Laos 2007 – Reisebericht 1

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Vom südlichsten Zipfel von Laos bis nach Vientiane

Hier ist der erste Reisebericht aus dem wundervollen Laos.

Am 28. März sind wir auf dem Landweg von Stung Treng in Kambodscha nach Don Det in Laos gereist. Don Det ist eine kleine Insel (ca. 2,5 x 1 km) und liegt inmitten des Mekongs und 4'000 anderen Inseln. Auf Don Det gibt es bis anhin keine Elektrizität und kein Wassersystem. Der gesamte Güter- und Personentransport wird mit Holzbooten durch das Labyrinth der 4'000 Inseln abgewickelt.In dieser Insellandschaft inmitten des Mekongs leben rund 70'000 Menschen.

Auf der Insel angekommen finden wir ein Guesthouse mit herrlichem Ausblick auf den Fluss. Im hübschen Bungalow mit Balkon und Hängematte fühlen wir uns sofort sehr wohl gefühlt. Gewöhnungsbedürftig ist natürlich, dass wir hier keine Elektrizität haben (kein Licht, keine Klimaanlage oder Lüfter und auch kein Strom zum laden der Akkus).

Aber dafür ist die Aussicht umso schöner und man ist total ungestört. Wenn uns zu warm ist, können wir uns ja jederzeit mit einem Bad im Mekong abkühlen. So kann man sich zum Beispiel auf alten Lastwagenschläuchen stundenlang treiben lassen und die vorbeiziehende Flusslandschaft geniessen. Marcel lässt sich am liebsten zum Sonnenuntergang auf einem diese grossen Schläuche auf dem Wasser treiben.

Während einer Sunset-Tour mit einem Boot erhalten wir einen schönen Einblick in die Insellandschaft und das Leben am Fluss. Wir werden sogar mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt.

Die Flussufer sind herrlich grün und bewachsen mit vielen Bäumen, Gemüsegärten und Büschen.

Immer wieder sind Häuser im Grün der Pflanzen eingebettet.

Einige Häuser sind auf hohen Stelzen gebaut und zur Regenzeit mitten im dem Wasser.

Eine grosse Einnahmequelle der Bewohner ist natürlich der Fischfang. Eine Studie hat ergeben, dass sich in den Gewässern mehr als 200 verschiedene Arten tummeln.

Es ist sehr interessant den Leuten beim fischen zuzusehen. Jeder Fischer hat seine eigene Technik und es sind immer wieder neue Details der verschiedenen Methoden zu erkennen.

Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und verwandelt die herrliche Landschaft mit ihren warmen Farben in eine richtige Traumwelt mit bezaubernden Schattenbildern.

Zum Abschluss gibt es einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Die Fischer nutzen die Zeit des Sonnenunterganges um die letzten Fische zu fangen. Zu dieser Zeit sind die Fische besonders aktiv und befinden sich nahe an der Wasseroberfläche.

Mit dem Fahrrad erkunden wir die kleine Insel in einem halben Tag. Auf die etwas grössere Nachbarinsel Don Khon gelangen wir über eine ausgediente Eisenbahnbrücke. Die Inseln sind mit Reisfeldern überzogen, welche jedoch nur während Regenzeit bewirtschaftet werden. Da wir uns in der Trockenzeit befinden und Wasserknappheit herrscht, liegen die Felder brach und sind ausgetrocknet. Dieses Bild wird sich in wenigen Monaten rapide ändern. Bald wird auf den Feldern Hochbetrieb herrschen und die Landschaft satt grün sein.

Nebst der alten Eisenbahnbrücke erinnert auch noch eine alte Dampflok und riesige Verladerampen aus Beton an die Eisenbahn, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die etwa 7 km lange Strecke, welche die beiden Inseln über eine Brücke verbindet, wurde zum Transport von Gütern benutzt die wegen des Wasserfalls nicht auf dem Wasserweg transportiert werden konnten. Mit der Eisenbahn wurden der Wasserfall sozusagen auf dem Weg über die Inseln umfahren.

