Malaysia 2007 – Reisebericht 2

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Regenwald im Nationalpark und Sandstrand auf den Inseln

Nach der Grossstadt Kuala Lumpur zieht es uns wieder einmal in die Natur. Unser Ziel ist der Nationalpark Taman Negara.

Taman Negara ist einer der ältesten Regenwälder der Welt und das erste offiziell geschützte Gebiet in Malaysia. Seit 1938 ist es daher das Ziel des Parks die Umwelt zu schützen und dem Besucher die Dschungelwelt zugänglich zu machen. 4'343 km2 laden zu ausgedehnten Wanderungen ein.

Schätzungen zufolge ist der Wald rund 130 Mio. Jahre alt. Während die nördliche Hemisphäre der Erde bis vor ca. 10'000 Jahren die Eiszeit erlebte und die meisten anderen Gebiete geologisch jünger sind oder sich durch Erdbeben oder andere Effekte stark verändert haben, blieb das Festland von Malaysia geologisch stabil. Aus diesem Grund konnte sich der Regenwald von Malaysia relativ ungestört entwickeln.
Bis zu 14'000 verschiedene Sorten von Pflanzen und Bäumen sind im Regenwald zu entdecken. Ausserdem leben seit sehr langer Zeit kleine Gruppen von Ureinwohner, sie werden Batek genannt, im Nationalpark. Die Urvölker leben vom und mit dem Regenwald und nehmen daher kaum störenden Einfluss auf die Natur.

Am 9. Juni fahren wir mit dem Bus von Kuala Lumpur bis Kuala Tembeling. Die Busfahrt dauert rund 3 Stunden. Weiter geht es dann auf dem Wasser. Mit einem dieser Boote werden wir vom kleinen Fischerdorf Kuala Tahan bis direkt vor die Haustür unseres Wohnquartiers geschippert.

Die Fahrt macht Spass. Wir geniessen es wieder einmal nahe dem Wasser zu sein. Da es hier regelmässig regnet sieht das Flusswasser aus wie Milchkaffee. Hier wird wohl nichts mit tauchen, obwohl, für Navigationstauchen wär's ja gar kein schlechter Übungsplatz :-)

Da wir nur zu viert auf dem Boot sind, geht die Fahrt recht zügig voran. Über zwei Stunden geniessen wir diese wunderschöne Aussicht.

Die einen Malaysier leben auf dem Land, die andern auf dem Fluss. Dass sich diese Bewohner voll und ganz mit ihrem Land identifizieren, erkennen wir an der Fassade. Die Landesflagge in Hausgrösse.

Jungle meets River. An manchen Stellen wächst der Dschungel direkt in den Fluss hinein.

Nach der zweistündigen Bootsfahrt erreichen wir unsere Hütte. Edel, nicht? Obwohl wir nur ein Zimmer mit Fan gebucht haben, kriegen wir eins mit Aircondition. Wohl deswegen, weil das Resort ganz neu ist und noch sehr wenige Gäste hier übernachten. Uns soll's recht sein.

Von der Terrasse unseres Bungalows haben wir eine herrliche Aussicht direkt auf den Fluss.

Am nächsten Morgen gehen wir in den Nationalpark. Im Taman Negara gibt es die längste Hängebrücke der Welt. Über den 450 Meter langen Weg auf Baumgipfelhöhe wollen wir natürlich auch. Der Spaziergang über den sogenannten Canopy Walkway ist genial und recht wackelig.

Zwischen den verschiedenen Hängebrücken hat es immer wieder Plattformen um die Aussicht zu geniessen. Jetzt wissen wir was für eine tolle Aussicht die Affen täglich geniessen.

Die schwindelerregende Höhe haben wir schon fast ein bisschen vermisst nach unserem Abenteuer im Urwald von Laos.

Fast wie Seiltanzen auf 40 Metern Höhe. Über die Hängebrücke zu gehen ist noch recht tricky. Auch mit vollster Konzentration wackelt es ganz schön. Und wenn es mal zu schwanken angefangen hat, hört es kaum mehr auf.

