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Die meisten Bilder in diesem Reisebericht entstanden
auf der Fahrradtour, die wir von Solo aus unternommen haben. Aber auch bei
anderen Ausflügen hatten wir immer wieder die Möglichkeit
lokale Handwerksbetriebe zu sehen und mehr über die Leute und deren Arbeitsweisen zu
lernen. Unsere Fahrradtour führt uns erstmal aus der Stadt heraus mitten durch herrliche, sattgrüne Reisfelder. Faszinierend sind vor allem auch die Bewässerungssysteme, die für die Wasserversorgung der Felder erstellt wurden. Mit geringstem Gefälle führt ein weit verzweigtes Kanalsystem durch die Ebene.
Reis ist das wichtigste Anbauprodukt der lokalen Bauern und wird in kleinen Feldern über weite Flächen des Landes angebaut. Je nach Wassermenge die zur Verfügung steht, können die Felder bis zu drei Mal pro Jahr bestellt werden. Am Anfang eines Erntezyklus steht das Vorbereiten des Feldes. Zuerst wird das Feld, das unter Wasser steht, gepflügt und dann "glattgestrichen".
Als nächstes werden die jungen Reisstauden von Hand eingesetzt. Da die Erde so nass ist, benötigen die Bauern dazu keinerlei Hilfsmittel und die Setzlinge werden einfach nur in die nasse Erde gesteckt.
Mit viel Sonne und Wasser entwickeln sich die Reisstauden und werden immer stärker. Die ersten Reiskörner starten zu wachsen. Nun sind die Pflanzen fast einen Meter hoch und das Grün ist sehr intensiv.
Wenn die Pflanzen genügend Sonne erhalten haben und die Reiskörner ausgewachsen sind, beginnen sich die Pflanzen zu verfärben. Die Felder wechseln nun die Farbe und Braun und Beige ersetzen das satte Grün. Die Felder werden trockengelegt und die Reisstauden können mit Sichelmessern geerntet werden.
Nach der Ernte werden die Reiskörner von den Reisstauden entfernt und getrocknet. Um an das Reiskorn zu kommen, muss noch die Schale entfernt werden und fertig ist das kochbereite Reiskorn. Auf den Reisfeldern werden die abgeschnittenen Pflanzenreste verbrannt und ein neuer Zyklus kann beginnen.
Auf den Feldern der Bauern wird natürlich noch vieles mehr als nur Reis angepflanzt. Hier ein Chilli-Feld. Eine ganz schön scharfe Sache.
In Indonesien können wir aus einer sehr grossen Anzahl frischer Früchte auswählen. Viele der Früchte wie Annanas, Banane, Melone, Papaya, Apfel, Orange, Limone, usw. kennen wir auch bei uns. Die Salak ist aber eine Frucht die wir noch nie gesehen haben und uns sehr fasziniert. Die etwa pflaumengrosse Frucht hat eine dicke Haut, die wie eine Schlangenhaut aussieht. Dass die Frucht auch Snakeskin-Fruit genannt wird, erstaunt bei dem Anblick wohl niemanden. Aber wie sieht das ganze wohl aus und wie schmeckt es?
Die Schale ist recht hart und lässt sich ähnlich Schälen wie die einer Lychee. Im Innern erscheinen verschiedene Segmente die recht fest sind und jeweils einen Kernen enthalten. Der Geschmack ist recht schwierig zu beschreiben und erinnert uns etwas an eine Mischung aus Erdbeere und Apfel, aber ohne die Süsse. Jedenfalls bleibt ein matter Film auf den Zähnen übrig und wir sind nicht gerade die grössten Fans dieser Frucht. Unser Fazit: Sieht zwar optisch super aus, aber schmeckt uns nicht so gut.
Ein weiteres Produkt, welches in der asiatischen Küche
sehr oft verwendet wird ist Tofu. In kleinen Familienbetrieben kann Tofu sehr
einfach hergestellt werden. Der Grundrohstoff für die Tofuherstellung sind
Sojabohnen.
