Malediven 2008 – Reisebericht 5

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Ein Jahr als Tauchlehrer auf der Malediveninsel Kuredu

Seit knapp einem Jahr arbeiten wir nun bereits auf Kuredu als Tauchlehrer. Damit ihr euch vorstellen könnt, was wir so auf den Malediven treiben und wie unser Leben als Tauchlehrer ausschaut, stellen wir euch hier ein paar typische Arbeitstage vor.

Der Alltag als Tauchlehrer unterscheidet sich komplett von unserem früheren Büroalltag. Wir sind jeden Tag viele Stunden an der frischen Luft, wir verbringen täglich mindestens zwei Stunden im 28 Grad warmen Wasser und es gibt keine freien Wochenenden. Hier ist jeder Tag ein Arbeitstag.

Unsere Arbeitstage wechseln sich ab zwischen Orientierungstauchgang für neu angekommene Gäste, Guiden von Bootstauchgängen, Schnuppertauchen oder Kursen. Marcel und ich unterrichten Open Water Diver, Advanced Open Water Diver und Nitrox Kurse.

Wie unser Tagesplan aussieht, legt unsere Basisleiterin Jutta fest. Abends ab 19:00 Uhr können wir uns in der Tauchbasis schlau machen und uns auf die Arbeit am nächsten Tag freuen. Wir werden jeweils für zwei Aktivitäten pro Tag eingeteilt. Das heisst wir sind zweimal pro Tag im und unter Wasser.

An einem typischen Arbeitstag klingelt der Wecker um 8:00 Uhr. Ein neuer sonniger Arbeitstag beginnt. Noch ist es ruhig vor den Zimmern der Unterkunft, wo wir Tauchlehrer wohnen. Langsam aber sicher kommen die Leute aus den Zimmern, denn das Frühstück erwartet uns in der Staff-Kantine.

Auch vor der Tauchschule ist es noch ruhig. Bald treffen aber die Leute ein, die heute Morgen tauchen gehen wollen. Um 8:30 Uhr öffnen wir die Türen der Tauchbasis und es kommen vermehrt Kunden rein.

Die einen kommen um Schnorchelausrüstung zu mieten, andere holen sich einen Tauchcomputer ab. Im Normalfall stehen wir und unsere europäischen Kollegen hinter der Theke. Ausnahmsweise übernimmt heute die Bootscrew das Ruder in der Tauchbasis. Ob das gut kommt?

Prodivers auf Kuredu ist eine der grössten Tauchbasen auf den Malediven. Dadurch ist unser Angebot an Tauchausflügen sehr gross. Taucher können sich für einzelne Bootstauchgänge, 2-Tank-, Ganztagesausflüge, Early Morning, Sunset oder auch Nachttauchen eintragen.

Treffpunkt für die Taucher ist die Tauchbasis. Als erstes packen die Taucher ihre Ausrüstung und unsere Trolly-Boys helfen die Taschen auf den Trolly zu verladen. Sobald alle Gäste parat sind, bringen unsere drei Trolly-Boys Malek, Babul und Alhas das Equipment zum Boot.

Die Pressluft- oder Nitrox-Tanks stehen bereit. Auf dem Boot bauen die Gäste zuerst das Equipment zusammen und testen, ob alles funktioniert. Sind alle Taucher fertig geht es los.

Heute bin ich (Reni) auf dem Boot. Nach der Begrüssung der Gäste fahren wir los. Im Vorfeld habe ich bereits anhand der Erfahrung der Taucher und dem Wetter einen sehenswerten Tauchplatz ausgewählt. Fushivaru Thila heisst der Tauchplatz. Vor jedem Tauchgang zeichnen wir auf wie der Tauchplatz aussieht, dann erkläre wir im Detail wie dieser am besten getaucht wird und was es zu sehen gibt. Der Tauchplatz heute ist etwa 45 Minuten von Kuredu entfernt, so mache ich das Briefing auf dem Weg dahin.

Am Tauchplatz angekommen, heisst es zuerst einmal die Strömung checken. Rein in die Flossen, Maske auf und reinspringen. Das ist wichtig um zu entscheiden, wo wir den Tauchgang beginnen.Nach dem Strömungscheck informiere ich die Gäste, in welche Richtung die Strömung geht und wie stark diese ist. Ein letzter Check - das Equipment funktioniert einwandfrei. OK, es kann losgehen.

Rein ins Wasser und abtauchen.

Ich steige ab auf fünf Meter und warte auf die Gruppe. Nachdem alle Taucher den Abstieg geschafft haben, kann der Tauchgang losgehen. Was werden wir wohl heute vorbeiziehen sehen? Jeder Tauchgang ist spannend aufs Neue, denn der Indische Ozean ist kein Zoo. Wir wissen nie was kommt. Überraschende Begegnungen sind hier an der Tagesordnung. Bei Bootstauchgängen tauchen wir maximal eine Stunde und die maximale Tiefe beträgt 30 Meter.

