Burma 2007 – Reisebericht 1

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Yangoon, die quirlige Hauptstadt Burmas

Sunandstar presents: Der erste Reisebericht aus dem abenteuerlichen und wunderschönen Burma. Offiziell wurde der Landesname Burma im Jahre 1989 von der Regierung auf Myanmar geändert. Da ein grosser Teil der Bevölkerung noch immer von Burma spricht, verwenden wir in unseren Reiseberichten den Namen Burma.

Aus dem Jahre 2550 in Laos und Thailand sind wir nun also direkt ins Jahr 1369 gereist. Burma lebt nach dem Mondkalender und die burmesische Woche zählt acht Tage. Der Mittwoch gilt als zwei Tage, einer vormittags, der andere von 12 Uhr bis Mitternacht.

Im Vergleich heisst das also, Thailand und Laos sind der westlichen Welt 543 Jahre voraus, wobei Burma demnach 638 Jahre zurückliegt. Verwirrend, nicht?

638 Jahre zurück liegt Burma zwar nicht, ein paar Jahrzehnte scheinen es aber zum Teil schon zu sein. Oft begegnen wir Dingen und Gegebenheiten wo wir denken, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Auf den Strassen verkehren an vielen Orten noch Pferdekutschen, Ochsenkarren und uralte Chinesische Busse und LKW's. Das Stromnetz ist völlig unstabil und es vergeht kein Tag ohne Stromausfälle, die zum Teil mehrere Stunden dauern. Noch heute haben nur die wenigsten Leute einen Telefonanschluss und auch Mobiltelefone sieht man nur bei Wohlhabenden in den Städten. Das Fernsehen wurde erst im Jahre 1986 eingeführt, heutzutage besitzt jedoch in den Städten praktisch jede Familie einen Fernseher. Internetzugang gibt es auch erst seit wenigen Jahren und nur über Analogleitungen und sehr stark eingeschränkt durch die Restriktionen der Regierung.

Am 2. Mai landen wir nachmittags um halb zwei in Yangon. Wir befinden uns in einer Stadt mit rund 6 Millionen Einwohnern. Für uns als Schweizer eine ganze Menge. Bevor wir uns in die Grossstadt wagen, gehen wir zuerst einmal zu Fuss auf Erkundungstour. In der Nähe unseres Guesthouses befindet sich der Kandawgyi-See mit dem Karaweik Palace. Hier kann man sich herrlich entspannen und die Ruhe geniessen.

Am nächsten Tag lassen wir uns ins Zentrum von Yangons Altstadt fahren. Unser erstes Ziel ist die Sule Pagode. Das ist ein Alltagstempel, wo täglich tausende Gläubige zur Meditation oder zum Gebet herkommen und ihren religiösen Pflichten nachkommen.

Die wunderschönen Dächer im typisch burmesischen Stil findet man in jedem Tempel oder Kloster.

Da wir etwas Bewegungsmangel haben, gehen wir zu Fuss weiter auf Erkundungstour. Yangon ist riesig und weitläufig und wir kommen zu Fuss nicht allzuweit, dafür bleibt uns umso mehr Zeit die Dinge genauer zu betrachten. Von einer Fussgängerbrücke herab beobachten wir den Verkehr, wo wir stundenlang das hecktische Treiben beobachten könnten.

Uralte Busse fahren hier herum. Aus welcher Zeit die wohl stammen?

In Burma tragen nicht nur Frauen sondern auch die meisten Männer Röcke, hier Longyi genannt. Den Männern sind die Karo-, Rauten- und Streifenmuster vorbehalten und für Frauen gibts Blumenmuster. Zum Longyi tragen die Burmesen normalerweise Blusen oder Hemden. Auch Marcel ist auf den Geschmack gekommen und hat seinen Longyi beinahe jeden Tag getragen. Bilder dazu in andern Reiseberichten. Viel Spass beim suchen.

Gegenüber der Sule Pagode befindet sich die Stadthalle.

Die alte Kolonialbauten erinnern sehr stark an die britische Kolonialherrschaft.

Dasselbe Bild in schwarz-weiss und man fühlt sich um Jahrzehnte zurück versetzt.

Die Farbe dieses Gebäudes ist zwar bereits verbleicht, setzt sich aber trotzdem perfekt in Szene.

Eigentlich wollen wir das Nationalheiligtum, die Shwedagon Pagode, besuchen. Da jedoch schwarze Regenwolken aufkommen, gehen wir zuerst zur Wizara Pagode. Das besondere an der Stupa ist, sie ist von innen begehbar. Der Eingang zur Pagode ist sehr edel gestaltet und dahinter versteckt sieht man bereits den prächtigen Stupa.

Trotz Regen verliert die Pagode nicht an Glanz.

