Australien 2014 – Reisebericht 10

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Finke Desert Race und die Durchquerung der Simpson Desert

Wir haben wieder einmal Glück und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Jedes Jahr am langen Wochenende des Geburtstages der Königin findet das Finke Desert Race in Alice Springs statt. Das Finke Desert Race ist ein absolut verrücktes Rennen, das über eine rund 230 Kilometer lange Sandpiste von Alice Springs nach Finke und wieder zurück führt. Das Rennen zählt zu den Australian Off-Road Racing Championships und ist dementsprechend besetzt mit der Elite der Offroad Fahrer Australiens.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zum Finke Desert Race in Australien.

Wir erreichen Alice Springs am Donnerstag und es ist recht schwierig einen Campingplatz zu finden. Wir finden schlussendlich einen auf einem Overflow Platz, der dicht an dicht belegt ist mit Rennfahrern und deren Familien und Freunden. Überall stehen Motorräder und Ersatzteile herum und es wird fleissig geschraubt. Die Stimmung ist sehr gut und jeder erwartet mit Spannung das Rennen.

Am Samstag findet der Prolog statt. Auf dem sandigen Rundkurs bei der Start und Ziel Linie ausserhalb von Alice Springs findet heute die Action statt. Jeder Teilnehmer hat eine Runde auf dem Rundkurs und die Rundenzeit bestimmt die Startposition für das Rennen. Als wir das Renngelände erreichen, ist dieses bereits in eine dichte Staubwolke gehüllt.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du noch viele weitere verrückte und ausgefallene Events und Festivals in Australien.

Der Prolog des Finke Desert Race ist eine sehr staubige Sache

Mehr als 600 Teilnehmer messen sich in verschiedenen Kategorien und Fahrer mit Motorrädern, Quad Bikes, Buggies und Autos nehmen daran teil.

Motorradfahrer auf der Strecke des Prologs

Quad Bike Fahrer unterwegs auf der Sandpiste.

Quad Bike auf der Strecke des Prologs

Der Rundkurs ist eine Sandpiste und die Bestzeit liegt bei 4 Minuten 59 Sekunden. Es ist wahnsinnig wie schnell die Buggies über die Sandpiste rasen. Nach jedem Fahrzeug weht der Wind eine dichte Sandwolke genau in Richtung Tribüne und die Zuschauer werden eingesandet. Es ist staubig, es ist laut und es ist extrem spannend zuzuschauen.

Die Buggys rasen durch die Kurven und hüllen die Zuschauer in eine dichte Staubwolke

Das Fahrerlager ist frei zugänglich und wir können mitten durch die Rennwagen und Motorräder gehen und die Fahrzeuge von nahem betrachten.

Das Cockpit eines Buggies

Viele der Fahrer haben nur ein kleines Budget und oft sind Familien und Freunde auch die Mechaniker und Helfer. Andere haben gute Sponsoren und können sich riesige Lastwagen und ein professionelles Mechanikerteam leisten.

Lastwagen eines Rennteams

Überall wird noch kräftig gearbeitet und die Fahrzeuge für das anspruchsvolle Rennen vorbereitet.

Mechaniker an der Arbeit an einem Buggy

Im Gegensatz zum Fahrerlager der Buggies und Rennwagen geht es im Lager der Motorrad und Quad Bike Fahrer sehr familiär zu und her. Die meisten Fahrer kommen mit Freunden und Familien und die Motorräder werden auf einem Pickup oder einem kleinen Anhänger transportiert.

Das Fahrerlager der Motorradfahrer

Früh übt sich wer später einmal ein Rennfahrer sein will.

Keiner zu klein ein Motorradfahrer zu sein

Es gibt mehrere Möglichkeiten das Rennen mitzuerleben. Die ersten 68 km auf der Old South Road bis nach Deep Well sind offen während des Rennens und es ist möglich an die Rennstrecke zu fahren und wieder wegzufahren.
Die Strasse entlang der Rennstrecke nach Deep Well ist während der Renntage gesperrt. Wer dort das Rennen schauen möchte, muss an der Rennstrecke campen. Dies machen viele Leute (über 10'000) und es ist ein geniales Erlebnis.

Wir haben uns entschieden gleich nach dem Prolog nach Finke zu fahren. Nach dem Finke Desert Race müssen wir eh in diese Richtung weiterfahren. Wir haben einen schönen Campplatz entlang der Rennstrecke gleich vor Finke gefunden und übernachten dort. Es gibt eine Umfahrungsstrasse und wir können jederzeit das Areal verlassen.

