Australien 2014 – Reisebericht 1

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Stanley, Cradle Mountain, Strahan, Queenstown und Sheffield in Tasmanien

Heute Morgen heisst es wieder einmal früh aufstehen. Der Wecker klingelt um fünf Uhr und wir fahren vom Campground zum Hafen in Melbourne. Zum Glück sind wir so früh am Morgen unterwegs. Es hat noch nicht viel Verkehr und so ist die Fahrt durch die Stadt keine Problem.

Heute verschiffen wir vom Festland Australiens nach Tasmanien. Tasmanien liegt rund 250 Kilometer südlich vom Festland und ist mit der Fähre in neun Stunden erreichbar. Auf Tasmanien leben rund eine halbe Million Einwohner, welche sich auf eine Fläche von 68'331 Quadratkilometer verteilen. Tasmanien ist von der Fläche her also gut 1.5 mal so gross wie die Schweiz mit rund 8 Millionen Einwohnern.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zur Überfahrt mit der Fähre von Melbourne nach Tasmanien.

Vom St. Kilda Beach in Melbourne aus sehen wir bereits die Spirit of Tasmania Fähre im Hafen stehen.

Die Fähre Spirit of Tasmania steht bereit

Kaum am Hafen angelangt, geht alles sehr rasch und effizient. Wir werden durch die verschiedenen Abfertigungsschritte gelotst und da wir recht früh dran sind, stehen wir weit vorne in der Warteschlange. Neben der riesigen Fähre fühlen wir uns ganz schön klein.

Und schon geht das Boarding los und wir stehen auf der Rampe über die wir in den Schiffsrumpf fahren. Wir fahren durch den gesamten Rumpf der Fähre und sind das zweite Fahrzeug vor der Ladelucke in unserer Reihe.

Die Fahrzeuge fahren auf die Spirit of Tasmania

Der Himmel ist wolkenverhangen und auch die Temperaturen lassen nicht mehr an die Hitzewelle der letzten Tage erinnern. Trotzdem ist die Wegfahrt vom Pier in Melbourne ein eindrückliches Erlebnis.

Der Hafen von Melbourne

Die Überfahrt nach Tasmanien dauert neun Stunden. Die ersten zwei Stunden merken wir kaum, dass wir uns auf einem Schiff befinden. Da die Fahrt durch die Port Philip Bay geht und es kaum Wellen hat, schaukelt das Schiff auch kaum. Nach etwa zwei Stunden Fahrt verlassen wir aber die schützende Bucht und dann merken wir auch, dass die Wellen etwas grösser sind.

Die See meint es aber gut mit uns und so haben wir eine sehr angenehme und ruhige Überfahrt. Die Zeit vergeht viel schneller, als wir erwartet haben. Wie immer sind wir schnell in Gespräche mit Australiern verwickelt. Wir tauschen Reisetipps aus und erhalten nützliche Tips für die Reise durch Tasmanien. Zwischendurch lesen wir etwas in unseren Büchern oder schauen hinaus auf die Weiten des Meeres und sehen dabei Delfine. Auf der Überfahrt sehen wir kaum andere Schiffe aber in der Hälfte kreuzen wir die zweite Fähre der Spirit of Tasmania.

Begegnung mit der zweiten Fähre von Spirit of Tasmania auf halbem Weg

Dann kommt Land in Sicht. Wir können die ersten Berge von Tasmanien am Horizont erkennen. Nach neun Stunden erreichen wir den Hafen von Devonport in Tasmanien. Die Einfahrt in den Hafen von Devonport ist sehr spektakulär. Die Hafeneinfahrt ist sehr eng und als Leihe würde man nicht denken, dass ein so grosses Schiff durch den engen Kanal passt.

Einfahrt in den Hafen von Devenport auf Tasmanien

Wir können wieder zu den Fahrzeugen und nachdem die Rampe positioniert ist, fahren wir wieder auf sicheres Land.

Nach den Lebensmittelkontrollen (gewisse Lebensmittel dürfen nicht nach Tasmanien gebracht werden) können wir dann losfahren. Der erste Eindruck von Tasmanien begeistert uns. Die Natur ist sehr schön und die Farben sehr satt. Wir fahren der Süd-Küste entlang Richtung Westen. Bei Penguin finden wir einen traumhaft schönen Platz zum Campen. Das Camp liegt gleich an der Küste, nur eine Bahnlinie trennt uns von dem schönen Strand.

