Burma 2007 – Reisebericht 5

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Mit dem Ochsenkarren zu uralten, heiligen Stätten

Die Aufteilung der Reiseberichte ist uns diesmal nicht ganz so einfach gefallen. Da die Ruinenstadt Sri Ksetra und der Goldene Felsen zur Umgebung von Yangon gehören, haben wir diese beiden Attraktionen zusammen genommen. Sri Ksetra nahe Pyay besuchten wir zu Beginn und den Goldenen Felsen zum Schluss.

Nach der Grossstadtzieht es uns aufs Land. Nach einer fünfstündigen Fahrt erreichen wir Pyay bei strahlendem Sonnenschein. Geschafft, wir haben den Regen abgehängt. Pyay liegt zwischen Yangon und Bagan. Der ideale Ort einen Zwischenstopp einzulegen.
Die Busstation ist ausserhalb, deshalb lassen wir uns mit der Fahrradtrishaw ins Guesthouse fahren. Trishaws sind hier die Hauptnahverkehrsmittel. Autotaxis für Kurzstrecken trifft man selten an.

Pyay liegt am Fluss Ayeyarwady wo wir bei einem feinen Myanmar-Bier die schöne Aussicht geniessen.

Im Stadtzentrum befindet sich die Shwesandaw Pagode, das bedeutendste Heiligtum der Stadt. Der Aufstieg lohnt sich nur schon der Aussicht wegen.

Die Form des goldenen Stupa gilt als ungewöhnlich. Pilger kommen vorallem am frühen Abend zur Meditation oder zum Gebet hierher.

Die filigran verarbeiteten Dächer faszinieren uns. Von oben kann man kaum mehr die einzelnen Gebäude ausmachen, so viele Dächer gibt es hier.

Die Eingänge der Pagode werden von grossen chinthes (Löwen) bewacht. Was der Tiger im Schlund des Löwen zu suchen hat, bleibt uns ein Rätsel.

Wunderschön wie die Sonneneinstrahlung dieses Dach beleuchtet.

Und noch ein Tempeldach, weil die so schön sind.

Beim Abendessen haben wir eine wunderbare Aussicht auf die beleuchtete Shwesandaw Pagode.

Am nächsten Tag chartern wir zwei Fahrradtrishaws und lassen uns zu den Ruinen von Sri Ksetra chauffieren. Die Ruinen datieren aus dem 3. - 8. Jahrhundert. Dies ist die Phayagy Pagode und stammt aus dem 6./7. Jahrhundert. Sie gehört laut einer Inschrift zu den ältesten Pagoden Burmas und gilt als Prototyp für die späteren Pagoden des Landes. Hier soll der grosse Zehennagel von Buddhas rechtem Fuss eingemauert sein.

Auf dem Weg zur Ancient City begegnen wir einem Bauern, der mit dem Ochsenkarren auf dem Weg zur Arbeit ist.

Das Gelände der Ancient City ist weitläufig und zu Fuss sehr beschwerlich. Da die Sonne extrem stark runter brennt, mieten wir uns für die 3-stündige Rundfahrt einen Ochsenkarren. Die Ochsen zotteln gemütlich vor sich her und wir haben so genügend Zeit uns die Landschaft anzusehen.

Zum Glück haben wir einen Regenschirm dabei. Dieser schützt uns optimal vor der Sonne. Im Hintergrund ist die Baw Baw Gyi Pagode zu sehen. Der Tempel misst eine Höhe von 47 m und wurde im 5. Jahrhundert von König Duttabaung erbaut. Zur Zeit ist sie wegen Renovationsarbeiten eingerüstet.

Wir sind fasziniert vom burmesischen Gerüst. Anstelle von Metallstangen werden Unmengen von Bambusrohren verwendet.

Hier ist das Ganze im Detail zu sehen. Stabil sieht es ja aus, aber was würde die Suva wohl dazu sagen?

Auf der Weiterfahrt begegnen wir noch dem Dachdecker. Mit diesen trockenen Riesenblättern werden Dächer gefertigt.

Ein gedecktes Dach sieht dann so aus.

Hier sind die Felder noch recht trocken. Der Regen lässt noch auf sich warten, deshalb läuft dieser Bauer mit Giesskannen rum.

Die burmesischen Mönche tragen rot, nicht wie in Thailand leuchtendes orange. Die Kindermönche gehen von Haus zu Haus um Esswaren oder Spenden einzusammeln. Die gesammelten Gaben bringen sie dann in den schwarzen Schalen ins Kloster.

Den letzten Halt machen wir bei der Phayamar Pagode. Die Backsteinpagode soll einmal Reliquien Buddhas beherbergt haben. Unter anderem einen Finger, einen Zehennagel und Knochenstücke.

Einige Reisfelder präsentieren ihr saftiges grün. Wunderschön.

Der zweite Teil dieses Reiseberichtes beschreibt unseren Ausflug zum Goldenen Felsen. Da dies der letzte Ausflug unserer Burma-Reise ist, gönnen wir uns noch ein bisschen Luxus: Wir chartern ein Taxi für zwei Tage. Der Vorteil dabei ist, wir sind unabhängig und können anhalten wo immer wir wollen.