Auch entlang der Rennstrecke ist es staubig und die Sonne ist während dem Sonneuntergang in eine dichte Staubwolke gehüllt

Sonnenuntergang im Staub

Die besten Plätze um die vorbeirasenden Fahrzeuge zu sehen sind bei Kuppen, Kurven oder bei langen Geraden, wo die Fahrzeuge extrem schnell fahren können. Wir haben ein paar Fahrzeuge an einem Ort geschaut und sind dann entlang der Rennstrecke zum nächsten interessanten Ort gelaufen. So haben wir die Fahrzeuge in verschiedenen Situationen beobachten können. Bei der Überquerung der Rennstrecke muss man extrem vorsichtig sein, denn die Fahrzeuge rasen unheimlich schnell über die Strecke.

Ein Buggy auf der Strecke des Finke Desert Race

Es ist faszinierend, wie viel Kraft die Rennwagen besitzen und wie schnell sie über die holprige Rennstrecke rasen. Die Federungen haben eine gewaltige Arbeit zu leisten und der Rennfahrer braucht höchste Konzentration, um das Fahrzeug auf der Rennstrecke zu halten.

Ein Rennauto auf der Strecke des Finke Desert Race

Die Fahrer übernachten in Finke und am Montag rasen alle wieder von Finke nach Alice Springs. Am Abend gibt es eine grosse Präsentation mit Rangverkündigung und Party. Das Finke Desert Race ist eines der Rennen, welches zur Australian Off-Road Championship zählt und die Rennfahrer reisen aus ganz Australien an. Wir haben Motorradfahrer kennen gelernt, die extra mit der Fähre von Tasmanien angereist sind.

Ein Buggy rast auf der Strecke des Finke Desert Race vorbei

Die Durchquerung der Simpson Desert

Nach diesem aufregenden Wochenende fahren wir los, um die Simpson Desert zu durchqueren. Unser Fahrzeug ist in gutem Zustand, die Vorräte sind aufgestockt und der Wasservorrat aufgefüllt. Auch den Desert Parks Pass haben wir organisiert. Wenn man durch die Simpson Desert fahren möchte, benötigt man nämlich eine Genehmigung. Dieser Desert Parks Pass ist mit AUD 150 nicht gerade günstig, gilt aber auch als Eintritt für andere Nationalparks in Südaustralien und beinhaltet auch die Campinggebühren.

Eine gute und genaue Vorbereitung ist für ein Abenteuer wie die Durchquerung der Simpson Desert auch zwingend notwendig. Denn schliesslich haben wir fast 1000 Kilometer ohne Versorgungsmöglichkeit zu bewältigen.

Das Abenteuer der Durchquerung der Simpson Desert haben wir auch in einem Bloeintrag beschrieben. Einmalige Simpson Desert - Abenteuerlich, abgeschieden, angsteinflössend

Von Finke aus fahren wir in südöstliche Richtung und erreichen den Witjira National Park. In diesem Park befinden sich Ruinen des ehemaligen Dalhousie Homesteads und die berühmten heissen Quellen.

Während des Baus der Telegrafenleitung von Adelaide nach Alice Springs entdeckten die ersten Westlichen im Jahre 1870 die Quellen von Dalhousie. Ab 1872 wurde mit der Viehzucht begonnen und bis 1925 lebten Farmer auf dieser Farm in völliger Abgeschiedenheit.

Die Ruinen des Dalhousie Homesteads

Auf der Farm wurden Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele und Pferde gezüchtet. Ausserdem wurde auch versucht Dattelpalmen zu züchten.

Überreste der Rinderzucht beim Dalhousie Homestead

Nur wenige Kilometer von den Ruinen entfernt, befinden sich die heissen Quellen von Dalhousie. Im ersten Moment trauen wir unseren Augen kaum. Wir sind Mitten in der Wüste und alles ist sehr karg bewachsen. Nun stehen wir aber vor einer Oase mit üppigem Bewuchs, grünen Bäumen und einem richtig grossen Schwimmteich. Diese Oase ist in Australien sehr bekannt und viele Australier legen hier einen Zwischenstopp ein, um in den heissen Quellen zu baden. Bei den Quellen gibt es auch einen Campingplatz und mit dem Desert Parks Pass können wir hier Campieren.

