Australien 2009 – Reisebericht 14

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Auf dem Gunbarrel Highway von Alice Springs an die Westküste

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen neuen Beitrag mit detaillierte Informationen zum Gunbarrel Highway in Westaustralien.

Am 10. August verabschieden wir uns von den Highlights in Zentralaustralien und starten eine weitere einsame Fahrt durch die Wüste. Auf dem Great Central Highway und dem Gunbarrel Highway werden wir bis zur Westküste fahren. Die 1'400 Kilometer lange Strecke ist bekannt als die längste Abkürzung. Da die Strasse durch Aboriginal Land führt, haben wir im Vorfeld die Bewilligungen eingeholt. Wir benötigen zwei Bewilligungen, denn die erste Teilstrecke befindet sich im Northern Territory und die zweite Teilstrecke in Westaustralien.

Das erste Teilstück legen wir auf dem Great Central Highway zurück. Wird eine Strasse Highway genannt, heisst das noch lange nicht, dass diese Strasse geteert ist. Eine breite Schotterpiste tut ja schliesslich auch ihren Dienst. Auf der Fahrt entdecken wir dieses Achtung-Kamel-Schild. Da sind wir ja mal gespannt, ob wir hier tatsächlich Kamele sichten.

Oh ja, und erst noch eine ganze Herde. Wer hätte das gedacht, bereits nach wenigen Kilometern überquert eine grosse Gruppe Kamele die Strasse. Das müssen wir doch gleich festhalten.

Nach mehrstündiger Fahrt finden wir neben einem Dorf von Aborigines den Docker River Campingplatz. Hier schlagen wir unser Zelt auf. Nach einer ruhigen Nacht sind wir am nächsten Morgen fit für einen weiteren Fahrtag. Um jedoch weiterfahren zu können, brauchen wir wieder einmal Diesel. Schliesslich sind wir seit der letzten Tankfüllung bereits wieder einige hundert Kilometer gefahren. Es liegen noch rund 800 Kilometer einsames Gebiet vor uns, da wollen wir doch lieber auf Nummer sicher gehen. Es wäre denkbar ungünstig, wenn uns auf dem Gunbarrel Highway der Diesel ausgehen würde. So füllen wir beim Warburton Roadhouse nochmals voll auf. Da wir uns bereits auf sehr abgelegenem Gebiet befinden, zahlen wir 2.05 AU$ pro Liter. Ganz schön teuer, aber ja, der Diesel muss ja irgendwie hierher kommen.
Beim Roadhouse treffen wir auf den Schweizer Chrigel aus Aargau. Wir haben ihn bereits auf dem Campingplatz in Yulara (Uluru/Ayers Rock) getroffen. Er ist auf der selben Strecke unterwegs. Bestimmt werden wir uns irgendwo auf dem Gunbarrel Highway wiedersehen. Schliesslich gibt es nur den einen Weg.

Wir verlassen den Great Central Highway und unsere Fahrt geht auf dem Heather Highway weiter. Wir sind erstaunt über die Namensgebung für diese Landstrasse durchs Feld. Diese grasbewachsene Fahrspur soll ein Highway sein? Wir zweifeln kurz, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind. Ein Blick auf die Landkarte bestätigt uns, dass wir hundert Prozent richtig sind.

Nach einer Weile wird die Fahrspur breiter und so macht uns der Heather Highway einen guten Eindruck. Zumindest für australische Verhältnisse kann diese Strasse als richtige Hauptstrasse bezeichnet werden.

Der Gunbarrel Highway verläuft zwischen der Gibson und der Great Victoria Wüste und wurde von Len Beadell gebaut. Erstmals geöffnet war der Highway im Jahre 1956. Der Unterhalt dieser Strasse wurde eingestellt und ist für uns somit ein weiteres Abenteuer durch das australische Outback.

Noch heute gibt es an verschiedenen Stellen Wegmarker von Len Beadell, so etwa wie dieser Wegweiser auf dem Bild. Damit Durchreisende den Wegweiser besser erkennen, wurde ein Fenster im Baum weiss gestrichen. Auf der Metalltafel sind die wichtigsten Informationen über Richtung und Distanz zu finden. Leider ist die Metalltafel nicht mehr das Original, denn diese Plaketten werden gerne von Vorbeifahrenden als Souvenir mitgenommen.

