Australien 2014 – Reisebericht 8

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Auf dem Birdsville und Oodnadatta Track durchs Outback

Ja, wir sind noch immer im Outback unterwegs.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zum legendären Birdsville Track in Australien.

Auf der Cordillo Downs Road von Innamincka nach Birdsville

Am 8. Mai sind wir vom winzigen Outback-Ort Innamincka in nördliche Richtung gefahren und haben nach 177 km Cordillo Downs, Australiens grösste Schafschererei, erreicht.

Dieser Unterstand für Wolle wurde 1883 mit lokalem Sandstein errichtet. Die Gegend ist holzarm, aus diesem Grund wurden Gebäude aus Sandstein und Dächer aus Wellblecht gebaut. Der Schuppen auf der Cordillo Downs Station zeigt den typischen Baustil im Outback Südaustraliens.

Alter Schafscherer Schuppen des Cordillo Downs Homesteads

1888 wurde ein Rekordjahr im Schafscheren verzeichnet. 82'000 Schafe wurden damals in einem Jahr von Hand geschert.

Schafe hat es heute keine mehr auf der Farm, dafür aber Tausende von nervigen Fliegen. Neben den nervtötenden Fliegen hat es aber auch freundliche Tiere auf dem Gelände. Diese Little Corellas scheinen sich an der Fliegenplage überhaupt nicht zu stören. Die beiden haben wichtigeres zu tun.

Little Corella entlang der Cordillo Downs Road

Im Vorgarten des Schafscherer Schuppens steht noch ein alter Lastwagen.

Alter Laster bei Cordillo Downs

Auf der Weiterfahrt halten wir bereits Ausschau nach einem Schlafplatz. Wir werden fündig und finden den für uns perfekten Platz zum Campen. Herrlich, am Lagerfeuer sitzen und die Sterne beobachten. Das gefällt uns am Outback.

Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel im Outback

Am nächsten Tag geht die Fahrt weiter. Nach etlichen Stunden auf holprigen Outback-Strassen erreichen wir die Birdsville Developmental Road. Wow, das ist ja eine edle Strasse. Der Highway nach Birdsville ist zwar aus Kies, aber es fährt sich wie auf der Autobahn.

Auf der Birdsvile Developmental Road nach Birdsville

Aha... :-)

Strassenschild - Achtung Sanddüne mit Roadtrain

Auf der Birdsville Developmental Road entdecken wir aber nicht nur witzige Strassenschilder, sondern auch wilde Pferde.

Wilde Pferde in der Nähe von Birdsville

In Birdsville findet am Wochenende das Rodeo statt. Das merken wir auch auf der Strasse. Es sind etliche Pferde- und Viehtransporte unterwegs. Und alle haben dasselbe Ziel: Birdsville.

Pferdetransporter bei Birdsville

Birdsville befindet sich im Outback Queensland. Ein Ort, der sehr abgelegen und weit weg von grösseren Städten ist. Bis Brisbane an der Ostküste sind es 1602 km, nach Alice Springs 1094 km und Adelaide ist 1186 km entfernt.

Das Gebiet um Birdsville wurde um 1845 das erste Mal von Sturt erkundet. In den frühen 1870er Jahren hat Matthew Flynn das erste Versorgungsdepot mit dem Namen Diamantina Crossing eingerichtet. Später, in den 1890ern wurde der Ort in Birdsville umbenannt und es entstand ein wichtiges Versorgungszentrum für die Farmer mit über 270 Einwohnern.

Heute leben noch 115 Menschen in diesem kleinen Ort mitten im Outback. Birdsville ist aber alles andere als ein verschlafenes Nest. Viele Australienreisende kommen nach Birdsville, weil sie die Simpson Desert durchqueren oder den Birdsville Track befahren wollen. Im September ist sogar Ausnahmezustand und Birdsville platzt aus allen Nähten. Dann finden nämlich die Birdsville Races statt, ein landesweit bekannter Anlass im Outback. So strömen im September bis zu 7000 Menschen wegen des Pferderennens hierher. Deshalb steht auf dem Ortsschild auch 115 Einwohner (+/- 7000).

