Australien 2014 – Reisebericht 6

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Von Armidale auf dem Waterfall Way nach Brisbane und an die Sunshine Coast

Frühling in der Schweiz, Herbst in Australien. Verkehrte Welt? Nein, in Australien sind wir in der südlichen Hemisphäre und da ist, was die Jahreszeit anbelangt, alles umgekehrt.

Der Herbst ist in der Region New England besonders schön. Wir stoppen in Armidale und schlendern durch die Innenstadt.

Einkaufsstrasse in Armidale

Herrlich, diese Herbstfarben.

Herbstfarben in Armidale

In Armidale gibt es viele denkmalgeschützte Gebäude. Es gibt täglich um 10 Uhr eine kostenlose Stadtführung, die Heritage Bus Tour. Wir sind leider eine Stunde zu spät dran und so erkunden wir die Stadt auf eigene Faust.

Die Bauten in Armidale erinnern uns sehr an eine englische Universitätenstadt. Wie zum Beispiel diese Kirche.

Kirche in Armidale

Nach unserem Stadtspaziergang studieren wir unsere Infobroschüren und entscheiden uns für den Waterfall Way. Der Waterfall Way verbindet Armidale mit Coffs Harbour an der Küste. Der Name dieser Strecke sagt ja bereits einiges aus, aber es gibt auf dem Waterfall Way nicht nur Wasserfälle, sondern auch Schluchten und Regenwald.

Im Oxley Wild Rivers Nationalpark befindet sich der Wollomombi Gorge. Es gibt zwei Aussichtsplattformen, von denen wir die Wollomombi Falls und die Chandler Falls aus verschiedenen Winkeln sehen können. Nach weiteren zwei Kilometern Marsch erreichen wir einen Felsvorsprung und werden mit dieser Aussicht belohnt.

Wollomombi Gorge am Waterfall Way

Dieses Huhn mit Pfauenfedern ist ein Superb Lyrebird. Diese Vogelart ist sehr scheu und rennt nervös hin und her. Mit viel Geduld schafft es Marcel aber doch noch, dieses Exemplar zu fotografieren.

Superb Lyrebird

Nur wenige Kilometer weiter befindet sich der Cathedral Rock Nationalpark. Wir machen die Rundwanderung zum Cathedral Rock. Der Cathedral Rock Circuit dauert rund 2.5 Stunden (5.8 km). Da es in der Nacht kräftig geregnet hat, ist vorallem der erste Teil des Wanderwegs sehr matschig. Und... ohhh... wir stellen mit Schrecken fest, dass es überall von Blutegeln wimmelt. Iiiigitt!!! Die Dinger machen zwar nichts, aber es ist doch etwas eklig als wir merken, dass die Blutegel (Leeches) durch das Gewebe der Turnschuhe kriechen. Wir laufen schneller und stampfen den Weg entlang. Das hilft, dass sich die Blutsauger nicht an uns anhängen können. Mit unserem Laufschritt sind wir dann gleich doppelt so schnell unterwegs.

Nach einer guten Stunde erreichen wir den Abzweiger zum Gipfel. Es folgt ein kurzer, aber steiler Aufstieg hoch auf den Cathedral Rock. Die letzten Meter müssen wir uns sogar an Stahlketten hochziehen.

Reni auf dem Cathedral Rock

Geschafft! Die Aussicht ist jeden Schweisstropfen wert.

Aussicht vom Cathedral Rock

Zurück von der Wanderung fahren wir auf dem Waterfall Way weiter. Das Ziel sind die Ebor Falls. Hier gibt es zwei Aussichtspunkte. Von der einen Plattform sehen wir die Upper Falls.

Upper Ebor Falls

Und von der Anderen die Lower Falls.

Lower Ebor Falls

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz begegnen wir noch diesem Kookaburra. Es sitzt gelassen auf dem Gartenhaag und lässt sich von uns nicht stören.

Kookaburra auf dem Gartenhaag

Dass es in dieser Gegend oft regnet, ist kaum zu übersehen. Satte grüne Wiesen und überall hat es Pilze, die aus dem Boden schiessen.

Nahaufnahme Pilze

Kurz bevor wir Dorrigo erreichen, kommen wir an diesem McDonalds Schild vorbei. Wir sind zwar keine McDonalds Fans, aber diese Werbetafel gefällt uns. "Nur" 140 Kilometer bis zum nächsten McDonalds :-) Typisch australisch.

Mc Donalds Schild

Das Hotel Dorrigo stellt das Zentrum des Ortes dar.

Hotel Dorrigo

Wenige Kilometer weiter befindet sich das Dorrigo Rainforest Centre. Wir gehen über den Skywalk bis zur Aussichtsplattform. Hier stehen wir über dem Dach des Regenwaldes.