Am südlichen Ende der Insellandschaft, nahe der Grenze zu Kambodscha, befindet sich der grösste Wasserfall Südostasiens. Hier stürzen bis zu 9,5 Millionen Liter Wasser pro Sekunde auf einer Breite von einigen hundert Metern bis zu 15 m in die Tiefe. Auch zur Trockenzeit ist dieser "Niagara des Ostens" sehenswert. Wie wäre es wohl zur Regenzeit?

Nach ein paar Tagen relaxen reisen wir weiter Richtung Norden und machen nach ca. 150 km in Pakxe halt. Pakxe ist eine aufstrebende Provinzhauptstadt die durch die zentrale Lage zwischen Kambodscha, Thailand und Vietnam der südliche Verkehrs- und Handelsknotenpunkt von Laos darstellt. Zur Zeit leben ca. 80'000 Menschen in Pakxe.

Am ersten Tag mieten wir uns ein Motorrad und fahren zum Tempelkomplex Vat Phou.Um zu diesem Tempelkomplex zu gelangen, müssen wir mit unserem Motorrad erst einmal den mehr als einen Kilometer breiten Mekong überqueren. Zum Glück sind die Laoten sehr einfallsreich und haben immer eine Lösung bereit. Aus zwei Holzbooten wird mit ein paar Brettern schnell eine Minifähre.

Auf der Fähre haben gut drei Motorräder mitsamt Fahrer und Beifahrer platz.

Sobald die Ladung an Bord ist, legt der Kapitän ab und in wenigen Minuten ist die anderer Flussseite erreicht.

Was für die Kleinen geht, geht natürlich auch für die Grossen. Die Holzboote sind einfach etwas grösser und es werden etwas stärkere Bretter benötigt und fertig ist die Fähre für Autos und Kleinlaster.

Das gelbe auf den Fahrzeugen sind übrigens Getränkeharrasse von Beer Lao. Das Beer Lao ist so etwas wie ein Nationalgetränk und immer und überall anzutreffen. Der Marktanteil diese Bieres in Laos ist unwahrscheinlich hoch und jede andere Brauerei kann nur von diesen sagenhaften 99% träumen. Rund 100 Mill. Liter dieses feinen Bieres werden pro Jahr gebraut und natürlich auch getrunken.

Nach dieser abenteuerlichen Flussüberquerung ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Vat Phou. Vat Phou ist eines der schönsten Khmer Heiligtümer ausserhalb von Kambodscha. Die ältesten Ruinen stammen vermutlich aus dem 6. Jahrhundert und gehen somit den Bauten von Angkor voraus. Der grösste Teil der Anlage stammt allerdings aus dem 11. und 13. Jahrhundert.

Vat Phou besteht aus drei Ebenen. Der Aufstieg zu der 100 Meter hohen Terrasse ist unter der gleissenden Sonne recht anstrengend. Dafür werden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Im zentralen Heiligtum kann man diese Buddhastatuen bewundern.

Am zweiten Tag fahren wir zu viert mit zwei Führern auf das Bolaven-Plateau. Das Bolaven-Plateau ist ein Hochland mit einer durchschnittlichen Erhebung von 1'200 m. Der nährstoffreiche Boden, die moderaten Temperaturen und viel Regen bieten ideale Bedingungen für den Anbau von Obst, Gemüse und Gewürze. Die meistangebaute Pflanze ist der Kaffe, die mittlerweile die wichtigste Exportfrucht von Laos ist.

Als erstes machen wir Halt bei einer Teeplantage. Eine chinesische Familie hat hier eine Teeplantage aufgebaut und produziert Grüntee.

Die obersten drei Blätter werden zur Herstellung des Tees gepflückt und zum Endprodukt weiterverarbeitet.

Das Wasser des Zwillingswasserfalls Tad Fan stürzt mehr als 150 m in die tiefe in eine riesige Schlucht.

Auf den Kaffeeplantagen werden vor allem die Sorten Robusta und Arabica angepflanzt. Während wir durch die Gegend laufen haben wir den Eindruck, dass jeder Flecken Erde für die Pflanzung von Kaffee verwendet wird.

Bei der Ernte sind die Kaffeebohnen noch weich und farbig.

Nach der Ernte müssen die Bohnen zuerst an der Sonne getrocknet werden. Dieses trocken dauert einige Tage und wird auf den Vorplätzen, Gärten, Strassen und was sich sonst noch für ebene Flächen anbieten durchgeführt. Nach dem Trocknen wird der Kaffee in Säcke abgefüllt und in Röstereien weiterverarbeitet.