Ortsschild von Birdsville

Wir sind in Birdsville, weil wir das Rodeo miterleben und anschliessend den Birdsville Track befahren wollen.

Nach unserer Ankunft gehen wir aber als erstes in die Birdsville Bakery. Obwohl Birdsville abgelegen ist, gibt es in der Bäckerei einen feinen Cappuccino. Jammie!

In der Birdsville Bakery

Gestärkt machen wir einen Spaziergang durch das Dorf. An der Hauptstrasse stehen die Ruinen des Royal Hotel. Hier nächtigt natürlich keiner mehr.

Die Ruine des Royal Hotel in Birdsville

Eine Alternative ist dafür das historische Birdsville Hotel. Dieses schön restaurierte Hotel ist im ganzen Land bekannt und wer in Birdsville ist, muss hier natürlich ein Bier trinken.

Das Birdsville Hotel ist eines der klassischen, historischen Outback Hotels Australiens. Es wurde 1884 erbaut und bietet auch heute noch Unterkunft, Verpflegung und vor allem eiskaltes Bier an.

Das historische Birdsville Hotel

Wie in den meisten Outback Hotels gibt es Souveniers von ehemaligen Gästen. Im Birdsville Pub hängen etliche Hüte von Viehtreibern und Farmern. Als wir uns ein kühles Bier gönnen und den Staub die Kehle runterspühlen, gesellt sich eine Touristengruppe zu uns. Die Australier sind mit dem Privatflugzeug unterwegs und fliegen quer durch das Land in 10 Tagen. Für die Gruppe heisst es, in kurzer Zeit möglichst viel vom Land sehen. Das pure Gegenteil von unserer Reise. Wir haben die Zeit der Welt, um das Land intensiv und langsam zu entdecken.

Im historischen Birdsville Hotel

Am Dorfeingang befindet sich der Diamantina River und der offizielle Gratis Campingplatz von Birdsville. Wir finden einen tollen Platz mit Schatten direkt am Fluss. Am Abend geniessen wir ein wunderschönes Abendrot über Birdsville.

Abendrot über Birdsville

Am Samstag nehmen wir es gemütlich. So fahren wir erst am frühen Nachmittag auf das Gelände, wo das Rodeo stattfindet. Auf dem Parkplatz hat es nur wenige Autos und das Gelände ist offen.

Während des Tages ist das Campdraft im Gange. Campdraft ist eine australische Sportart, bei der ein Reiter ein Rind aus der Herde in die Arena treiben muss. Hat er das geschafft, ist es die Aufgabe des Reiters das Rind zu blocken und zum Richtungswechsel zu zwingen. Gelingt der Richtungswechsel mehrere Male, beweist der Reiter, dass er das Tier unter Kontrolle hat. Zuletzt muss er das Tier in Form einer Acht um Pfosten treiben. Natürlich gibt es eine Zeitlimite, die der Reiter einhalten muss.

Campdraft in Birdsville

Wir schauen eine Weile zu, da aber die Sonne erbarmungslos runterbrennt und es keinen Schatten gibt, gehen wir nochmals zurück zum Campingplatz.

Um 18 Uhr sind wir dann wieder auf dem Rodeo Gelände. Wir spazieren durch das Gelände und sehen bei den Vorbereitungen der nächsten Disziplin zu. Der Wechsel der Disziplinen bringt immer viel Arbeit mit sich. Das Vieh muss ins richtige Gehege gebracht werden, Rinder, Pferde und Bullen werden systematisch an den richtigen Ort gebracht. Diese Viehherde hat Feierabend und wird bald auf den Roadtrain verladen.

Vieherde bei Sonnenuntergang in Birdsville

Es dauert eine ganze Weile bis jedes Tier den richtigen Platz im Roadtrain gefunden hat.

Viehtransport im Roadtrain

Das Vieh muss zwischendurch auch fressen. Eine riesige Strohladung steht bereit.