Aussicht aus unserem Troopy beim ersten schlafplatz auf Tasmanien in Penguin

Der Empfang hier in Tasmanien könnte nicht schöner sein. Bereits gestern Abend hat sich der Tag mit strahlendem Sonnenschein verabschiedet. Genau so werden wir auch heute wieder begrüsst. Strahlender Sonnenschein und nur ein paar kleine, harmlose Wolken am Himmel.

Strahlender Sonnenschien auf Tasmanien in Penguin

Die Kirche in Penguin wirkt ein bisschen wie ein Modell.

Kirche in Penguin

Von Penguin aus fahren wir der Nordküste Tasmaniens entlang Richtung Westen. Wir wollen die Insel Tasmanien im Gegenuhrzeigersinn bereisen. Die Strasse entlang der Nordküste gefällt uns sehr gut. Immer wieder fahren wir ganz nahe der Küste und können so schöne Buchten und felsige Klippen bestaunen. Entlang der Nordküste wird aber auch intensive Landwirtschaft betrieben. Die golden gefärbten Kornfelder ergeben einen sehr schönen Kontrast zum wolkenlosen Himmel und dem Meer.

Kornfeld an der Nordküste Tasmaniens

Weiter östlich an der Nordküste liegt Stanley. Die Hauptattraktion ist die Felsformation "The Nut". Dieses Felsplateau besteht aus Lavagestein und erhebt sich 152 Meter über den Meeresspiegel. Die aussergewöhnliche Formation ist der Überrest eines Vulkans.

The Nut in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Das Plateau ist entweder mit einer 5-minütigen Sesselliftfahrt oder durch einen steilen Wanderweg erreichbar. Wir wählen die anstrengende Variante und gehen den steilen Pfad hinauf. Rund um das Plateau führt ein Wanderweg mit vielen Möglichkeiten, die herrliche Aussicht auf die Umgebung zu geniessen. Nördlich von The Nut liegt die Godfreys Beach.

Godfreys Beach in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Und südlich von The Nut liegt die Sawyer Bay mit dem flach abfallenden Tatlow Beach.

Tatlows Beach in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Natürlich erkunden wir auch noch den historischen Ort Stanley. Bereits im Jahre 1826 wurde das Gebiet rund um The Nut besiedelt. Lange Zeit war Stanley nur über den Seeweg erreichbar. Noch heute ist die Fischerei die wichtigste Einnahmequelle und Stanley gilt als der wichtigste Fischerhafen an der Nordwestküste Tasmaniens.

Fischerboote im Hafen von Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Heute bietet das Boutique Hotel im Gebäude des VDL Company Store mit sehr schicken Zimmern Unterkunft für Touristen. Erbaut wurde es im Jahre 1843 als Lager, es wurde während der Zeit aber auch als Gefängnis, Zollgebäude, Butterfabrik und Fischverarbeitungsfabrik genutzt.

VDL Company Sore in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

An der Church Street befinden sich einige kleine Ladenlokale, welche noch heute als Läden, Galerien oder Kaffees dienen.

Die kleinen Shops an der Church Street von Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Die St. James Presbyterian Church wurde im Jahre 1855 in London gekauft und als Fertigbaukirche nach Stanley verschifft. Die schlichte, in weiss gestrichene Kirche mit der blauen Türe steht auf einem Hügel und blickt über die beiden Strände im Norden und Süden.

Die St. James Kirche in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Zwei Kilometer nördlich von Stanley liegt auf einer Anhöhe die Highfiled Historic Site. Dies ist ein Gutsbetrieb aus dem Jahre 1835. Es war der Wohnsitz des Generalvertreters der Van Diem's Land Company. Nebst dem Gutsbetrieb gibt es auch Ruinen der ehemaligen Strafanstalt. Hier wurden die Gefangenen eingesperrt, welche auf dem Gutsbetrieb gearbeitet haben.

Highfield Historic Site in Stanley an der Nordküste Tasmaniens

Von der Anhöhe haben wir eine sehr schöne Aussicht über Standley mit der Godfrey's Beach im Vordergrund und The Nut.

