Australien 2013 – Reisebericht 2

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Dem Murray River entlang und durchs Victorian High Country

Von Mildura aus geht unsere Reise weiter dem Murrray River entlang. Unser erste Stopp ist in dem kleinen Ort Redcliffs. Hier steht die Big Lizzie. Dieses 45 Tonnen schwere Ungetüm aus Stahl wurde 1915 gebaut und hat seine Reise in Melbourne gestartet. Erbaut wurde dieser Koloss um Schafwolle aus dem Outback zu transportieren. Über die Jahre wurde das Stahlmonster abgeändert und den jeweiligen Anwendungen angepasst. Diese Maschine ist ein typisches Beispiel für den Einfallsreichtum der Pioniere, welche Australien zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Stahlkoloss Big Lizzie in Redcliffs

Eigentlich wollten wir nur durch diese kleine Stadt am Murray River fahren. Als wir aber in Echuca ankamen, hat uns die relaxte Atmosphäre in dieser netten Ortschaft voller Geschichte so gut gefallen, dass wir geblieben sind.

Das Bridge Hotel im Hafenareal von Echuca

Echuca wurde im Jahre 1853 gegründet und ist dann sehr schnell gewachsen. Mehere Pubs und Hotels wurden in und um das Hafenareal gebaut und der Ort wurde immer grösser.

Das Palace Hotel im Hafenareal von Echuca

Während der Ära der Schaufelraddampfer wuchs Echuca zum grössten Inlandhafen von Australien an. Das Leben um den Hafen pulsierte und der Umschlag von Gütern auf den Dampfschiffen auf dem Murray River florierte. Die Flotte der Schaufelraddampfer in Echuca wuchs stetig an und Waren sowie Personen wurden von Echuca aus in andere Orte am Murray River transportiert. Nach der Eröffnung der Bahnlinie von Melbourne nach Echuca verloren die Schaufelraddampfer an Bedeutung und somit auch der Hafen von Echuca.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen Beitrag zu den historischen Schaufelraddampfern von Echuca.

Das historische Hafenareal von Echuca

Als wir am zweiten Tag unseres Aufenthaltes den historischen Hafen besichtigen wollen wird uns gesagt, dass am Samstag, den 14. Dezember, eine grosse Feier zur Eröffnung des neuen und erweiterten Port of Echuca Discovery Centre bevorsteht. Weil wir sowieso einige administrativen Arbeiten erledigen müssen und wir auch noch ein bisschen Zeit für die Organisation unserer Weiterreise benötigen, haben wir uns entschieden ein paar Tage in Echuca zu bleiben.

Einkaufstrasse in Echuca

Echuca ist für uns der perfekte Ort um etwas auszuspannen und all unsere administrativen Dinge zu erledigen. Wir finden sehr gemütliche Kaffees sehr gute Pies und eine feine Gelateria um uns ein bisschen zu verwöhnen.

Gemütliches Kaffee in Echuca

Im Jahre 1974 wurde der historische Hafenbereich von Echuca als Touristenattraktion eröffnet. Der Hafen gibt einen schönen Einblick in die Ära der Schaufelraddampfer.

Die Hafenstrasse in Echuca

Heute, am 14. Dezember 2013, wird das neue und ausgebaute Port of Echuca Discovery Centre offiziell eröffnet.

Eröffnung des Hafens in Echuca

Viele Einheimische aus Echuca und den umliegenden Ortschaften sind eingetroffen um die Eröffnungsfestivitäten mitzuerleben.

Eröffnung des Hafens in Echuca

Viele verschiedene Aktivitäten stehen auf dem Programm an diesem schönen, sonnigen Tag. Der Eintritt ins Port of Echuca Discovery Centre ist gratis und jeder Besucher erhält ein kleines Geschenk.

Eröffnung des Hafens in Echuca

Die Strasse entlang des Hafens ist gesäumt mit vielen Oldtimern der verschiedensten Marken und Jahrgänge. Wir haben Chevrolet, Buick, Ford, Chrysler, Morris, Studebaker, Valiant, Austin und viele andere gesehen.

Oldtimer zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Schöner Buick Oldtimer

Oldtimer zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Schöner Chevrolet Oldtimer

Oldtimer zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Altes Handwerk wird gezeigt. Wir können einem Schmied beim Schmieden von Hufeisen zuschauen. In einem anderen Raum wird gedrechselt und auch das Handwerk des Bootsbauers wird erklärt.