Strohladung auf einem Roatrain

Inzwischen sind viele Leute eingetrudelt. Farmer, Reiter, Viehtreiber und deren Grossfamilien sind alle hier, um die Teilnehmer anzufeuern.

Rodeogrounds in Birdsville

Um 18:30 Uhr ist es soweit. Die Arena für die Kleinen offen. Kinder Rodeo in Australien ist, wenn die Jüngsten auf ein Schaf gesetzt werden das wild herum hüpft, um den Reiter loszuwerden. Der Brüller!

Eine Stunde später, um 19:30 Uhr, ist die Bühne frei für die richtigen Männer. Jetzt werden Bullen und halbwilde Pferde geritten. Der Kommentator gibt das Signal und das Tor wird geöffnet. Der Bulle springt aus dem Käfig und bockt bevor er wieder anfängt sich wild zu bewegen. Der Reiter versucht mit allen Mitteln sich auf dem Rücken des Bullen zu halten bis er schliesslich loslassen muss. Immer wenn einer fällt, halten wir den Atem an. Die Hufe kommen nach dem Fall gefährlich Nahe an den Kopf des Reiters. Zum Glück wissen die Reiter was sie tun und wie sie sich nach dem Fall verhalten müssen.

Bullride am Rodeo in Birdsville

Nach dem Bull Ride steht das Saddle Bronc Ride auf dem Programm. Das Ziel des Teilnehmers ist es, mindestens acht Sekunden auf dem Rücken des halbwilden Pferdes zu bleiben, ohne dabei mit der freien Hand das Pferd zu berühren. Natürlich kommt es auch auf den Stil darauf an und die Art, wie das Pferd bockt oder sich fortbewegt. Die Reiter werden bewertet und es gibt ein Punktesystem für Reiter und Pferd. Die genauen Regeln kennen wir nicht, trotzdem ist es spannend zuzusehen.

Wilder Pferderittt am Rodeo von Birdsville

Die Hauptattraktion des Abends ist der Bull Ride. Gehörnte Bullen treten in den Ring und verhalten sich wie Furien. Die Bullen schnauben und wehren sich bis schlussendlich der Reiter von seinem Rücken fällt.

Wilder Bullride am Rodeo von Birdsville

Am Sonntag geht es gemächlicher zu und her. Bronco Branding steht auf dem Programm und es sind bereits einige Zuschauer hier. Die Australier haben sich rausgeputzt, das sieht man an den traditionellen Filzhüten.

Zuschauer am Rodeo in Birdsville

Beim Bronco Branding wird demonstriert, wie früher auf den Farmen das Vieh gekennzeichnet wurde. Die traditionelle Art des Bronco Brandings wird heute nicht mehr im Alltag praktiziert, da Arbeitskräfte viel zu teuer sind und es einfachere Methoden gibt.

Lassowerfer beim Bronco Branding in Birdsville

Das Ziel des Viehtreibers ist es, ein Rind mit dem Lasso aus der Herde zu fangen. Dann führt er das Tier zu einer Rampe, wo zwei Helfer das Tier auf den Boden legen und die Beine mit einem Strick zusammen binden. So gesichert ist das Rind bereit zum brandmarken. Ein erfolgreicher Viehtreiber braucht dafür weniger als eine Minute. Auch bei dieser Disziplin gibt es eine Zeitlimite und die Anzahl gekennzeichneten Tiere ist relevant, um zu gewinnen.

Reiter mit seinem Pferd beim Bronco Branding in Birdsville

Viele der Zuschauer sind Familienangehörige der Wettstreiter. Gebannt schaut diese Familie in die Arena und fiebert mit.

Gebannte Blicke bei den Zuschauern am Rodeo in Birdsville

Für uns war das Rodeo ein tolles Erlebnis. Wir haben es geschafft, per Zufall zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Wir werden das Rodeo in Birdsville noch lange in Erinnerung behalten. Es war eine raue, staubige, ultra-coole Outback Erfahrung.

