Australien 2014 – Reisebericht 2

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Hobart, Bruny Island, Richmond und der Tasman Nationalpark in Tasmanien

Pünklich zum Salamanca Markt treffen wir am Samstagmorgen in Hobart ein. Diesmal hat unsere Planung perfekt geklappt. Und auch das Wetter zeigt sich von der besten Seite. Hobart ist zwar die Hauptstadt von Tasmanien, mit 212'000 Einwohnern aber klein im Vergleich zu Grossstädten auf dem Festland. So fahren wir direkt in die Innenstadt und finden sogar einen Parkplatz.

Der Salamanca Markt ist auch ohne Strassenkarte gut zu finden. Einfach den vielen Fussgängern folgen, sie alle haben das gleiche Ziel. Da wir noch nicht gefühstückt haben, gehen wir als erstes an den Cappuccino Strand.

Cappuccino Stand am Salamanca Markt in Hobart

Der Salamanca Markt ist sehr bekannt und findet jeden Samstag von 8:30 bis 15:00 Uhr statt. Es ist zwar erst 9:00 Uhr, aber es ist bereits jetzt extrem viel los. Es ist auch gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen, da sind bestimmt alle Passagiere von Bord gegangen, um zum Markt zu kommen.

Salamanca Markt in Hobart

Die Marktstände stehen in Reih und Glied.

Salamanca Markt in Hobart

Der Salamanca Markt ist aus einem Hippie Markt entstanden. Noch heute gibt es viele alternative Marktstände und natürlich auch auf Organic Food spezialisierte Essensstände.

Organic Pizza am Salamanca Markt in Hobart

Die Gemüsestände am Salamanca Markt machen richtig gluschtig auf Gesundes.

Gemüsestand am Salamanca Markt in Hobart

Marcel hat zum Salamanca Markt eine Fotoreportage auf Swiss Nomads veröffentlicht.

Bei unserem zweiten Besuch in Hobart sieht der Salamanca Place ganz anders aus. Da wo an den Samstagen Marktstände stehen, sind nur Parkplätze und eine Strasse.

Salamanca Place in Hobart

Nach dem Marktbesuch spazieren wir durch die Strassen von Hobart. Es hat viele alte Gebäude, die wirklich sehr sehenswert sind. So machen wir ein paar Fotos und schwitzen ein bisschen vor uns hin. Es ist erstaunlich heiss für Tasmanische Verhältnisse.

Savings Bank in Hobart

Das T&G Building ist im Art Deco Stil gebaut. Die Sonne beleuchtet das Gebäude und so kommt die weisse Fassade superschön zur Geltung.

T&G Building im Art Deco Stil

Die Management School of Hobart daneben ist ein extremer Kontrast.

Management School in Hobart

Im Parterre dieses Backsteingebäudes ist das Café Dôme eingemietet.

The Dome Café in Hobart

Die weisse Fassade mit dem blauen Himmel bietet ein schönes Fotomotiv.

The Mercury in Hobart

Eine ziemlich ausgefallene Fassade.

Spezielle Fassade in Hobart

Hobart gefällt uns wirklich sehr gut. Die Stadt hat Charme und ist übersichtlich. Was uns besonders gefällt ist, dass wir Hobart auch zu Fuss entdecken können. Wir sitzen ja sonst schon genug im Auto.

Strasse in Hobart

Zur Mittagszeit gehen wir zur Waterfront. Das Hafengebiet besteht aus dem Victoria Dock, dem Fischerhafen, und dem Constitution Dock. Am Constitution Dock finden wir einen Fisch Imbiss auf dem Wasser und gönnen uns eine Portion Fish & Chips. Frischer als hier kann der Fisch ja kaum sein.

Wir spazieren auch an der Hunter Street entlang, wo sich die teureren Restaurants befinden.

Hafengebäude an der Hunter Street

Wasser zieht uns an. Städte am Wasser haben auf uns eine besondere Anziehungskraft. In Häfen geht es meist geschäftig zu und her. Am Masten dieses Segelschiffs können wir einer jungen Frau zusehen, wie sie die Segel für die Ausfahrt startklar macht.

Segelschiff startklar machen

Das Segelschiff ist älteren Semesters und schön restauriert worden. Es werden Ausfahrten angeboten und diese scheinen bei den Touristen auch sehr beliebt zu sein. Wir beobachten das Schiff beim Auslaufen.

Der Hafen in Hobart

Im Hafen steht auch gerade ein Kreuzfahrtschiff. Das Meer ist sehr ruhig im Moment und für eine Kreuzfahrt sind die Wetterbedingungen perfekt.

