Malediven 2008 – Reisebericht 4

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Eine Woche Tauchsafari durch die Malediven auf der Monsoon

Ganz unverhofft können wir doch noch eine Woche auf dem Tauchsafariboot Monsoon verbringen. Vom 29.09.08 bis zum 5.10.08 leben wir eine Woche auf dem Boot und können Tauchen ohne jegliche Verpflichtung und somit die Tauchgänge in vollen Zügen geniessen.

Die komfortabel eingerichtete MY Monsoon ist auf Kuredu stationiert und bietet somit einen idealen Ausgangspunkt zu den besten Tauchplätzen in verschiedenen Atollen. Während unseres Trips Tauchen wir im Baa-, Raa-, Noonu- und Lhaviyani-Atoll.

Die 36,5 Meter lange und acht Meter breite Luxus-Yacht mit Stahlrumpf wird von zwei 750 PS starken Caterpillar-Motoren angetrieben und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 15 Knoten. Drei Generatoren sichern die Stromversorgung, eine Wasseraufbereitungsanlage die Versorgung mit Frischwasser. Insgesamt gibt es elf komfortable Kabinen für maximal 22 Gäste. Die Kabinen sind für ein Safariboot gross und mit Dusche/WC, individueller Klimaanlage, Safe, Fernseher und DVD sowie einem Kühlschrank sehr gut ausgestattet. Der elegante Salon mit Bar und gemütlichen Sitzecken, DVD-Player mit grossem Bildschirm und Musikanlage laden zum verweilen ein. Gegessen wird im grosszügigen Restaurant auf dem Hauptdeck und mehrere Sonnendecks können genutzt werden um zu relaxen. Auch das Tauchdeck ist sehr grosszügig und ausgezeichnet ausgestattet.
Die zuvorkommende Crew besteht aus zehn Personen sowie dem Tauchguide Petra und dem Bootschef Chris, der alles organisiert und auch die Tauchgänge leitet.

Montag Mittag machen wir uns auf den Weg. Zusammen mit Andy, unserem Arbeitskollegen von Prodivers, verladen wir unser Gepäck auf einen Trolly. Malek und Alhas helfen uns das Gepäck zur Monsoon zu bringen.

Die Monsoon liegt noch am Steg von Kuredu und wir erkunden das geräumige und sehr schön eingerichtete Safariboot. Reni hat schon ihren Lieblingsplatz auf dem Sonnendeck gefunden.

Auch mir gefällt dieser Platz sehr gut und so geniessen wir den Beginn unseres Urlaubes.

Ich möchte soviel wie möglich tauchen und so nehme ich auch am Checkdive am Hausriff von Kurdeu teil. Obwohl ich hier ja eigentlich schon genügend getaucht habe und den Platz fast auswendig kenne. Solange ich tauchen kann bin ich glücklich und das sieht man mir nach dem Tauchgang an.
Reni verzichtet auf den Tauchgang und geniesst den herrlichen Platz auf dem Sonnendeck.

Nun geht es aber los. Die Motoren sind gestartet, die Monsoon legt ab und wir machen uns auf den Weg. Für die ermüdeten Tauchermuskeln gibts auf dem Sonnendeck sogar ein Jacuzzi.

Auf dem Trip sind dieses Mal nur gerade 8 Gäste, Andy und wir beide mit dabei. Das Boot ist also nur halb belegt. Somit geht alles ein bisschen schneller und wir haben alle etwas mehr Platz. Da wir recht zügig in Kurdeu ablegen können, fahren wir gleich noch ins nächste Atoll. Von Kuredu aus fahren wir in süd-westliche Richtung und fahren dabei auch an Naifaru, der Hauptinsel vom Lahviani-Atoll, vorbei.

Auf der Fahrt haben wir genügend Zeit um uns auf dem Boot einzurichten. Auf dem grosszügigen Tauchdeck steht schon alles bereit fürs Tauchen. Die Anzüge sind bereits aufgehängt und die Tanks mit Enriched Air Nitrox gefüllt. Auf der Monsoon gibt es normale Atemluft und natürlich auch sauerstoffangereicherte Atemluft, die gerade bei mehreren Tauchgängen pro Tag einen sehr grossen Nutzen hat. Wir können auswählen zwischen 10, 12 und 15 Liter Tanks.

