China 2009 – Reisebericht 1

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Die Metropole Hong Kong am Delta des Perlflusses

Die Weihnachtszeit haben wir dieses Jahr in der Schweiz bei unseren Familien und Freunden verbracht. Nach einem Jahr Arbeit als Tauchlehrer auf der kleinen Malediveninsel Kuredu inmitten des Indischen Ozeans, waren die fünf Wochen in der Schweiz eine willkommene Abwechslung.

Am 6. Januar sind wir dann einmal mehr vom Flughafen Zürich abgeflogen. Nach einem Zwischenstopp in London sind wir am 7. Januar um 20 Uhr im Guesthouse in Hongkong angekommen. Das Yiu Fai Guesthouse liegt sehr zentral auf dem Festland von Hongkong im Quartier Kowloon. Vom Besitzer werden wir sehr herzlich und freundlich empfangen. Unser Zimmer ist wie es in Hongkong üblich ist sehr klein, aber es besitzt immerhin ein Fenster. Wenn wir aus dem Fenster schauen ist zwar die Aussicht an die Chungking Manisons nicht gerade schön, aber wir haben ja einen Vorhang den wir zuziehen können.

Wir machen uns frisch und dann stürzen wir uns in die Menschenmasse auf der Strasse. Da unser Guesthouse so zentral liegt, sind wir in wenigen Minuten am Victoria Harbour und können dem Pier entlang schlendern. Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht auf die Skyline von Hongkong Island. Besonders im nächtlichen Lichterkleid sind die architektonischen Meisterleistungen eine Augenweide. Jeden Abend um 20 Uhr findet eine 15minütige Lasershow statt. Für die sind wir leider zu spät, aber es klappt bestimmt an einem anderen Abend.

Nach der langen Reise und dem feinen Abendessen schlafen wir herrlich. Am Morgen weckt uns das Licht der Sonne. Es ist ein wunderschöner Tag mit herrlichem Sonnenschein und einem wolkenlosen Himmel. Nach einem kurzen Frühstück gehen wir wieder zum Victoria Harbour zum Pier der Star Ferries. Für etwa 30 Rappen geniessen wir eine herrliche Fahrt mit einer der unzähligen Fähren aus den 1950er und 1960er Jahren die zwischen dem Festland und der Insel Hongkongs verkehren.

Gleich am Steg auf Hong Kong Island schauen wir fasziniert dem Treiben auf einer Grossbaustelle zu. Wenn hier gebaut wird dann gleich richtig. Das Land auf dem gebaut wird ist eigentlich gar kein Land sondern ein Teil des Meeres. Aus Platzgründen wir Land aufgeschüttet und mit riesigen Mengen von Beton stabilisiert. Auf der riesigen Fläche der Baustelle befinden sich unzählige Krane, Bagger und andere Baumaschinen. Wer hat hier wohl noch die Übersicht und kann die Logistik koordinieren?

Auch Taucher sind hier im Einsatz. Kein Wunder, denn die Baustelle ist aufgeschüttetes Meer, das zuerst trocken gelegt werden muss. Dieser Berufstaucher stellt sicher, dass der Beton unter Wasser an den richtigen Ort hinkommt. Wir vermissen das Tauchen in tropischen Gewässern, sind aber froh, dass wir nicht hier in diesem Umfeld tauchen müssen.

Als nächstes streifen wir zuerst durch die Hochhäuser des Zentrums von Hong Kong Island. Wir sind fasziniert von den architektonischen Schönheiten die hier in Hongkong allesamt im Sonnenlicht um die Wette funkeln.

Heute Abend werden wir Nackenschmerzen haben, denn die ganze Zeit müssen wir in den Himmel schauen um die Bauwerke in ihrer gesamten Grösse bestaunen zu können.

Eines der eindrücklichsten Gebäude ist sicher der Bank of China Tower, der 368 Meter in die Höhe ragt. Bei Feng-Shui Anhängern ist dieses Gebäude jedoch verrufen, da er mit den Messerscharfen Kanten Harmonie verhindert.

Uns gefällt der Turm trotzdem.

Auf dem Weg zur Bahn die auf den Peak führt, begegnen wir noch den Trams die im Zentrum von Hong Kong Island verkehren. Die Strassenbahn entstand 1904 und ist das älteste ununterbrochen benutzte Tramsystem der Welt. Es ist auch das einzige System das doppelstöckige Trams einsetzt.