Als erstes ziehen wir gleich unsere Badehosen an und gönnen uns ein Bad in den heissen Quellen. Und ja, wir können es zwar kaum glauben, aber das Wasser ist wirklich nass und warm. Es ist herrlich sich den Staub der letzten Tage mitten in der Wüste im 36 Grad warmem Wasser abzuspülen.

Beim Baden in den heissen Quellen wird man sogar von überflüssigen Hautschuppen befreit. Im Wasser leben nämlich kleine Fische, die einem Hautschuppen wegknabbern, sofern man ganz ruhig dasteht.

Heisse Quellen von Dalhousie Springs

Da es uns bei den Dalhousie Springs so gut gefällt, bleiben wir gleich noch einen weiteren Tag und verbringen den Tag mit lesen und baden im angenehm warmen Wasser.

Von Dalhousie Springs aus geht es nun in östlicher Richtung weiter. Die Landschaft ist sehr flach und wird von ausgetrockneten Lehmpfannen dominiert.

Mit unserem Troopy auf einer ausgetrockneten Lehmpfanne

Meist sind die Strassen trocken und einfach passierbar. Wenn es aber einmal regnet, dann können die Strassen ganz schnell zu rutschigen Schlammpisten werden und auch gänzlich unbefahrbar werden. An den tiefen Furchen können wir sehen, dass es vor kurzer Zeit sehr nass war. Die Landschaft ist grüner, als wir sie erwartet haben und wir sehen immer wieder gefüllte Wasserlöcher entlang der Strasse.

Der Track kann durch Regen unpassierbar werden

Wir fahren nun auf dem French Line Track in Richtung Osten. Dieser Track wurde 1964 durch die French Petroleum Company gebaut. Auf dieser Strecke stoppen wir auch an der Purni Bore. Ein Bohrloch, dass durch die French Petroleum Company im Jahre 1963 in das Artesische Becken angelegt wurde, um das Wasser zu erschliessen. Das Bohrloch wurde einfach offen gelassen und das unkontrolliert ausfliessende Wasser hat ein grosses Wasserloch gebildet.

Pro Sekunde sind 18 Liter unkontrolliert in die Wüste geflossen. Pro Tag sind so 2.5 Millionen Liter kostbares Wasser ausgeflossen. Diese grosse Ausflussmenge hat auch den natürlichen Ausfluss bei anderen Quellen beeinflusst.
In 1987 wurde im Rahmen des Programms zum Schutz des Artesischen Beckens das Bohrloch verschlossen und die Ausflussmenge so kontrolliert und stark reduziert.

Wir überqueren nun auch die ersten kleinen Sanddünen, die aber keinerlei Probleme darstellen.

Wir bewundern die Motorradfahrer, welche durch die Simpson Desert fahren. Die Strecke ist grösstenteils sehr sandig und die Motorradfahrer müssen eigentlich immer stehend fahren. Wir treffen auch auf drei Motorradfahrer am Strassenrand die ziehmlich geschafft aussehen. Wir stoppen kurz um zu fragen, ob sie Hilfe benötigen. Die drei sind völlig am Ende ihrer Kräfte und sagen uns, dass sie wieder umdrehen und zurückfahren werden.

Motorradfahrer auf dem Weg durch die Simpson Desert

Die Sanddünen sind nun unsere steten Begleiter. Im Gesamten haben wir rund 1100 Sanddünen, die wir überqueren müssen. Der Track ist sehr sandig und wie immer, wenn wir auf sandigem Untergrund fahren, haben wir unseren Reifendruck reduziert.

Das Reduzieren des Reifendrucks hilft sehr um durch Sand zu fahren. Die Reifen des Fahrzeuges werden plattgedrückt und die Auflagefläche wird somit viel grösser. So sinken die Reifen weniger in den Sand ein und man fährt viel einfacher über den Sand. Wenn man versucht mit vollgepumpten Reifen durch Sand zu fahren, sinkt man ein und das Fahrzeug bleibt stecken. Je nach Reifen und Gewicht des Fahrzeuges kann der Reifendruck auf die Hälfte oder sogar einen Viertel des Normaldruckes reduziert werden.

