Australien 2014 – Reisebericht 5

Bannerbild

Von Canberra über die Blue Mountains nach Sydney

Der Regen verfolgt uns. Und wir werden ihn einfach nicht los. Wir haben die Küste verlassen, weil es uns zu nass wurde, aber auch im Inland ist keine Wetterbesserung in Sicht. Nachdem wir die Besteigung des Mount Kosciuszko wegen Regen und Nebel abgeblasen haben, fahren wir über Cooma auf direktem Weg nach Canberra.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du den aktuellen Beitrag Mount Kosciuszko – Wandern auf den höchsten Berg in Australien

In der Hauptstadt Australiens ist es einfacher auf Schlechtwetterprogramm zu wechseln. Es gibt viele Museen, Kunstgalerien, das Kriegsdenkmal, das Regierungsgebäude, die Bibliothek - die Auswahl ist gross.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen aktuellen Beitrag zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten in Canberra, der Hauptstadt von Australien.

Auch am nächsten Tag regnet es natürlich. Auf ins Museum. In Canberra ist der Besuch vieler Museen kostenlos. Wir haben heute Lust auf Kunst und so besuchen wir als erstes die National Gallery. Wir bestaunen moderne und alte Bilder, Kunstwerke und obwohl wir weder Kunstkenner noch -liebhaber sind, gefällt uns die Ausstellung sehr. Leider dürfen wir keine Fotos machen, ein Besuch der National Gallery lohnt sich aber auf jeden Fall.

Der Blick nach draussen verrät, dass sich das Wetter keineswegs gebessert hat. So steht als nächstes das National Museum auf dem Programm. Wir lernen viel über die Geschichte und die Entwicklung Australiens. Zum Abschluss fahren wir noch ins War Memorial. Das Denkmal und das Museum sind sehr eindrücklich.

Das War Memorial in Canberra

In den Seitengängen ist die Roll of Honour. Auf diesen Metalltafeln sind alle Namen der gefallenen Soldaten erwähnt. Es sind tragischerweise viele, denn Australien war in etliche Kriege involviert.

Die Roll of Honour gedenkt den gefallenen Soldaten

Die Seitengänge führen in die Hall of Memory. Die Halle ist geschmückt mit Mosaiken und die Kuppel ist besonders imposant.

Die Hall of Memory im War Memorial in Canberra

Obwohl wir bereits vor 5 Jahren hier waren, ist auch diesmal die Besichtigung des War Memorial speziell und sehenswert. Das Kriegsdenkmal ist eines der besten und meistbesuchten Museen in Australien. Wer sich für Militärgeschichte interessiert, sollte das War Memorial unbedingt besuchen. Der Eintritt ist frei für das Denkmal und Museum.

In der ANZAC Hall sind Flugzeuge der Armee ausgestellt, unter anderem dieser Bomber. In dieser Halle gibt es auch mehrmals täglich eine eindrückliche Sound- und Light-Show.

Bomber Lancaster im War Memorial

Bevor wir zurück auf den Campingplatz fahren, nehmen wir noch am "Last Service" teil. Das ist ein Gottesdienst in Erinnerung an die Gefallenen im Krieg. Die Rede berührt und macht sehr nachdenklich.

Last Service im War Memorial in Canberra

Wir stehen auf der Treppe des War Memorials und schauen auf die Anzac Parade. In weiter Ferne befindet sich das Regierungsgebäude. Leider bei Regen.

Anzac Parade in Canberra

Aber wir dürfen nicht jammern. Vor 5 Jahren hatten wir strahlenden Sonnenschein in Canberra. Wie die Stadt, das War Memorial, das Regierungsgebäude und die Anzac Parade mit blauem Himmel aussieht, findet ihr im Reisebericht 5: Canberra

Wir verabschieden uns von Canberra und machen uns auf die Weiterfahrt. Als nächstes steht der Blue Mountains Nationalpark auf dem Programm. Auf dem Weg dahin, finden wir einen guten Gratis Campplatz mit Sicht auf den Lake George. Abends reisst sogar die Wolkendecke auf und die schöne Abendstimmung mit Regenbogen lässt uns das schlechte Wetter gleich wieder vergessen.

Abendstimmung am Lake George

Auf dem Weg in die Blue Mountains stoppen wir noch in Goulburn. Eines der Touristenattraktionen ist das Big Merino. Ein riesiges Schaf, das aber so hässlich ist, dass wir euch ein Foto davon lieber ersparen. Die Stadt selber ist gemütlich und ein Spaziergang bietet sich an.

