Indonesien 2010 – Reisebericht 2

Bannerbild

Die Unterwasserwelt von Nabucco Island

Vom 20. August bis zum 3. September 2010 haben wir Urlaub und Tauchen endlich wieder ab. Wir verbringen unseren Urlaub auf der paradiesischen Insel Nabucco. In diesem Bericht wollen wir euch die Unterwasserwelt rund um Nabucco Island vorstellen. Bilder und Informationen über die Insel findet ihr im Reisebericht Nabucco Island.

Die kleine Insel Nabucco liegt etwa zwei Bootsstunden von Kalimantan, dem Indonesischen Teil von Borneo entfernt im Maratua Atoll. Die Tauchplätze im Maratua Atoll bestechen durch ihre Artenvielfalt und den intakten Riffen. Die nahrungsreichen Strömungen aus dem Pazifischen Ozean kommend bilden die Grundlage für das üppige Leben an den Riffen.

Nur wenige Minuten von Nabucco entfernt ist der Kanal, durch welchen wir aus dem Atoll ins offene Meer gelangen. Dieser Kanal, auch unter dem Namen "Big Fish Country" bekannt, ist einer der besten Tauchplätze der angefahren wird. Aufgrund starker Strömungen ist fast immer mit Grossfischen zu rechnen. Vor allem um die Zeit des Vollmondes, zu Beginn unseres Urlaubs, wo die Gezeiten am ausgeprägtesten sind, erleben wir sehr schöne, strömungsreiche Tauchgänge an diesem Platz. Ein riesiger Schwarm Barrakudas ist hier zu Hause und ergibt ein sehr schönes Fotomotiv.

Aber auch kleine Dinge wie diesen weissen Schaukelfisch sehen wir an diesem Super Tauchplatz.

An unserem zweiten Tauchtag fahren wir bereits das erste Mal für einen Tagesausflug los. Unser Ziel ist die Insel Sangalaki, welche südwestlich von Nabucco liegt. Mit dem Boot erreichen wir Sangalaki in etwa zwei Stunden.

Die Tauchplätze um die Insel Sangalaki sind für Mantasichtungen bekannt. Fast das gesamte Jahr besteht die Chance hier auf Mantas zu treffen. Doch leider sind die Voraussetzungen heute nicht optimal. Das Wasser ist sehr klar. Klares Wasser ist ja eigentlich sehr wünschenswert zum Tauchen. Denn je klarer das Wasser, desto besser die Sicht und desto mehr sieht man unter Wasser. Wenn es aber um Mantas geht, dann gilt genau das Gegenteil. Je mehr Plankton im Wasser, desto schlechter die Sicht. Da aber genau das Plankton die Nahrungsgrundlage der Mantas darstellt, erhöht sich die Chance auf Mantasichtungen. Doch plötzlich erblicken wir die Flossen eines Mantas. Rasch machen wir uns fürs Schnorcheln bereit und gleiten vorsichtig ins Wasser. Für ein paar Minuten geniessen wir die eleganten Tiere, bevor wir wieder zurück aufs Boot gehen und uns für den ersten Tauchgang vorbereiten.

Während des ersten Tauchgangs sehen wir leider keine Mantas. Die üppig bewachsenen Korallenblöcke sind aber auch ohne Mantas schön. Sangalaki ist auch für die vielen Schildkröten bekannt. Auf unserem Tauchgang sehen wir gleich mehrere. Diese hier ist gerade im Riff am Fressen.

Eine weitere Schildkröte zieht an uns vorüber.

Und schwimmt an die Wasseroberfläche um Luft zu schnappen.

Nach dem Tauchgang legen wir mit unserm Tauchboot am Strand der Insel Sangalaki an und stärken uns für den nächsten Tauchgang. Auf der Insel Sangalaki befindet sich eine Schildkröten Aufzuchtstation der Turtle Foundation www.turtle-foundation.org. Bis vor kurzem gab es auch ein Touristenresort. Dieses wurde aber zum Schutz der Schildkröten im März 2009 geschlossen. Sangalaki ist weltweit eine der wenigen Inseln auf der jede Nacht Schildkröten an Land kommen um ihre Eier abzulegen.

Die Geistermuräne lebt in einer Höhle und nur ein kleiner Teil ihrer gesamten Länge ist sichtbar. Die Weibchen sind strahlend blau-gelb und die Männchen sind schwarz.

Als Abschluss des zweiten Tauchgangs haben wir dann doch noch Glück und können einem Manta zuschauen, wie er sich putzen lässt.

Auch ganz nahe von Nabucco gibt es unzählige schöne Tauchplätze. Wir fahren durch den Kanal aus dem Atoll und an den Aussenriffen tauchen wir in die Unterwasserwelt ein.

Auf dem Riffdach tummelt sich der Fischnachwuchs und hält sich zum Schutz vor Feinden nahe der schützenden Korallen auf.

An den steil abfallenden Wänden wachsen eine grosse Anzahl verschiedener Korallenarten. Hier ein farbenfroher Seefächer.

Auch Weichkorallen wachsen in den verschiedensten Farben und Formen.

