Indonesien 2007 – Reisebericht 5

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Das Zentralland und der Süden von Bali

Am 2. August haben wir uns von der Nordküste verabschiedet und sind ins Zentralland von Bali weiter gereist. Die Fahrt von Amed nach Ubud mit dem Bemo (Lokalbus) geht der Ostküste entlang Richtung Zentralgebirge. Ubud ist bekannt für Kunst, Kultur und prächtige Reisfelder. Zum Thema Reis haben wir einen separaten Reisebericht (Indonesien Teil 6) erstellt.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du eine Liste mit den 13 Besten Restaurants in Ubud und den 10 Besten Restaurants in Sanur.

Ubud ist ein sehr gemütlicher Ort. Die meisten Touristen kommen nach Ubud zum shoppen. Denn nirgendwo in Bali ist das Angebot an Schmuck, Souvenirs, Bildern, Drachen, Masken, Korbwaren, Schnitzerei-, Steinmetz- und Töpferarbeiten so gross wie in Ubud. Wir treffen jedoch nicht nur Tagestouristen sondern auch viele Langzeittouristen. Diese belegen entweder einen Kurs in balinesischer Kultur oder erlernen die balinesische Sprache. Des milden Klimas wegen lassen sich aber auch viele Australier und Westler in Ubud nieder.

Im südlichen Teil von Ubud befindet sich der "Heilige Wald der Affen" oder "The Sacred Monkey Forest Sanctuary". Der Monkey Forest ist ein Dschungel und für die Bevölkerung von Ubud ein wichtiger, spiritueller Ort.

Im heiligen Monkey Forest leben balinesische Langschwanz Makaken (Macaques). Zur Zeit leben rund 300 Makaken hier, davon sind 35 erwachsene Männchen, 95 erwachsene Weibchen und 170 Junge. Da die meisten Jungen zwischen Mai und August geboren werden, sehen wir sehr viele dieser herzigen Tiere. Dieser hier lässt sich beim Banane essen nicht von uns stören.

Eine glückliche Affenfamilie.

Im Monkey Forest befinden sich drei heilige Tempel. Hier dienen die Tempel nicht nur für spirituelle Zeremonien sondern auch als Spielplatz für die Affen.

Je weiter wir gehen, desto tiefer kommen wir in den Dschungel. Dieser Riesengecko schaut zum Fluss hinunter. Er ist wohl durstig.

Wir fühlen uns wie in einer Märchenwelt. Diese verwunschene Brücke könnte im Elfenwald von "Der Herr der Ringe" stehen.

Die zwei Drachen bewachen die Brücke.

Einmal Affe, zweimal Affe...

und dreimal Affe :-)

Auf dem Rückweg kommen wir noch beim Pura Taman Saraswati vorbei. Dieser Tempel ist der Gottheit der Weisheit und der Kunst gewidmet.
In diesem Tempel finden jede Woche Tanzvorführungen statt.

Dieser Eingang wird von Ganesh bewacht. Die Hausbewohner haben ihn sehr schön geschmückt.

Während unseres 10-tägigen Aufenthaltes in Ubud machen wir natürlich auch wieder Ausflüge mit dem Töffli. Da es in Ubud eher kühl ist, fahren wir in den Süden. Die Fahrt führt uns durch die Hauptstadt Denpasar, wo ein ziemliches Verkehrschaos herrscht. Gegenüber dem Rest von Bali geht es in Denpasar ziemlich hektisch zu und her. Unser erstes Ziel ist Kuta Beach. Wenn wir schon nicht in Kuta übernachten, wollen wir doch wenigstens den Strand sehen. Baden ist jedoch an diesem Tag untersagt, zu hohe Wellen. Wir schauen ein bisschen den Surfern zu und fahren weiter auf die Bukit Peninsula, ganz im Süden von Bali. Hier ist es recht hügelig und trocken. Die Umgebung erinnert uns schon fast ein bisschen an Griechenland. Nach einer langen Fahrt erreichen wir unser erstes Ziel, den Pura Luhur Ulu Watu. Der Tempel ist auf der äussersten Spitze der Klippe gebaut. Wir spazieren den Weg der Klippe entlang. Herrlich die Aussicht, wenn nur nicht die frechen Affen wären. Schwups und mein Tächlikäppli und meine Sonnenbrille sind weg. Grinsend sitzen die Affen mit den gestohlenen Sachen da und nähern sich den Klippen, sodass man keine Chance hat das Gestohlene zurück zu kriegen.