Stanley mit The Nut und Godfrey's beach an der Nordküste Tasmaniens

Eigentlich war unser Plan an der Nordküste ganz nach Westen zu fahren und dann dort im Westen Richtung Süden zu fahren. Der Westen Tasmaniens ist sehr wild und urtümlich. Es gibt schroffe Küsten, dichter Regenwld, hohe, zerklüftete Gebirgsketten und karge Hochplateaus und dazu sehr viel Regen. Genau dieser starke Regenfall ist auch für einen Erdrutsch verantworlich, welcher die einzige Strasse, die nach Süden führt, zerstört hat. Die Strasse ist für unbestimmte Zeit gesperrt und so bleibt uns nichts anderes übrig als wieder Richtung Osten zu fahren.

Auf dem Rückweg schauen wir uns noch das Table Cape ausserhalb der Ortschaft Wynyard an. Dieses Hochplateau wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und es gibt auch einen Leuchtturm mit traumhafter Aussicht.

Leuchtturm auf dem Table Cape bei Wyniard an der Nordküste Tasmaniens

Entlang der Nordküste finden wir wieder einen Campplatz direkt am Meer. Da wir heute recht spät dran sind, fahren wir noch kurz in den Ort und holen uns Fish and Chips zum Abendessen. Am Strand geniessen wir den frischen Fisch mit einem kühlen Bier.

Fish and Chips am Strand der Nordküste Tasmaniens

In Burnie schauen wir am nächsten Tag zu, wie die jüngsten das Segeln erlernen.

Segelschule in Burnie an der Nordküste Tasmaniens

Nun verabschieden wir uns erst mal von der Nordküste und fahren Richtung Süden ins Landesinnere. Unser nächstes Ziel sind die Berge, wo wir ein paar Wanderungen unternehmen wollen. Wir fahren durch Farmland, welches intensiv bewirtschaftet wird.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zum Thema Wandern in Tasmanien.

Intensive lnadwirtschaftliche Nutzug der Felder in Tasmanien

Am Lake Gairdner finden wir einen superschönen Platz wo wir die Nacht verbringen. Lake Gairdner ist ein Stausee und liegt auf rund 500 Meter Höhe. Am Abend wird es empfindlich kühl und wir sind sehr froh, dass wir uns ans Lagerfeuer unserer Campnachbarn setzten dürfen.

Unser erster schlafplatz auf Tasmanien in Pinguin

Wir sind auf dem Weg in den Cradle Mountain Nationalpark und dafür ist dieser Campplatz der perfekte Ausgangspunkt. Leider ist es heute Morgen bedekt und recht kühl, aus den Wolken nieselt es sogar ein wenig. Für die Tageswanderung, welche wir im Cradle Mountain Nationalpark unternehmen wollen also keine guten Voraussetzungen.
So entscheiden wir uns einen Tag Pause einzulegen und am Lake Gairdner zu bleiben. Im kleinen Fluss, der gleich neben unserem Platz in den See fliesst, entdecken wir mehrere Platypus (Schnabeltier). Das Schnabeltier ist ein eierlegendes Säugetier, welches nur in Australien lebt. Die Tiere erinnern ein wenig an Bieber, haben aber einen entenähnlichen Schnabel. Die männlichen Schnabeltiere gehören ausserdem zu den wenigen giftigen Säugetieren. Sie besitzen Giftsporne an den Hinterbeinen, die sie zur Verteidigung einsetzten können.

Platypus oder Schnabeltier im Lake Gairdner in Tasmanien

Am zweiten Morgen erwachen wir und das Wetter schaut vielversprechend aus. Es hat zwar immer noch ein paar Wolken am Himmel, aber es gibt auch wolkenlose Stellen und sogar ein wenig Sonne. Wir essen unser Frühstück und dann fahren wir los Richtung Cradle Mountain Nationalpark. Je näher wir aber zum Nationalpark kommen, desto schlechter wird das Wetter wieder.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zum Thema Wandern im Cradle Mountain Nationalpark.

Der Cradle Mountain Nationalpark ist bekannt für seine Schönheit. Die Landschaft mit den vielen Wanderpfaden, welche zu verschiedenen Bergseen, Aussichtspunkten mit unbeschreiblicher Aussicht und einigen anspruchsvollen Berggipfel führen, ist atemberaubend. Aber es gibt auch ein Biest, welches im Cradle Mountain Nationalpark lebt. Es heisst Wetter und es kann sehr heimtückisch und gefährlich sein. Während unseres Besuches des Cradle Mountain Nationalparks haben wir die Schöne und das Biest angetroffen.