Der Hafen in Hobart

Das Hafengebäude sieht neben dem Kreuzfahrtschiff ziemlich klein aus.

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Hobart

Mit den Körben auf diesem Fischerboot werden Lobster gefangen.

Der Hafen in Hobart

Im Hafengelände steht dieser mit Dampf betriebene Kran. Ein rechtes Ungetüm.

Kran auf dem Hafengelände

Ziemliche Gegensätze. Ein altes Segelschiff und ein moderner Katamaran.

Segelschiff und Katamaran im Hafen

Wer Hobart von oben sehen will, muss auf den Mount Wellington. Die Fahrt von der Innenstadt auf den 1270 m hohen Mount Wellington ist lohnenswert. Es gibt verschiedene Plattformen und es scheint, alle Besucher von Hobart sind hier. Auf den Plattformen tummeln sich vorallem asiatische Touristen und natürlich ist für sie ein Beweisfoto für die Familie zu Hause das Wichtigste.

Aussicht auf Hobart vom Mount Wellington

Die Aussicht ist gigantisch. So schiessen wir natürlich auch ein Beweisfoto, aber ohne uns auf dem Bild.

Aussicht auf Hobart vom Mount Wellington

Für einen Tag haben wir genug Sightseeing gemacht. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Es ist Sonntag und wir werden auch heute mit Sonnenschein belohnt. Bevor wir uns auf die Weiterreise machen, schauen wir uns in Hobart noch den Stadtteil Battery Point an. Wir schlendern durch die Strassen und bewundern die historischen Gebäude, in denen Läden, Restaurants oder Cafés beherbergt sind. Die gemütlichen Cafés scheinen für das Sonntagsfrühstück sehr beliebt zu sein.

Per Zufall kommen wir am Arthur Circus, einer Rundstrasse vorbei, wo hübsche, kleine Häuser um einen riesigen Kreisel gebaut worden sind. Im Inneren des Kreisels gibt es einen kleinen Park und Spielplatz.

Haus im Arthur Circus am Battery Point

Tschüss Hobart. Schön war's. Von der Stadt geht's wieder auf's Land. Unser nächstes Ziel ist der Hartz Mountain Nationalpark. Wir haben wieder Lust auf eine Wanderung. Hoffentlich haben wir auch morgen Glück mit dem Wetter.

Wir haben Pech. Es ist grau-in-grau, aber immerhin regnet es nicht. Noch nicht. Wir lassen uns vom Wetter nicht so schnell einschüchtern und fahren trotzdem in den Hartz Mountain Nationalpark. Wir schaffen es doch tatsächlich, den Waratah Lookout und die die Arve Falls im Trockenen anzschauen. Dann aber fängt es an zu tröpfeln. Aus den Tropfen wird heftiger Regen. Eine längere Wanderung zu unternehmen, blasen wir für den Moment ab. Schliesslich wollen wir ja etwas von der schönen Umgebung sehen. Zum Glück gibt es beim Lookout-Parkplatz eine Hütte, darin verkriechen wir uns und warten auf eine Wetterbesserung.

Der Regen hält an und es wird immer kälter. In der Hütte sind wir aber perfekt aufgehoben, denn es gibt einen elektrischem BBQ, Tische mit Bänken und ein Cheminee mit Holz. Marcel macht in "unserer" Waldhütte ein Feuer und so können wir an unseren Webseiten arbeiten wie in der warmen Stube. Wir haben hier schon fast ein Zuhause gefunden.

Hütte im Hartz Mountain Nationalpark

Da das Wetter statt besser immer schlechter wird, verbringen wir den ganzen Tag in der guten, warmen Stube. Draussen wütet das Wetter. Der Wind ist stark und die Wolken hängen tief. Die Landschaft ist in Nebel gehüllt. Das lange Warten nützt nichts, die Sonne bleibt für heute unsichtbar. So packen wir um 18:00 Uhr unsere Sachen und fahren zu unserem Schlafplatz.

Auch wenn es draussen ungemütlich ist, in unserem Troopy ist es bei Regen umso heimeliger. Und wenn es dann noch eine Portion Penne Carbonara gibt, da ist die Welt doch wieder in Ordnung.