Die Landschaft ist total flach. Kein Baum weit und breit. Wir kommen uns vor, als ob wir die einzigen Menschen auf diesem Planet wären. Auf dieser wellblechartigen Strasse fahren wir dem Horizont entgegen, der einfach nicht näher kommen will.

Auf der Fahrt gibt es zwar nichts spezielles zum besichtigen, aber die Natur mit den vielen Tieren ist es wert, diesen Weg auf sich zu nehmen. Am 12. August ist unser Glückstag.Endlich entdecken wir mitten auf der Strasse unseren lang ersehnten Thorny Devil in freier Natur. Dieser stachlige Kerl steht sogar mitten auf der Strasse, sodass wir ihn beinahe überfahren.

Kritisch schaut er uns an, bewegt sich aber nicht vom Fleck. Der Thorny Devil ist wie angewurzelt. Diese kunstvolle Kreatur trägt auf dem Nacken eine Art zweiten Kopf. Dieser dient zur Ablenkung, sodass der Feind zuerst den falschen Kopf abbeisst. Ganz schön clever. Obwohl, welches Tier will bloss ein so stachliges Tier fressen.

Die Landschaft scheint zwar unfruchtbar, aber wir entdecken immer wieder Tiere, die sich der Vegetation anpassen können. Vorallem die einheimischen Kängurus finden hier anscheinend genug zu fressen.

In trockenen Regionen wie dieser ist Wasser eine wichtige Ressource. Das Wasser wird vom Erdinnern hochgepumpt. Dazu werden Windräder eingesetzt, welche die Pumpe antreiben. Eine weitere Möglichkeit Wasser zu sammeln sind Billabongs, wo das Regenwasser in Teichen gesammelt wird.

Wir befinden uns in der Wüste und dieses Bild zeigt, wie unfruchtbar eine Wüste sein kann. Es wächst nur noch spärlich etwas. Vereinzelt sind Büsche zu sehen, ansonsten ist es einfach nur trocken.

Die Landschaft bleibt aber nicht lange so. Wir sind immer wieder erstaunt, wie abwechslungsreich dieses Land auch in der Wüste sein kann. Bald schon gibt es wieder etwas Gras auf dem Feld. Da es sehr trocken ist, ist das Gras nicht grün sondern ausgetrocknet und beige. Die Kühe hier begnügen sich aber gerne mit diesem Heu. Gleich neben der Kuhweide finden wir einen idealen Platz zum schlafen. Keine Stunde später gesellt sich auch Chrigel zu uns. Wir feiern, dass wir den Gunbarrel Highway ohne Panne fast geschafft haben.

Am 13. August erwachen wir nach einer ruhigen Nacht auf der Kuhweide. Wir geniessen bei Sonnenschein unser Frühstück und nehmen noch das letzte Stück auf dem Gunbarrel Highway in Angriff. Gegen Mittag treffen wir im kleinen Outback-Dorf Wiluna ein. Wir stoppen, kaufen die wichtigsten Lebensmittel ein und tanken unsern Troopy auf. Nach weiteren drei Stunden Fahrt, diesmal auf Teerstrassen, kommen wir im Kumarina Roadhouse an und freuen uns sehr auf eine heisse Dusche.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads verraten wir dir, was uns am Karijini Nationalpark so begeistert hat und wieso wir die Wanderungen so genossen haben.

Am nächsten Morgen geht es weiter in den Karijini Nationalpark. Der Karijini Nationalpark scheint sehr beliebt zu sein. Die erste Nacht verbringen wir auf dem Overflow Parkplatz, denn alle der 90 Campingplätze sind bereits belegt. Wir versuchen unser Glück am nächsten Morgen und die 30 Minuten warten lohnen sich. Wir fahren auf unsern Platz, lassen das Auto stehen und machen uns auf zur ersten Wanderung. Im Dales Gorge finden wir schöne, rote Felsen vor und besichtigen zuerst die Fortescue Falls und den Fern Pool. Idyllisch!