In der Unterwasserwelt sehen wir oft Lebensformen, welche in Symbiose zusammenleben. Hier ein Schlangenstern auf einer Weichkoralle.

An strömungsreicheren Orten wachsen Becherkorallen.

Auch die Federsterne mögen die Strömung. Aus dem vorbeifliessenden Wasser filtern sie ihre Nahrung.

Nun ist es wieder Zeit für einen Ganztagesausflug. Auch dieses Mal fahren wir in südwestliche Richtung. Das heutige Ziel ist die Insel Kakaban, die zwischen Sangalaki und Nabucco liegt. Noch vor dem ersten Tauchgang legen wir am Steg der Insel an.

Die Insel Kakaban besteht zu 70% aus einem Brackwassersee, umgeben von einem dünnen Streifen dichten Urwalds. Über einen langen Steg gelangen wir über das Riffdach zur Insel. Auf der Insel führt ein Weg aus Holzplanken über die spitzen Lavasteinfelsen, mitten durch den dichten Dschungel zum See. In diesem See können wir mit verschiedenen Arten von nicht nesselnden Quallen schnorcheln.

Das Schnorcheln mit den Quallen ist ein ganz spezielles Erlebnis. Durch den dichten Dschungel ist der See geschützt von Wind und es herrscht, bis auf die Geräusche des Dschungels, absolute Stille. Zu Beginn ist es eigenartig, zwischen den vielen Quallen durchzutauchen. Dann kommt es zu den ersten Berührungen mit den Quallen. Da die Quallen aber nicht nesseln, sind die Berührungen sehr angenehm.

Nach dem Quallensee fahren wir zum ersten Tauchplatz. Nur wenige Bootsminuten vom Anlegesteg entfernt befindet sich der Tauchplatz Barracuda Point. Auf dem Plateau, wo die Strömung vorbeizieht sind oft Grossfische anzutreffen. An der Riffwand sehen wir viele kleine interessante Lebewesen.

Der Rotfeuerfisch mit seinen Giftstacheln auf dem Rücken.

Auch der Drachenkopf gehört zu den giftigen Meeresbewohnern. Er ist sehr gut getarnt und kann seine Farbe dem Untergrund anpassen.

Nach der verdienten Mittagspause betauchen wir den superschönen Tauchplatz Sponge Bob. Der Tauchplatz besticht durch seine vielen kleinen Attraktionen. Wir haben noch nie so viele Nacktschnecken auf einem Tauchgang gesehen. Die Warzenschnecke ist sehr verbreitet und kommt in verschiedenen Ausprägungen vor.

Auch die Sternschnecke gibt es in verschiedenen Farbmustern.

Auf diesem Bild ein Exemplar mit gelben Fühlern und einem gelben Büschel.

Oder dieses akrobatische Exemplar mit gelber Bänderung.

Die Prachtsternschnecke besticht mit ihren wundervollen Farben.

Die Neonsternschnecke besitzt einen grossen Kiemenbüschel und kann sich verhältnismässig schnell fortbewegen.

Die Fadenschnecke ist oft sehr klein und vor allem auf hellem Untergrund oder auf Sand kaum zu erkennen. Hier kriecht eine Fadenschnecke über dunkeln Hintergrund und ist somit einfach zu erkennen.

Dieser Plattwurm ist winzig. Im Grössenvergleich mit dem Finger ist zu sehen, dass dieses Exemplar kleiner als ein Fingernagel ist.

Es gibt aber auch grössere Plattwürmer. Dieser hier auch noch mit einem sehr farbenfrohen Muster.

Unser Favorit an diesem Tauchplatz ist aber, dieses für Nachtschnecken riesige gelbe Exemplar.

Nun tauchen wir für zwei Tage an den nahe von Nabucco gelegenen Aussenriffen. Natürlich treffen wir auch an diesen Tauchplätzen auf allerhand interessante Meeresbewohner. Beim Leo Point tauchen wir zu Beginn etwas tiefer. Für einmal lohnt es sich etwas tiefer zu tauchen. Auf rund 33 Meter finden wir einen grossen Ammenhai unter einem Felsen liegen.

Unter einem anderen Felsvorsprung entdecken wir diesen schönen Blaupunktrochen.

Die Fangschreckenkrebse sind sehr scheu und ich muss mich mit meiner Kamera ganz langsam nähern, damit er sich nicht gleich wieder in seine Höhle zurückzieht.

Auch der Igelfisch ist eher scheu und verbringt seine Zeit oft in Höhlen.

Die Languste mit ihren langen Fühlern sitz in einer tiefen Felsspalte verborgen und wartet auf die Nacht. Dann wird sie aus der Höhle kommen und nach Nahrung suchen.

An allen Tauchplätzen treffen wir auch immer auf Anemonen in deren Schutz sich Anemonenfische tummeln. Rund um Nabucco sind viele verschiedene Anemonen zu sehen.

Auch die Anemonenfische, welche darin leben unterscheiden sich stark. Hier ein ganz scheuer Weissrücken-Anemonenfisch der sich versucht zwischen den Tentakeln der Anemone zu verbergen.

