Laos 2007 – Reisebericht 3

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Pi Mai Lao - Happy New Year auf Laotisch

In Luang Prabang dürfen wir mit der laotischen Bevölkerung die Festlichkeiten für den Jahreswechsel miterleben. Am 16. April beginnt hier in Laos das Jahr 2550. Das Fest der Erneuerung und des Regens wird hier in Luang Prabang sechs Tage lang mit viel Wasser, das ein Symbol für die Verdienste Buddhas ist, gefeiert.

In vielen Klöstern finden rituelle Waschungen von Buddhastatuen und grosse Zeremonien statt.
Auf den Strassen geht es ganz schön wild zu und her. Keiner ist sicher vor Wasser, Farbe und Talkpulver. Es finden Paraden, Umzüge und Feste statt und die ganze Stadt ist auf den Beinen. Viele Leute besuchen ihre Familien. Immer wieder trifft man Leute, die sehr weit angereist sind um mit ihren Familien zu feiern. Wir haben auch Laoten getroffen die von Thailand oder sogar den USA angereist sind.

Am Neujahr lohnt sich ein Besuch in einem der unzähligen Klosteranlagen in Luang Prabang besonders. Bei diesen Besuchen haben wir mehr über den kulturellen Hintergrund der Festlichkeiten erfahren. Es herrscht Hochbetrieb und die Stimmung ist sehr fröhlich.

Viele Gläubige versammeln sich um dem Oberhaupt des Klosters zuzuhören und bei den Zeremonien teilzunehmen. Schnell finden wir jemanden, der uns mehr über die Zeremonien und die Festlichkeiten im Kloster erzählt und uns auch einen Drink offeriert der die gleiche orange Farbe wie die Gewänder der Mönche hat.

Auch in den Klöstern steht Wasser im Mittelpunkt. Mit langen, goldenen Wasserrinnen werden die Buddhastatuen gewaschen.

Nachdem wir nun einiges über den kulturellen Hintergrund der Festlichkeiten erfahren haben, stürzen wir uns in den Rummel der ab dem Mittag auf den Strassen herrscht. Mit dem Boot machen wir uns auf den Weg auf die andere Seite des Mekongs.

Hier wurde ein Rummelplatz mit Zelten, Restaurants, Essensständen und vielem mehr aufgebaut. Schon bei der Ankunft spürt man die ausgelassene Stimmung und schnell ist uns klar, dass wir hier nicht trocken und sauber wieder wegkommen.

Es gibt ein Sandskulpturenwettbewerb, bei welchem die schönste Sandstupa auserkoren wird.

Für die Jungen gibt es Disco unter alten Fallschirmen aus der Kriegszeit. Eng zusammengedrängt wird hier getanzt.

Natürlich gibt es auch für die ganz Kleinen etwas zu entdecken. Autoscooter auf Schienen.

Vom Hügel haben wir eine herrliche Sicht auf den Rummelplatz. Unglaublich diese Menschenmengen.

Bis wir gegen Abend wieder mit dem Boot zurückfahren sind wir klitschnass und voll mit Talkpulver. Reni hat auch Russ abbekommen und sieht aus wie ein Kaminfeger. Anhand der Mütze könnt ihr euch sicher vorstellen wie das ausgesehen hat...
Auf dem Rückweg bin ich (Marcel) glatt im Mekong gelandet. Es hat als kleine Wasserschlacht mit ein paar Laoten im Boot begonnen und am Schluss haben wir uns einfach in die Fluten des Mekongs gestürzt.
Sobald es dunkel wird, wird mit dem Wasserspritzen aufgehört. Wir gehen erst einmal duschen und trockene Kleider anziehen. Danach gönnen wir uns ein herrliches Abendessen am Fluss.

Am zweiten Tag der Festlichkeiten gehen wir am Morgen wieder ein paar Tempel anschauen.

Zuvor bin ich (Marcel) aber ganz früh aufgestanden um den Mönchen bei ihrem allmorgendlichen Ritual (Dag Bat) zuzusehen. Jeder Mönch bekommet das Essen, dass er an einem Tag benötigt von Gläubigen. Jeweils am frühen Morgen nach dem Morgengebet laufen die Mönche mit ihren Almosenschalen durch die Strassen, wo viele Gläubige mit Essen bereitstehen, das sie den Mönchen in die Almosenschalen legen.