Auf der Wanderung entdecken wir im Gestein Asbest. Wir haben bereits im Vorfeld gelesen, dass in der Region Asbest vorhanden und wir sind vorgewarnt. Asbest wurde 1908 erstmals im Karijini Nationalpark entdeckt. Erstmals wurde in den 30er Jahren Asbest aus dem Gestein gewonnen. Die Minen wurden bereits im Jahre 1966 wieder geschlossen.

Als nächstes gehen wir im Weano Gorge auf Entdeckungstour. Hier gibt es spektakuläre Schluchten, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Vom Oxer Lookout haben wir eine prächtige Aussicht auf die bewachsene Schlucht. Wir wandern einen steilen Weg hinunter und wollen uns das Ganze von der Nähe anschauen.

Dieser idyllische Wasserfall ist eine kunstvolle Kreation der Natur.

Die Wanderungen im Karijini Nationalpark sind für australische Verhältnisse ausnahmsweise recht anspruchsvoll. Zuerst geht es steil in die Schlucht hinunter, dann führt der Weg im Sand oder an Felswänden vorbei. Teilweise müssen wir uns richtiggehend an der Felswand rüber hangeln, was die Wanderung sehr abwechslungsreich macht. Nachdem wir durch knietiefes Wasser gewatet sind, erreichen wir das Amphitheater. Der rote Stein wird von der Mittagssonne herrlich beleuchtet. Auf dem Bild sieht es fast so aus, als ob die Schlucht hier zu Ende ist. Weit gefehlt.

Die Schlucht wird immer enger und der Fluss wird zu einem Rinnsal. Hier beginnt nun der bekannte Spiderwalk. Um keine nassen Füsse zu kriegen, klettern wir wie eine Spinne mit allen Vieren bis zum nächsten Pool.

Marcel der Spinnenmann klettert gekonnt der engen Schluchtwand entlang.

Nach mehreren Tagen im Karijini Nationalpark fahren wir nach Tom Price, wo wir wieder einmal auf einem Campingplatz mit Dusche übernachten. Am nächsten Tag steht die Besichtigung des Hamersley Gorge auf dem Programm.Der Hamersley Gorge ist bekannt für die grosse Tektonischen Wellen. Diese Wellen sind vor Millionen von Jahren durch Erdverschiebungen entstanden.

Auf diesem Bild ist der Knick, der durch Erdbewegung entstanden ist, sehr gut zu erkennen. Das Gestein hat einen sehr hohen Eisenanteil. Die rote Farbe entsteht durch Oxidation. Wenn ein Stück Stein heraus bricht, kann man sehr gut erkennen, dass sich dahinter ganz gewöhnlich grauer oder beigefarbener Sand verbirgt.

Nach der Besichtigung des Hamersley Gorge fahren wir nun endlich an die Westküste. Am 18. August erreichen wir Exmouth und Marcel macht auf dem Zeltplatz gleich Bekanntschaft mit einem Emu. Der neugierige Kerl geht für ein Stück Brot vor Marcel auf die Knie.

Hier in Exmouth machen wir ein paar Tage Ferien. Wir geniessen es am Meer zu sein und wollen wieder einmal einen Tauchgang machen. Exmouth ist Ausgangspunkt für den Cape Range Nationalpark und das bekannte Ningaloo Reef. Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Nach ein paar Wochen im Outback, geniessen wir wieder einmal die Aussicht auf das Meer. Die Westküste Australiens ist am Indischen Ozean. So sind wir am selben Meer wie auf den Malediven, nur dass hier die Wassertemperatur bedeutend kühler ist und ein sehr kühler Wind bläst. So verzichten wir aufs baden im 21 Grad kalten Wasser. Jaja, wir sind eben verwöhnt von den Malediven.

Gegen Abend fahren wir wieder zurück zum Campingplatz. Vorher wollen wir uns aber noch den Vlamingh Head Leuchtturm anschauen. Der Leuchtturm wurde 1911 gebaut und macht als Fotomotiv eine gute Figur. Der Leuchtturm ist heute nicht mehr in Betrieb. Von hier oben geniessen wir eine herrliche Aussicht auf das Meer. Dieser Aussichtspunkt ist sehr beliebt für Walbeobachtung und den Sonnenuntergang. Auch wir sehen viele Buckelwale vorbeiziehen. Sobald sie aus dem Wasser springen, spritzt es gewaltig und wir können trotz der grossen Distanz die Wale gut sehen.

