Indonesien 2007 – Reisebericht 6

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Die hohe Kunst des Reisanbaus in Bali

In diesem Reisebericht dreht sich alles um das Grundnahrungsmittel Reis.

Seit 2000 Jahren wird in Bali Reis angebaut. Der Reisanbau hat sich über die Jahre zum Kunsthandwerk entwickelt und die Reisfelder werden als Kunstwerke angesehen. Nirgends in Südostasien sind wir solch eindrucksvollen Reislandschaften begegnet wie hier in Bali. In anderen Ländern wird Reis oft auf riesigen Ebenen angepflanzt und es entstehen grosse Felder. Da Bali sehr hügelig und im Zentralland sogar gebirgig ist, fehlen diese Ebenen. Trotzdem wird auf Bali sehr viel Reis angepflanzt und so entstehen in den Hügeln die weltbekannten Reisterassen. Auch die Versorgung der Felder mit Wasser ist eine hohe Kunst. Ein weit verzweigtes System von Kanälen durchzieht die Felder und versorgt die Reispflanzen mit dem Lebenselixier Wasser.

In der Küstennähe gibt es auch in Bali grössere Flächen von relativ flachem Land wo der Reis auf grossen Reisfeldern angepflanzt werden kann.

Sobald wir aber die Küste verlassen wird das Land hügeliger und grössere Flächen fehlen.

So werden die Reisfelder der Landschaft angepasst und immer kleiner.

Je mehr wir in das Hügelland vorstossen, desto kleiner werden die Reisfelder.

Da für den Reisanbau viel Wasser benötigt wird, werden vor allem die Flusstäler genutzt. Wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, kann pro Jahr bis zu dreimal geerntet werden ohne dass der Boden dadurch leidet. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der Boden sehr nährstoffreich ist. Durch das Ökosystem mit dem vielen Wasser wird dem Boden konstant Nährstoff zugeführt und die Überreste der Reisernte liefern einen weiteren Anteil an neuem Nährstoff.

Da diese Täler teilweise sehr tief und die Flanken sehr steil sind, sind die Felder sehr schmal. Oft haben diese Felder nur noch Platz für drei bis fünf Reihen von Reispflanzen.

Das Wasser ist das Lebenselexir für die Reispflanzen und der Wasserstand in den Feldern ist entscheidend für den Lebenszyklus des Reisanbaus. Der Wasserlevel wird mit dem heranwachsen der Reispflanzen ständig erhöht. Danach wird der Level des Wassers reduziert und die Felder trocken gelegt, so dass der Reis geerntet werden kann.
Für die Bewässerung der Felder wird ein weit verzweigtes Netz von Kanälen verwendet. Das Wasser wird aus dem Fluss abgezweigt und fliesst durch die Felder von Stufe zu Stufe und versorgt so alle Felder mit genügend Wasser.

Manche Felder sind so klein, dass nur noch wenige Reispflanzen angepflanzt werden und wir fragen uns, ob sich das wirklich lohnt. Vielleicht gehören diese kleinen Felder ganz einfach zum Gesamtkunstwerk der Reisanbaukultur auf Bali.

Auf unseren Ausflügen stoppen wir immer wieder um den Leuten bei der Arbeit auf den Reisfeldern zuzusehen. Es ist faszinierend, mit welcher Geduld und welchem Fleiss die Leute die Reisfelder pflegen und diese Kunstwerke entstehen lassen.
Wenn auf den Ebenen und in grossen Feldern motorisierte Hilfsmittel verwendet werden können, ist zumindest die Vorbereitung der Felder effizienter und schneller. Wenn aber die Felder an den Hängen sind und die Grösse der einzelnen Felder immer mehr schrumpft, wird auch die Bearbeitung immer aufwendiger. Die Vorbereitung der Felder kann nicht mehr mit motorisierten Hilfsmitteln durchgeführt werden und Menschenkraft ersetzt die mechanischen Hilfen.

Mit den motorisierten Hilfsmitteln können die grossen Reisfelder optimal für die Reispflanzung vorbereitet werden.

Für die etwas kleineren Felder oder die Bauern, die sich keine motorisierte Hilfe leisten können, gibt es die Möglichkeit einen Pflug mit Ochsen oder Kühen zur Hilfe zu nehmen.

Oft ist es aber wegen der kleinen Abmessungen der Felder und der steilen Hanglage nicht möglich die Felder mit motorisierten Hilfsmitteln zu bearbeiten. Manchmal ist auch die Zuhilfenahme der Ochsen nicht möglich und so bleibt nur noch die menschliche Handarbeit.