Jeder einzelne Mönch erhält jeweils von jedem Gläubigen eine kleine Spende, die zusammen dann den Tagesbedarf decken. Dies ist ein wunderschönes Ritual, welches einem einen tiefen Einblick in den Glauben der lokalen Bevölkerung erlaubt.

Der erste Tempel den wir besichtigen ist Vat Xieng Thong. Vat Xieng Thong ist eines der schönsten Klöster von ganz Laos und das älteste Kloster von Luang Prabang. Das Kloster wurde im Jahre 1560 erbaut und gilt als wichtigstes Beispiel für den klassischen Architekturstil Luang Prbangs.

Im Innern ist jede ebene Fläche mit Malereien verziert. Selbst die Bretter des Daches sind mit goldenen Ornamenten versehen.

Einige der Wände sind mit Glasmosaiken verziert und wunderschöne, zum Teil sehr alte Buddhastatuen sind ausgestellt.

Im Zentrum des Sim (Ordinationshalle) steht ein grosser sitzender Buddha.

Während unseres Spazierganges besichtigen wir auch einige kleinere sehr idyllische Tempel.

Der Schrein Ho Phra Bang befindet sich auf dem Areal des Palastmuseums. Im Schrein ist der Phra Bang (Ehrwürdiger kleiner Buddha) ausgestellt. Eine Skulptur aus Gold, Silber und Bronze, die 43 kg wiegt und 83 cm gross ist.

Die Eingangstüren sind mit herrlichen Holzschnitzereien verziert die mit Plattgold überzogen sind.

Am Strassenrand warten wir nun gespannt auf die Parade, welche durch die Hauptstrasse von Luang Prabang führen wird. Zur Verkürzung der Wartezeit gönnen wir uns noch eine feine Nudelsuppe.
Auf einem bunt geschmückten Wagen wir die junge Nang Sang Khan (Neujahrsprinzessin) durch die Stadt gefahren.

An der Parade nehmen viele traditionell gekleidete und mit Blumen geschmückte Menschen teil.

Diese zotteligen Figuren haben sicher auch eine Bedeutung.

Die Figuren des traditionellen laotischen Tanzes.

Natürlich dürfen auch die Mönche nicht fehlen, die bei der Prozession mit Wasser bespritz werden. Viele Gläubige, die sich am Strassenrand versammelt haben, bespritzen die Mönche mit Blumenblütenwasser aus goldenen und silbernen Schalen.

Am Ende der Parade reihen sich viele Leute in die Prozession ein und es bleibt ganz bestimmt keiner trocken.

Nach der Parade gehen dann die Wasserschlachten auf den Strassen erst so richtig los. Die zwei hier sind auf jeden Fall bereit.

Wer mit dem Motorrad unterwegs ist hat keine Chance dem Wasser aus dem Weg zu gehen.

Viele Leute fahren mit offenen Wagen durch die Stadt um die ausgelassene Stimmung hautnahe mitzuerleben.

Ganze Gruppen verladen Wasserbehälter auf Lieferwagen, damit sie auch zurückspritzen können.

Es wird von Fahrzeug zu Fahrzeug gespritzt.

Auch ganz ausgefallene Gefährte sind heute auf der Strasse erlaubt. Die Polizei drückt beide Augen zu.

Die Stimmung wird immer ausgelassener und keiner ist mehr trocken.

Selbst die Polizei beginnt Spass daran zu finden auf einem Pickup durch die Strassen zu fahren und sich nassspritzen zu lassen.

Auch die Mönche haben hinter der schützenden Mauer Spass am wilden Treiben. Wir wurden auch von ihnen aus dem Hinterhalt mit einem Eimer Wasser erwischt, der plötzlich über eine Mauer geschüttet wurde. Es ist wirklich eine Kunst, wenn man in diesem ganzen Trieben trocken durch die Strassen laufen möchte.

Pi Mai Lao - Happy New Year 2550.

Unter Der unberührte Urwald im Norden von Laos findest du den nächsten Reisebericht.

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