Abendessen im Troopy

Wir starten erneut einen Versuch im Hartz Mountain wandern zu gehen. Als wir aufstehen, lässt sich ein kleines bisschen Sonne blicken. Aber leider überwiegen die Wolken und es ist bitterkalt. Egal, wir versuchen es trotzdem. So fahren wir hoch zum Nationalpark. Je näher wir jedoch dem Hartz Mountain kommen, je schlimmer wird das Wetter. Wir erreichen gegen 9:00 Uhr den Parkplatz, der Ausgangpunkt zu den Wanderwegen ist. Und hier oben ist es noch kälter und es fängt sogar noch an zu regnen. Das ist uns zu blöd. Eine Wanderung bei Regenschauer zu starten mit dem Risiko, dass es noch schlimmer wird, macht für uns keinen Sinn. Schliesslich wollen wir die Natur und die Landschaft geniessen. Wir warten noch eine halbe Stunde ab, bevor wir uns endgültig entscheiden. Das Warten hat nicht geholfen, jetzt regnet es sogar in Strömen. Wir blasen das Ganze ab und ändern unseren Plan. Ab geht's in den Süden.

Wir fahren der Küste entlang und entdecken Lachsfarmen.

Lachsfarm in Tasmanien

Je südlicher wir kommen, desto kleiner werden die Dörfer. Wir kommen am Küstenstädtchen Dover vorbei und schlussendlich in Southport. Southport ist der letzte Ort der Zivilisation im Süden. Wir wollen aber ganz in den Süden. Weiter geht es über Kiesstrassen bis nach Cockle Creek. Hier ist das Ende der Strasse. Weiter geht es für Fahrzeuge nicht mehr.

The End Of The Road in Tasmanien

Am Cockle Creek finden wir einen superschönen Campingplatz am Meer. Wir teilen den Campingplatz mit einer Wallaby Familie. Die Mutter und das Kind sind genüsslich am Grasen und lassen sich von uns überhaupt nicht stören.

Wallaby Mutter mit Kind

Der Zufall will es, dass unsere übernächsten Campnachbarn ein Schweizer Paar aus dem Kanton St. Gallen ist. Die beiden sind mit dem eigenen Fahrzeug auf dem Landweg von der Schweiz nach Singapur gereist, haben dann ihren Wagen nach Australien verschifft und sind so mit der St. Galler Autonummer unterwegs. Das fällt uns natürlich auf. Wir reden sehr lange mit den Beiden und es ist genial sich wieder einmal mit Gleichgesinnten zu unterhalten.

Da wir nicht mehr weiter südlich fahren können, gehen wir zu Fuss weiter. Unser Ziel ist die South Cape Bay. Es gibt eine Wanderung die noch weiter südlich geht, das wäre dann aber eine mehrtägige Wanderung und dafür sind wir nicht ausgerüstet. Der Wanderweg zur South Cape Bay startet ganz in der Nähe unseres Campingplatzes. Wir wandern durch Busch, Wald und über offene Grasflächen und erreichen in zwei Stunden unser Ziel. Wir werden belohnt mit einer wunderbaren Aussicht auf das Meer.

South Cape Bay in Tasmanien

Ein weiterer lohnenswerter Wanderweg führt zum Fisher's Point. Der Weg geht am Strand entlang und wir haben gigantische Aussicht auf die Bucht und die Berge im Hintergrund. Der Strand ist weiss und das Wasser kristallklar. Macht so richtig gluschtig Tauchen zu gehen, wenn nur das Wasser nicht so eiskalt wäre.

Kristallklares Wasser im Süden Tasmaniens

Von der grossen Insel (Australien) auf die kleine Insel (Tasmanien) auf die noch kleinere Insel (Bruny). Am 7. Februar schippern wir einmal mehr mit der Fähre auf eine Insel. Diesmal ist es Bruny Island. Die Fähre legt am Hafen in Kettering ab und die 20-minütige Überfahrt mit Retourticket kostet uns AUD 30.

Das Highlight auf Bruny Island ist "The Neck". Der nördliche Teil der Insel ist durch eine schmale Sandbank vom südlichen Teil der Insel verbunden. Vom Aussichtspunkt aus können wir "The Neck" wunderbar sehen. Das spezielle ist, dass wir von hier oben auf der einen Seite den offenen Ozean sehen und auf der anderen Seite den Kanal, der Bruny Island vom Festland trennt.

The Neck auf Bruny Island

Bruny ist so klein, dass wir fast alle Strassen im Norden und im Süden der Insel in einem Tag befahren können. Bruny Island ist aber vorallem für Wanderungen gut, diese nehmen wir uns aber für den morgigen Tag vor.