Wir verabschieden uns von Birdsville und nehmen nun den legendären Birdsville Track unter die Räder. Der 520 km lange Track startet in Birdsville und endet in Maree und ist einer der ganz bekannten 4WD Strecken durch das Outback. Jeder 4WD Fan in Australien muss diesen Track mindestens einmal in seinem Leben gefahren sein. Es ist nicht einer der schwierigen Tracks, aber einzelne Abschnitte der Strecke können etwas rau sein und die Strecke führt durch sehr abgelegenes Wüstengebiet.

Die endlosen Weiten des Outbacks entlang des Birdsville Tracks

Der Birdsville Track wurde 1870 als Route für die Viehtreiber etabliert. Fast ein Jahrhundert wurde die Route von den Viehtreibern benutzt, um die Viehherden von Birdsville zur Bahnstation in Maree zu treiben. Von der Bahnstation in Maree wurden die Rinder dann per Bahn in die Schlachthöfe in Adelaide und Melbourne transportiert.

Da die Viehtreiber mit ihren Herden Wasser brauchten, wurden in regelmässigen Abständen Bohrlöcher angelegt und damit das Artesische Becken angezapft. So haben die Viehtreiber und deren Familien begonnen sich entlang des Birdsville Tracks niederzulassen. Afghanische Kameltreiber begannen mit ihren Kamelkarawanen die Familien entlang des Tracks mit Vorräten zu beliefern. Mehr und mehr Familien siedelten sich entlang des Tracks an und ein Postdienst wurde aufgebaut. Ein Mann namens Tom Kruse nahm die Strapazen auf sich und begann regelmässig den Birdsville Track entlang zu fahren, um die Post an die Familien zu verteilen.

Die Viehtreiber und die Afghanischen Kameltreiber sind längst verschwunden. Lange Road Trains transportieren heute auf Highways die Rinder. So wird der Birdsville Track heute hauptsächlich von ein paar Einheimischen und 4WD Fans genutzt. Natürlich mussten auch wir diesen Track fahren und das Australische Outback hautnah erleben.

Reni und Marcel beim Schattentanz

Die Landschaft ist so typisch Outback. Weiten, viel Nichts und doch so viel. Wer genau hinschaut, entdeckt immer wieder etwas. Die Vegetation verändert sich ständig und auch Tiere gibt es mehr als man denkt. Wir begegnen Black Beauty und einem wilden Pony. Als wir aussteigen, kommt der scharze Hengst langsam näher und wird immer zutraulicher.

Begegnung mit einem wilden Pferd auf dem Birdsville Track

Autowracks sind auch Teil des Outbacks. Steht nämlich ein Auto mitten im Nirgendwo still, kann der Abtransport teurer werden als das Auto wert ist. Die Autowracks dienen anderen dann als Ersatzteillager. Bei diesem Wrack ist aber nicht mehr viel zu holen.

Autowrack am Strassenraund auf dem Birdsville Track

Um das richtige Foto zu schiessen, klettert Marcel auch gerne mal auf unseren Troopy.

Marcel beim Fotografieren auf dem Troopy

Wir erreichen den Cooper Creek, wo wir uns einen Schlafplatz suchen. Inzwischen sind wir bereits 383 Kilometer von Birdsville entfernt und es fühlt sich bereits sehr abgelegen an.

Im Moment führt der Cooper Creek kein Wasser. Während der Regenzeit kann er jedoch so viel Wasser führen, dass die Strasse überflutet wird und dann gibt es kein Durchkommen. Ist das der Fall, gibt es eine Umfahrungsstrasse und eine Fähre, die während des Tages über dem Fluss verkehrt.

Bei Kilometer 388 steht ein Monument mit der Barke, die von Dalgety & Co Ltd während der Überflutung im Jahre 1949 zur Verfügung gestellt wurde, um Nachschub über den Cooper Creek zu transportieren. Ist schon komisch, mitten im Outback ein Boot zu sehen.