Der Cape Range Nationalpark ist eine Halbinsel und es gibt viele Strände, die zum Schnorcheln einladen. Das Wasser ist kristallklar und der Strand weiss. Fast so wie auf den Malediven. Ohne Neoprenanzug ist das Schnorcheln jedoch nur für Hartgesottene zu empfehlen. Da im Moment ein ziemlich starker Wind weht, verschieben wir das Schnorcheln und gehen uns den Yardi Creek anschauen. Wir machen den 40-minütigen Spaziergang am Fluss entlang bis ans Ende der Schlucht. Der Yardi Creek ist ein Fluss, der direkt ins Meer fliesst. Je nach Gezeiten, ist die Sandbank offen oder geschlossen. So sind auch immer wieder Haie im Fluss zu beobachten.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz begegnen wir wieder einmal einem Känguru. Kängurus sind zwar immer sehr neugierig, aber kommt man ihnen zu nahe, springen sie in Riesenschritten weg. Ist der Abstand wieder gross genug, bleiben sie wieder stehen und schauen sich um. So als ob sie nichts verpassen wollen.

Wann immer wir auf der Halbinsel fahren, entdecken wir Emus im Gebüsch. Hier im Cape Range Nationalpark leben unzählige dieser Laufvögel.

Mittlerweile sind wir bereits eine ganze Woche in Exmouth. Wir geniessen es, wiedermal etwas länger an einem Ort zu sein. Da das Wetter etwas unbeständig war, haben wir das Tauchen zuerst etwas aufgeschoben. Am 25. August ist es endlich soweit. Wir haben einen Tauchgang gebucht und werden am Navy Pier untertauchen.

Im Jahre 1967 wurde auf dem Land der Halbinsel eine Kommunikationsanlage eröffnet. Die Anlage wurde durch die Amerikaner erbaut und wurde genutzt um mit den U-Booten und Schiffen zu kommunizieren. Um das Material für die Anlagen und die riesigen über 300 Meter hohen Sendeantennen von den Schiffen an Land zu bringen, wurde der Navy Pier erbaut. Heute wird der Pier nur ein paar Mal im Jahr benutzt um Diesel für die Generatoren der Anlage an Land zu bringen. Für Zivilpersonen ist der Steg nicht zugänglich und nur ein Tauchanbieter hat eine Spezialerlaubnis um hier zu tauchen. Auch Fischen ist hier verboten, dass gefällt der Unterwasserwelt und wir erleben einen Tauchgang voller Leben.

Wir sind bereit. Jetzt kann es losgehen. Wir steigen die Treppe runter und springen von der Tauchplattform ins kalte Wasser. Wir sind schon riesig gespannt auf die Unterwasserwelt

Das Metallgestänge ist ein idealer Lebensraum für Fische, denn hier können sie sich vor Feinden verstecken. Gut für uns, denn so haben wir richtig viele Fische zum beobachten.Wir geniessen diesen Tauchgang sehr. Obwohl wir nach 50 Minuten unter Wasser ziemlich schlottern, haben wir sehr viel gesehen und können einen Tauchgang am Navy Pier wärmstens empfehlen. Wir haben Ammenhaie, Fledermausfische, unzählige Nacktschnecken, einen riesigen Makrelenschwarm, riesige Barsche, einen Tintenfisch, einen Drachenkopf, einen Krokodilfisch und Flötenfische gesehen. Schön war's! Leider hatten wir keine Unterwasserkamera dabei, so können wir euch leider keine Unterwasserbilder liefern.

Am Abend sind wir bei unseren Camping-Nachbarn zum Abendessen eingeladen. Die beiden Australier Elfriede und Ray bekochen uns mit Würsten und Kartoffelsalat. Klingt jetzt nicht sehr australisch. Ist es auch nicht, denn Elfriede's Mutter war Deutsche und ihr Vater ist Pole. So kommt es, dass Elfriede öfters Deutsche Küche auftischt. So geniessen wir zur Abwechslung ein richtig währschaftes, deutsches Abendessen.