552 Meter über dem Meeresspiegel befindet sich The Peak, der höchste Punkt von Hong Kong Island. Mit der Standseilbahn fahren wir zu diesem beliebten Aussichtspunkt.

Im Jahre 1888 wurde die Standseilbahn eröffnet. Mit zwei Stahlseilen von je 44 mm, die ein Gewicht von 139 Tonnen aushalten, werden die Trams hochgezogen. Die Länge der Strecke beträgt 1.4 km, die grösste Steigung beträgt 27° und die Fahrt dauert rund 7 Minuten. Die zwei Trams bieten 95 Sitzplätze und 25 Stehplätze und legen pro Tag über 90 Fahrten zurück. 1988 erhielt Von Roll den Auftrag für die Erneuerung der Anlage und Ausbau der Kapazität auf 1'400 Passagiere pro Stunde und Weg . Am 5. August 1989 war die Eröffnung der neuen Bahn, die von 28 auf 397 Meter über Meer führt.

Auf dem Peak gibt es Restaurants, Spielplätze, ein Einkaufszentrum und vieles mehr. Wir entscheiden uns auf der Lugard Road (die eher ein Weg ist) entlangzugehen und die beeindruckende Panoramaaussicht auf die Stadt zu geniessen. Diese atemberaubende Aussicht können sich auch ein paar ganz reiche Leute leisten. Das teuerste Haus der Welt befindet sich hier und im Jahre 1997 wurden dafür sagenhafte 900 Millionen HK$ (rund CHF 130 Mio.) geboten.

Nach einem Snack mit der atemberaubenden Aussicht auf Hongkong fahren wir mit der Standseilbahn wieder ins Getümmel. Wir besichtigen den Tempel Man Mo, der aus den 1840er Jahren stammt. Der Tempel ist den zwei Gottheiten Man und Mo geweiht. Man ist der Gott des Schrifttums und Mo der Gott des Krieges. Im innern des Tempels ist ein dichter Nebel der unzähligen Räucherstäbchen und der grossen Räucherspiralen. Die grossen Räucherspiralen brennen zum Teil bis zu zwei Wochen lang.

Auf dem Weg vom Tempel zum Hafen kommen wir beim Stadtviertel SoHo vorbei. Dieser Stadtteil hat sich in den letzten Jahren von einem verschlafenen in ein vibrierendes Viertel mit vielen schicken Bars und Restaurants entwickelt. Wir finden eine gemütliche Bar, wo wir uns ein kühles Bier gönnen. Die Bezeichnung SoHo ist übrigens die Abkürzung für South of Hollywood Road, da das Viertel südlich der Hollywood Strasse liegt. Nach dem Feierabendbier fahren wir mit der Fähre zurück aufs Festland. Auf dem Weg begegnen wir noch einer alten Dschunke die ständig im Hafenbecken unterwegs ist.

Am Pier geniessen wir noch die letzten Sonnenstrahlen und können beobachten, wie die Sonne hinter der Skyline untergeht.

Heute verpassen wir die Lasershow nicht. Gespannt sitzen wir am Pier und Punkt acht Uhr geht es los. Die Lasershow wird von Musik begleitet und nebst den Lasern auf verschiedenen Gebäuden, sind auch andere Beleuchtungen von insgesamt über 40 Gebäuden in die Show integriert. Es ist ein geniales Spektakel und faszinierend, wie die Lichteffekte auf die Musik abgestimmt sind.

Am nächsten Tag fahren wir mit der Schnellbahn bis zur Station der Seilbahn auf auf die Lantau Insel. Dort wechseln wir auf die Seilbahn die uns von Meereslevel auf eine Höhe von rund 500 Metern transportiert. Die Seilbahn ist 5.7 km lang und die Fahrt dauert etwa 25 Minuten.