Die Cooper Creek Ferry antlang des Birsville Tracks

Nach 520 Kilometern erreichen wir Maree. Hier endet der Birdsville Track. Maree ist ein kleiner Ort mit grundlegender Infrastruktur für Reisende. Da Maree einst ein sehr wichtiger Bahnhof entlang der Ghan Linie war, stehen noch immer drei alte Diesellokomotiven um das Bahnhofsgebäude. Auch Überreste der Bahngeleise sind noch zu sehen.

Alte Diesellokomotiven der Ghan in Maree

Mehr Informationen und eine Wegbeschreibung zum Birdsville Track gibt es auf unserem Blog: Wir sind ihn gefahren. Den legendäre Birdsville Track.

Von Maree aus gibt es verschiedene Möglichkeiten weiterzukommen. Entweder über den Oodnadatta Track nach Alice Springs oder Richtung Süden nach Adelaide. Unser Ziel ist Alice Springs.

Der Oodnadatta Track führt von Maree bis Oodnadatta der alten Ghan Linie entlang und dann durch das Outback weiter bis Marla. Auf der Strecken gibt es immer wieder Ruinen und Brücken, auch das Bahntrasse ist meistens sichtbar. Wir übernachten ganz in der Nähe einer Eisenbahnbrücke. Die Metallverstrebungen verfärben sich bei Sonnenuntergang sehr schön.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zum Oodnadatta Track in Australien.

Alte Eisenbahnbrücke der Ghan entlang des Oodnadatta Tracks

Zur Abwechslung von Eisenbahnruinen gibt es einen Skulpturen Park. Ein Künstler hat hier gute Arbeit geleistet und präsentiert seine Werke im Outback. Wo er wohl diese Flugzeugwracks her hat?

Flugzeugskulptur entlang des Ooodnadatta Tracks

Auch die skurrilen Robotermännchen aus alten Stahlabfällen sind ganz witzig.

Roboterskulptur entlang des Oodnadatta Tracks

Dieser Galah hat im Skulpturenpark ein Zuhause gefunden.

Galah am Strassenrand des Oodnadatta Tracks

Wer kommt bloss auf die Idee ein altes Auto an einen alten Wassertank zu hängen, um es wie ein Hund aussehen zu lassen? Aber ja, wieso nicht.

Hundeskulptur aus einem alten Wassertank und einem alten Auto

Dieser alte Wassertank der Ghan Eisenbahn hat ausgedient. Jetzt rostet er einfach noch vor sich hin.

Alter Wassertank der Ghan Eisenbahn

Auf der Weiterfahrt entdecken wir in letzter Sekunden den Wegweiser zum Bubbler und Blanche Cup. Diesen Sidetrip müssen wir unbedingt machen. Denn hier gibt es Quellen. In diesem Gebiet befindet sich das Artesische Becken und somit gibt es auch viele Quellen. Faszinierend, wenn man bedenkt, dass wir uns in der Wüste befinden.

Der Blanche Cup ist eine Quelle auf einem kleinen Hügel. Die Erde rund um die Quelle ist mit einer weissen Salzkruste gesäumt und Gras wächst am Wasserrand. Wir kommen uns vor wie auf dem Mond.

Die Quellen des Artesischen Beckens

Wir haben auf unseren Reisen zwar schon viele Sonnenuntergänge fotografiert. Und heute auch wieder. Aber wenn die Stimmung doch so schön ist, müssen wir diese doch einfangen.

Sonnenuntergang entlang des Oodnadatta Tracks

Einige Kilometer weiter kommen wir zu den Strangway Springs. Wir finden eine historische Siedlung vor. Es sind noch einzelne Häuser vorhanden, von den meisten Gebäuden stehen jedoch nur noch einzelne Mauern. Das Ruinendorf befindet sich auf einem Hügel und auch hier gibt es viele Quellen. Einige führen noch Wasser, viele sind jedoch bereits ausgetrocknet. Anscheinend haben Bohrungen für weitere Quellen dazu geführt, dass der Wasserdruck nachgelassen hat und somit etliche Quellen versiegt sind.

Ruinen der Siedlung Strangway Springs

Viel Verkehr kommt uns auf dem Oodnadatta Track nicht entgegen. Wenn aber Gegenverkehr kommt, dann richtig. Dieser Roadtrain hat eine schwere Ladung dabei.