Wir richten unser Equipment für die folgenden Tauchgänge her, bauen alles zusammen und analysieren die Atemluft. Alles ist an seinem Platz verstaut und bereit für die kommenden Tauchgänge. Auf dem Safariboot ist das Tauchen sehr bequem. Das Equipment wird zusammengebaut und dann wird zwischen den Tauchgängen einfach der Tank neu gefüllt, ohne dass das Equipment auseinandergebaut werden muss. Auch gewaschen wird das Equipment nicht jeden Tag. So können wir uns wirklich voll und ganz aufs Tauchen konzentrieren.

Die Vorbereitungen für den nächsten Tag sind erledigt und nun können wir die abendliche Sonne geniessen.

Im Saloon hat es genügend Platz für alle. Hier gibt es einen grossen Flachbildschirm mit DVD-Spieler und eine Musikanlage wo Gäste ihren eigenen Ipod anschliessen können. Die Bibliothek versorgt die Gäste mit neuem Lesestoff und natürlich sind auch viele Fischbücher zum stöbern da. Für die Laptops gibt es bei den Salontischen eine Steckdose und so können zwischen den Tauchgängen gleich die geschossenen Digitalbilder angeschaut und ausgetauscht werden.

Auch eine Bar darf natürlich nicht fehlen. Kaffe, Tee, Wasser und zwei Sorten Jus ist gratis und an der Bar gibt es alles was das Herz begehrt.

Nun sehen wir bereits unser erstes Ziel. Die Inseln vor uns befinden sich im Baa-Atoll wo wir die ersten Tage unseres Trips tauchen werden. Das nennt man perfektes Timing. Die Sonne versinkt hinter der Insel und mit dem Sonnenuntergang ankern wir am Schlafplatz für diese Nacht.

Am Dienstag beginnen wir unseren ersten richtigen Tauchtag. Um Sieben Uhr werden wir geweckt. Zuerst gibt es etwas zu trinken und ein Stück Kuchen oder eine Banane. Währenddessen werden wir über den Tauchplatz gebrieft. Petra, die eine Instruktorin auf dem Boot, beschreibt uns den ersten Tauchplatz und erklärt uns wir wir den Tauchplatz tauchen werden.

Dann bereiten wir uns für den ersten Tauchgang vor. Wir klettern von der Monsoon in eines der beiden mitgeführten Gummiboote und fahren damit zum ersten Tauchplatz Dhonfanu Thila.

Am Tauchplatz angelangt wird von Petra und Chris zuerst die Strömung begutachtet. Wir warten gespannt auf den ersten Tauchgang und freuen uns endlich wieder gemeinsam Tauchen zu können.

Nach dem Tauchgang werden wir vom Gummiboot wieder aufgesammelt und zurück zur Monsoon gebracht. Der erste Tauchgang war schon ein Highlight. Auf der Unterwasserinsel treffen wir auf vier Mantas, die über uns ihre eleganten Runden ziehen. Ein wunderschönes Erlebnis schon beim ersten Tauchgang.

Nach dem ersten Tauchgang gibt es erst einmal ein herrliches und herzhaftes Frühstück. Danach können wir relaxen und uns schon auf den nächsten Tauchgang vorbereiten. Um etwa 11:30 treffen wir uns wieder für das Briefing für den zweiten Tauchgang. Wir fahren zum Dhigu Thila, wo wir gegen recht starke Strömung ankämpfen müssen. Wir sehen wieder Mantas und das erste Mal sehen Reni und ich Unterwasser zwei Delfine vorüberziehen. Überglücklich über die Begegnung mit den Delfinen beenden wir den Tauchgang und auf der Monsoon wartet bereits das Mittagessen auf uns. Nach dem Mittagessen strecken wir unsere vollen Bäuche an die Sonne, lesen in unseren Büchern und halten Siesta.