Aussicht vom Skywalk im Dorrigo Regenwald

Nun wollen wir aber rein in den Regenwald. Nachdem wir uns über die Wandermöglichkeiten schlau gemacht haben, entschieden wir uns für den Wonga Walk. Für die rund sechs Kilometer lange Wanderung müssen wir etwa 2.5 Stunden rechnen. Der Weg ist gut ausgeschildert und zuerst geht es nur abwärts. Nach einer halben Stunde erreichen wir die wunderschönen Crystal Shower Falls. Wir fühlen uns wie in einem Märchenwald.

Crystal Shower Falls

Es gibt auch einen Weg hinter den Wasserfall. Cool, denn von hinten sieht der Wasserfall aus wie ein Vorhang.

Crystal Shower Falls von hinten

Der Wonga Walk ist sehr abwechslungsreich und gefällt uns sehr.

Wir verlassen den Regenwald wieder und fahren eine Station weiter. Unser Ziel ist das Hippie-Dorf Bellingen. Nachdem wir einen Campingplatz für die Nacht gefunden haben, gehen wir ins Dorf auf ein Bier. Das 5 Church Street hat gerade Happy Hour und so geniessen wir das lokal gebraute Bier im Restaurant 5 Church Street umso mehr.

Darkwood Ale im 5 Church Street

Das Feierabendbier ist so fein, dass wir abends gleich nochmals ins 5 Church Street gehen. Schliesslich haben wir nur ganz selten den Campingplatz in Gehdistanz zu einem Dorf. Das nutzen wir natürlich gleich aus.

Das Meer ist nur noch wenige Kilometer von uns entfernt. Am nächsten Tag erreichen wir Coffs Harbour. In Coffs Harbour machen wir eine ausgedehnte Kaffeepause und spazieren um den Hafen, bevor wir der Küste nach weiter nördlich fahren.

Boote im Hafen von Coffs Harbour

Eigentlich würden wir beim Fahren gerne das Meer sehen. Es gibt aber nur den Pacific Highway Richtung Norden und dieser ist zu weit weg vom Meer. So machen wir einen Abstecher in den Yuraygir Nationalpark. Der Abstecher weg vom Highway lohnt sich. Wir finden in Red Rock unseren Platz für die nächsten paar Tage. Fantastische Natur und kristallklares Meer warten auf uns.

Red Rock ist ein verschlafenes Nest an einem Meeresarm. Das Dorf hat 280 Einwohner und neben dem Campingplatz mit kleinem Shop gibt es in Red Rock nichts. Also nichts ausser ganz viel Natur. Die ist dafür umso prächtiger. Das Meer ist wenige Gehminuten von unserem Campingplatz entfernt. Wir entdecken einen kleinen, geschützen Strand. Die Felsen sind rot gefärbt und das Wasser angenehm warm zum baden.

Die roten Felsen am Strand von Red Rock

Hier lässt es sich aushalten. Das Meer in Gehdistanz und sommerliche Temperaturen. Herrlich!

Reni am Strand von Red Rock

Ein zweiter Weg führt zum endlosen Strand am Südpazifik.

Auf dem Weg zum Strand von Red Rock

Wir entdecken einen weiteren Weg, der auf einen Felsvorsprung führt. Von oben haben wir tolle Weitsicht und wir geniessen die Sicht auf das Meer und die Wellen.

Der lange Strand von Red Rock

Im Shop der zum Campingplatz gehört, entdecken wir diesen Spruch. Ach, wie wahr!

Das Leben ist besser am Strand

Nach drei erholsamen Tagen am Strand fahren wir weiter in den Norden. Den nächsten Stopp machen wir in Grafton.

Grafton liegt am Clarence River und ist mit 17'500 Einwohnern eine kleine Stadt, die wir einfach zu Fuss erkunden können. Das historische Zentrum der Stadt ist die Victoria Street. Hier stehen Bauten aus dem 19. Jahrhundert. Eines davon ist die anglikanische Kathedrale aus 1884.

Die Anglikanische Kathedrale in Grafton

Das Wetter zeigt sich von der besten Seite. So fahren wir von der Stadt wieder ans Meer.

Ballina ist unser Ziel. Die Küstenstadt Ballina liegt an der Mündung des Richmond River und ist gesegnet mit kristallklarem Wasser und weissen Sandstränden. Die Temperaturen sind sommerlich warm und so stürzen wir uns am Lighthouse Beach in die Fluten des Meeres. Herrlich! Fühlt sich an wie Ferien :-)

Der Strand von Ballina

Ein paar Kilometer nördlich von Ballina befindet sich Byron Bay, bekannt für die schier endlose Surfküste. Byron Bay pflegt ein Austeiger-Image und der relaxte Ort macht es manch einem Reisenden schwer weiterzuziehen. Viele Backpacker bleiben hier hängen. Aus dem geplanten Wochenende werden Wochen bis Monate, bevor sie Abschied nehmen.