Strasse in Goulburn

In der Mittagspause legen wir im kleinen Dorf Taralga einen Stopp ein. Das Dorf ist winzig, aber es gibt schöne gemauerte Gebäude hier.

Hotel in Taralga

Als wir so durch das Dorf schlendern, stoppt ein älteres Ehepaar. Sie haben Marcel mit der Fotoausrüstung gesehen und sprechen uns deshalb an. Sie wüssten ein tolles Fotomotiv, ein restauriertes Cottage aus dem Jahre 1830. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und sehen uns das gleich mal an. Wow, wirklich hübsch zurecht gemacht. Anscheinend hat einer aus Sydney übers Internet einfach ein Stück Land gekauft und beim Bäume fällen das Cottage entdeckt. Das Cottage sei total mit Unkraut überwuchert gewesen. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Restauriertes Cottage in Taralga

Die meisten Touristen besuchen die Blue Mountains von Sydney aus. Ideal für einen Tagesausflug. Da wir vom Landesinneren her kommen, erreichen wir Katoomba am frühen Vormittag. Das hat einen riesen Vorteil, denn so sind wir vor dem grossen Touristenstrom aus Sydney da.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen aktuellen Beitrag zum Blue Mountains Nationalpark

Katoomba ist der wichtigste Ort der Region und Ausgangspunkt für den Blue Mountains Nationalpark. Als wir vom Zeltplatz losfahren, ist es noch neblig. Der Nebel ist zäh und auch als wir beim Echo Point Lookout stehen, sehen wir anfangs nichts ausser Nebel. Immerhin können wir auf der Infotafel sehen, was sich hinter der Nebeldecke verbirgt. Mit etwas Gedult verziehen sich hoffentlich die Nebelschwaden.

Echo Point in den Blue Mountains

Das Warten zahlt sich aus. Die Wolken und der Nebel lösen sich zum Glück etwas auf und da sind sie, die berühmten Three Sisters.

Three Sisters in den Blue Mountains

Schon eindrücklich. Die Blue Mountains.

Blue Mountains Nationalpark

Den nächsten Stopp legen wir bei den Wentworth Falls ein, die ebenfalls zum Blue Mountain Nationalpark gehören. Es gibt viele Wandermöglichkeiten und da sich das Wetter massiv gebessert hat, brechen wir auf und machen eine längere Tour. Beim Princes Rock Lookout geniessen wir eine super Sicht auf die Wasserfälle.

Wentworth Falls

Dann nehmen wir den Undercliff Track, der uns zum Fletchers Lookout bringt. Wir können die Wentworth Falls von mehreren Aussichtsplattformen bestaunen. Schlussendlich erreichen wir den Fuss des Wasserfalls. Erfrischend hier unten.

Über etliche Stufen führt der Weg dann wieder aufwärts. Es geht an Felswänden hoch und bald erreichen wir den National Pass Track.

Weg zum National Pass Track

Dieses Stück gefällt uns besonders gut. In dieser Höhe haben wir eine wunderbare Aussicht auf den Nationalpark und die Vegetation wechselt auch immer wieder. Wir gehen an Felswänden entlang, spazieren durch Regenwald und kommen immer wieder an kleineren und grösseren Wasserfällen vorbei.

Nationalpark Pass Track

Die Lodore Falls erreichen wir gegen Ende unserer Wanderung. Richtig idyllisch.

Lodore Falls in den Blue Mountains

Nach drei Stunden erreichen wir den Parkplatz. Wow, das hat gut getan. Jetzt gibt es ein Sandwich und dann geht's weiter nach Sydney. Juhuiii, wir freuen uns sehr. Das letzte mal waren wir am Neujahr in Sydney. Wie wir den Silvester erlebt haben, könnt ihr in unserem Blogeintrag Silvester in Sydney lesen.

Mit dem eigenen Fahrzeug sind Grossstädte immer eine Herausforderung. Diesmal sind wir aber mit GPS unterwegs und das hilft sehr. Trotzdem wollen wir nicht mit dem Fahrzeug in die Innenstadt. Wir finden einen perfekten Caravan Park in Rockdale. Rockdale ist ein Vorort von Sydney und mit dem Zug sind wir in 30 Minuten in der City.