Der Cradle Mountain Nationalpark ist Tasmaniens meistbesuchter Nationalpark und bekannt für seine wunderschöne Alpine Landschaft und die vielen Wandermöglichkeiten. Einer der bekanntesten Wanderungen ist der Overlander Track. Diese Wanderung dauert etwa sechs Tage. Da wir leider nicht für mehrtägige Wanderungen ausgerüstet sind, beschränken wir uns auf Wanderungen, die wir in einem Tag schaffen. Als wir am ersten Tag beim Besucherparkplatz aus unserem Auto steigen, ist es bereits sehr kühl. Wir packen also gleich noch einen extra Pullover in unsere Rucksäcke. Vom Besucherparkplatz am Eingang zum Nationalpark startet ein gratis Shuttle Bus, welcher uns zum Dove Lake bringt. Da das Wetter nicht gerade toll ist, wollen wir den Dove Lake Circuit Track in Angriff nehmen. Der Wanderweg um den Dove Lake ist ein kürzerer Track, der auch etwas geschützt ist. Als wir am Dove Lake aus dem Bus aussteigen schlägt uns ein richtig kalter Wind ins Gesicht und der Himmel ist wolkenverhangen. Den Gipfel des Cradle Mountains sehen wir nur zwischendurch, wenn er nicht gerade von Wolken bedeckt ist. Bereits jetzt können wir sehen, das der Tag alles andere als schön wird.

Cradle Mountain mit Wolken

Wir starten die Wanderung um den Dove Lake. Auf dem Glacier Rock haben wir für einige Sekunden sogar ein paar Sonnenstrahlen. Der Glacier Rock wurde einst von einem Gletscher, welcher hier durchfloss, an seinen jetzigen Platz transportiert. Je weiter wir gehen, desto stärker und auch kühler wird der Wind. Am Cradle Mountain vorbei sehen wir nun auch die ersten Regenwolken herbei ziehen. Zum Glück haben wir auch unsere Regenjacken eingepackt, die wir nun dringend benötigen. In der Zwischenzeit tragen wir fünf Schichten und der Wind fühlt sich trotzdem immer noch eiskalt an. Auf dem Weg treffen wir auf das alte Bootshaus, wo wir vor einer heftigen Regenschauer Schutz suchen.

Bootshaus am Dove Lake mit Cradle Mountain in Wolken

Zurück vom Dove Lake Circuit fühlen wir uns durchnässt und unterkühlt vom Regen und Wind. Wir haben genügend vom Biest des Cradle Mountain gesehen. Wir steigen in den nächsten Shuttle Bus der zum Glück schön geheizt und gemütlich ist. Die warme Luft der Heizung trocknet unsere Kleider und so fühlen wir uns gleich viel besser. Bei der Ranger Station, welche sich kurz vor dem Besucherparkplatz befindet, steigen wir aus. Hier wollen wir noch ein paar kürzere Wanderungen in Angriff nehmen. Das Wetter ist etwas besser hier und vor allem sind wir etwas vor dem Wind geschützt. Der Enchanted Walk und der King Billy Walk führen uns durch wunderschönen Regenwald.

Der Enchanted Walk im Cradle Mountain Nationalpark

Auf dem Weg treffen wir auch auf verschiedene Tiere. Im Unterholz grasen zwei Wallabies.

Wallabies beim fressen im Cradle Mountain Nationalpark

Auch eine Echidna können wir beim suchen von Nahrung beobachten.

Echidna bei der Nahrungssuche im Cradle Mountain Nationalpark

Bereits vom Shuttle Bus aus haben wir die Pencil Pine Falls kurz gesehen. Auf dem Rückweg kommen wir nochmals an diesen kleinen aber sehr fotogenen Wasserfällen vorbei.