Beim Pura Luhur Ulu Watu werden abends während des Sonnenuntergangs traditionelle Tanzvorführungen vorgetragen. Die Kulisse hier ist wohl kaum zu übertreffen.

Ein Naturwunder.

Jetzt wollen wir aber richtige Surfer sehen. Wir fahren weiter der Küste entlang bis zur Surferbucht Ulu Watu. Hier ist die Surfer-Szene und die Action.

Wir könnten stundenlang zuschauen wie die Surfer auf den Wellen und in den Wellen reiten.

Es sieht so einfach aus. Aufs Brett steigen und sich von der Welle mitziehen lassen.

So lange bis einem die Welle zudeckt. Und tschüss.

Ob der hier vor der grossen Welle flüchtet?

Elegant schwebt dieser Surfer inmitten der Welle.

Tanah Lot ist der Tempel in Südbali den man gesehen haben muss. Im Reiseführer heisst es, er wäre zum Sonnenuntergang am schönsten. So fahren wir zum Abschluss unseres Töfflitages dahin.

Pura Tanah Lot ist der wichtigste Meertempel für die Balinesen. Ausländern ist es verboten in den Tempel hinein zu gehen. Da es zum Sonnenuntergang am schönsten ist, ist der Menschenauflauf auch am grössten. Die Touristen strömen von überall her um diesen Tempel zu sehen.

Da die gesamte Struktur und der Untergrund vom Zerfall bedroht war, ist ein Drittel des Felsens künstlich aufgebaut worden.

Am schönsten ist Tanah Lot wirklich während des Sonnenuntergangs. Da hat der Reiseführer recht gehabt.

Die Stimmung ist gewaltig. Ein wunderschöner Tag in Bali geht zu Ende. Jetzt heisst es nur noch zurückfahren nach Ubud.Vor uns liegen noch 56 km.

Am nächsten Tag gehen wir zur Abwechslung einmal zu Fuss auf Entdeckungsreise in und um Ubud. Während des Spaziergangs haben wir herrliche Sicht auf Reisfelder und eine Grasplantage. Hier wird hohes Gras geschnitten und getrocknet, das später für Dächer verwendet wird.

Die Bündel werden zusammen geschnürt und auf den Schultern ins Dorf getragen.

Diese getrockneten Grasbündel liegen bereit für den Dachdecker. Jetzt kann er mit der Arbeit beginnen.

Und so sieht ein gedecktes Tempeldach von unten aus.

Ein fertig gedecktes traditionelles Häuschen sieht so aus. Die Form der Hütte scheint noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Holländer zu sein.

Dieses Steinhaus gefällt uns wegen der schönen Fenster.

Nach einem relaxten Tag in Ubud haben wir wieder Entdeckungslust. Das Töffli ist schnell gemietet und los geht's. Heute steht der Vulkansee Batur auf dem Programm. Wir fahren nach Penelokan, von wo aus wir eine herrliche Aussicht auf den Vulkansee Batur haben. Da wir uns hier auf rund 1000 m über Meer befinden ist es recht kühl.

Von Penelokan fahren wir runter zum See und haben auch hier gute Sicht zum Vulkanberg Batur. Die Landschaft ist sehr trocken und überall sieht man das schwarze Vulkangestein.

Gunung Batur ist 1717 m hoch. Es ist möglich mit einem Guide den Vulkanberg zu besteigen. Uns genügt es jedoch ihn von weitem zu bestaunen.

Ein kleines Dorf am Ende des Vulkansees. Natürlich gibt es auch in diesem Dorf einen kleinen Tempel.