Auf halber Strecke gehen wir Mittagessen und sind fasziniert von den Transportern. Der hier mit einer Ladung Palmenblatt Dächern. Wieviele Häuser können damit wohl gedeckt werden?

Nach der rund 5-stündigen Autofahrt erreichen wir das Basislager Kyaikhto-Kinpun, wo wir in einem gemütlichen Guesthouse übernachten. Am nächsten Morgen machen wir uns um 6 Uhr auf den Weg zum Goldenen Felsen. Früh aufstehen lohnt sich, denn um diese Uhrzeit ist es noch schön kühl.
Auf einem Laster fahren wir über enge, steile Serpentinstrassen mitten durch den Dschungel. Zusammengepfercht sitzen wir mit einer Horde einheimischer Pilger und thailändischer Touristen auf dem Verladedeck. Einmal mehr sind uns unsere langen (westlichen) Beine im Weg. Wir überleben den Transport dennoch ganz gut. Von der Endstation zum Gipfel sind es dann noch rund 45 Minuten zu Fuss. Schon von weitem können wir ihn sehen, den Goldklumpen. Der Goldene Felsen ist neben Yangons Shwedagon Pagode und der Mahamuni-Statue in Mandalay einer der heiligsten buddhistischen Stätten Burmas.

Wir befinden uns hier auf über 1'000 Metern Höhe und geniessen eine tolle Aussicht.

Der vergoldete Findlingsblock ist bedeckt von einer 6 Meter hohen Stupa.

Die pickelartige Oberfläche des Goldenen Felsen ist durch das Aufkleben von Blattgold entstanden. Da müssen ja Millionen solcher Goldblättchen kleben. Den Felsen aus nächster Nähe betrachten dürfen nur die Männer. Frauen müssen Abstand halten. So ist es Frauen natürlich auch nicht erlaubt Blattgold an den Goldenen Felsen zu kleben. Alles Männersache.

Ob der Gläubige wohl betet, dass der Felsen nicht runter rollt? Angeblich soll ihn sogar schon eine Kinderhand ins Wanken bringen.
Nach der Legende verdankt der Goldfelsen sein Gleichgewicht nur einem einzigen Haar von Buddha, das präzise im Innern des Stupa platziert sein soll.

Wir schicken herzliche Grüsse in die Heimat.

Beim Abendessen beobachten wir das ländliche Treiben auf den Strassen. Wir nennen es den dynamischen Ochsenkarren.

Auf der Rückfahrt nach Yangon geniessen wir die Landschaft und das schöne Wetter.

Zu guter Letzt noch einige Eindrücke aus Burma, die einen Platz auf unserer Internetseite verdient haben. Diese Burmesin verkauft Holz. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was daran denn so speziell sein soll. Das hier ist Thanaka-Holz und wird zum schminken verwendet.
Die Baumrinde wird zusammen mit Wasser auf einem Stein gerieben und daraus ergibt sich eine Art Paste, sogenanntes birmesisches Make-up. Die Paste gibt es auch fertig gemahlen zu kaufen.

Das birmanische Make-up wird grosszügig auf das Gesicht aufgetragen. Geschminkt sehen die Frauen dann so aus. Die Paste verschönt nicht nur das Gesicht, sondern schützt vor der Sonne, kühlt und pflegt die Haut. Egal ob Jung oder Alt, Mann oder Frau, die kühlende Paste wird allseits sehr geschätzt.

Auch alltäglich in Burma ist das Betelnuss kauen. Für uns ungewöhnlich und manchmal auch etwas ecklig, für Burmesen jedoch das normalste auf der Welt. Hier ein Betelnuss Strassenverkäufer.

Man nehme ein mit Kalk bestrichenes Blatt, lege zerkleinerte Arekanuss (Betelnuss) darauf...

... verfeinere das Ganze mit einigen Gewürzen (Kautabak, Gewürznelken, Anis oder Lakritz) und wickle alles zusammen ein. Fertig ist das Betel-Ding.
Das Blattpäckli wird in die Wange geschoben und langsam zerkaut. Da der Betelsaft den Speichelfluss anregt und nicht geschluckt wird, spucken Betelkauer unablässig. Vorsicht ist geboten, wer neben einem Bus steht. Da kann schon mal was durch die Fenster geflogen kommen.
Die Betelkauer erkennt man ganz einfach an ihren rot-schwarz verfärbten Zähnen.

Mini Mini. Typischer Tisch eines Strassencafes. In Burmas Teestuben gibt es Chinesichen Tee à-discretion. So kann man gemütlich Stunden sitzen bleiben, obwohl unsere Hintern es auf diesen Stühlchen oft kaum länger als 1 Stunde aushalten.

Wir verabschieden uns von Burma und fliegen am 29. Mai nach Bangkok.

Vielen Dank für euren Besuch auf www.sunandstar.ch. Bis zum nächsten Mal.

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