Die Pencil Pine Falls im Cradle Mountain Nationalpark

An unserem zweiten Tag im Cradle Mountain Nationalpark hat die Schöne die Oberhand gewonnen und das Biest komplett vertrieben. Die gesamte Atmosphäre hat sich dramatisch geändert und ist kaum wieder zu erkennen. Es gibt nicht die kleinste Wolke am Himmel. Die Sonne scheint und es ist richtig schön warm. Das sind die perfekten Bedingungen, die wir uns für eine längere Wanderung gewünscht haben. Wieder lassen wir uns vom Shuttle Bus zum Dove Lake fahren. Wir können kaum glauben wie sich die Bedingungen gegenüber gestern geändert haben. Das Wasser des Dove Lake ist flach wie ein Spiegel, es gibt keine einzige Wolke am Himmel und die Atmosphäre ist extrem klar.

Reflektionen der Berge im Dove Lake im Cradle Mountain Nationalpark

Auch heute kommen wir auf unserer Wanderung wieder an dem alten Bootshaus vorbei. Zum Glück brauchen wir bei Sonnenschein und den milden Temperaturen aber keinen Schutz im Bootshaus zu suchen. Der See mit dem Boortshaus und den Bergen im Hintergrund ist sehr idyllisch.

Bootshaus am Dove Lake mit den Reflektionen der umliegenden Berge

Wir sind überglücklich, dass wir nochmals hergekommen sind und nun diese Bedingungen vorfinden. Heute wollen wir zum Gipfel des Cradle Mountain wandern. Anstelle der fünf Schichten, die wir gestern getragen haben, reicht uns heute ein T-Shirt. Es ist aber wichtig auch bei perfekten Bedingungen genügend warme Kleider dabei zu haben, denn das Wetter kann jeder Zeit dramatisch ändern. Es ist auch wichtig, einen Hut, Sonnencreme, genügend Trinkwasser und Essen mitzubringen. Für einen so wunderschönen Tag wie heute ist es auch wichtig, eine Kamera mit genügend Platz auf der Speicherkarte und einer voll geladenen Batterie mitzubringen.

Reni und Marcel vor den Bergen des Cradle Mountain Nationalparks

Nach einer halben Stunde entlang des Dove Lake Circuit Tracks verlassen wir diesen Weg und steigen zum Lake Wilks hinauf. Ab dem Lake Wilks wird der Lake Wilks Tracks steil und führt uns zum Face Track.

Der Lake Wilks Track führt sehr steil Richtung Cradle Mountain

Der Face Track führt uns entlang von Felswänden des Cradle Mountains zum Start des Cradle Mountain Summit Tracks. Sämtliche Wanderwege sind sehr gut gekennzeichnet und zusammen mit der kleinen Karte, die wir im Besucherzentrum erhalten haben, ist die Orientierung ein Kinderspiel.

Der Cradle Mountain Summit Track startet sehr steil und wird dann noch steiler bis zum Gipfel. Nur der erste Teil des Weges kann als solcher bezeichnet werden.

Der Cradle Mountain Summit Track ist sehr steil

Dann wird der Weg schwierig und ich muss über riesige Felsbrocken klettern. Ich muss dabei sehr vorsichtig sein, damit ich nicht rutsche, denn die Felsbrocken sind teilweise sehr rutschig. Leider hat Reni heute nicht genügend Energie und sie wartet am Wegrand auf mich.

Auf dem Cradle Mountain Summit Track muss ich über viele Felsbrocken klettern

Nach einer Stunde sehr anstrengendem Klettern über die Felsbrocken und Spalten erreiche ich den Gipfel des Cradle Mountains. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe und geniesse nun die traumhaft schöne Aussicht über den Cradle Mountain Nationalpark mit den vielen Berggipfeln und Bergseen.

Auf dem Gipfel des Cradle Mountains

Nach einer kurzen Pause und einem Energieriegel begebe ich mich auf den Rückweg. Auf dem Weg über die Felsbrocken begegne ich einigen Wanderern, welche Angst haben über die grossen Felsbrocken zu klettern und dementsprechend langsam voran kommen. Der Cradle Mountain Summit Track ist sehr steil und man muss über viele Felsbrocken klettern. Es ist sehr anstrengend und der Weg ist den Naturgewalten wie Wind und Regen erbarmungslos ausgesetzt. Ich würde den Weg bei schlechtem Wetter oder gar bei Regen, wenn die Felsen rutschig sind, auf keinen Fall empfehlen. Schlussendlich handelt es sich hier um Alpines Gebiet. Die Wetterbedingungen können sich sehr schnell und dramatisch ändern und sehr extrem sein. Das Biest des Cradle Mountain kann jeder Zeit zum Vorschein kommen.