Schmiedevorführung zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Dampfmaschinen, Dampfpumpen und ein dampfbetriebener Traktor sind ausgestellt und werden auch betrieben.

Dampfbetriebener Traktor zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Die dampfenden Maschinen ziehen mit ihrem puffenden Lärm natürlich viele Interessierte an.

Dampfmaschine zur Eröffnung des Hafens in Echuca

Selbst die renovierte Sägerei wird mit Dampfkraft betrieben. Ein grosser, zentraler Dampfboiler speist die einzelenen Maschinen mit Dampf, welche wiederum mit Riemen die Sägen antreiben.

Dampfbetriebene Sägerei im Hafen von Echuca

Die Hauptattraktion sind aber natürlich die historische Hafenanlage und die vielen Schaufelraddampfer, die am Hafenquai festgemacht sind oder die Besucher auf Fahrten auf dem Murray River transportieren.

Der Hafnequai in Echuca

Ein weiteres Highlight sind drei Flugzeuge, die eine kurze Flugshow bieten. Eine Amerikanische Pitts Special und zwei Russische Yakovlev Yak-52.

Vorbeiflug der Flugzeugformation in Echuca

Der Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten ist die Durchfahrt der Schaufelraddampfer am neu eröffneten Port of Echuca Discovery Centre. Der erste Schaufelraddampfer ist der älteste der Flotte, PS Adelaide.

Schaufelraddampfer PS Adelaide in Echuca

Nach der PS Adelaide folgt die PS Hero, die PS Canberra und dann die sehr schöne PS Emmylou gefolgt von der Pride of the Murray, der Tooraloora, der kleinen Billy T und als Letzte, die grösste der Flotte, die PS Pevensey.

Schaufelraddampfer Pride of the Murray in Echuca

Zum Glück haben wir uns entschieden ein bisschen länger in Echuca zu bleiben, denn wir haben die Zeit hier in diesem relaxten Ort am Murray River sehr genossen. Mit der Eröffnungsfeier des neuen Port of Echuca Discovery Centre haben wir einen sehr schönen Anlass miterlebt und einen tiefen Einblick in den kulturellen Hintergrund von Echuca und der ganzen Region des Murray River erhalten. Nun ist aber Zeit für uns weiterzuziehen. Wir geniessen noch einen letzten traumhaften Sonnenuntergang an unserem Campplatz und morgen geht es weiter.

Sonnenuntergang am Murrya River in Echuca

Unser heutige Übernachtungsplatz liegt direkt am Campaspe Fluss. Wir haben einen traumhaften Platz gefunden, den wir fast alleine geniessen können. Auf dem Menuplan steht heute ein richtig Australischer Hamburger.

Feiner Hamburger zum Abschluss des Tages

Am Morgen werden wir von den wärmenden Sonnenstrahlen geweckt und wir geniessen unser Frühstück in der Natur mit Aussicht auf den Campaspe Fluss. Dabei können wir die vielen Vögel beobachten, die zum Fluss zum Trinken kommen.

Feines Frühstück mit Aussicht auf den Fluss

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel fahren wir an reisigen Kornfeldern entlang.

Riesige Kornfelder in Australien

Der nächste Ort den wir besuchen ist Bendigo. Diese Stadt wurde regelrecht auf Gold gebaut. Der Goldrausch startete im Jahre 1851, als das erste Gold entdeckt wurde. 5600 registrierte Minen entstanden und fast 700'000 Kilogramm Gold wurde gefunden Noch heute liegt unter Bendigo ein dichtverzweigtes Netz von Schächten und Tunneln.

Bendigo wurde auf Gold erbaut

Eine der Goldminen wurde im Jahre 1986 als Touristenattraktion geöfnnet. Die Central Deborah Gold Mine wurde 1939 geöffnet und 1954 als eine der letzten wieder geschlossen. Während der 15 Jahre wurde von den 375 Männern, welche in der Mine gearbeitet haben, 929 Kilogramm Gold geschürft. Diese Menge würde heute einem Wert von etwa 34 Millionen entsprechen.