Auch vom Boden aus sieht der Baum gewaltig aus. Oben sieht man die Plattform über die wir vorher vom einen Baum zum anderen spaziert sind.

Schön, wie die Sonne den Weg auf den Grund findet. Die Wurzeln breiten sich aus und bahnen sich den Weg in die Erde.

Beim durchqueren des Nationalparks Taman Negara treffen wir auf ein Kunstwerk der Natur. Leider passt dieses Souvenir nicht in unser Gepäck.

Unsere Wanderung auf den Gipfel hat sich gelohnt. Von hier aus geniessen wir die traumhafte Aussicht. Unser Blick schweift über einen Teil des malayischen Dschungels.

Hey Tarzan, wo bist du?

Gefunden!

Zum Glück haben wir das Free-and-Easy-Package und nicht das voll organisierte Programm gebucht. Denn so können wir abends in den gemütlichen Flussrestaurants essen gehen. Es gibt neben einheimischer Kücheauch ganz leckere Hamburger. Ab und zu brauchen Traveller auch mal westliche Küche.
Der Eingang zum Nationalpark befindet sich auf der anderen Flussseite. Besucher werden für 10 Rappen mit der Fähre an das andere Flussufer gebracht.

Nach dem Abstecher in den Urwald fahren wir weiter nach Kuala Terengganu. Kuala Terengganu ist das Zentrum des malayischen Ölfördergebietes und Ausgangspunkt zur Insel Redang. Auf dem Bild seht ihr unseren Wecker. Pünklich morgens um halb fünf werden wir das erste mal geweckt. Aber zum Glück haben wir ja Oropax dabei. Ein Utensil, welches auf Reisen in Südostasien wirklich unentbehrlich ist.

Nach vier Monaten reisen sind wir reif für die Insel. Wir gönnen uns deshalb ein paar Tage Ferien vom Reisen auf Redang. Redang gehört zum geschützten Marine-Parks. Herrlich! Sonne, Strand und Meer - was braucht man mehr. Hier sind wir auch endlich wieder einmal untergetaucht. Das Tauchen war sehr schön. Wir haben eine intakte Wasserwelt und sehr schöne Korallengärten vorgefunden. Der Fischreichtum ist jedoch nicht so überwältigend.

Nach dem Tauchen relaxen wir in der Hängematte. Das Wasser ist glasklar, fast wie auf den Malediven. Aber nur fast!

Der wunderschöne Sandstrand ist tagsüber menschenleer, obwohl das Hotel ausgebucht ist. Der Grund: alle einheimischen Touristen sind am schnorcheln. Das Hobby am Strand der Malaysier scheint Rudelschnorcheln zu sein. Unglaublich, sowas haben wir noch nie gesehen. Morgens und Nachmittags fahren Boote mit 30 bis 50 Personen raus, am Schnorchelplatz springen alle zusammen rein ins Wasser und schnorcheln. Da alle Schwimmwesten tragen sieht das Rudelschnorcheln umso lustiger aus.

Am Nachbarstrand ist der Sand wie Mehl. Strahlend weiss und superfein. Traumhaft!

Ohne Worte.

Wer hat sich denn hier als Sandkünstler betätigt?

Etwas Geduld und schwups, die Sandbewohner kommen aus ihren Verstecken heraus. Dieser hier hat sich eine besonders grosse Schere zugelegt. Der will uns wohl beeindrucken. OK, OK, wir verschwinden ja gleich. Nur noch ein Foto.

Auch auf der Insel wird uns nicht langweilig. Immer wieder entdecken wir was. Von wem diese Spuren wohl sind?

Aha, von ihm. Der Waran hat sich im Gebüsch versteckt.

Die drei Tage auf der Insel Redang waren herrlich. Leider wie alle Ferien viel zu kurz. OK, wir hören ja schon auf mit jammern. Drum hier noch ein schönes Foto für alle ohne Worte.