Eigentlich wollten wir hinter dem Hotel in Alonnah übernachten, dürfen aber nicht, da wir keine Toilette dabei haben. Wir erhalten aber vom Hotelbesitzer einen Tipp - die Wiese oberhalb des Hafens. Wir fahren dahin und bleiben da. Der Platz ist perfekt aus zwei Gründen. Erstens, das Schweizerpaar Susanna und Peter sind da und zweitens, die Aussicht - freie Sicht aufs Meer.

Und wenn schon zwei Schweizer Globetrotter Paare nebeneinander campen, darf ein Erinnerungsfoto natürlich auch nicht fehlen.

Der Troopy und der Brech - Schweizer Treffen auf Bruny Island

1642 ist das erste europäische Schiff mit Captain Abel Tasman am Cape Bruny vorbei gekommen. Der Leuchtturm wurde zwischen 1836 und 1838 von Sträflingen erbaut. 1960 wurde das Licht auf elektrisch umgestellt. Seit 1996 ist der Leuchtturm nicht mehr in Betrieb, denn er wurde ersetzt durch ein solarbetriebenes Lichtsystem.

Leuchtturm am Cape Bruny

Die Aussicht vom Leuchtturm auf das Meer und die Küste ist gigantisch.

Aussicht auf die Quiet Bay

Vom Leuchtturm aus können wir auch Court Island, eine kleine Insel mit markanten und schoffen Felsen, sehen.

Aussicht auf Court Island

Während wir so dasitzen und die Aussicht geniessen, entdecken wir einen Southern Dragon. Diese Echseart hat eine schöne Zeichnung und lässt sich mit Geduld sogar fotografieren.

Southern Dragon am Cape Bruny

Als nächstes fahren wir zum Jetty Beach, wo wir wieder auf Susanna und Peter treffen. Wir haben heute praktisch die gleichen Pläne. Zu Viert machen wir den Luggaboine Circuit, eine knapp 2-stündige Wanderung. Nach der Wanderung trennen sich unsere Wege wieder, aber wir werden uns bestimmt irgendwann Irgendwo wieder treffen.

Eine letzte Wanderung die wir auf Bruny Island unternehmen wollen, ist der Walk zum Grassy Point und zum Fluted Cape. Wir starten beim Captain Cook's Landing Place an der Adventure Bay. Kurz bevor der Wanderpfad anfängt, können wir noch einen Seelöwen beim Sonnenbaden beobachten.

Robbe am Sonnenbaden

Für die 5.4 Kilometer brauchen wir rund zwei Stunden. Der Aufstieg ist sehr steil und führt durch Busch und Wald. Eine volle Stunde geht's aufwärts und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Oben angekommen werden wir mit einer tollen Aussicht für die Anstrengungen belohnt.

Aussicht auf das Fluted Cape

Am Fluted Cape hat es markante Steinformationen. Diese Säule sieht vom Wasser aus bestimmt noch viel spektakulärer aus.

Felsformation am Fluted Cape

Der Abstieg führt uns ganz nah an den Klippen vorbei. Wir spüren hier die Kraft der Natur, es weht ein starker Wind. Ein Blick zum Himmel lässt vermuten, dass sich das Wetter heute noch ändern wird. Der starke Wind lässt auch die Wolken superschnell vorbei ziehen. Wir erreichen den Parkplatz zum Glück noch im Trockenen. Aber es dauert keine 10 Minuten und das Wetter schlägt um. Es ziehen dunkelgraue Wolken auf und der Wind ist stark und böenartig. Und plötzlich ist er da, der Sturm. Und er bringt noch mehr Wind, Regen, Blitz und Donner. Wir verkriechen uns im Wagen und warten ab bis das Schlimmste vorbei ist. Eine halbe Stunde später wagen wir es zurück zur Westküste zu fahren. Als wir am Hafen von Alonnah ankommen, können wir unseren Augen nicht tauen. Hier haben wir die letzten zwei Nächte verbracht und das Meer war spiegelglatt. Heute bietet sich uns ein ganz anderes Bild.

Sturm wütet im Hafen von Alonnah

Die Wellen klatschen an den Steg und es ist spannend, den Launen der Natur zuzuschauen. Marcel geht sich das Ganze noch aus der Nähe anschauen. Der Himmel reisst ein wenig auf und es lässt sich sogar die Sonne blicken.