Die Central Deborah Gold Mine in Bendigo

Wir sind die einzigen Touristen und so kommen wir in den Genuss einer Privattour. Unser Guide Tam führt uns zuerst zum Lift, der den Schacht runterführt. Der Hauptschacht führt über 17 Levels auf eine Tiefe von 410.8 Metern. Die Central Deborah Goldmine ist aber bei weitem nicht die Tiefste. Eine Mine geht bis 1500 Meter runter. Wir kriegen einen Helm mit Kopflampe und fahren runter auf 61 Meter unter der Erde.

Die Arbeiter haben den ganzen Tag ohne Tageslicht in den Schächten und Gängen verbracht. Sie wurden bezahlt für die Zeit, die sie in der Tiefe verbracht haben, die Fahrt mit dem Lift in und aus dem Schacht wurde nicht zur Arbeitszeit gerechnet. Wenn der Lift defekt war gab es die Notstiegen, welche in einem Schacht neben dem Lift zum Tageslicht führten. Der Aufstieg über die Stiegen dauert allerdings seine Zeit. Vom tiefsten Level bis zur Erdoberfläche klettert man rund zweieinhalb Stunden.

Während ihrer Arbeitspause haben die Arbeiter das Essen in diesem Raum eingenommen.

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Hier haben die Arbeiter der Goldmine gegessen

Tam erklärt uns auf was geachtet wird bei der Goldsuche und wo die Chancen für Gold gross sind und wo es gar nichts zu holen gibt. Dann führt sie uns eine Bohrmaschine vor. Auch wir können das Monstergerät ausprobieren. Die Bohrmaschine ist extrem laut, aber eine hilfreiche Maschine zu jener Zeit des Goldgrabens.

Bohrmaschine die in der Goldmine benutzt wurde

Gegen Ende der Tour kommen wir noch bei der moderneren Version vorbei. Hier geht es um Explosives. Das ist natürlich die schnellste Variante an möglichst viel Material ranzukommen. Mit dem Kipper, den wir in Action sehen können, wurde das weggesprengte Gestein in Wagen verladen und zum Schacht gerollt, um dort aus der Mine gebracht zu werden.

Reni und Marcel in der Central Deborah Gold Mine

Nach der Tour können wir uns noch im Museum umsehen und zum Poppet Head hochsteigen. Zuletzt versuchen wir noch unser Glück beim Goldschürfen. Marcel findet ein kleines Stücken Gold. Cool! Und das dürfen wir sogar mit nach Hause nehmen.

Reni bei der Goldsuche

Nach der sehr interessanten und lehrreichen Minentour spatzieren wir durch die Stadt. Während des Goldrausches im Jahre 1851 war an diesem Platz ein Goldfeld mit vielen Minenschächten. Heute kann hier im schönen Rosalind Park flaniert und relaxt werden.

Der Rosalind Park im Zentrum von Bendigo

Auf einem kleinen Hügel im Park steht ein Aussichtsturm den wir besteigen. Wir haben eine schöne Aussicht auf Bendigo und können sehen, wie grün die Stadt eigentlich ist.

Bendigo ist sehr grün

Der Alexandra Fountain wurde aus Granit gefertigt und von Prinz Albert Edward Victor von Wales im Jahre 1881 eingeweiht.

Der Alexanda Fountain und Charing Cross in Bendigo

Während des Goldrausches sind auch viele Chinesen nach Bendigo gekommen. Das unübersehbare Erbe der Chinesen ist in Bendigo an einigen Orten noch heute zu sehen. Der Chinesische Tempel in Bendigo wird auch heute noch aktiv genutzt.

Chinesischer Torbogen in Bendigo

Der Baubeginn der Sacred Heart Cathedral war bereits im Jahre 1897, erst im Jahre 1977 wurden allerdings die letzten Arbeiten an der Kathedrale abgeschlossen.

Die Sacred Heart Cathedral in Bendigo

Im Innern der Kathedrale können wir das riesige Kirchenschiff bestaunen. An den Deckenbögen befinden sich aus Holz geschnitze Engel.

Das Innere der Sacred Heart Cathedral in Bendigo

Auf Schritt und Tritt werden wir erinnert, dass bald Weihnachten ist. Der Weihnachtsmann fährt sogar mit der geschmückten Strassenbahn mit.

Weihnachtsmann in der historische Strassenbahn in Bendigo

Nach der Goldgräberstadt Bendigo geht es weiter in die Australischen Alpen. Ja wirklich, in Australien gibt es auch Alpen.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads zeigen wir dir die atemberaubenden Aufnahmen von unseren 4WD Abenteuern im Victorian High Country.