Der Sheralee Caravan Park ist ganz in der Nähe der Botany Bay, nahe der Stadt und dem Flughafen. Zu Fuss erreichen wir den Bahnhof in 20 Minuten und zum Meer sind es auch nur gerade 15 Minuten.

Jetzt aber ab in die City. Circular Quay ist wohl die schönste Bahnstation der Welt. Zumindest von denen, die wir bis anhin auf der Welt gesehen haben. Wer Sydney besucht, sollte unbedingt einmal an der Station Circular Quay aussteigen. Wieso? Das ist die Aussicht. Hätten wir ein Panorama gemacht, wäre die Oper auch auf dem Bild.

Aussicht vom Circular Quay

Wir sind wieder hier. Herrlich. Diesmal umso schöner, da wir Marcel's Eltern diese schöne Stadt zeigen können. Dies ist nun unser dritte Besuch in Sydney, aber auch zum dritten Mal sind wir wieder hin und weg von der schönen Stadt.

Zum Fotografieren der Oper sind die Lichtverhältnisse am Vormittag besser. So spazieren wir als erstes der Hafenpromenade entlang Richtung Opernhaus.

Familie Kaspar in Sydney

Die Sonne reflektiert schön in den Fliesen. Ja, das gesamte Dach ist gefliest.

Opernhaus in Sydney

Wir spazieren durch den riesigen Botanischen Garten bis zum Mrs Macquaries Point. Ein grossartiger Ort, wer die Oper und die Harbour Bridge gemeinsam auf dem Foto haben will.

Aussicht vom Mrs Macquaries Point in Sydney

Auf dem Weg zur St. Mary's Cathedral entdecken wir im Botanischen Garten dieses Nashorn. In ganz Sydney entdecken wir kunstvoll dekorierte Nashörner. Erinnert uns sehr an die farbigen Kühe, die vor Jahren überall in Zürich ausgestellt waren.

Nashorn in Sydney

Über der St. Mary's Cathedral kommt eine dicke, weisse Wolke her. Ob die heute noch etwas Regen bringt?

St. Mary's Cathedral in Sydney

Wir lassen uns von den Wolken nicht einschüchtern. Zu Fuss gehen wir zum Darling Harbour, wo wir uns eine Portion Calamares mit Chips gönnen.

Kaum haben wir fertig gegessen, kommt doch tatsächlich ein Regenschauer, der zum Glück nur von kurzer Dauer ist. Dafür ist es nach dem Regen umso schöner.

Gestärkt machen wir uns auf den Weg in den westlichen Teil von Sydney. Wir überqueren die Pyrmont Bridge, um zur Lightrail Station zu kommen. Und alle Wolken sind wieder weg. Schön!

Pyrmont Bridge am Darling Harbour

Mit der Lightrail fahren wir bis zum Jubilee Park in Annandale, wo wir uns mit Steph treffen. Steph haben wir bei unserem Australien-Trip vor 5 Jahren kennen gelernt und der Zufall will es, dass wir genau am selben Tag in Sydney sind. Der Zufall ist umso spezieller, da sie im Moment in Kambodscha lebt und auf kurzem Heimaturlaub ist. Toll, dass es mit einem Treffen geklappt hat.

Hinter uns sieht man die Anzac Bridge und den Darling Harbour.

Marcel, Steph und Reni vor der Anzac Bridge

Zurück in der Stadt gehen wir durch das Darling Harbour Quartier bis zum Circular Quay, wo wir Marcel's Eltern wieder treffen.

Stadtteil Darling Harbour in Sydney

So, jetzt ist aber Zeit für ein Bier. Wir spazieren durch den Stadtteil "The Rocks" mit dem Ziel Glenmore Hotel. Das ist unsere geliebte Rooftop Bar. Tolle Aussicht auf den Hafen mit der Oper und eiskaltes Bier. Das Leben ist doch schön.

Aussicht Dachterrasse Glenmore Hotel

Sydney hat viel zu bieten, sodass wir gleich einen zweiten Tag in der Stadt anhängen. Wir kaufen uns einen Tagespass und können damit alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Egal ob Fähre, Bus, Zug oder Lightrail. Das nutzen wir natürlich gleich aus. Und klar, wir steigen wieder beim Circular Quay aus. Heute steht sogar ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Die Grösse dieser Schiffe ist schon beeindruckend.