Mit dem Nachtbus fahren wir von Kuala Terrenganu der Küste nach Richtung Südosten und erreichen die Hafenstadt Mersing morgens um 5 Uhr. Wir warten bis es Tag wird und machen uns auf die Suche nach einem Zimmer.

Mersing ist der Ausgangspunkt für Reisen nach Tioman. Uns gefällt die kleine Stadt so gut, dass wir gleich drei Tage dableiben. In Mersing gibt es übrigens den weltbesten Inder. Seine Roti (ähnlich wie Crepe aber knusprig mit pikanter Currysauce dazu) zum Frühstück und Cendol zum Dessert sind eine Wucht. Cendol ist ein Berg fein gehacktes Eis, das übergossen wird mit Kokosmilch, grünen süssen Knöpfli, Maiskörnern und gekochten roten Bohnen. Zum Schluss wird das ganze noch mit rotem und grünem Sirup übergossen. Die köstliche Erfrischung sieht dann etwa so aus. Jammie!

Im Hafen von Mersing wimmelt es nur so von Booten.

Diese Fischer leben auf diesem Boot und hoffen täglich auf guten Fischfang. Seit wir tauchen denken wir beim Anblick eines Fischerbootes jedes Mal, je mehr Fische gefangen werden, desto weniger sehen wir auf unseren Tauchgängen.

Die Fischer sind am aufräumen und vorbereiten für die nächste Ausfahrt aufs Meer.

Wie viele Kilogramm Seil werden auf diesen Booten wohl mitgeschleppt?

Mit diesem Fang kommen die Fischer aber nicht allzu weit.

Am 18. Juni reisen wir auf die Insel Tioman. Diese Insel ist bekannt fürs Tauchen. Das Hauptziel ist jedoch nicht tauchen, sondern einfach mal die Seele baumeln lassen. Wir können es kaum erwarten einfach einmal nichts planen, nichts organisieren und ein paar Tage am selben Ort wohnen.

Die Insel Tioman liegt ca. 56 km vor der Ostküste Malaysias im südchinesischen Meer.Die Vulkaninsel ist ca. 38 km lang und 19 km breit.

Laut einer Legende liegt der Ursprung der Insel Tioman bei einer Drachenprinzessin. Die Drachenprinzessin war auf dem Weg von China nach Singapur um ihren Prinzen zu besuchen. Das Fabelwesen machte auf dem Weg halt um sich im kristallklaren Wasser des südchinesischen Meeres auszuruhen. Die Prinzessin war vom Charme und der Schönheit des Platzes derart entzückt, dass sie die Reise unterbrach um sich hier zur Ruhe zu setzen. Schlussendlich nahm die Drachenprinzessin die Form einer Insel an um Obhut vorbeiziehenden Reisenden zu geben. Bis heute hat die Insel verblüffende Ähnlichkeit eines schlafenden Drachens.

Nach unserer Ankunft auf Tioman machen wir uns auf die Suche nach einer Bleibe und finden die ideale Unterkunft für uns. Diese kleine Holzhütte ist unser Heim für die nächsten Tage.

Von unserer kleinen Hütte haben wir eine wunderbare Aussicht. Kaum zu glauben, dass man ein Bungalow mit Meersicht für weniger als 10 Franken kriegt.

Und weil es so schön ist gleich noch eins.

Auf Tioman kann man nicht rund um die Insel laufen, da es zwischen den einzelnen Stränden sehr felsig oder von Urwald bedeckt ist. Um an andere Strände zu gelangen kann man entweder mit dem Bootstaxi fahren oder teilweise den Urwald durchqueren. Uns ist es mit dem Boot zu einfach, deshalb wählen wir den anstrengenderen Weg. Da wir sowieso zuwenig Bewegung haben, kommt uns ein kurzer Trek gerade richtig. Auf dem Weg zur Monkey Bay begegnen wir so einigen Lebewesen. Eines davon ist dieser Wurm. Ein eigenartiges Ding.