Damit uns das nicht passieren kann, besichtigen wir nur kurz den Leuchtturm. Dieser steht am Cape Byron, dem östlichsten Punkt des australischen Festlandes.

Klippen mit Leuchtturm in Byron Bay

Der Leuchtturm wurde 1901 erbaut.

Der Leuchtturm von Byron Bay

Auf unserer letzten Reise haben wir die Gold Coast links liegen lassen. Diesmal wollten wir sie nun aber etwas genauer ansehen. Surfers Paradise klingt so toll, da dachten wir, das müssen wir doch sehen. Und ja, wir haben Surfers Paradise gesehen. Was daran aber so paradiesisch sein soll, haben wir nicht heraus gefunden. Seht selber.

Hochhäuser entlang des Strandes von Surfers Paradise

Was uns an Surfers Paradise geschockt hat, sind die vielen Hochhäuser. Ganz so gross haben wir uns das nicht vorgestellt. Hochhäuser soweit das Auge reicht. An der Strandpromenade ist die Hölle los. Viel Verkehr und sogar Stau. Naja, jedem das seine.

So lassen wir die Gold Coast hinter uns und fahren direkt nach Brisbane. Leider begrüsst uns die Stadt mit Regen, ganz viel Regen. So harren wir auf dem Campingplatz aus und verschieben die Stadttour auf morgen. Hoffentlich beruhigt sich das Wetter über Nacht, nicht so wie vor drei Jahren.

Anfang 2011 wurde Brisbane nämlich von verheerenden Überflutungen heimgesucht. Massive Regenfälle haben den Brisbane River in einen reissenden Fluss verwandelt und die Flut aus brauner Wassermasse hat Ufergebiete und Teile des Geschäftsviertels überflutet. Über 30'000 Häuser und Wohnungen waren von den Fluten betroffen. Nach Statistik war dies eine der schlimmsten Überschwemmungen seit 1974.

Bei den Aufräumarbeiten packten alle Queenslander gemeinsam an und so ist der Wiederaufbau schnell voangegangen. Bereits wenige Monate nach den Fluten war in vielen Teilen der Stadt nur noch wenig von der Zerstörung zu sehen. Heute, mehr als drei Jahre später, ist von der Zerstörung praktisch nichts mehr zu sehen. Nur Markierungen zeigen, wie hoch das Wasser damals stand.

Juhuii... kein Regen. Es ist zwar bewölkt, aber immerhin regnet es nicht. Auf nach Brisbane.

Brisbane ist eine entspannte Stadt. Gegenüber Sydney und Melbourne ist Brisbane viel relaxter und wird oft unterschätzt. Uns gefällt Brisbane sehr, denn die Stadt bietet üppige grüne Gärten, tropisches Klima, historische Gebäude und doch ist sie modern.

Wir fahren mit dem Bus bis zum King George Square, wo sich die City Hall befindet. Die Stadthalle wurde 1930 aus Sandstein erbaut.

Die City Hall in Brisbane

An der Ann Street entdecken wir diese Kirche inmitten der Hochhäuser. Ein schönes Beispiel wie klassisch und modern harmonieren.

Kirche inmitten der Hochhäuser von Brisbane

Anschliessend schauen wir uns den ANZAC Square mit dem Shrine of Remembrance an.

Kriegsdenkmal am Anzac Square in Brisbane

Auf dem Weg zum Brisbane River kommen wir an der "Cathedral of St. Stephen Catholic Church" vorbei. Auch hier steht die Kirche inmitten von Hochhäusern des Geschäftsviertels.

Kirche inmitten der Hochhäuser von Brisbane

Hochglanzpoliertes Geschäftshaus in Brisbane.

Verspiegelte Fassade eines Hochhauses in Brisbane

Wir spazieren der Eagle Street am Brisbane River entlang und durchqueren den Botanischen Garten. Zum Glück haben wir unsere Regenschirme dabei, denn es fängt an zu regnen. So gibt es nun auch keine Fotos, zu grau und düster. Wir kommen auch am Mangrove Walk vorbei. Hier könnte man glatt vergessen, dass man sich in einer Grossstadt befindet.

Die South Bank befindet sich gegenüber dem Geschäftsviertel. Um auf die andere Seite des Brisbane Rivers zu kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir gehen über die Goodwill Bridge, um die Skyline zu sehen.

Die Skyline von Brisbane von South Bank aus gesehen

Nach dem Regen kommt die Sonne wieder. Der Himmel reisst auf und wir können unsere Schrime wieder einpacken.