Auf dem Ngong Ping Plateau befindet sich das Dorf Ngong Ping, welches ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen wie auch Einheimische darstellt. Das Dorf selbst ist einem kleinen chinesischen Dorf nachempfunden, wirkt aber sehr modern und natürlich völlig auf den Tourismus ausgerichtet mit vielen Einkaufs- und Essensmöglichkeiten. Die Hauptattraktion auf dem Plateau ist sicher die grösste Bronzestatue eines sitzenden Buddhas im Freien. Die Statue ist aus 202 Bronzeteilen gefertigt, wiegt gesamthaft über 250 Tonnen und ist 34 Meter hoch. Sie wurde 1993 eröffnet und um sie von der Nähe zu betrachten müssen wir zuerst die 268 Stufen bewältigen. Bei der Statue angekommen pfeifft uns ein sehr kühler Wind um die Ohren.

Vor dem Buddha stehen je vier Statuen der Gottheit Bodhisattwa. Diese Statuen werden verehrt, weil sie dem Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung helfen.

Ebenfalls auf dem Plateau befindet sich auch das Po Lin Kloster. Im Moment wird gerade heftig gebaut und dieses Eingangstor steht noch inmitten der Baustelle.

Das Kloster wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet, weil hier auf der Lantau Insel die nötige Ruhe für ein Klosterleben noch vorhanden ist. In den 1920er Jahren entwickelte sich das Kloster zu einer wichtigen Pilgerstätte mit einer grossen Halle und einem Abt.

Im Innern der grossen Halle werden drei grosse, goldene Buddhastatuen verehrt. Die Decke ist mit schönen Ornamenten verziert und es gibt einen richtigen Orchideengarten vor dem Altar.

Inmitten der Natur erreichen wir nach einem kurzen Spaziergang die 38 riesigen Holzsäulen des Weisheitspfades. Die Stelen sind im Zeichen der Unendlichkeit (liegende 8) angeordnet und die Schriftzeichen auf den Stelen stellen ein buddhistisches Gebet dar.

The Center ist in der Nacht wohl das schönste Gebäude Hongkongs. Wenn es dunkel wird erhält das riesige Gebäude ein Lichterkleid mit wechselnden Farben. Am Tag funkelt das verspiegelte Gebäude im Sonnenschein.

Die Banken können sich natürlich auch in Hongkong die schönsten und grössten Gebäude leisten.

Das Gebäude der Bank of China beeindruckt uns mit der geometrischen Architektur und der Höhe von 386 Meter. Wir schleichen uns am Empfang vorbei und nehmen den Lift. Auf der 43 Etage finden wir tatsächlich eine Ebene, wo für die weiteren Stockwerke der Lift gewechselt werden muss. Dort gibt es zum Glück eine grosse Fensterfront und wir können die herrliche Aussicht aus schwindelerregender Höhe geniessen.

Wir haben freie Sicht auf den Victoria Harbour und einige der hohen Nachbarn der Bank of China. Auch die riesige Baustelle, wo die Landgewinnung auf vollen Touren läuft, können wir von hier aus sehen. Im Zentrum steht der Two International Finance Center Tower. Dies ist mit 425 Meter Höhe der unangetastete Spitzenreiter im Kampf um den Titel "Höchstes Gebäude Hongkongs".

Diese Männer hier haben einen ganz besonderen Job. Als Fensterputzer arbeiten die Männer in schwindelerregender Höhe. Bei den riesigen Glaspalästen wird ihnen die Arbeit nicht so schnell ausgehen. Ob sie wohl auch Zeit haben die herrliche Aussicht zu geniessen?

Mit dem doppelstöckigen Tram wollen wir nun natürlich auch fahren. Die Fahrt mitten im Verkehr geniessen wir auf dem oberen Deck, so können wir von oben das Gewusel der Menschenmengen am besten beobachten.

Dies ist für uns das typische Strassenbild Hongkongs. Relativ schmale Strassen, die von verschiedenen Fahrzeugen gefüllt sind und dazu eine riesige Anzahl von leuchtenden und blinkenden Leuchtreklamen in allen Farben.

An unserm vierten Tag starten wir mit der Besichtigung des Nonnenklosters Chi Lin Nunnery. Das Nonnenkloster soll vor über 2'000 Jahren gegründet worden sein und die rekonstruierten Holztempel sind in der historischen Bauweise ohne Stahlnägel gebaut. Auf dem Tempelareal bestaunen wir auch eine grosse Anzahl von zum Teil uralten und sehr schön geformten Bonsais, die um die Seerosenteiche angeordnet sind.