Diese Arbeit ist sehr anstrengend und Rückenschmerzen sind vorprogrammiert. Die Bauern stehen zudem stundenlang mit blossen Füssen in knöcheltiefem Schlamm.

Der letzte Schliff der Felder wird oft ohne Hilfsmittel mit blossen Füssen durchgeführt.

Parallel zur Vorbereitung der Felder werden in kleinen Beeten die Reisstauden angesät. Die Reisstauden sind sehr nahe beieinander und so entsteht das satteste Grün, das auf den Reisfeldern zu sehen ist.

Sobald die jungen Reisstauden gross genug sind, werden diese aus den Jungebeeten genommen und Büschelweise für die Pflanzung bereitgestellt.

Jede einzelne Reisstaude wird nun von Hand eingepflanzt. Da der Boden durch das Wasser ganz weich ist werden die Stauden von blosser Hand in die Erde gedrückt.

Auf diesem Bild sind nochmals die Felder in den einzelnen Pflanzstadien zu sehen.

Meist sind ganze Familien oder ganze Dorfgemeinschaften zusammen auf den Feldern an der Arbeit. Denn nur mit vereinten Kräften ist der riesige Arbeitsaufwand zu meistern. Nach der Pflanzung der jungen Reisstauden müssen diese ständig gepflegt und mit Nährstoff versorgt werden. Die Felder müssen von Unkraut befreit werden und es muss immer für die richtige Wassermenge gesorgt werden.

Immer wieder stehen in den Reisfeldern kleine Hütten oder Unterstände. Diese Unterstände spenden während Pausen zwischen der Arbeit etwas Schatten und dienen den Bauern als Platz zum Ausruhen.

Nach der Ernte der Reisstauden mit den Reiskörnern finden auch die Enten noch genügend Nahrung auf den Feldern.

Wenn der Reis geerntet wurde und die Körner von den Stauden entfernt sind, müssen die Reiskörner noch getrocknet werden. Dies geschieht natürlich auf der Strasse.

Wenn wir mit dem Motorrad durch die Gegend brausen, könnten wir immer wieder stoppen und die Aussicht in die Reisfelder geniessen. Nachfolgend einige Bilder welche die Schönheit der Reisfelder auf Bali zeigen.
Wenn die Felder für die Pflanzung der jungen Reisstauden vorbereitet sind sehen die Hänge wie eine Poollandschaft aus.

Die Felder werden mit kleinen Dämmen aus Lehm umschlossen, damit das Wasser auf den Feldern bleibt.

Diese Dämme müssen ständig gepflegt werden, denn die Kraft des Wasserdruckes ist gross und wischt die Dämme aus.

Die Felder stehen für die Anpflanzung bereit.

Dann wird mit der Pflanzung begonnen und die Felder verwandeln sich in herrliche, satte grüne Teppiche.

Diese Felder befinden sich an einem sehr steilen Hang und die Stufen sind somit sehr hoch. Sehr viel Handarbeit steckt in der Befestigung dieser Dämme.

Sehr schmale Felder in denen nur noch ein paar wenige Reihen Reisstauden nebeneinander angepflanzt werden können.

Und zum Abschluss noch ein bisschen Hintergrundwissen aus dem balinesischen Kalender für diejenigen, die mit dem Reisanbau beginnen möchten.

Der balinesische Kalender hilft den Leuten die Arbeiten nach dem Mond zu richten.
So sollte neuer Reis am 15. oder 31. August angepflanzt werden. Am 24. und 27. August ist der ideale Zeitpunkt der Kuh beizubringen, wie sie auf dem Reisfeld zu arbeiten hat.

Und wer plant einen Fischteich zu erstellen, der sollte dies am 13. August tun.

Also viel Spass bei der Erstellung der Reisfelder und der Anpflanzung von den ersten Reispflanzen.

Ubud ist ein sehr guter Ausgangsort um die Reisfelder von Bali zu erkunden. Möchtest du wissen, welches die Besten Restaurants in Ubud sind? Wir haben auf unserem Blog eine Liste mit den besten Restaurants in Ubud zusammengestellt.

Unter Die Trauminsel Bunaken in Nordsulawesi findet ihr den nächsten Reisebericht.

Vielen Dank für euren Besuch auf www.sunandstar.ch und bis zum nächsten Mal. Bald sind wir wieder zurück in der Schweiz.

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