Nachdem die Sojamilch für etwa 20 Minuten über dem Holzfeuer gekocht hat, wird die Milch durch einen Stoff gesiebt. Der feste Teil wird vom wässerigen Teil abgesiebt.
Um möglichst viel Wasser aus dem festen Anteil zu entfernen wird die Masse noch ausgepresst. Dazu wird nicht etwa eine Maschine oder Presse verwendet. Dies geht ganz einfach indem der Vater draufsteht und auf der Masse balanciert bis das Wasser ausgepresst ist.
Die Masse ist nun schon recht dickflüssig und etwas körnig. Holzrahmen werden mit Stofftüchern ausgelegt und die Masse wird mit einer Schöpfkelle eingefüllt.
Nun wird die befüllte Sojamasse mit dem Tuch zugedeckt, der Holzrahmen wird mit einem Brett abgeschlossen und mit einem grossen Stein wir die Masse nochmals für ca. 20 Minuten gepresst. Nach dem weiteren auspressen und abkühlen ist der Tofu in seine Form gepresst und fest. Der Tofu wird ausgepackt und zum trocknen auf einem Brett gelagert.
Zum Schluss werden die grossen Tofublöcke in kleine Teile geschnitten und sind bereit für den Verkauf. Die Familie verkauft die Tofustücke direkt an Leute die vorbeikommen und auf dem lokalen Markt. Pro Tag stellen Vater und Sohn etwa zehn Tofublöcke her.
Als nächstes stellen wir einen Bäckereibetrieb vor,
der die lokale Bevölkerung mit allerlei süssen Gebäcken versorgt. Die Bäckerei
ist recht gross und von aussen schaut das Haus recht neu aus. Im Innern ist aber
alles sehr alt und düster.
Mit einer altertümlichen Knetmaschine, die mit einem Dieselmotor betrieben wird, werden die Zutaten zu einem Teig geknetet.
In einem riesigen Ofen werden die feinen Süssigkeiten gebacken. Der Ofen ist aufgebaut wie ein Riesenrad. Die Süssigkeiten werden auf Backblechen wie Gondeln im Ofeninneren an einer Vorrichtung über dem Feuer gebacken. Das Mädchen im gelben Shirt ist für das Drehen des "Riesenrades" verantwortlich.
Nach dem Backen werden die Süssigkeiten zum abkühlen stehen gelassen. Der Raum dient gleichzeitig als Lagerraum, Garage und Abkühlraum.
Zum Schluss muss nur noch verpackt werden. Auch das passiert natürlich auf dem Boden. Aber die Garage ist ja wenigstens gefliesst.
Richtig laut, heiss und schmutzig geht es im nächsten
Betrieb zu und her. Wir befinden uns in einer Schmiede die Gongs und Glocken für
die Gamelan Musik herstellt. Aus Klötzen von Bronzelegierung werden diese
Gongs und Glocken geschmiedet. Jede Manufaktur stellt die Legierung selbst her
und hält die verschiedenen Metallanteile geheim. Kleine Änderungen in der
Legierung können Nuancen im Klang und vor allem die Lebensdauer der
Instrumente beeinflussen.
In atemberaubendem Tempo dreschen die Hämmer mehrerer Schmiede in Bruchteilen von Sekunden auf das glühende Werkstück. Eine unglaubliche Präzision und körperliche Leistung dieser Männer. Die Arbeitsbedingungen sind sehr anstrengend und wohl nicht gerade gesundheitsfördernd. Kohlestaub, die Hitze und das Schummerlicht erschweren die Arbeit.
So sieht eine geschmiedete Glocke für das Gamelanorchester aus. Nun wird die Glocke noch geschliffen und poliert, damit sie am Schluss in strahlendem Gold glänzt.
Um einen solchen Gong zu fertigen wird ganz schön Muskelkraft benötigt. Bis zu 120 cm Durchmesser kann ein solcher Gong aufweisen.
Als nächstes gönnen wir uns erst mal einen kleinen
Snack. Bei einer Familie die Tempe herstellt können wir auch gleich probieren.
Tempe wird aus Sojabohnen hergestellt, die durch Fermentation in eine Cakeform
gebracht wird. Fritiert schmecken die knusprigen Tempe herrlich.