Gleich nebenan auf der anderen Strassenseite befindet sich die Gartenanlage Nan Lian. In diesem Park finden wir eine herrliche Ruhe vor und können die stilvolle Anordnung von Teichen, Felslandschaften, Pflanzen und Gebäude so richtig geniessen.

Kaum zu glauben dass wir uns inmitten der riesigen Metropole Hongkong befinden. Würden nicht im Hintergrund die riesigen Wohnblocks stehen, würden wir fast vergessen wo wir eigentlich sind.

Nach dieser herrlichen Ruhe geht es wieder weiter mit der U-Bahn. Unser nächster Sopp ist der Wong Tai Sin Temple. Schon beim Aussteigen aus der U-Bahn hat es wieder sehr viele Leute. Als wir dann auf dem Platz vor dem Tempel ankommen, finden wir eine riesige Menschenmenge vor. Wir wagen es trotzdem in die Tempelanlage.

Die Tempelanlage ist völlig überfüllt von Menschen. Die meisten Gläubigen zünden sich eine ganze Hand voll Räucherstäbchen an was dazu führt, dass die Luft mit dem Messer geschnitten werden könnte. Nach ein paar Minuten entscheiden wir uns wider umzudrehen, da ein vorwärts kommen einfach zu anstrengend ist.

Das Convention and Exhibition Centre erinnert ein wenig an das Opernhaus in Syndey. Auf dem Platz vor dem Gebäude steht die Forever Blooming Bauhinia Skulptur, die an die Übergabe von Hongkong an China im Jahre 1997 erinnert.

Wo dieses Kreuzfahrtschiff wohl hinfährt? Bald geht auch unsere Zeit hier in Hongkong zu Ende und auch wir werden weiterreisen. Allerdings nicht mit dem Schiff sondern mit dem Flugzeug.

Im Abendlicht fährt nun auch noch eine Dschunke durch den Victoria Harbour. Ein schöner Kontrast zwischen den modernen Hochglanzgebäuden und dem alten chinesischen Holzschiff.

Im goldenen Licht des Abends hat auch noch in Brautpaar ein Fotoshooting am Pier. Wie es in Hongkong so üblich ist, ist jeder immer gestresst und hyperaktiv. So kann sich dieser Ehegatte auch bei den Hochzeitsfotos nicht nur um seine Braut kümmern sondern erledigt zwischen den Fotos gleich noch Geschäftstelefonate.

An unserem letzten Tag in Hongkong fahren wir nochmals in einen Aussenbezirk von Hongkong um den Ping Shan Heritage Trail zu sehen. Im Jahr 1993 wurde dieser Weg, der an verschiedenen historischen Plätzen vorbeiführt, eröffnet. Auf dem Weg finden wir verschiedene historische Gebäude, Tempel aber auch das ländlichere Leben und kulturell erhalten wir einen schönen Einblick.

In einer der alten Versammlungshallen ist dieser Chinese gerade am erstellen von Kaligraphie-Bannern für ein Tempelfest.

Auf dem kleinen Markt an dem wir vorübergehen kann man allerhand feines aber auch kurioses kaufen. Wie wär's zum Beispiel mit einem getrockneten, flachgepressten Schweinskopf?

Hier eine Spezialität von Hongkong. Hot Pot nennt sich diese Suppe, die direkt in einer Pfanne über einem Brenner serviert wird. Reni ist ziemlich schockiert, denn sie hat sich die Roasted Duck ganz anders vorgestellt. Aber der Hunger ist gross, drum Augen zu und durch.

Zum Abschluss nochmals ein typisches Strassenbild von Hongkong. Hier aufgenommen im SoHo Quartier. Hier gibt es übrigens ein sehr cleveres öffentliches Verkehrsmittel. The Escalator ist eine Aneinaderreihung von unzähligen Rolltreppen, die den steilen Hang hinaufführen. Insgesamt wird so eine 792 Meter lange Kette von Rolltreppen gebildet, die von Pendler genutzt wird, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Im morgendlichen Berufsverkehr fahren die Rolltreppen nach unten. Dann dreht die Richtung und bis Mitternacht fahren die Rolltreppen nach oben in die Wohnquartiere.

Wir bedanken uns einmal mehr für euren Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen unser Bericht gefällt euch.

Bis zum nächsten Mal.

Viele Grüsse,
Marcel und Reni

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