Die Aussicht vom Gipfel des Cradle Mountains ist grandios

Auf dem Weg treffe ich auch wieder auf Reni und nun gibt es zuerst ein stärkendes Mittagessen aus unserem Rucksack. Frisch gestärkt geht es weiter entlang des Overlander Tracks. Wir kommen am Crater Lake, dem Wombat Pool und Lake Lilla vorbei. Der letzte Abschnitt des Tracks führt über einen Boardwalk mitten durch eine Fläche aus Buttongras Moorlandschaft.

Wanderpfad durch die Moorlandschaft mit Buttongras

Nur wenige Minuten bevor wir die Busstation bei Ronny Creek erreichen, erspähen wir unser erstes Wombat. Auf diesem Weg werden sehr oft Wombats gesehen. Vor allem am späten Nachmittag kommen die Wombats aus ihren Erdlöchern um auf den Wiesen zu grasen. Dies ist der perfekte Abschluss eines perfekten Wandertages im Cradle Mountain Nationalpark. Heute haben wir nur die Schöne des Cradle Mountain Nationalparks gesehen und das Biest hat sich heute nicht gezeigt. Aber sei gewarnt, das Biest lauert immer irgendwo im Cradle Mountain und kann jederzeit zum Vorschein kommen. Darum ist es wichtig gut vorbereitet zu sein.

Wombat am grasen im Cradle Mountain Nationalpark

Auf unserem Blog Swiss Nomads haben wir auch einen Eintrag über die Erlebnisse im Cradle Mountain Nationalpark veröffentlicht.

Die Wanderungen durch die wunderschöne alpine Landschaft des Cradle Mountain Nationalpark haben uns sehr gut gefallen. Es gibt aber noch so viele ander Nationalparks in Tasmanien, dass wir am nächsten Tag weiterfahren.

Auf dem Weg Richtung Süden fahren wir an den Montezuma Falls vorbei. Diesen hohen Wasserfall wollen wir auf keinen Fall verpassen und so nehmen wir die fast 10 Kilometer lange Wanderung in Angriff.
Zum Glück verläuft der Wanderweg entlang einer alten Bahnlinie, denn unsere Beine sind von der langen und anstrengenden Wanderung von gestern noch ein bisschen müde.

Der Wanderweg zum Montezuma Wasserfall folgt der ehemaligen North East Dundas Tramway BahnlLinie

Die ehemalige Bahnstrecke, welcher wir folgen, war die North East Dundas Tramway. Diese wurde für die umliegenden Mienen gebaut, um das Erz zu transportieren. Entlang der ehemaligen Bahnstrecke finden wir noch Überreste, wie ein paar Bahnschwellen und diesen verlassenen Stollen, aus dieser Zeit.

Minenschacht auf dem Weg zum Montezuma Wasserfall

Früher verlief die Bahnlinie über eine Holzbrücke vor dem Montezuma Wasserfall über die tiefe Schlucht. Heute können Besucher den Wasserfall von einer Hängebrücke aus bestaunen.

Reni auf der Hängebrücke vor dem Montezuma Wasserfall

Der Montezuma Fall ist einer der höchsten Wasserfälle Tasmaniens und 104 Meter hoch. Wir können den Wasserfall von der Basis aus bestaunen. Zum Glück führt der Fluss zur Zeit nicht so viel Wasser, sonst würden wir wahrscheinlich ziehmlich nass werden.

Der Montezuma Wasserfall in Tasmanien

Auf dem weiteren Weg Richtung Westküste halten wir kurz in dem kleinen Ort Zeehan. Dieser Ort war während der Goldrauschzeit der drittgrösste Ort in Tasmanien. Heute leben nur noch 850 Einwohner in dem verschlafenen Ort. Das Gaiety Theatre wurde 1898 erbaut und war eines der ersten Gebäude aus Stein.

Das Gaiety Theatre in Zehan, Tasmanien

Am Abend erreichen wir gerade rechtzeitig für den Sonnenuntergang die Westküste Tasmaniens.

Sonnenuntergang an der wilden Westküste Tasmaniens

Wir haben die Nacht auf einem Platz direkt am Meer verbracht und so können wir bereits zum Frühstück die Aussicht aufs Meer geniessen.