Unser Troopy beim Überqueren einer Sanddüne der Simpson Desert

Heute haben wir nur etwa 90 Kilometer zurückgelegt. Das ist aber auch kein Wunder, denn unsere Durchschnittsgeschwindigkeit liegt etwa bei 20 km/h und wir stoppen immer wieder um die Landschaft zu geniessen und zu fotografieren. Die Wüste ist nämlich alles ander als langweilig und eintönig. Die Sanddünen sind bewachsen und sogar schöne Blumen gedeihen in dieser Wüste.

Gelbe Blume inmitten der Simpson Desert

Wir sind geschafft von der Fahrt und der Konzentration, die wir während der Fahrt über die Sanddünen benötigen. So suchen wir uns einen Platz zum Campen. Wir finden einen schönen Platz im Tal zwischen zwei Sanddünen, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Natürlich sind wir ganz alleine und wir sehen kein Anzeichen von Zivilisation oder anderen Leuten.

Von der Sanddüne aus geniessen wir den schönen Sonnenuntergang über der Simpson Desert.

Spektakulärer Sonnenuntergang in der Simpson Desert

Am Morgen werden wir mitten in der Wüste von Vogelgezwitscher geweckt. Wir sind ziemlich überrascht, wer uns da mit seinem Gezwitscher weckt. Auf dem Baum neben unserem Troopy sitzen zwei Wellensittiche und singen ihr Morgenlied.

Wellensittiche in der Simson Desert

Auf dem sandigen Track sehen wir auch immer wieder Spuren von grösseren Tieren. Kühe, Kamele, Dingos und andere Tiere nutzen den Track, um einfacher voranzukommen. Kühe sehen wir öfters, von den Kamelen sehen wir aber nur die Spuren im Sand. Die Spuren der Dingos sehen wir oft auch am Morgen gleich neben unserem Campingplatz. Dingos sind zwar sehr scheu, in der Nacht trauen sie sich aber in die Nähe der Menschen, wo sie nach möglichen Essensresten suchen.

Ein Dingo in der Simpson Desert

Der Sand in der Simpson Desert ist an manchen Stellen ganz rot, an anderen eher gelb oder dann wieder beige oder sogar grau. In der Zwischenzeit haben wir auch gelernt den Schwierigkeitsgrad der Dünenüberquerung anhand der Farbe abzuschätzen. Die rote Farbe kommt von Oxidation. Der Sand ist meist relativ stationär. Dementsprechend sind die roten Sanddünen meist recht griffig und einfach zu überqueren.

Der rote Sand der Simpson Desert

Wenn der Sand gelb ist heisst das, dass der Sand mehr vom Wind verweht wird und somit an der Oberfläche weniger oxidiert. Bei den gelben Sanddünen ist also immer ein bisschen mehr Konzentration nötig, denn hier ist der Sand oft sehr tief und nicht so griffig. Diese Sanddünen wandern viel mehr und der Wind verbläst die Fahrspur, sodass es schwieriger ist diese Sanddünen zu überqueren.

Überqueren einer Sanddüne der Simpson Desert

Die Sanddünen der Simpson Desert sind stark bewachsen. Die Pflanzen hier müssen richtige Überlebenskünstler sein.

Gras im Sand der Simpson Desert

Auf jeder Sanddüne haben wir einen kurzen Moment Zeit um in die Ferne zu sehen und zu schauen, ob ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Der Track ist nämlich nur einspurig und wenn von beiden Seiten einer Sanddüne ein Fahrzeug hinauffährt, dann kann es rasch zu einem Zusammenstoss kommen, da man das entgegenkommende Fahrzeug hinter der Sanddüne nicht sieht.

Aus diesem Grund muss auch jedes Fahrzeug mit eine Sandflagge ausgestattet sein. Hilfreich ist ausserdem ein Funkgerät. Die meisten Australier haben ein Funkgerät in ihrem Auto und auf Strecken wie der Simpson Desert kann man so hören, wenn ein anderes Fahrzeug herannaht und man kann auch miteinander kommunizieren. Wir haben uns einfach ein ganz günstiges Handgerät gekauft und das war sehr nützlich.

Der Track durch die Simpson Desert

So, für heute sind genug Sanddünen überquert. Wir sind beide etwas geschafft von der anstrengenden Fahrt und so suchen wir uns gegen vier Uhr einen Campplatz. Heute haben wir nur gerade 80 Kilometer geschafft, aber wir sind auch etwas später losgefahren, da wir am Morgen noch Wellensittiche beobachtet haben.