Der Innenraum ist als Wald gestaltet. Künstliche Bäume wachsen an den Wänden empor bis zur Kuppel, wo die Sternenbilder dargestellt sind. Als wir uns im Innern befinden, fühlen wir uns wie in einer Märchenwelt.

Die ersten drei Tage wurden wir leider von konstanten und heftigen Regenfällen begleitet. Eigentlich ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Es heisst, ein Taifun sei Grund für den starken Regen. Nach einer Stunde Regenfall sehen die Strassen bereits so aus.

Donald Duck vergeht das Lachen deswegen jedoch noch lange nicht.

Da eine Stadtbesichtigung bei Regen nur halb so viel Spass macht, gehen wir Zug fahren. Es gibt die sogenannte Circle Line, diese fährt rund um Yangon. In drei Stunden fährt man mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 km pro Stunde rund um die Stadt. Wir sind die einzigen Touristen und für die Einheimischen eine kleine Attraktion. Aber auch für uns ist die Fahrt sehr interessant. Unglaublich das lebendige Treiben auf den Bahnhöfen. Ständig steigen Verkäufer zu um Esswaren, Zigaretten, Betelnuss oder Glace an den Mann zu bringen. Während der Fahrt wird uns auch klar, weshalb die Ordinary Class die Holzklasse genannt wird. Die Eisenbahnen sind uralt und die Wagons haben Holzboden und Holzbänke. Ab und zu sehen wir sogar Dampfloks herumstehen.

Die Barrieren werden noch von Hand geöffnet und geschlossen. Die Technik ist eben in Burma noch nicht so weit fortgeschritten.

Ein weiteres Transportmittel in Yangon ist die Fahrradtrishaw. Kaum zu glauben, aber auch zwei Personen haben auf diesem Ding platz. Auf dem Land sind die Trishaws eines der Hauptverkehrsmittel für Kurzstrecken. In Yangon dominieren heutzutage jedoch Autos und Motorräder.

Am zweitletzten Tag haben wir es dann doch noch geschafft die Shwedagon Pagode, das Nationalheiligtum, zu besichtigen. Die goldglänzende Pagode gilt als die Pilgerstätte für Buddhisten aus aller Welt. Das Hauptheiligtum erreicht man durch die beeindruckenden Eingänge. In allen vier Himmelsrichtungen befindet sich ein Eingang, der von zwei etwa neun Meter grossen Löwen bewacht wird. Löwen sind ein Symbol, das eng mit dem Buddhismus verknüpft ist - Buddhas Lehre wird gerne mit dem Brüllen eines Löwen verglichen. Eine Legende erzählt, dass ein Prinz von Löwen verschleppt und aufgezogen wurde. Später findet der Prinz seinen Vater wieder und tötet auf dessen Befehl den Löwen, bereut dann die Tat und setzt den Löwen vor allen Tempeln ein Denkmal.

Die Shwedagon Pagode ist mit Tonnen von Gold und tausenden Edelsteinen geschmückt und somit von unschätzbarem Wert. Alle drei Jahre werden die Goldplatten der Pagode abgenommen und der gesamte Hauptstupa neu vergoldet. Der achteckige Hauptstupa misst einen Umfang von 433 m und ist über 100 m hoch. Ein beeindruckendes Bauwerk.

Den ganzen Tag über herrscht an der Pagode Betrieb. Gläubige sitzen in Meditation oder Gebet versunken herum, ganze Familien sitzen beim Picknick im Schatten oder Arbeiter fegen den Marmorboden.

Rund um das Heiligtum befinden sich Andachtshallen, Wunscherfüllungsstellen, Gebetssäulen, Museen und Bibliotheken. Uns faszinieren die reich geschmückten Schreine mit ihren wunderschönen, verschnörkelten Dächern.

Eine Gruppe buddhistischer Mönche auf dem Weg zur Gebetsstunde. Ihre Regenschirme dienen zum Schutz vor der Sonne.

Die goldene Pagode präsentiert sich auch nachts von seiner besten Seite.

Gegenüber unserem Guesthouse gibt es sogar eine Dental Clinic. Zum Glück haben wir keine Zahnprobleme.

Von der Dachterrasse in unserem Guesthouse in Yangon haben wir den Überblick. Und die Rundumsicht ist eine Wucht.

Kurz vor dem Sonnenuntergang wird die Hauptstadt Burmas wunderschön beleuchtet.

Und es wird noch schöner. Es fehlt uns nur noch ein gutes Glas Rotwein dazu.

Wichtig zu wissen: Wir befinden wir uns hier nun im Jahre 1369. Der Rat der Astrologen sagt voraus, dass wir uns die Haare waschen sollen weil es Glück und Erfolg bringen soll... So einfach geht das.

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