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Sydney

Am Hafen hüpfen wir auf die Fähre nach Manly. Ist cool, wieder einmal Boot fahren. Wir geniessen es wieder einmal auf dem Wasser zu sein. Auf den Malediven, als wir als Tauchlehrer gearbeitet haben, gehörten Bootsfahrten zum Alltag. Auf unserem Roadtrip ist es das Autofahren. So ist diese Bootsfahrt eine willkommene Abwechslung.

Fähre nach Manly

Vom Hafen erreichen wir in wenigen Gehminuten die Haupteinkaufsstrasse "The Corso". Die Palmen gesäumte Fussgängerzone führt zum Strand.

Einkaufsmeile in Manly

Manly ist eine andere Welt oder so, wie man sich Australien vorstellt. Strand, Wellen, hübsche Surferboys und Girls am Sonnenbaden. Das Leben geniessen ist hier das Motto.

Strand in Manly

Das ist der Lifestyle in Manly. Im Bikini zur Wechselstube.

Manly Lifestyle

Mit der Fähre laufen wir in den Sydney Harbour ein und sehen die Oper für einmal aus einem ganz anderen Winkel. Das Opernhaus macht auch vom Wasser aus eine gute Figur.

Opernhaus in Sydney

Wir machen einen kurzen Abstecher in die Einkaufsstrassen. Es ist später Nachmittag und in den Strassen geht es geschäftig zu und her.

CBD Sydney

Wir werfen auch einen kurzen Blick in die Strand Arcade, ein wunderschönes Einkaufszentrum. Die Arkaden wurden 1891 erbaut und hier sind viele australische Designermarken präsent.

Strand Arcade, Einkaufszentrum in Sydney

Schon bald ist es wieder Zeit für einen Apéro. Diesen müssen wir uns aber erst noch verdienen. Jetzt heisst es zuerst noch ab auf die Harbour Bridge. Das Abendlicht ist perfekt für Fotos. Von der Harbour Bridge aus sehen wir den Stadtteil "The Rocks", die Skyline und natürlich die Oper. Auf dem Bild der Hafen von Sydney mit dem Business Center im Hintergrund und rechts davon "The Rocks".

The Rocks in Sydney

Nach dem Spaziergang über die Harbour Bridge haben wir uns nun aber ein Bier redlich verdient. Wir kehren im Australian Hotel ein, das 1914 erbaut wurde.

Australian Hotel in Sydney

Sydney ist bei Nacht besonders schön. Wir geniessen den Abend am Hafen und schlendern nochmals zur Oper. Von dort aus können wir die Harbour Bridge im schönen Abendlicht fotografieren.

Harbour Bridge bei Nacht

Die Opera Bar ist an bester Lage und bei Lokalen, Expats und Touristen besonders beliebt. Egal an welchem Tag, die Bar ist immer voll.

Opera Bar und Sydney Skyline

Auch die Oper macht sich besonders gut bei Nacht.

Opera House bei Nacht

Bye bye, Sydney. Ob wir uns jemals wiedersehen?

Endlich, beim dritten Besuch in Sydney schaffen wir es den Bondi Beach zu sehen. Weisser Sand, klares Wasser und sommerliche Temperaturen. Kein Wunder ist Bondi Beach bekannt als DER Surfbeach.

Bondi Beach in Sydney

Vom Strand fahren wir nun in die Weinregion Hunter Valley. Auf dem Weg dahin finden wir einen wunderschönen Gratis Campingplatz direkt am See. Der Lake Macquarie ist spiegelglatt und die Sonne verabschiedet sich bereits wieder von uns.

Sonnenuntergang am Lake Macquarie

Im Hunter Valley haben wir keine Weintour gemacht, wir haben auch keinen Weingut besichtigt. Dafür haben wir uns mit einem ehemaligen Tauchlehrerkollegen getroffen. Im 2008 haben wir mit Ian auf der Malediveninsel Kuredu gearbeitet. Dort haben wir uns auch zum letzten Mal gesehen. So cool, dass wir uns so spontan getroffen haben. Wer hätte gedacht, dass es in Australien eine Mini-Kuredu-Reunion gibt? Die Welt ist klein, echt klein.

Kuredu-Reunion im Hunter Valley

Unsere Reise geht nun auf dem Waterfall Way weiter bis an die Küste. Mehr darüber im nächsten Reisebericht.

Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Reni und Marcel


PS: Kennt ihr schon unseren Swiss Nomads Blog?

Teilen macht Spass... Facebook Twitter Google Pinterest StumbleUpon Email