Aussicht aufs Meer zum Frühstück

Nach dem Frühstück fahren wir nach Strahan. Strahan ist der letzte Vorposten der Zivilisation an Tasmaniens Westküste. Richtung Süden führen keine Strassen weiter und es gibt auch keine Orte. Richtung Norden gibt es nur eine Strasse und kaum Orte und die Gegend ist kaum erschlossen. Genau diese Abgeschiedenheit und Isoliertheit wurde im Jahre 1821 ausgenutzt. Damals war Strahan über den Landweg noch gar nicht und auf dem Seeweg nur schwer erreichbar. Und genau darum wurde in Strahan eine Strafkolonie erbaut, welche für die schlimmsten der Schlimmen bestimmt war.

Heute gibt es zwar diese Strafkolonie nicht mehr, aber die Abgeschiedenheit ist ein Stück weit geblieben. Die 700 Einwohner leben vor allem von der Fischerei und dem Tourismus.

Der Hafen von Strahan an der Westküste Tasmaniens

Die Hauptstrasse Strahans verläuft entlang des Hafens und ist gesäumt von renovierten historischen Gebäuden.

Renovierte Gebäude entlan der Haenstrasse von Strahan

Von Strahan aus fahren wir wieder von der Westküste weg Richtung Osten. Rund 20 Kilometer landeinwärts liegt der, mit rund 3500 Einwohnern, relativ grosse Ort Queenstown. Queenstown ist eine Mienenstadt und das merken wir ganz schnell, den schon bevor wir den Ort erreichen, fahren wir duch eine Mondlandschaft. Die jahrzehntelange Ausbeutung der Mineralvorkommen durch den Bergbau hat seine Spuren hinterlassen.

In Queenstown dreht sich alles um den Bergbau

Vom Aussichtspunkt Spion Kop aus haben wir einen schönen Überblick über Queenstown.

Aussicht über Queenstown vom Aussichtspunkt Spion Kop

Altes Hotel an der Hauptstrasse von Queenstown.

Altes Hotel in der Bergbaustadt Queenstown

Wir müssen noch ein paar Lebensmittel kaufen und gehen in einen Shop. Als wir unsere Einkäufe zum Auto bringen, bemerken wir eine reisige Rauchwolke hinter den Bergen. Uns beunruhigt ein wenig, dass die Rauchwolke genau in östlicher Richtung, also genau der Richtung aufsteigt, in welche wir fahren wollen.

Wir machen uns doch auf den Weg und fahren auf die Anhöhe zum Iron Blow Lookout, um die Lage besser beurteilen zu können. Wie wir befürchtet haben, liegt die ganze Gegend in welche wir fahren wollen in dichtem Rauch. Da scheint ein mächtiger Waldbrand zu wüten. Wir sprechen einen Einheimischen an, der in die selbe Richtung fahren möchte. Von einem Bekannten bei der Feuerwehr erfährt dieser, dass die Strasse Richtung Osten, der Lyell Highway, gesperrt ist wegen der schweren Waldbrände. So müssen wir leider wieder umkehren und nach Queenstown zurückfahren.

Rauchwolke eines Waldbrandes bei Queenstown in Tasmanien

In Queenstown hat sich die Lage noch zugespitzt, denn aus nördlicher Richtung bringt der Wind von einem weiteren Waldbrand dichten Rauch über den Ort. Es sieht ganz schön gespenstisch aus. Die Sonne scheint durch den dichten Rauch ganz gelblich und es ist unangenehm zum Atmen.
Wir wollen nicht in Queenstown eingesperrt sein und entscheiden uns wieder Richtung Norden, wo wir hergekommen sind, loszufahren. Zu Beginn ist der Rauch sehr dicht, nimmt dann aber immer mehr ab und somit haben wir die Waldbrände hinter uns gelassen.
Mehr über unsere Flucht vor den Waldbränden in Tasmanien haben wir in einem Eintrag auf unserem Blog Swiss Nomads beschrieben.

Unheimliche Stimmung durch den Rauch der Waldbrände in Tasmanien

Wir sind froh, dass wir den Waldbränden entkommen sind und verbringen die Nacht in Sheffield. Am nächsten Morgen schauen wir uns zuerst den gemütlichen Ort Sheffield etwas genauer an.