Damit wir auch etwas von der weiteren Umgebung sehen können, haben wir heute unser Nachtlager direkt auf einer Sanddüne gesucht.

Unser Campingplatz auf einer Sanddüne in der Simpson Desert

Im Sand sehen wir eigenartige Spuren und bald finden wir auch die Verursacher dieser Spuren. Die Käfer erinnern uns an urzeitliche Lebewesen.

Ein Käfer im Sand der Simpson Desert

Wir geniessen die traumhafte Aussicht auf die Simpson Desert und die Ruhe, welche hier herrscht. Während des Tages haben wir nur eine Handvoll andere Fahrzeuge gesehen und seit wir bei unserem Nachtlager angekommen sind, ist weit und breit kein Lebenszeichen anderer Menschen in Sicht.

Schöne Abendstimmung in der Simpson Desert

Der Abend ist angenehm und es ist nicht ganz so kühl wie an den letzten Abenden. So geniessen wir ein Candlelight Dinner unter dem atemberaubenden Sternenhimmel. Es ist unglaublich, wie viele Sterne hier in der Wüste am Himmel zu sehen sind. Die Atmosphäre ist so klar und es gibt keine Lichtverschmutzung. So können wir Sterne bis hinunter zum Horizont sehen.

Unter dem Sternenhimmel inmitten der Simpson Desert

Die Wolken, welche uns in den letzten Tagen begleiten haben, sind verschwunden und der Himmel ist heute komplett wolkenfrei. Allerdings stimmt das nicht ganz. Es gibt immer noch die Wolke der Fliegen, welche wir hinter uns herziehen. Wo immer wir hinfahren, eine Wolke von Fliegen verfolgt uns. Erst bei Sonnenuntergang sind wir die lästigen Biester los.

Wir kommen an einem ausgetrockneten Salzsee vorbei. Neben dem Salzsee steht ein einsamer Baum.

Ausgetrockneter Salzsee mit einem einsamen Baum

Die Salzpfannen sind heimtückisch. Der Track ist trocken und so ist es kein Problem durch die Salzpfanne zu fahren. Wenn es aber regnet, dann können diese Salzpfannen ganz rasch zu extrem rutschigen Hindernissen werden. Auch wenn man den Track verlässt ist äusserste Vorsicht geboten, denn eine dem Anschein nach ausgetrocknete Oberfläche kann über einen weichen Untergrund hinwegtäuschen.

Mit dem Troopy mitten auf dem Salzsee

Sanddüne um Sanddüne überqueren wir. Jeder Kilometer muss erkämpft werden und die Fahrt ist eine Belastung für unser Fahrzeug und unsere Nerven. Bei einem Routine-Blick unter das Fahrzeug haben wir festgestellt, dass ein Blatt unserer hinteren Plattenfederung gebrochen ist. Das ist zwar nicht so schlimm und wir können trotzdem weiterfahren, aber ein bisschen unheimlich ist es schon. Wir befinden uns miten in der Wüste und haben einen Defekt an unserem Fahrzeug. Hoffentlich hält die Federug durch und keine weiteren Federblätter brechen. Wir versuchen nun noch vorsichtiger über die Sanddünen zu fahren und unsere Aufhängung zu schonen.

Der unendlich scheinende Track über die sanddünen der Simpson Desert

Ein erster Erfolg ist das Erreichen des Poeppel Corners. Dies ist der Grenzpunkt zwischen den drei Staaten Südaustralien, Queensland und dem Northern Territory. Hier endet auch der French Line Track und wir verlassen Südaustralien. Weiter geht es über den K1 Line Track durch das Northern Territory und den QAA Track durch Queensland nach Birdsville.

Marker am Poeppel Corner in der Simpson Desert

Wir kommen dem Ziel Birdsville näher.

Reni und Marcel auf dem Troopy in der Simpson Desert

Der K1 Line Track ist sehr gut zu befahren. Wir fahren für einmal nicht über die Sanddünen sondern in nördliche Richtung parallel zu den Sanddünen. Der Track verläuft entlang eines reisigen Salzsees und wir können für einmal etwas schneller fahren. Dank der schnelleren Durchschnittsgeschwindigkeit legen wir heute rund 100 Kilometer zurück.

Wir fahren noch ein Stück auf dem QAA Line Track, der wieder über die Sanddünen in östliche Richtung verläuft. Wir suchen uns ein Nachtlager und geniessen ein weiteres Abendessen unter dem Sternenhimmel.