Um etwa 15 Uhr treffen wir uns wieder für das Briefing für den dritten Tauchgang an diesem Tag. Etwas ganz spezielles wartet auf uns. Im seichten Bereich der nahe liegenden Lagune Hani Faru befindet sich eine grosse Gruppe von Mantas. Wir entscheiden uns dafür, dass wir zwar das Tauchgerät mitnehmen aber zuerst mit den Mantas schnorcheln gehen. Wir haben riesiges Glück. Es sind mindestens 30 bis 40 Mantas in der Lagune und wir können mit den Mantas schnorcheln. Di Mantas lassen sich durch uns nicht bei ihrer Nahrungsaufnahme stören und so gleiten sie mit ihren riesig aufgesperrten Mäulern durch das planktonreiche Wasser. Nach etwa einer halben Stunde entscheidet sich ein Teil unserer Gruppe das Tauchequipment anzuziehen und noch mit den Mantas zu tauchen. Auch mit dem Tauchequipment scheinen wir die Mantas kein bisschen zu stören und so können wir inmitten der riesigen Gruppe von diesen zum Teil bis zu 5 Meter grossen Rochen bewegen. Teilweise kommen die Mantas so nahe, dass wir einer Berührung kaum ausweichen können. Dies ist ein ganz spezielles Erlebnis, das wir wohl nie mehr vergessen werden und die Bilder sich für immer in unseren Köpfen eingebrannt haben.

Diese wunderschönen Momente mit den Mantas auf einem Bild festzuhalten ist leider nicht möglich. Wir haben aber trotzdem zwei Bilder eingefügt auf welchen ihr sehen könnt, wie nahe wir den Mantas waren.

Der Ankerplatz für die zweite Nacht haben wir bereits wieder bezogen. Heute übernachten wir vor der Einheimischeninsel Dhonfanu.

Anstatt eines Nachttauchganges unternehmen wir heute einen Ausflug auf die Einheimischeninsel Dhonfanu vor der wir geankert haben. An den folgenden Tagen werden wir vor dem Nachtessen noch einen Nachttauchgang machen.

Auf Dhonfanu Leben rund 500 Leute und die Insel ist etwa 700m x 500m gross und gehört zum Baa-Atoll. Das Baa-Atoll besteht aus 70 Inseln, wovon 13 bewohnt sind und von etwas über 10'000 Menschen bewohnt werden.

Dies ist die Schule von Dhonfanu. Die Türen stehen zwar offen aber die Schule ist vorüber und die Schüler sind längst Zuhause.

Auch der Kindergarten mit dem Spielplatz ist leergefegt. Hier gibt es keine Rutschen oder Schaukeln aus Kunststoff. Die Spielsachen sind aus Holz selber gefertigt.

Hier ist der Nachwuchs für die Schule. Der Kleine hat noch ein par Jahre Zeit, aber irgendwann wird auch er in die Schule müssen.

Die Bevölkerung der Insel lebt vor allem vom Fischfang und in dieser Plantage werden Kokosnüsse geerntet.

Die Häuser wurden bis anhin aus Korallenblöcken gebaut. Die Korallenblöcke stammen natürlich aus dem Meer und durch die Verwendung dieser Blöcke werden die Riffe zerstört. Darum wird heute versucht die Korallenblöcke mit Ziegelsteinen zu ersetzen um so die Riffe zu schützen.

Ein typischer Hinterhof eines maledivischen Wohnhauses. Der Boden besteht aus festgetretenem Sand.

Sogar eine Telefonzelle gibt es auf Dhonfanu. Hier hat die Firma Dhiraagu wohl das Monopol. Der maledivische Telefonmarkt wird von den beiden Anbietern Dhiraagu und Wataniya beherrscht.

Auch ein Postbüro ist vorhanden. Gleichzeitig ist es auch Kiosk, Shop und Treffpunkt für die lokale Bevölkerung.

Bald sind Präsidentschaftswahlen auf den Malediven und der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Am Mittwoch 8. Oktober finden auf den Malediven erstmals demokratische Wahlen statt. Der amtierende 71-Jährige Präsident Maumoon Abdul Gayoom regiert seit 1978 mit eiserner Hand das Land und hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit fragwürdigen Aktionen selbst für das Präsidentschaftsamt bestätigt. Dieses Jahr sind nun endlich auch andere Kandidaten erlaubt.

Der Tag geht zu Ende und die Abendsonne lässt die Monsoon golden glänzen.