Der gemütliche Ort Sheffield in Tasmanien

Sheffield ist bekannt für die Wandmalereien, welche viele der Gebäude schmücken.

Wandmalerei in Sheffield, Tasmanien

Über 50 Wandmalereien gibt es in Sheffield und immer wieder kommen neue hinzu. Auf der Touristeninfo gibt es Broschüren mit Erklärungen zu den einzelnen Wandgemälde und einmal im Jahr gibt es sogar ein Wandmalereienfestival.

Wandmalerei in Sheffield, Tasmanien

Bevor wir wieder weiterfahren, gehen wir noch in ein Kaffee mit Internet. Wir wollen abklären, wie die aktuelle Situation mit den Waldbränden ist. Auf der Webseite der Feuerwehr und Polizei erfahren wir, dass gestern über 30 Buschfeuer gemeldet wurden. Alleine das Feuer, welches uns den Weg abgeschnitten hatte, hat 2'200 Hektaaren Wald zerstört. Leider erfahren wir auch, dass unsere Alternativroute über den Marlborough Highway heute wegen Buschfeuern gesperrt ist. Die Strasse, welche wir gestern fahren wollten, der Lyell Highway, ist aber wieder offen. So heisst es einmal mehr den gleichen Weg, Richtung Queenstown zurück zu fahren.

Wieder stehen wir, einen Tag später, beim Iron Blow Lookout. Wir können zwar immer noch Rauch erkennen, aber der Himmel über uns ist heute wieder wolkenlos.

Ironblow Lookout über die offene Miene bei Queenstown

Auf der Fahrt auf dem Lyell Highway passieren wir auch das Gebiet, wo gestern der Waldbrand gewütet hat. Alles ist schwarz, die Bäume, die Büsche, das Gras. Selbst der Strassenbelag ist mit Russ überzogen. Nur die weissen Strassenmarker aus Kunstoff wurden bereits erneuert und sind nicht schwarz. Es ist ein Bild der Verwüstung, welches sich uns zeigt und wir sind froh, dass wir gestern nicht mitten drin waren.

Schäden des Waldbrandes bei Queenstown

Mit einem Tag Verspätung erreichen wir den südlichen Teil des Cradle Mountain-Lake St. Clair Nationalpark. Natürlich unternehmen wir auch hier wieder eine Wanderung. Wir wollen auf den Mount Rufus wandern.

Mount Rufus im südlichen Teil des Cradle Mountain-St. Cair Nationalparks

Der erste Teil der Wanderung führt durch Wald, dann über eine Hochebene und zuletzt über einen stetig ansteigenden Pfad zum Gipfel von Mount Rufus. Auf dem Gipfel geniessen wir einmal mehr eine sehr schöne Aussicht über die vielen Gipfel, Täler und Seen des Cradle Mountain- Lake St. Cair Nationalpark.

Aussicht vom Gipfel des Mount Rufus im Cradle Mountain-Lake St. Clair Nationalpark

Auf dem Rückweg kommen wir an speziellen Gesteinsformationen vorbei, welche uns an eine Sphinx erinnert.

Gesteinsformation auf dem Weg zum Mount Rufus

Auf dem Weg nach Hobart stoppen wir noch im Mt. Field Nationlapark, der rund 80 Kilometer nordöstlich von Hobart liegt. Der Mt. Field Nationalpark ist bekannt für seine Gebirgslandschaft, den Regenwald und die Wasserfälle. Auf dem Wanderweg, den wir wählen, können wir riesige Eukalyptusbäume bewundern.

Unser erster schlafplatz auf Tasmanien in Pinguin

Auch die drei bekanntesten Wasserfälle des Mt. Field Nationalpark können wir bestaunen. Von den drei Wasserfällen Russell Falls, Horseshoe Falls und Lady Barron Falls, gefällt uns der Lady Barron Wasserfall am besten.

Unser erster schlafplatz auf Tasmanien in Pinguin

Nun geht es aber endgültig nach Hobart, der Hauptstadt von Tasmanien. Im nächsten Reisebericht werden wir über Hobart und unsere Weiterreise in den Süden Tasmaniens berichten.

Viele Grüsse aus Tasmanien.

Reni und Marcel

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