Im Victorian High Country gibt es Berge mit Skigebieten. Das Victorian High Country ist eine Region, die nur ein paar Stunden in nordöstlicher Richtung von Melbourne entfernt liegt. Das Victorian High Country ist vor allem im Winter sehr beliebt. Wintersportbegeisterte kommen hierher, um verschiedene Wintersportaktivitäten wie Skifahren und Snowboarden zu geniessen. Im Sommer geht es etwas ruhiger zu und her und die meisten Besucher kommen, um die wunderschöne Natur der Alpen zu geniessen. Es gibt ein grosses Angebot für Fahrradfahrer und Wanderer. Riesige Gebiete von Nationalparks bieten genügend Möglichkeiten abgelegene Orte zu erkunden und vor allem bei den 4WD und Geländefahrzeugfahrern sind die Alpen beliebt. Es gibt ein weit verzweigtes Netz von 4WD Pfaden in die sehr abgelegenen Täler und Bergketten. Einige der Strecken werden als sehr anspruchsvoll und schwierig eingestuft.

4WD Tracks im Victorian High Country

Wir sind hier um die Natur bei Wanderungen und beim Fahren von 4WD Tracks zu erkunden. Im Mount Buffalo Nationalpark erhalten wir einen ersten Eindruck von der Bergwelt Australiens. Zur Zeit ist ja Hochsommer und da wirken Hinweisschilder, die vor vereisten Strassen warnen, in Australien doch ein bisschen ungewöhnlich.

Vorsicht vor vereisten Strassen in Australien

Das Horn ist mit 1723 Metern der höchste Gipfel in dem Bergmassiv. Vom Aussichtspunkt auf dem Gipfel haben wir eine traumhafte Rundumsicht.

The Horn im Mount Buffalo Nationalpark

Beim Parkplatz, bei welchem der Walk auf das Horm beginnt, gibt es auch einen Picknickplatz mit traumhafter Aussicht. Das Timing stimmt und so geniessen wir unser Mittagessen mit der grandiosen Aussicht auf die umliegenden Täler und Berge.

Picknickplatz im Mount Buffalo Nationalpark

Auf dem kurzen Walk Old Galleries wandern wir zwischen riesigen Grantifelsen hindurch. Wir können auch die grossen Schäden, die die Buschfeuer angerichtet haben, sehen. In den Jahren 2003 und 2006 haben zerstörerische Buschfeuer im Gebiet des Mount Buffalo Nationalparks gewütet. Durch die Feuer wurden grosse Teile des Waldes zerstört und übrig geblieben ist eine skurile Landschaft mit Baumskeletten, die im Licht silbern leuchten.

Baumskelette im Mount Buffalo Nationalpark

Beim idyllischen Catani See gibt es einen Zeltpatz. Wir stoppen kurz und geniessen den Blick über den spiegelglatten, idyllischen Bergsee, fahren dann aber wieder weiter.

Der idyllische Catani See im Mount Buffalo Nationalpark

Die nächsten Tage erkunden wir die Berglandschaft der Austraischen Alpen mit den vielen abgelegenen und schwer zugänglichen Tälern und Bergketten auf den 4WD Tracks, welche dieses Gebiet des Victorian High Country erschliessen.

Track durch die Australischen Alpen

Die Strecke, die uns am besten gefallen hat, ist der anspruchsvolle Blue Rag Range Track. Über die Great Alpine Road, welche die Alpen von Norden nach Süden überquert, erreichen wir den Ausgangspunkt zum Blue Rag Range Track. Wir stehen vor dem Wegweiser und bereits von hier sieht der Track spektakulär aus. Gleich von Beginn weg ist der Track sehr steil und recht ausgewaschen. Wir müssen zuerst unser Fahrzeug für die Fahrt vorbereiten. Um den Allradantrieb zu nutzen, müssen wir manuell die vorderen Radnaben zuschalten und den Allradantrieb aktivieren. Dann müssen wir auch gleich schon das Getriebe in die tiefe Übersetzung umschalten, damit unser Fahrzeug mehr Kraft hat.