Moderne Architektur in Brisbane

Auf dem Weg zur Busstation kommen wir wieder an der City Hall vorei. Nachts ist die Stadthalle schön beleuchtet.

Die City Hall in Brisbane in der Nacht

Tschüss Brisbane. Es hat uns gefallen. Leider müssen wir uns nun auch von Marcel's Eltern verabschieden. Die gemeinsamen Reisewochen sind schnell vorbei gegangen. Wir wünschen den Beiden einen guten Heimflug.

Bevor wir nun ins Outback reisen, besuchen wir noch Freunde an der Sunshine Coast. Wir nehmen es gemütlich und machen noch einen Zwischenstopp in Redcliffe. Wir verbringen die Nacht direkt am Meer mit Sicht auf Moreton Island. Als wir so aufs Meer schauen, geht gerade der Mond auf. Wir schauen uns fragend an, denn der Mond sieht heute irgendwie komisch aus. So, als ob der Mond mit einem Schleier verdeckt wäre. Oder ist es vielleicht eine Mondfinsternis? Marcel holt schnell die Kamera hervor. Das Fotografieren gestaltet sich aber mit der starken Wind alles andere als einfach. Und ja, es ist eine Mondfinsternis.

Mondfinsternis in Australien

Am nächsten Morgen ist Fotograf Marcel schon wieder gefragt. Der Mond geht unter und der Tag erwacht.

Der Vollmond geht am Morgen nach der Mondfinsternis unter

Die Sonne scheint an der Sunshine Coast. So wie es sein soll. Bei herrlichem Wetter geniessen wir die Aussicht von der Terrasse bei Moni und Flo. Es ist schön, die Beiden hier in Australien zu treffen. Wir haben uns vor etwas mehr als einem halben Jahr auf den Malediven kennengelernt. Das letzte mal haben wir uns auf der winzig kleinen Insel gesehen und jetzt treffen wir uns in ihrem neuen Zuhause auf der riesigen Insel.

Wir verbringen eine Woche in Peregian Beach und können in einem richtigen Bett schlafen. Herrlich! Wir sind aber auch sehr dankbar über andere Annehmlichkeiten. Die Terrasse ist perfekt zum arbeiten. Wir schreiben Reiseberichte und Blogeinträge, planen unsere Weiterreise und erledigen administrative Dinge.

Reni am arbeiten auf der Terrasse in Peregian Beach

Zum Ausgleich von PC Arbeit machen wir täglich einen Spaziergang ans Meer. Der Peregian Beach ist nur 15 Minuten zu Fuss von Moni und Flo entfernt. Hammer!

Reni und Marcel am Strand von Peregian Beach

Während den Osterferien ist an der Küste viel los. So sind auch die Lifeguards an den vielbesuchten Stränden für die Sicherheit der Badenden besorgt.

Lifeguards sind für die Sicherheit der Badenden besorgt

Am Karfreitag fahren wir nach Noosa. Noosa war früher ein wenig bekannter Surfertreff. Heute ist es ein schicki-micki Ort. Der stilvolle Ferienort zieht jedes Jahr tausende von Touristen an. Besonders beliebt ist Noosa bei den Australiern, die ihren Strandurlaub hier verbringen. Während der langen Schulferien und um Ostern platzt der Ort aus allen Nähten. Wer also einen Platz in einem Campingplatz oder einer Ferienwohnung haben will, sollte sich früh genug um die Reservierung kümmern. Dieses Problem haben wir zum Glück nicht. Vielen Dank nochmals, Moni und Flo, dass wir bei euch wohnen dürfen.

Am Nachmittag gehen wir uns dann ein SUP (Stand Up Paddling) Boad ausleihen und versuchen diese coole Sportart. Ist eine geniale Art die Umgebung auf dem Wasser zu erkunden. So SUPen wir auf dem Fluss eine ganze Stunde und bestaunen die tollen Wohnungen und Häuser in Noosa. Es hat wunderschöne und oberschicke Häuser direkt am Wasser.

Marcel auf dem Stand up Paddleboard

Herzlichen Dank für alles. Wir haben die Zeit bei Euch in Peregian Beach sehr genossen. Auf Wiedersehen.

Zu Besuch bei Freunden in Peregian Beach

Wir verabschieden uns aber nicht nur von Freunden, sondern auch von der Ostküste. Das Outback wartet. Über unseren Trip ins raue Australien gibt es bald mehr.

Ein Flugzeug zeichnet ein Herz am Himmel

Vielen Dank für euer Interesse.

Es grüssen euch aus der Ferne,

Reni und Marcel


PS: Auf unserem Blog Swiss Nomads berichten wir auch über unsere Abenteuer in Australien.

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