Laos 2007 – Reisebericht 2

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Von Vientiane Richtung Norden nach Luang Prabang

Hier folgt der zweite Reisebericht aus dem wunderschönen Laos.

Mit dem lokalen Bus sind wir am 5. April von Vientiane in die Traveller- Hochburg Vang Vieng gefahren. Vang Vieng ist umgeben von Karstbergen und vor allem wegen der idealen Lage am Fluss sehr beliebt. Die Umgebung ist ideal für Tagesausflüge zu Fuss oder mit einem Motorrad.

Wir mieten uns ein Motorrad und düsen los. Unser erstes Ziel ist die Höhle Tham Chang. Rund zwei Kilometer südlich des Zentrums erreichen wir bereits den Eingang. Zuerst müssen wir jedoch noch einige Treppen steigen. Die Höhle Tham Chang ist riesig und zum Glück gut beleuchtet, sodass wir sie selbständig besichtigen können.

Von der Decke der riesigen Halle hängen Stalaktiten die zusammen im Licht wie eine verwunschene Märchenwelt erstrahlen.

Als nächstes fahren wir einige Kilometer Richtung Westen und erreichen kurz vor stark einsetzendem Regen die nächste Höhle. Wir finden gleich Unterschlupf unter Bambushütten. Der heftige Regen lässt die Temperatur ziemlich stark fallen und wir frieren. Kaum vorstellbar, denn eigentlich ist es die heisseste Zeit in Asien. So vertreiben wir die Zeit mit Fried Rice essen und Cola trinken. Auch nicht schlecht. Nach dem zweiten Höhlenbesuch fahren wir durch die Gegend und geniessen die wunderschöne Landschaft.

Zum Glück müssen wir den Fluss nicht überqueren. Diese Brücke macht nämlich keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Zumindest würden wir da nicht ohne Fallschirm drüber laufen.

Da ist uns diese Holzbrücke viel sympathischer.

Auf der Rückfahrt sehen wir ausnahmsweise ein grünes Reisfeld. Aufgrund der Trockenzeit liegen die meisten Reisfelder brach und sind ausgetrocknet.

Unsere nächste Station ist Phonsavan, das wir nach einer sechssündigen Busfahrt über mehrere Pässe erreichen. Die Provinzhauptstadt liegt in den Bergen auf einem Plateau. Da es nicht erlaubt ist mit einem Motorrad selbst die Gegend zu erkunden, buchen wir eine Tour. Zuerst steht die Besichtigung eines Wasserfalls auf dem Programm. Der Weg dahin ist eine anspruchsvolle Wanderung und verläuft dem Fluss entlang. Wir geniessen die herrliche Natur.

Die Laoten sind ja für ihren Einfallsreichtum bekannt. Hier ist das nächste Beispiel dafür. Mit einem Wasserkanal, einem kleinen Generator mit Schaufelrad und einem alten Fass als Verkleidung entsteht im Nu ein Minikraftwerk.

Die Gegend ist bekannt wegen der Ebene der Tonkrüge und nicht detonierter Sprengkörper. Im zweiten Indochinakrieg flogen die USA rund 580'000 Luftangriffe auf Laos, bei denen mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben abgeworfen wurden. Fachleute gehen davon aus, dass 30 Prozent der Sprengkörper nicht explodiert sind und bis heute etwa zwei Drittel des Landes kontaminiert sind. Wir lassen unsere Blicke über das Land schweifen und sehen immer wieder die Bombenkrater. Dies macht uns sehr nachdenklich.

Ein Bombenkrater aus der Nähe. Die X-Fache Grösse eines Hauses. Da läuft es einem kalt den Rücken runter.

Mitten auf dem Feld liegt ein undetoniertes Bomblet. Eine CBU (Cluster Bomb Units) verstreute bis zu 650 einzelnen Bomblets. Nicht-detonierte Bomblets stellen ein riesiges Problem für die Einwohner dar. Es ist äusserst gefährlich auf dem Feld zu arbeiten oder zu spielen. Regelmässig fallen Kinder den Eisenbällen beim spielen zum Opfer, oder Bauern verunglücken beim Pflügen der Felder, bei der Brandrodung oder beim Hausbau. In jahrelanger Zusammenarbeit mit MAG (Mines Advisory Group) und Unesco wurde bereits eine Fläche von 3'500 ha geräumt und gesäubert. Dabei wurden insgesamt 400'000 nicht-detonierte Sprengkörper beseitigt. Bis 2008 ist plant weitere 10'000 ha Land zu räumen. Die Arbeit ist leider längst noch nicht getan. Schrecklich, wenn man bedenkt wie lange so ein Krieg noch Gefahren nach sich zieht.

Im nahegelegenen Dorf schauen uns die Kinder zuerst kritisch an.

Das ändert sich jedoch schnell. Das Interesse an uns Farangs (Ausländer) ist gross und jeder möchte sich nachher auf dem Bildschirm der Digitalkamera bewundern.

Auch die Oma posiert zufrieden.

Die Dorfbewohner sind einfallsreich. Dieses Lagerhaus wurde auf Hälften von CBU-Bomben (CBU = Cluster Bomb Units) gebaut. Die Bombenhälften werden jedoch nicht nur als Baumaterial gebaut, sondern dienen auch als...

Zwiebelbeete... oder Futtertrog.

Die gesammelten Bomdenhälften werden im Garten gelagert bevor sie weiterverarbeitet werden.