Dieser Orangeringel-Anemonenfisch lebt in einer schneeweissen Anemone.

Und weil uns diese Anemone so gut gefällt gleich noch eine Aufnahme.

Dieser kleine Kerl hier schaut uns ganz frech an.

Ein weiteres gutes Beispiel für ein friedliches Zusammenleben ist diese Zwerggrundel, die auf der Peitschenkoralle lebt. Die winzige Grundel ist fast durchsichtig und nur das Auge verrät sie.

Nach einem weiteren Tagesausflug zur Insel Kakaben haben wir am Abend immer noch genügend Energie und gehen darum auf einen Nachttauchgang. Ganz nahe von Nabucco betauchen wir den Sand Ridge. Wir sehen viele Krebse und Krabben, welche in der Nacht auf Nahrungssuche sind.

Dieser Porzellankrebs hat eine sehr schöne Zeichnung.

Auch Plattwürmer sind auf der Nahrungssuche.

Auf dem heutigen Tagesausflug fahren wir Richtung Süden. Am Tauchplatz Ujung Karang Tinggi treffen wir auf diese Riesenmuräne.

In der Mittagspause besuchen wir die Insel Nunukan. Nunukan ist die Schwesterinsel von Nabucco und gehört auch zu den Extra Divers Tauchbasen. Wir werden herzlich willkommen geheissen von Marionna, welche die Insel zusammen mit Evelyne und Rainer von Nabucco leitet. Marionna ist aus der Schweiz und freut sich natürlich wieder einmal Schweizerdeutsch sprechen zu können. Nach einer Inselbesichtigung fahren wir weiter zum nächsten Tauchplatz. Hier sehen wir einen Krokodilfisch.

Die Krokodilfische sind nebst den Sandtauchern die einzigen Fische, welche ein liedähnliches Organ zur Abdeckung der Augen besitzen.

In einer Blasenkoralle entdecken wir diese winzige, kaum sichtbare Garnele.

In einer Anemone verbirgt sich dieser Porzellankrebs.

Auf dem Topriff sehen wir eine schöne Harlekin-Süsslippe.

Die Schraubensabelle zieht sich bei Gefahr blitzschnell in ihr Haus zurück.

Auch die Spiralröhrenwürmer ziehen sich blitzschnell zurück und ich muss mich mit der Kamera ganz vorsichtig nähern, damit ich die witzigen Tannenbäumchen fotografieren kann.

Auf dem Sand sehen wir noch diesen behaarten kleinen Krebs.

Am letzten Tauchtag fahren wir nochmals für eine Tagesausflug zur Insel Sangalaki. Der Weg ist heute einiges länger denn das Meer ist sehr unruhig und Wellen verunmöglichen ein schnelles Vorankommen mit dem Boot. Auf dem Weg entscheiden wir uns auf halber Strecke bei Kakaban den ersten Tauchgang zu machen. Das Meer beruhigt sich während des Tauchgangs ein wenig und so kommen wir rascher voran. Leider ist bei Sangalaki auch heute die Voraussetzung für Mantasichtung nicht gegeben. Das Wasser ist glasklar und es ist kaum Plankton vorhanden. Wir genissen den Tauchgang ohne die Hoffnung auf Mantas zu sehen. Dafür treffen wir auf einen grossen Schwarm von Fledermausfischen, die uns ganz nahe kommen.

Der gefleckte Korallenwächter sitzt wie ein Wachposten auf einer Koralle und bewacht sein Revier. Sobald Gefahr naht hat er aber immer ein Versteck in der Nähe, in welches er fliehen kann.

Der Langschnauzen-Büschelbarsch nutzt Gorgonien als Versteck.

Dieser Octopus schaut aus seiner schützenden Höhle.

Die kleinen Partnergarnelen leben in Anemonen und verbergen sich oft hinter diesen. So sind sie gut verborgen und schwierig zu finden.

Seesterne gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen.

Zum Abschluss des Tauchgangs treffen wir noch auf eine grosse Sepia. Wir haben das Glück ein äusserst seltenes Schauspiel mitzuverfolgen. Die Sepia ist sehr zutraulich und lässt uns sehr nahe zu sich heran. Wir beobachten sie eine ganze Weile und dann schwimmt sie zu einer Koralle und wir können zuschauen, wie die Sepia ihre Eier in der Koralle ablegt.

Leider geht unser Tauchurlaub bereits wieder zu Ende. Ich (Marcel) lasse noch einen letzten Luftring zur Wasseroberfläche steigen.

Dann tauchen wir gemeinsam wieder zur Wasseroberfläche.

Auch Reni sagt Auf Wiedersehen.

Euer Besuch auf www.sunandstar.ch hat uns sehr gefreut. Wir hoffen ihr habt unsere Unterwasserbilder vom Trip nach Nabucco Island genossen und wir freuen uns, wenn ihr wieder auf unserer Homepage vorbeischaut.

Teilen macht Spass... Facebook Twitter Google Pinterest StumbleUpon Email