Sturm wütet im Hafen von Alonnah

Wir sind aber nicht die einzigen Schweizer hier. Am Hafen in Alonnah treffen wir wieder auf Susanna und Peter. Bei dem Wetter können wir leider nicht draussen sitzen, so verbringen wir gute zwei Stunden im Auto und warten auf besseres Wetter. Wie vorher schon erwähnt, hat sich die Sonne ja blicken lassen. Und das Beste ist, die Sonne ist so stark, dass sie praktisch alle Wolken weggebrannt hat. Da können wir nur noch jubeln und nutzen die Gelegenheit ein gemeinsames Foto zu schiessen.

Der Troopy und der Brech - Schweizertreffen

Es ist Zeit uns von der kleinen Insel zu verabschieden. Mit der Fähre geht es zurück nach Kettering. Im Hafen von Kettering sieht es wieder friedlich aus. Aber der Schein trügt. Auch hier hat gestern der Sturm gewütet. Er hat Segel zerfetzt und ein Katamaran ist gekentert. Vom Katamaran sind nur noch die Schwimmer sichtbar, der Rest befindet sich unter Wasser. Wahnsinn, was so ein Sturm in kurzer Zeit anrichten kann.

Kettering nach dem Sturm

Das erinnert uns gleich wieder an die Buschfeuer, die auch jedes Jahr viel Schaden anrichten. Wie wir vor ein paar Wochen vor den Buschfeuern geflüchtet sind, könnt ihr auf unserem Blog nachlesen.

Nach unserem Inselbesuch auf Bruny geht's nun von Hobart aus den Heritage Highway Richtung Norden. Wir stoppen in den historischen Städchen Richmond, Oatlands und Ross.

Das historische Richmond ist nur 27 Kilometer von Hobart entfernt. Früher war Richmond ein strategischer Militärposten und eine Sträflingsanstalt. Viele der Gebäude im historischen Städtchen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Stadt ist herausgeputzt, wirkt auf uns aber sehr künstlich. Die bedeutende historische Siedlung scheint nur auf Touristen ausgerichtet zu sein. Trotz allem, Gebäude wie die St. John's Kirche sind schön. Die St. John's Kirche ist die erste römisch-katholische Kirche Australiens. Sie wurde 1836 erbaut.

St. John's Kirche in Richmond

Die Richmond Bridge wurde 1823 von Sträflingen erbaut und ist die älteste Kraftverkehrsbrücke Australiens.

Historische Brücke in Richmond

In diesem alten Backsteinhaus werden Holzschnitzereien verkauft.

Shop in Richmond

Bevor wir noch die beiden historischen Dörfer Oatlands und Ross anschauen, fahren wir nochmals in südliche Richtung. Die Gegend um Hobart ist sehr zerklüftet und es gibt mehrere Halbinseln. Auf einer davon befindet sich der Tasman Nationalpark und die historische Stätte Port Arthur. Port Arthur hat eine grausame Vergangenheit. Von 1830 bis 1877 machten 12'500 Sträflinge eine harte und brutale Haftzeit durch. Der Geschichte zufolge wurde die erste Eisenbahn Australiens von den Sträflingen auf einer 7 km langen Strecke gezogen und geschoben. Da wir keine Tour durch die historische Stätte buchen, gibts zu Port Arthur auch keine Fotos. Das Gelände ist abgesperrt und somit können wir die restaurierten Gebäude leider nicht sehen.

Auf der Tasman Halbinsel gibt es neben Port Arthur aber auch den Tasman Nationalpark. Nach einem regnerischen Vormittag lässt sich die Sonne am Nachmittag doch noch blicken. Wir packen unseren Rucksack und los geht's zum Cape Hauy. Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut. Die Wege und Treppen sind mit Steinen ausgelegt, andere Teile der Strecke führen über Holzstege.

Wanderweg zum Cape Hauy

Bis zum Aussichtspunkt auf dem Cape Hauy sind es zwei Stunden. Die Aussicht gefällt uns. Leider ist es wieder bewölkt und als wir das Cape Hauy erreichen, gibt es auch bereits ein paar Regentropfen. Zum Glück bleibt es aber bei wenigen Tropfen. Die Klippen sind eindrücklich.

Cape Hauy

Auf dem Rückweg begegnen wir noch einer Echidna. Dieses lustige Wesen lässt sich von uns überhaupt nicht stören. Die Echidna sucht mit ihrer spitzen Nase nach Ameisen in der Erde. Und so wie es aussieht, ist sie bei der Nahrungssuche auch sehr erfolgreich.

Echidna auf Nahrungssuche

Die Halbinsel Tasman ist mit dem Festland über Eaglehawk Neck verbunden, eine nicht mal 100 Meter breite Landenge. Kurz vor Eaglehawk Neck finden wir einen Schlafplatz. Bei dieser Aussicht ist wild campen doch wunderschön.