Der Schmied bringt das Metall zum glühen und schmiedet daraus Klingen, Messer und Hacken. Die Werkzeuge sind von besonders gefragt, da das Metall der Bomben von sehr guter Qualität ist.

Auf der Weiterfahrt machen wir noch Halt in der Whisky-Village. Hier werden wir in das Geheimnis der Lau Lao-Herstellung eingeweiht. Lau Lao ist ein Reis-Whisky. Zuerst wird der Reis gekocht, ein Paar Tage gären gelassen und zu guter Letzt wird das Destillat davon gewonnen. Und fertig ist Lau Lao, ein in Laos allseits bekanntes und beliebtes Gebräu.

Und es schmeckt (aber mit Vorsicht zu geniessen, ist ein recht starkes Schnäpsli).

Die Besichtigung der Ebene der Tonkrüge steht als nächstes auf dem Programm. Die drei grössten Stätten sind erst seit 2005 kampfmittelfrei. Die insgesamt 70 ha grosse Fläche wurde in jahrelanger Arbeit in Zusammenarbeit mit MAG und Unesco von Bomben befreit. Die Markierungen der MAG (Mines Advisory Group) kennzeichnen, welche Flächen kampfmittelfrei und betretbar sind.Weiss ist der sichere Bereich und rot ist der nicht geräumte Bereich.

Auf einer grossen Anzeigetafel findet man Details zu den Räumungsarbeiten. Aufgelistet ist die Dauer der Räumung und eine Statistik gefundener Bomben.

Wir haben die drei Sites mit den überdimensionalen Steinkrügen besichtigt. Diese dickwandigen Monolithen sind einmalig auf der südostasiatischen Halbinsel. Auf dem grössten Feld stehen und liegen über 300 Steinkrüge. Über die Herkunft und die genauen Hintergründe sind sich die Forscher noch nicht ganz einig. In den 30er Jahren unternahm die französische Archäologin Madeleine Colani die bisher umfangreichste Erforschung. Dabei kam sie zum Schluss, dass es sich um Begräbnissstätten handelt.

Gegen Abend wurde es empfindlich kalt. Tja, wir befinden uns eben auf der Höhe. Obwohl so hoch ist so ein Steinkrug ja auch wieder nicht, oder doch?

Am 11. April heisst es einmal mehr Bus fahren. Auf der rund achtstündigen Busfahrt wird es sehr kurvig. Es ist fast vergleichbar mit Schweizer Passstrassen, aber nur fast. Wir werden belohnt mit herrlicher Aussicht. Leider sehen wir aber auch immer wieder abgebrannte Felder, wo einst Urwald war. Die Felder liegen nach der Brandrodung zuerst einmal brach, bevor sie als Farmland bearbeitet werden.

Den ersten Tag in Luang Prabang verbringen wir mit Tempelbesuchen in der Altstadt. Luang Prabang ist seit 1995 Weltkulturerbe. Verständlich, denn es ist eine wunderschöne kleine Stadt. Wir verbringen das Lao New Year in Luang Praband und da die Festivitäten ein so grandioses Erlebnis für uns war, gibt es darüber einen separaten Reisebericht.

Zu dritt chartern wir ein TukTuk und besichtigen eine der bedeutendsten Kulturstätten von Nordlaos. Der Regen macht uns jedoch kurzfristig einen Strich durch die Rechnung. Denn um zum Höhlentempel zu gelangen, müssen wir den Fluss überqueren. Unser Boot ist eines der kleinen ohne Dach.

Zum Glück ist gerade Mittagszeit und so gönnen wir uns in diesem Restaurant eine heisse Noodle Soup. Das gibt Energie und wärmt uns etwas auf.

Ob er Buddha dankt, dass es regnet?

Die Pak Ou-Höhlen mit dem Höhlentempel Tham Ting ist ein beliebter Pilgerort. Vorallem an Wochenenden wir es hier sehr eng.

Seit Jahrhunderten bringen Pilger und vorbeikommende Bootsleute kleine Buddhafiguren als Opfergaben hierher. Die meisten sind aus Holz und Ton.

Happy New Year. In Laos befinden wir uns seit Sonntag, 15. April im Jahr 2550.

Wir verabschieden uns von Luang Prabang und ziehen noch weiter in den Norden von Laos. Die nächste Station ist Luang Namtha.

In Luang Namtha steht ein 3-Tages-Treck auf dem Programm. Der Trekking-Tour widmen wir einen eigenen Reisebericht.

Gemäss unserem Reiseführer dauert die Fahrt von Luang Namtha bis Huay Xai neun Stunden. Dank Ausbau der Strasse erreichen wir unser Ziel bereits nach fünf Stunden. Leider wird beim Bau der Strasse keine grosse Rücksicht auf die Natur genommen. Es werden Schneisen quer durch den Dschungel gefräst.

Unsere letzte Busfahrt in Laos geht langsam dem Ende zu und wir erreichen bald die letzte Station unserer vierwöchigen Reise durch Laos. Auch wenn alle Sitzplätze im Bus belegt sind, finden die Laoten mit Hilfe von Gartenstühlen eine Lösung. In Huay Xai, der Hauptstadt der Provinz Bokeo, wartet eine Überraschung auf uns. Was das ist, verraten wir im nächsten Reisebericht.

Wir wünschen euch einen schönen Frühling.

Unter Pi Mai Lao - Happy New Year auf Laotisch findest du den nächsten Reisebericht.

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