Lächeln bitte. Beim Tauchen stehen einem die Haare zu Berge. Zum Glück mache ich nicht bei einem Schönheitswettbewerb mit.

Zurück auf dem Boot werden wir verwöhnt mit Tee und Kaffee und weltbestem Bananenkuchen. Auf der Rückfahrt zur Insel zeigen die Unterwasserfotografen stolz ihre Fotos rum oder es wird über den Tauchgang geplaudert. Schön wars.

Zurück auf der Insel werden wir von unseren Trolly-Boys empfangen. Diese bringen alle Taschen mit den Tauchsachen zurück zur Basis. Da waschen wir alles in Süsswasser und hängen es zum Trocknen auf.

Marcel ist heute auf einem 2-Tank. Bei schönem Wetter sind 2-Tank-Tauchgänge etwas tolles. Um 9:00 Uhr geht es los zum ersten Tauchplatz. Bei 2-Tanks fahren wir öfters an etwas weiter entfernte und anspruchsvollere Plätze. Briefingtime! Der Tauchplatz Zafari steht bei Marcel als erstes auf dem Programm. Ein belebtes Aussenriff mit der Chance auf grössere Fische wie Adlerrochen, Tuna oder Haie zu treffen. Viel Glück.

Dem strahlenden Gesicht an scheint der Tauchgang ein Erfolg gewesen zu sein.

Ob Marcel wohl Mantas gesehen hat?

Auf der Weiterfahrt zum zweiten Tauchplatz ist Zeit um die traumhafte Inselwelt zu geniessen. Die Beste Aussicht hat man vom Bug des Bootes aus, dieser Platz ist jedoch bereits belegt. Auch die Bootscrew geniesst die Fahrt bei Sonnenschein.

Weiter geht's zum Tauchplatz Aquarium. Zwischen den zwei Tauchgängen schalten wir immer eine Stunde Oberflächenpause ein. So ist Zeit um sich zu erholen, zu lesen oder einfach nur aufs Meer rauszuschauen.
Während sich es die Gäste bequem machen, bereitet Marcel die Tauchplatzkarte für das nächste Briefing vor.

Nach dem zweiten Tauchgang geht es zurück nach Kuredu und treffen gegen halb eins ein. Für die Gäste ist also Zeit genug nach dem Waschen des Equipments noch gemütlich zu Mittag essen.
Für Marcel heisst es jetzt noch die Tauchpapiere auszufüllen, danach ist sein Arbeitstag für heute auch vorbei.

Neben Bootstauchen unterrichten wir auch Kurse. Durchschnittlich machen wir einen Open Water Kurs pro Monat und alle zwei Monate einen Advanced Open Water und Nitrox Kurs. Die Kursgrösse variiert total. Mal ist es nur ein Student, ein andermal sind es gleich sechs. So bleibt unser Job immer spannend.

Ein Open Water Kurs dauert bei uns mindestens fünf Tage. Drei ganze Tage Theorie mit jeweils fünf Pool-Tauchgängen (bei uns in der Lagune), bei denen eine ganze Reihe an Übungen gemacht werden. Von der Maske abnehmen, wieder aufsetzen und ausblasen unter Wasser bis hin zum kontrollierten Notaufstieg machen wir die Taucher fit, sodass sie nach Abschluss sichere Taucher sind. Zum Kurs gehören auch vier Freiwasser Tauchgänge, wo vorallem an der Tarierung gefeilt wird. Ziel ist, dass die Taucher kontrolliert über oder an einem Riff vorbeischweben können.

Hier ist Marcel unterwegs ans Hausriff. Mit seinen zwei Open Water Studenten macht er heute einen der vier Freiwasser-Tauchgänge. Hier der Beweis, Tauchen macht Spass.

Am Ende des Stegs stehen die Tanks bereit.

Bald kann es losgehen. Marcel checkt ob seine Studenten auch alles richtig machen.

Rein ins Equipment, alle Schläuche verstauen und los geht's.

Vor dem Sprung ins Wasser wird nochmals kräftig in die Maske gespuckt. Das hilft gegen das Anlaufen der Maske. Somit ist eine klare Sicht garantiert.

Eine weitere Tauchgruppe ist auf dem Weg ans Hausriff.

Ein super Tauchgang. Die Begegnung mit einem Manta am Hausriff und das erst noch beim ersten Tauchgang im Kurs ist sensationell. Tauchlehrer Marcel rundum zufrieden, nicht nur wegen des Mantas sondern auch mit der Leistung seiner Studenten. Bald kann er zwei weitere Taucher zertifizieren.

Herzliche Gratulation zum Open Water Diver. Die frisch zertifizierten Taucher Colin, Jean und Andi aus England sowie Stefan aus Schweden sind glücklich und zufrieden. Gefeiert wird in der Babuna Bar. Den ganzen Abend schwärmen sie von ihrem tollen Tauchlehrer.

Tauchmeister Marcel mit seinen Studenten Conny und Andi.