Einen letzten Blick zurück zur Insel und dann machen wir uns auf den Weg zurück zur Monsoon. Das Abendessen ist sicher bereits vorbereitet und wartet auf uns.

Ein weiterer Tauchtag beginnt. Chris versucht uns hier beim morgendlichen Briefing zu wecken. Wir sind ja erst gerade aufgestanden.

Andy und ich machen einen Buddycheck um sicher zu sein, dass die Ausrüstung in Ordnung ist und alles an seinem Platz ist. Die Luftversorgung funktioniert, die Schläuche sind alle verstaut und die Anzeigen funktionieren. Nun kann es los gehen.

Alle Taucher sind auf dem Boot und wir fahren zum Tauchplatz.

Zwischen den Tauchgängen machen wir einen Halt vor einer einsamen, unbewohnten Robinsoninsel. Mittlerweilen ist es bereits unser dritter Tauchtag und wir sind vom Baa- ins Raa-Atoll gefahren.

Wir verlassen die Monsoon und machen uns mit den Dhinghis auf zur Erkundung der Robinson-Insel.

Der Sandstrand ist schneeweiss und völlig unberührt. Reni ist natürlich die erste die vom Dhinghi springt.

Im Sand leben grosse Krebse in Höhlen, die sie ständig neu graben und sauber halten.

Auch Einsiedlerkrebse treffen wir an. Diese Krebse haben ihr Wohnhaus ständig mit dabei und ziehen sich bei Gefahr einfach in ihr Haus zurück. Wenn diese Krebse grösser werden, müssen sie sich ein neues Haus suchen. Bei der Suche nach einem grösseren Haus und vor allem beim Umzug sind sie am verletzlichsten. Denn dann müssen sie von einem Haus ins nächste wechseln. Aus diesem Grund sollte man auch keine Muscheln und Schneckenhäuser als Andenken mit nach Hause nehmen. Diese sind nämlich als Häuser für die Krebse überlebenswichtig.

Mal schauen, was da für Besucher auf der Insel angekommen sind...

Wir fühlen uns ein bisschen wie Robinson und Freitag. Mitten im Indischen Ozean auf einer einsamen Insel.

Am vierten Tauchtag fahren wir vom Raa-Atoll zum Noonu-Atoll. Das Noonu-Atoll liegt nördlich von Kuredu und besteht aus 71 Inseln, wovon 13 bewohnt sind. Auf dem Weg treffen wir auf Fischer, die ihr Glück auf dem Meer suchen.

Das Wetter könnte nicht besser sein und es ist so ruhig, dass das Meer wie ein Spiegel wirkt. Kaum Wind und keine Wellen.

Im Noonu-Atoll können wir mit 30 bis 40 Haien tauchen und erleben somit ein weiteres Highlight der Malediven. Es ist schon sehr eindrücklich, wenn diese bis zu 2.5 Meter grossen Jäger bis auf einen Meter Entfernung auf einem zuschwimmen und dann abdrehen. Der Adrenalinspiegel war wohl bei uns allen etwas höher während den beiden Tauchgängen mit den Haien.
Am letzten Abend kehren wir ins Lhaviyanai-Atoll zurück, wo wir mit einem herrlichen Beach-Barbeque verwöhnt werden. Es gibt frisch gegrillten Fisch aus dem Meer und andere feine Dinge.

Leider ist die Woche viel zu schnell vorüber und wir befinden uns bereits wieder auf der Rückreise. Wir werden aber die herrlichen Tauchgänge mit den interessantesten Bewohnern des Indischen Ozeanes für immer in Erinnerung behalten. Diese Woche war eines der Highlights unseres Aufenthaltes auf den Malediven.

Wir hoffen euch mit diesem Reisebericht einen weitern Einblick in unser grösstes Hobby verschafft zu haben. Das Tauchen ist und bleibt für uns das schönste Hobby, obwohl wir nun schon fast ein Jahr das Tauchen auch zu unserem Beruf gemacht haben.

Vielen Dank für deinen Besuch auf unserer Homepage. Wir freuen uns, wenn du wieder einmal reinklickst.

Unter Ein Jahr als Tauchlehrer auf der Malediveninsel Kuredu findest du den nächsten Reisebericht.

Bis bald,
Marcel und Reni

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