Immer wieder hören wir es rascheln auf den Bäumen. Das müssen Affen sein. Mit etwas Geduld können wir eine ganze Gruppe Makaken beobachten. Die einen schauen auch ganz neugierig in die Kamera.

Neben Langschwanz Makaken leben auf der Insel auch Nasenbären, Eichhörnchen, verschiedene Echsenarten, Vögel und natürlich Mosquitos.

Nach rund einer Stunde laufen, erreichen wir die Monkey Bay. Die Monkey Bay ist ein einsamer Strand mit faszinierenden ausgewaschenen Felsen. Scheinen Überreste von Vulkangestein zu sein.

Tauchen steht natürlich auf auf dem Programm. Da wir keine Unterwasserkamera dabei haben, zeigen wir euch ein paar Fotos von der Fahrt zum Tauchplatz. Als Orientierungshilfe hat die Natur kleine Inseln geschaffen. So kann man sich kaum verfahren.

Die Bucht einer vorgelagerten Insel ist bei diesem glasklaren Wasser ideal zum schnorcheln. Leider war die Sicht beim tauchen nicht so gut wie es hier aussieht. Das lag wohl daran, dass das Wetter recht wechselhaft war.

Unser Tauchboot.

Zum Abschluss von der Inselwoche werden wir mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Am 24. Juni heisst es Abschied nehmen vom Inselleben. Die Reise geht weiter. Mit dem Boot fahren wir zurück nach Mersing und verbringen eine Nacht dort, da der Bus nach Johor Baru bereits ausgebucht ist.

Am nächsten Tag klappt es mit der Weiterfahrt nach Johor Baru. Von da aus fliegen wir weiter nach Sabah auf Borneo. Mit Air Asia landen wir in Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah. Eigentlich erwarten wir in einem kleinen Fischerdorf zu landen, werden aber eines besseren belehrt.Ist ja auch kein Wunder, denn die Stadt hat 270'000 Einwohner.

Bis heute haben wir den Namen Borneo oder Sabah mit unberührter Natur, Wildnis, Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit verbunden. Wir haben es erlebt als sehr modern mit Starbucks, Burger King und Shopping Centern an jeder Ecke, viel Beton und übermässigem Verkehr und Abgase. Gar nicht das, was wir erwartet haben. Vielleicht kommt es ja noch anders.

Das Highlight unseres Borneo Besuches sollte eigentlich die Besteigung des Mount Kinabalu sein. Das wäre unser erster Viertausender. Um auf den Gipfel zu kommen, muss im Basislager übernachtet werden. Und genau da scheitert unser Vorhaben. Die Zimmer im Basislager sind für die nächsten sechs Wochen ausgebucht.

Da jegliche Sehenswürdigkeiten in Borneo super toursitisch sind, entscheiden wir uns für die Abreise. So hat unser Aufenthalt in Borneo gerade mal vier Tage gedauert.

Kota Kinabalu von oben. Die Hälfte der Gebäude sind Shopping Malls. Shoppen scheint das Hobby der Malaysier zu sein.

Als ob es nicht schon genug gäbe. Hier entsteht bereits das nächste Shopping Center, sogar mit Meerblick.

Weil sich unsere Begeisterung von Borneo in Grenzen hält, buchen wir unseren Weiterflug früher als geplant. Air Asia bringt uns zurück nach Johor Bahru. Von Johor Bahru aus fahren wir mit dem Bus über den Causeway, eine 1'038 m lange Brücke, nach Singapur.

Zum Abschluss aber doch noch etwas Natur aus Borneo. Leider ist dieser Anblick für ganz Malaysia typisch. Der Regenwald wurde grossflächig abgeholzt und seither prägen Monokulturen zur Gewinnung von Palmöl oder Kautschuk die Natur.

Vielen Dank für deinen Besuch auf www.sunandstar.ch. Bis zum nächsten Mal.

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