Noch ein Student, hier zelebrieren wir den erfolgreichen Taucher Volker in der Pool Bar.

Marcel's jüngster Junior Open Water Student Mexi strahlt. Auch er hat es geschafft und ist stolz auch zu den Tauchern zu gehören. Sein nächster Besuch in Kuredu ist bereits geplant.

Marleen hat bei mir Resort-Tauchen gemacht. Für Gäste die das Tauchen ausprobieren wollen, ohne einen kompletten Kurs zu absolvieren, gibt es das Resort-Tauchen.

Resort 1 ist die Einführung ins Tauchen. Wir erklären während einer halben Stunde das Wichtigste übers Tauchen. Wichtig ist vorallem zu verstehen, was der Wasserdruck beim Abtauchen und während des Tauchens für einen Einfluss auf unseren Körper hat. Nach der Einführung statten wir die Taucher mit Equipment aus. Jeder der Tauchen will braucht eine Tarierweste, einen Lungenautomaten, einen kurzen Neoprenanzug und Blei. Unter Aufsicht bauen alle das Equipment selber zusammen und testen dieses auf Funktionalität. Ist alles in Ordnung geht es endlich los ins Wasser.
In der Lagune müssen die Resort-Taucher zuerst drei Übungen machen. Danach machen wir eine Runde in der Lagune, wo zum ersten Mal das Tauchfeeling rüberkommt.

Auch im flachen Wasser gibt es viel zu sehen. In der Lagune ist hauptsächlich Sandboden und Seegras, es gibt aber auch Steinhaufen mit vielen Schwarmfischen wie Blaustreifen Schnapper oder Buckel Schnapper. Im Seegras können wir regelmässig Schildkröten beim Fressen beobachten.

Ein Resort-Tauchgang in der Lagune dauert rund 45 Minuten. Danach hiesst es raus aus dem Wasser und zurück zur Tauchbasis.
Wenn den Gästen das Tauchen gefallen hat, können sie sich für Resort 2 anmelden, dann führen wir sie zum Hausriff und zeigen ihnen die Unterwasserwelt bis in die maximale Tiefe von 12 Metern. Wer noch nicht genug vom Tauchen hat, macht noch Resort 3 und kommt in den Genuss mit dem Boot an einem nahe gelegenen Riff zu tauchen.

An Tagen wo Bootstauchgänge mit zertifizierten Tauchern auf unserem Programm stehen, drehen wir der Insel den Rücken zu. Zumindest für ein paar Stunden.

Gemeinsam Tauchen können wir normalerweise nur an unserem freien Tag. Manchmal haben wir jedoch Glück und sind wir auf einem Boot um Tauchplätze kennen zu lernen. An solchen Tagen haben wir sogar die Gelegenheit gemeinsam zu Tauchen und das erst noch während der Arbeit. Genial!

Achtung - fertig - los!

Das Meer ist schön flach. So wie man sich die Malediven vorstellt.

Konzentriert schauen wir wie Muin, einer unserer maledivischen Tauchlehrer, die Tauchplatzkarte zeichnet. Schliesslich wollen wir etwas lernen.

Die Ausrüstung muss vor jedem Tauchgang gründlich getestet werden. Das Wichtigste dabei ist, funktioniert der Lungenautomat und die alternative Luftversorgung einwandfrei und lässt sich die Tarierweste aufblasen und geht die Luft auch wieder raus.

Muin macht ein ausführliches Briefing über den Tauchplatz Nr. 11 Shipyard. Das sind zwei Wracks die auf 29 Metern Tiefe in einem Kanal liegen. Die beiden japanischen Transportschiffe sind in den 80er Jahren gesunken. Ein toller Tauchplatz, den wir jedoch nur selten betauchen können. Da die beiden Wracks im Kanal liegen, herrscht oft starke Strömung. Hoffentlich klappt es heute.

Wir sind da. Das eine Wrack ragt rund 6 Meter aus dem Wasser raus. Sieht spannend aus. So, ich bin bereit.

Mein Buddy ist auch bereit. Von uns aus kann's losgehen.

Die Sonne scheint so stark, deshalb taucht Marcel heute ausnahmsweise mit Sonnenbrille.

Cheese!

Wow, genial. Dieser Tauchgang war wunderschön. Eine leichte auslaufende Strömung, optimal das Shipyard zu betauchen.

Wir geniessen unsere gemeinsamen Tauchgänge immer sehr. Das ist im Moment leider eine Seltenheit. Sobald unsere Zeit als Tauchlehrer auf den Malediven vorbei ist, können wir wieder gemeinsam abtauchen und die Unterwasserwelt in anderen Meeren dieser Welt entdecken. Wir freuen uns schon riesig.

Ein erlebnisreiches und lehrreiches Jahr als Tauchlehrer auf den Malediven geht zu Ende. Schön war's!

Wir bedanken uns einmal mehr für deinen Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen unser Bericht gefällt dir.

Bis zum nächsten Mal.

Viele Grüsse aus den Malediven,
Marcel und Reni

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