Sonnenuntergang an der Eaglehawk Bay

Bevor wir die Tasman Halbinsel wieder verlassen, schauen wir uns noch die historische Kohlemine in der Nähe von Saltwater River an. Auch hier herrschten alles andere als gute Bedingungen. In der Kohlemine wurden Sträflinge unter Zwangsarbeit eingesetzt. Es war zudem ein Versuch, den Häftlingen Disziplin beizubringen und sie gleichzeitig für produktive Arbeit einzusetzen. Von den Gebäuden sind noch Ruinen übrig, die wir zu Fuss erkunden können.

Historisches Kohlebergwerk

Genug Geschichte, jetzt haben wir wieder Lust auf Natur. Beim Eaglehawk Neck gibt es an der Küste einige sehenswerte Aussichtspunkte. Devils Kitchen, Tasman Arch und das Tasman Blowhole. Die Tasman Arch gefällt uns besonders gut.

Aussicht auf die Tasman Arch

Aber noch besser ist die Aussicht auf die Küste mit den dramatischen Klippen. Von hier aus können wir sogar das Cape Hauy sehen.

Klippen auf der Tasman Halbinsel

So, jetzt ist aber Schluss mit der Halbinsel. Wir machen uns definitiv auf den Weg in die Midlands. Nächstes Ziel ist die Ortschaft Oatlands. Mit 600 Einwohnern ein kleines Dorf.

In Oatlands gibt es die Callington Mühle, die noch heute in Betrieb ist. Es gibt Führungen, die schöne Gartenanlage und die Gebäude können aber auch auf eigene Faust besichtigt werden. Einzig in die Mühle gibt es nur bei der Buchung einer Tour Eintritt. Die Mühle ist aus dem Jahre 1837 und wurde vor kurzem restauriert.

Mühle in Oatlands

So sieht es im Innern der Mühle aus. Einen Blick konnten wir uns ohne eine Tour zu buchen von draussen erhaschen.

Im Innern der Mühle

Das Haus des Müllers sieht sehr bescheiden aus.

Müllers Haus

Hinter der Mühle gibt es eine schöne, gepflegte Gartenanlage.

Mühle in Oatlands

In Oatlands finden wir eine grosse Ansammlung georgianischer Bauten und viele Gebäude mit Bruchsteinmauern vor. An der Hauptstrasse gibt es 87 historische Gebäude. In den meisten der Gebäude sind heute Galerien, Kunsthandwerksläden oder gemütliche Cafés untergebracht.

Hübscher Hauseingang in Oatlands

In der Stadt lohnt sich ein Spaziergang. Dieses Gebäude ist wunderschön renoviert worden.

Renoviertes Gebäude in Oatlands

Es gibt aber auch Häuser, die am zerfallen sind. Die Wolken lassen das kleine Haus dramatisch aussehen.

Cottage in Oatlands

Ein Einzimmerhaus?

Winziges Haus in Oatlands

Den nächsten Halt legen wir in Ross ein, wo es eine historische Brücke, Kirche, Postamt und die Female Factory gibt.

St. John's Anglican Church

Ross wurde 1812 als Garnisonsstadt gegründet. Die Ross Bridge ist die drittälteste Brücke Australiens. Sie wurde 1836 erbaut.

Historische Brücke in Ross

Wir schauen uns die Female Factory an, das ist das ehemalige Strafgefangenenlager der Frauen. Die Female Factory in Ross war eine von nur vier Strafanstalten in der Kolonie, wo Frauen ihre Strafe absitzen mussten. Die Frauen wurden für Wollspinnen, Schneidern und andere Arbeiten eingesetzt.

Eines der Gebäude ist noch erhalten geblieben. Über Informationstafeln kriegen wir Einblick in das Leben der weiblichen Gefangenen.

Ross Female Factory - Strafanstalt für Frauen

Von Ross sind es weitere 11 km bis nach Campbell Town, die ebenfalls als Garnisonsstadt gegründet wurde. In Campbell Town befindet sich die historische Red Bridge. Diese rote Brücke ist ebenfalls eine der vielen Bauten, die von Sträflingen erbaut wurde. 1.5 Millionen rote Ziegelsteine wurden für den Bau benötigt und 1838 wurde sie fertiggestellt.

Red Bridge in Campbell Town

Besten Dank für den Besuch auf sunandstar.ch.

Viele Grüsse aus Tassie,

Reni und Marcel

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