Nun heisst es volle Konzentration und los geht es. Für eine schwierige Strecke wie diese braucht es höchste Konzentration und gute Vorbereitung. Ein Fehler könnte verheerende Folgen haben. 4WD Strecken zu befahren kann gefährlich sein und ohne das nötige Fahrtraining und die richtige Ausrüstung sollte man besser die Finger davon lassen. Mein Fahrtraining und Erfahrungen im 4WD fahren habe ich in der Schweizer Armee und während dem letzten Australien Aufenthalt gesammelt. Ganz einfach schaffen wir den ersten steilen Aufstieg.

Unterwegs auf dem Blue Rag Range Track

Der weitere Verlauf des Tracks geht der Krete entlang des Gebirgszuges der Blue Rag Ranges. Die Aussicht ist atemberaubend und auf beiden Seiten geht es steil in die tiefen Täler hinunter. Ein grosser Teil der Wälder ist durch schlimme Waldbrände im 2003 und 2006 stark geschädigt. Viele der Bäume sind abgebrannt und nur noch die silberfarbenen Skelette der Bäume ragen in den Himmel. Mount Blue Rag ist der höchste Punkt des Tracks, danach geht er abwärts.

Der Blue Rag Range Track im Victorian High Country

Auf dem nächsten Streckenabschnitt wird der Wald sehr dicht und grün. Hier führt der Track sehr steil talwärts. Wir müssen extrem langsam und vorsichtig fahren, damit wir nicht den Halt zum Boden verlieren, der an einigen Stellen aus losem Schotter besteht. Reni macht sich grosse Sorgen, dass wir nie mehr aus dem Tal zurückkommen würden, da es viel zu steil ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das sehr gut schaffen werden. Der Track windet sich den Hang hinunter und einige der Kurven sind so eng, dass wir es kaum in einem Mal schaffen, um die Kurve zu kommen. Unbeschadet kommen wir im Tal an. Hier gibt es einen sehr schönen Fluss mit glasklarem Wasser. Wir müssen uns erst einmal von der Anstrengung erfrischen und baden unsere Füsse in dem erfrischenden Wasser.

Erfrischung im Bergfluss auf dem Blue Rag Range Track

Es gibt auch ein paar wenige kleine Plätze auf denen wir campen könnten. Gestern Abend haben wir aber Gewitter mit Blitz und Donner vorbeiziehen gehört. Wenn es beginnt zu regnen und der Track nass ist, wäre es wohl noch viel schwieriger den steilen Aufstieg aus dem Tal zu schaffen. Zusätzlich ist es zurzeit sehr heiss und trocken. Durch Blitze könnten Buschfeuer entstehen und wir wären in dem Tal gefangen. Am Morgen haben wir im Radio von Buschfeuern im Nordosten der Alpen gehört, welche durch Blitze ausgelöst wurden. Aus diesem Grund entscheiden wir uns, dass wir wieder zurückfahren und nicht in dem sehr abgelegenen Tal bleiben.

Auf dem Rückweg ist der erste Teil der Strecke extrem steil und unser Fahrzeug muss ganz schön hart arbeiten um den Berg hochzukommen. Langsam aber sicher geht es im Schritttempo voran und wir erreichen wieder den Gipfel des Berges. Von hier aus können wir nochmals die atemberaubende Aussicht geniessen, bevor wir wieder den Ausgangspunkt des Tracks erreichen. Reni ist überglücklich, als wir nach anstrengender Fahrt endlich wieder normale Schotterpiste erreichen und ich bin bereits wieder bereit für den nächsten Track der noch steiler und anspruchsvoller ist.

Steile 4WD Strecke

Auch auf den weiteren 4WD Strecken gibt es natürlich immer wieder Hindernisse und Herausforderungen zu meistern

Hindernis auf den 4WD Strecken im Wald

Auch kleinere Flüsse und Bäche müssen wir immer wieder überqueren.

Flussdurchfahrt mit dem Land Cruiser

Auf Schritt und Tritt werden wir daran erinnert, dass heute Weihnachten ist. Sogar auf dem Cappuccino, den wir in Bright geniessen, hat es als Dekoration einen Weihnachtsbaum.

Cappuccino mit Weihnachtsbaum

Für uns ist Weihnachten dieses Jahr ein Tag wie jeder andere. Wir befinden uns zwar in den Australischen Alpen, aber es ist Sommer und von Schnee gibt es nicht die geringste Spur. So kommt bei uns nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf und wir reisen einfach normal weiter.