Heute wird die Strecke nochmals richtig anspruchsvoll und die Sanddünen immer höher und steiler. Dazu kommt noch, dass der Sand immer heller wird und dies ist ja ein Zeichen dafür, dass diese Sanddünen in Bewegung sind. Wir merken dass auch an den Dünenüberquerungen. Über einige der Dünen ist der Track vom Winde verweht und der Sand ist sehr tief. Unser Troopy muss ganz schön arbeiten, um uns über die Sanddünen zu bringen.

Es ist wichtig, mit genügen Momentum über die Dünen zu fahren, allerdings ist es auch nicht gut zu schnell zu fahren, denn dann beginnt das Fahrzeug über die Bodenwellen zu springen, verliert an Bodenhaftung und wird unkontrollierbar. Ausserdem ist es gefährlich zu schnell über die Dünen zu fahren falls ein anderes Fahrzeug entgegen kommt.

Tiefer Sand auf dem Track durch die Simpson Desert

Verdorrte Wüstengewächse und kleine Wolken am Himmel.

Wüstengewächs auf den Sanddünen der Simpson Desert

Wir sind besser voran gekommen als wir erwartet haben. Nur noch eine Sanddüne trennt uns vom Ziel. Die letzte Sanddüne ist auch die Grösste. Sie wird Big Red genannt. Na ja, wir haben auf der Fahrt Sanddünen gesehen, die viel roter waren, aber gross ist sie auf jeden Fall.

Reni und Marcel vor der Big Red ind der Simpson Desert

Wir fahren zur Sanddüne und schauen uns erst einmal an, wie wir denn über die Sanddüne fahren sollen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Unser Troopy vor der Big Red in der Simpson Desert

Nochmal ist volle Konzentration gefragt und dann fahren wir los. Wir wählen den Weg, der gerade über die Düne führt... und wir schaffen es beim ersten Versuch.

Glücklich stehen wir nun auf der Big Red. Wir haben es geschafft und die Simpson Desert erfolgreich durchquert.

Reni und Marcel haben die Durchquerung der Simpson Desert geschafft

Nicht jeder schafft es beim ersten Versuch. Diese Australier rasen mit hohem Tempo auf die Düne zu. Das Fahrzeug springt und verliert sehr schnell an Momentum. Kurz vor der Kuppe ist dann endgültig Schluss und das Auto bleibt stecken. Da hilft nur noch rückwärts runter und nochmals versuchen.

Nicht jeder schafft die Überquerung der Big Red beim ersten Versuch

Wir haben es geschafft und das ist natürlich ein Freudensprung wert.

Marcel macht einen Freudensprung auf der Big Red

Vor allem Reni hatte ja grossen Respekt und auch Angst vor der Durchquerung der Simpson Desert. Ihr fällt ein grosser Stein vom Herzen und der Freudensprung fällt umso höher aus.

Reni macht einen Freudensprung auf der Big Red

Wir wollen den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang auf der Big Red sehen und so entscheiden wir uns, gleich hier zu campen. Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und das Licht wird immer schöner.

Das Meer aus Sand in der Simpson Desert

Die Big Red ist eine der wenigen Sanddünen die nur wenig bewachsen ist. Im Abendlicht ist die Sanddüne ein wunderschönes Fotomotiv.

Sonnenuntergang auf der Big Red in der Simpson Desert

Nach dem Sonnenuntergang verfärbt sich der Himmel rosa. Nun ist es Zeit für unser Abendessen auf der Big Red.

Magische Farben nach Sonnenuntergang auf der Big Red

Am Morgen stehe ich (Marcel) vor dem Sonnenaufgang auf, um das wunderbare Lichterspiel mitzuverfolgen.

Unser Camp auf der Big Red in der Simpson Desert

Heute Morgen wird die Sanddüne mit der aufgehenden Sonne in einen Berg aus Gold verwandelt. Die Durchquerung der Simpson Desert war wirklich ein sehr aufregendes Abenteuer und wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Die Wüste ist alles andere als langweilig und die Farben sehr beeindruckend.

Mehr infos zur Durchquerung der Sompson Desert findest du auch in unserem Blogeintrag Einmalige Simpson Desert - Abenteuerlich, abgeschieden, angsteinflössend

Sonnenaufgang auf der Big Red in der Simpson Desert

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Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Reni und Marcel

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