken dir für den Besuch auf unserer Homepage und hoffen, dass dir unser erste Bericht aus Komandoo gefallen hat.

Unter Weihnachten und Silvester auf der Malediveninsel Komandoo findest du den nächsten Reisebericht.

Viele Grüsse aus den Malediven und bis zum nächsten Mal,
Marcel und Reni

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