Falls Creek ist eines der grossen Skigebiete Australiens. Es gibt 19 verschiedene Lifte und im Winter besuchen sehr viele Wintersportler dieses Resort. Wir sind von dem Ort wenig begeistert. Im Sommer wirkt es recht ausgestorben und sehr ungemütlich mit den vielen Betonbauten. So lassen wir diesen Ort links liegen und unternehmen dafür eine weitere kurze Wanderung in die wunderbare Berglandschaft.

Berglandschaft bei Fals Creek

Auf dem kurzen Wanderweg kommen wir bei der Wallace Hut vorbei. Diese Hütte wurde im Jahre 1889 erbaut und diente den Kuhtreibern, welche ihre Tiere auf den Weiden auf dieser Hochebene grasen liessen, als Unterkunft.

Wallace Hut bei Falls Creek

Da heute Heilig Abend ist, haben wir uns zur Feier des Tages ein feines Stück Fleisch gekauft und wir verbringen den Abend vor einem schönen Lagerfeuer. Wir sind mitten in der Wildnis der Australischen Alpen und nach dem Sonnenuntergang sind wir froh um das wärmende Lagerfeuer.

Lagerfeuer am Weihnachts-Abend in den Australischen Alpen

Die Nacht war wirklich kalt und so sind wir froh um die wärmende Morgensonne. Über die Great Alpine Road erreichen wir den kleinen, historischen Ort Omeo.

Omeo an der Graet Alpine Road

In Omeo geht es heute sehr gemächlich zu. Nur noch gut 200 Einwohner zählt dieser Ort, der in der Zeit des Goldrausches der 1850er noch boomte. Die historischen Gebäude erinnern noch an diese Zeit. Das Gebäude der früheren Commercial Bank of Australia wurde renoviert und befindet sich in einem prächtigen Zustand.

Commercial Bank of Australia in Omeo

Das Golden Age Hotel im Art-déco Stil bewirtet auch heute noch die Gäste, welche in Omeo einen Zwischenhalt einlegen.

Golden Age Hotel in Omeo

Auch der heutige Übernachtungsplatz ist wieder traumhaft schön. Wir finden einen Platz am Gibbo River. Die Sonne scheint und da wir auch nicht mehr so hoch sind, ist es verhältnismässig warm. So nutzen wir die Möglichkeit und erfrischen uns im Fluss.

Camp am Gibbo River

Unser Rastplatz befindet sich auf einer grossen Wiese im Tal, dass der Gibbo River geformt hat. Die Wiese leuchtet in der tiefstehenden Abendsonne golden.

Goldene Wiese am Gibbo River

Natürlich haben wir uns auch für den Weihnachtstag wieder etwas feines zum Essen gekauft. Es gibt eine Grillstelle und so können wir unser Essen auf dem Lagerfeuer zubereiten.

Abendessen vom Grill

Nach Sonnenuntergang haben wir zwar keinen Weihnachtsbaum mit Kerzen, aber der mondlose Himmel ist mit Millionen von Sternen geschmückt. Da wir weitab von der Zivilisation sind gibt es hier auch keine störende Lichter.

Sternenbahnen am Himmel

Nun wird es langsam Zeit Richtung Sydney zu fahren. Auf der Weiterfahrt verändert sich die Landschaft. Die felsigen Berge werden von rollenden Hügeln abgelöst. Wir fahren an vielen Farmen vorbei und die Wiesen werden von Kühen und Schafen abgegrast.

Hügelige Farmlandschaft in Australien

Die Wiesen sind sehr trocken und an den meisten Orten ist das Gras verdorrt. So sind die Tiere auf die Billabongs angewiesen, welche mit Wasser gefüllt sind.

Billabong in Australien

Hier hat sich eine ganze Schafherde am Bilabong versammelt um zu trinken.

Schafherde am Billabong

Auf unserem Weg nach Sydney stoppen wir noch an den Paddy River Falls.

Die Paddy River Falls

Auf dem Parkplatz entdecken wir diese Kragenechse, welche für uns schön posiert.

Kragenechse

Jetzt geht es aber endgültig Richtung Sydney. Schliesslich wollen wir rechtzeitig für das grosse Feuerwerk zum Silvester da sein. Wie wir den Jahreswechsel in Sydney verbracht haben, beschreiben wir auch auf Swissnomads.

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