Road Train auf dem Oodnadatta Track

Nach viel Nichts kommt doch tatsächlich wieder einmal ein Ort. Ein richtiger Ort, oder was wir darunter verstehen, ist William Creek jedoch nicht. Eine Tankstelle, das William Creek Hotel und wenige andere Gebäude, das ist es dann schon.

Das William Creek Hotel

Wir kehren im William Creek Hotel ein und geniessen ein feines Ginger Beer. An der Decke gibt es ganz viele Visitenkarten und wir entdecken auch die eine oder andere aus der Schweiz. Wir entdecken sogar eine grosse Schweizer Flagge - oben in der Mitte des Bildes - dort pinnen wir doch gleich unsere Swiss Nomads Visitenkarte hin.

Im William Creek Hotel

Wow, wir sind ja ganz schön weit weg von Europa. Kein Wunder, wir sind ja auch am andern Ende der Welt.

Weit weg von allem

Um 13:30 Uhr fahren wir frisch gestärkt weiter. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir dann auch schon unseren Platz zum Übernachten. Der Platz vor den Ruinen der Peak Creek Siding bietet sich wunderbar zum übernachten an. Eine gerade Fläche mit Sicht auf die Umgebung. Gefällt uns!

Ruine eines Bahnhofes an der alten Ghan Bahnlinie

Der neue Tag begrüsst uns wieder mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Frühstück fahren wir zeitig los, denn die vielen Fliegen nerven uns schon wieder. Sie sitzen uns in die Ohren, Augen und manchmal fliegen sie sogar direkt in den Mund. Ohne Netz über dem Kopf geht im Moment gar nichts. Am angenehmsten ist es beim Autofahren. Bei der Algebuckina Bridge stoppen wir dann aber trotz der Fliegen. Schliesslich wollen wir ja die historischen Überreste der alten Ghan Linie anschauen.

Die Algebuckina Eisenbahnbrücke wurde im Januar 1892 für den Verkehr geöffnet. 352 Personen waren am Bau dieser Brücke beteiligt. Da das Wasserloch permanent Wasser führt und der Neales Fluss viel Wasser führen kann, ist die Brücke überdurchschnittlich gross geworden. Das zeigt deutlich, dass die Landschaft öfters von Überschwemmungen betroffen ist.

Alte Eisenbahnbrücke der Ghan bei Algebuckina

Einen weiteren Stopp müssen wir natürlich beim Pink Roadhouse in Oodnadatta einlegen. Das Roadhouse wird seinem Namen gerecht.

Das Pink Roadhouse in Oodnadatta

Wir haben Glück und es ist während unseres Trips trocken und die Strasse recht gut zu befahren. Nach Regenfällen sieht die Strasse dann schon ganz anders aus. Wir sind froh, müssen wir nicht durch diesen Schlamm.

Der Oodnadatta Track nach Regen

Nach Hunderten von Kilometern auf Kiesstrassen erreichen wir schlussendlich Marla. Hier trifft der Oodnadatta Track auf den Stuart Highway, die Autobahn die nach Alice Springs führt. Der Highway ist zwar langweilig zum fahren, aber zur Abwechslung geniessen wie die Teerstrasse sehr. Kein Geholper und Geschüttel, ach wie ungewohnt.

Nach sovielen Kilometern auf Outbackstrassen und Abgeschiedenheit, freuen wir uns aber auch auf die Zivilisation. Alice Springs ist nicht mehr weit, nur noch 453 Kilometer. Der Cappuccino im Cafe 27 wartet schon auf uns. Juhuiii...!!!

Was wir in den West MacDonnell Ranges, am Kings Canyon und am Uluru (Ayers Rock) erleben, gibt's im nächsten Reisebericht.

Viele Grüsse aus dem Winter - in Alice Springs ist das Thermometer nachts auf 1.5 Grad gefallen. Aber immerhin sind es noch keine Minusgrade.

Reni und Marcel

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