Nach unserer Pause fahren wir durch das Ziegeldorf. Hier werden die Dachziegel für die ganze Umgebung hergestellt. Nachdem der Ton erst mal in Form gebracht wurde, werden die Dachziegel getrocknet und ein erster Teil der Feuchtigkeit wird dem Material entzogen. Da das Trocknen viel Platz benötigt, werden sämtliche Vorplätze und Teile der Strassen dafür verwendet.
Nach dem Austrocknen werden die Dachziegel in einem Brennofen aufgestapelt und gebrannt.
Nach dem Brennen müssen die Dachziegel natürlich zuerst ausgekühlt werden, damit man sie wieder angefassen kann. Nun können die Dachziegel verkauft werden und das nächste Haus kann damit gedeckt werden.
Ganz ähnlich sieht auch die Herstellung von Ziegelsteinen für das Mauerwerk der Neubauten aus.
Das nächste Dorf empfängt uns mit einem
süsslichen, starken Geruch. Was wird wohl hier gebraut?
Die Masse wird mit ganz einfachen Einrichtungen
destilliert. In den Fässern im Bildvordergrund wir die Masse über dem
Holzfeuer erhitzt und
verdampft. Durch die Rohre wird der Dampf in die dahinter stehenden Fässer
geleitet, wo der Dampf in
Kühlschlaufen kondensiert wird. Das Destillat wird aufgefangen und fertig ist
der Schnaps. Damit die starken 80% Alkoholanteil erreicht werden, wird der
Destillationsprozess einfach nochmals wiederholt.
Auch bei der nächsten Familie wird Holz verwendet um Produkte herzustellen. Reis ist ein weiterer Grundstoff, der zur Herstellung der feinen Reiscracker dient. Zuerst wird Reis gekocht bis eine Art Brei entsteht. Dieser Brei wird in einer länglichen Form getrocknet und nach dem Trocknen in dünne Scheiben geschnitten.
Die geschnittenen Scheiben werden an der Sonne getrocknet. Dies geschieht wiederum auf dem Hausplatz und dem Strassenrand. Die getrockneten Scheiben werden dann noch im Öl frittiert und die Reiskörner puffen auf. Dadurch werden die Cracker sehr luftig und erhalten ihre Knusprigkeit.
Weiter geht unsere Fahrradtour über einen Fluss, aber leider gibt es da gar keine Brücke. Zum Glück hat dieser Fährmann eine Marktlücke entdeckt und führt uns mit seiner Fähre über den Fluss.
Nun schauen wir uns ein echtes Präzisionshandwerk an. Die Herstellung von Stempeln für die Batikproduktion. Mit Kupferblech werden die Konturen des wiederkehrenden Musters oder des Motivs abgebildet.
Je nach Komplexität des Motivs dauert die Herstellung eines solchen Stempel mehrere Tage.
Im nächsten Betrieb können wir nun zusehen wie diese Stempel in der Batikproduktion eingesetzt werden. Sobald auf einem Stoff ein wiederkehrendes Motiv vorhanden ist, kann mit einem Stempel gearbeitet werden. Der Stempel wird in heissen Wachs eingetaucht und dieser Wachs so auf den Stoff aufgetragen.
Wenn allerdings nicht wiederkehrende Muster
vorhanden oder spezielle Effekte gewünscht sind, muss der Wachs von Hand
aufgetragen werden.
Nach dem Auftragen des Wachses werden die Stoffe in
grossen Färbebädern gefärbt und danach getrocknet. Dieser Zyklus kann
mehrmals durchgeführt werden und somit können die Stoffmuster auch mehrfarbig
sein.
Zum Abschluss noch dieses Bild einer Eierfarm, auf welcher eines der Grundnahrungsmittel produziert wird. Eier sind aus der asiatischen Küche gleichwenig wegzudenken wie Reis. Eigentlich erstaunlich, dass in Asien der Cholesterinspiegel kein grösseres Problem darstellt.
Vielen Dank für euren Besuch auf www.sunandstar.ch. Bis zum nächsten Mal. |
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