Auf diesem Bild ist sehr gut zu erkennen, wo die Lava beim letzten Vulkanausbruch im Jahre 1994 hingeflossen ist (linker Bildrand). Ein schwarzer Teppich aus Vulkangestein ist übrig geblieben.

Unseren nächsten Stopp legen wir beim Tempel Besakih ein. Pura Besakih liegt auf 1000 m Höhe und gilt als Muttertempel des Hinduismus. Desshalb ist es Bali's wichtigster Tempel. Pura Besakih wird während Zeremonien und religiösen Anlässen zum spirituellen Zentrum.

Speziell an den Tempeltürmen sind die mehrstöckigen schwarzen Dächer die aus schwarzen Palmenfasern gefertigt sind.

Im Hintergrund sieht man den Vulkanberg Agung. Mit 2900 m ist er Bali's höchster Berg. Es heisst, dass Agung 3142 m hoch war, nach einer Eruption im Jahre 1963 jedoch an Höhe verloren habe.

Wir sind fasziniert von den mehrstöckigen Dächern.

Der gesamte Tempelkomplex besteht aus 23 Tempeln. Da wir während den letzten sechs Monaten so viele Tempel gesehen haben, beschränken wir uns auf die Schönsten.

Die Aussicht vom zweitobersten Tempel ist gewaltig. Wir sehen von hier aus sogar bis zur Küste runter.

Dies ist nur ein kleiner Teil des Tempelkomplexes. Wo man hinschaut sieht man die schwarzen mehrstöckigen Dächer.

Balinesische Männer in Action. Sie bereiten die Dekoration für eine Zeremonie vor.

Die Einheimischen sind schön gekleidet und tragen die Opfergaben auf den Köpfen zu den Tempeln. Auch Kinder sind traditionell gekleidet.

Jeder Tourist der ein paar Tage in Ubud verbringt, kommt an einer Tanzvorführung des klassischen balinesischen Tanzes nicht vorbei. An jeder Ecke werden Tickets verkauft. An unserem zweitletzten Abend besuchen wir die Vorführung des Barong Dances von der Gruppe "Women's Dance & Gamelan".

Tari Pendet ist ein ritueller Tanz. Die Tänzerinnen bringen Opfergaben für die Tempelzeremonie.

Heute tanzen sie für Blumenregen.

Dieser Junge tanzt den Baris Tunggal, ein Kriegstanz. Dies ist vermutlich der älteste zeremonielle Tanz von Bali. Normalerweise wird dieser Tanz von mehreren Männern in strenger militärischer Formation vorgeführt. Sie demonstrieren beim Tanz ihre Fähigkeiten und ihr Können im Umgang mit verschiedenen Waffen. Alle Jungs die Tanz studieren erlernen diesen Tanz.

Uns fasziniert vorallem die Mimik der Tänzerinnen und Tänzer. Innert Sekunden wechseln sie ihren Ausdruck von ernst bis fröhlich und umgekehrt. Sie hier tanzt mit zwei anderen Schönheiten den "Dance of Bali White Starling Bird". Der Tanz soll daran erinnern, dass diese Art von Vögeln sehr rar geworden sind und nur noch im Nationalpark von Westbali vorgefunden werden. Es soll auch daran erinnern, dass die vom aussterben bedrohten Vögel beschützt werden sollen.

Sie tanzt einen eleganten Liebestanz, den Tari Oleg Tambulilingan.

Diese magische Kreatur wird Barong genannt. Der Tanz heisst Tari Barong und das Kostüm wird von ein bis zwei Personen getragen. Unter diesem Kostüm befindet sich aber nur einer.

Dieser Barong wird von zwei oder mehr Personen getragen.

Zum Abschluss präsentieren sich alle Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne.

Auf Wiedersehen. Schön war's.

Das wär's von Bali. Bald heisst es wieder faulenzen und tauchen gehen. Die nächste Station unserer Reise ist die Insel Bunaken in Nordsulawesi.

Herzlichen Dank für euer Interesse und euren Besuch auf www.sunandstar.ch.

Unter Die hohe Kunst des Reisanbaus in Bali findet ihr den nächsten Reisebericht.

Viele Grüsse und bis bald,
Marcel und Reni

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