Ein weiterer schöner Wasserfall ist der Tad Niang der herrlich in den Dschungel eingebettet in eine etwa 30 m in eine Schlucht stürzt.

Auf einem schmalen, steilen Pfad kann man zum Fusse des Wasserfalles klettern und die Kraft des herunterstürzenden Wassers spüren.

Zwischendurch wollen wir Euch auch mal zeigen wie wir aussehen...

Die 670 km lange Strecke von Pakxe nach Viantiane fahren wir im VIP Nachtbus. Der Bus ist mit richtigen Betten ausgestattet. Sobald der Bus losfährt legen wir uns hin und schwups erwachen wir 10 Stunden später in Vientiane. Wenn man bedenkt, dass man sich mit diesem Bus eine Übernachtung im Guesthouse sparen kann sind die 13$ gut investiertes Geld.

Viantiane ist die Hauptstadt Laos und es wohnen ca. 400'00 Menschen in dieser gemächlichen, am Mekong gelegenen Stadt.

Mit einem Motorrad gehen wir auf Erkundungsfahrt durch die Strassen von Vientiane. Als erstes machen wir uns auf zur Botschaft von Burma. Dort wollen wir das Visum für unsere Reise nach Burma beantragen. Die Leute von der Botschaft sind extrem hilfsbereit und sehr nett. Das hat wohl auch damit zu tun, dass sie nicht gerade in der Arbeit ersticken. Wir müssen uns in eine Besucherbuch einschreiben, dort sehen wir, dass pro Tag nur gerade eine handvoll Leute die Botschaft besucht. In drei Tagen ist unser Visum zur Abholung bereit.

Gleich neben der Botschaft stoppen wir noch ganz kurz bei einen Tempel der unsere Aufmerksamkeit wegen des wunderschönen Staffeldaches erweckt hat. Schon in Laos haben wir mit diesem Tempel den ersten Kontakt mit der burmesischen Bauweise von Tempeln.

Das älteste erhaltene Kloster von Vietiane ist Vat Sisaket, wurde im Jahre 1818 erbaut und wir auch heute noch aktiv genutzt. Der Sim (Ordinationshalle) ist im Bangkok-Stil gebaut und von einem Wandelgang umgeben.

Der gesamte Wandelgang ist gesäumt mit Buddhastatuen. In der Aussenwand des Wandelgangs werden kleine Buddhastatuen in kleinen Aussparungen aufbewahrt. Insgesamt sollen im Vat Sisaket mehr als 10'000 Buddhastatuen aufbewahrt werden.

Eines der skurrilsten Bauwerke in Viantiane ist wohl das Anousavari. Mitten in einem grossen Kreisel steht dieser Triumphbogen im asiatischen Stil.

Witzig ist noch das Gerücht nachdem dieses "Betonmonstrum" mit Zement errichtet wurde das die USA für den Ausbau des Flughafens zur Verfügung gestellt hatte und darum auch manchmal "vertikale Rollbahn" genannt wird.

Im Inneren führen Treppen über mehrere Etagen mit Souvenirläden auf die Aussichtsplattform von welcher wir die Aussicht auf die Stadt geniessen.

In Paris ist die Aussicht vom Triumphbogen recht ähnlich, aber der Verkehr ist hier sehr viel gemächlicher und es gibt bei weitem nicht so viele Autos die um das Bauwerk flitzen.

Zum Abschluss besichtigen wir noch das Nationalsymbol und wichtigstes religiöses Monument von Laos. Die Geschichte um dieses Heiligtum geht weit zurück und es ranken sich viele Legenden darum. Die heutige Form des That Luang geht auf König Setthathirat zurück, dessen Statue auf dem Vorplatz steht.

Das Bauwerk mit der goldenen Oberfläche hat im abendlichen Licht eine magische Ausstrahlung.

Zum Abschluss bedanken wir uns recht herzlich für das Interesse, wünschen euch allen viel Glück und alles Gute bis zum nächsten Reisebericht.

Unter Von Vientiane Richtung Norden nach Luang Prabang findest du den nächsten Reisebericht.

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