Bevor wir uns endgültig auf die Weiterreise machen, besichtigen wir am 26. August den Charles Knife Canyon. Wir geniessen die Aussicht aus der Höhe und sehen in der Ferne das Meer.

Unser nächstes Ziel ist Carnarvon. Auf dem Highway begegnen wir einer Tannzapfen Echse. Dieser kleine Kerl scheint vor Autos keine Angst zu haben. Marcel versucht ihn von der Strasse in die Wiese zu locken. Statt ihm zu folgen, faucht er die vorbeifahrenden Autos und Lastwagen an.

Endlich ist es Marcel gelungen ihn auf die Wiese zu locken. Hier ist er im Moment in Sicherheit. Es scheint, als ob er Fotoapparate nicht sehr mag. Er faucht und zeigt uns seine blaue Zunge. Wir lassen ihn in Ruhe und hoffen, dass er diesmal den Weg zurück aufs Feld einschlagen wird.

In Australien sieht ein Umzug etwas anders aus als bei uns in der Schweiz. Hier wird nicht ein neues Haus gebaut oder in ein bestehendes Haus gewechselt. Nein, man nimmt sein Haus einfach mit ins nächste Dorf. Ein Lastwagen wird bestellt und das Haus wird meistens in zwei Teilen transportiert. Wir gehen lieber ein bisschen auf die Seite. Nicht dass die Haustüre noch an unserm Auto hängen bleibt.

Gegen Mittag erreichen wir Carnarvon und erledigen hier gleich unseren Grosseinkauf. Danach machen wir einen Abstecher zum Hamelin Pool. Wir reservieren uns einen Platz auf dem Campingplatz und gehen zum Strand auf Entdeckungstour. Wir finden eine Muschelmine. Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, was das denn sein soll. Der Strand ist komplett aus Muscheln. Auf dem Bild ist die Mine zu sehen, wo Muschelblöcke herausgeschnitten wurden. Die kleinen Muscheln sind sehr kompakt zusammen gepresst und zusammen mit Wasser, werden die einzelnen Muscheln wie zusammen geleimt. Das Ganze ergibt eine derart kompakte Sache, dass mit diesen Muschelblöcken Hausmauern gebaut werden können.

Aus der Nähe sieht das ganze so aus.

Mit den Muschelblöcken und etwas Pflaster entsteht eine richtige Wand. In Denham, der westlichsten Stadt Australiens, steht eine Kirche die aus solchen Muschelblöcken gebaut wurde.

Diese braunen, steinähnlichen Gebilde bestehen aus Mikroben und gelten als die ältesten Lebewesen. Diese Stromatoliten Kolonie ist am besten bei Ebbe zu erkennen. Bei Flut sind sie unter Wasser.

Abends wird es kühl und es fängt an zu regnen. So verziehen wir uns in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Wir staunen über die witzige Küche. Der Gasherd sieht zwar alt aus, funktioniert jedoch einwandfrei.

Nach einer windigen und regnerischen Nacht verziehen wir uns fürs Frühstück wieder in die alte Küche. Nach einem heissen Kaffee sind wir bereit für die Weiterfahrt. Die Umgebung verändert sich schlagartig. Plötzlich sind nur noch blühende Blumenwiesen zu sehen.

Diese Wiese leuchtet trotz wolkenverhangenem Himmel in kräftigem gelb. Im Moment erinnert uns die Umgebung eher an die Schweiz als Australien. Da hier in Westaustralien Frühling ist, blühen die Wiesen und Bäume in voller Pracht.

Nach rund zwei Stunden Fahrt erreichen wir den Kalbarri Nationalpark. Die Strassen sind aus gelben Sand. Erstaunlich, dass hier soviel Busch wächst.

Nach der Besichtigung des Hawks Head und Ross Graham Lookouts fahren wir zum Z-Bend, einer weiteren Schlucht. Das Highlight des Kalbarri Nationalparks ist für uns jedoch das Natures Window. Hier hat Wind und Wasser ein natürliches Fenster in den Sandsteinfelsen geschaffen.

Das Natures Window ist ein ideales Fotomotiv. Cheese :-)

Es ist bereits wieder später Nachmittag, so verlassen wir den Nationalpark und fahren zurück auf einen Gratis Campingplatz. Leider verschlechtert sich das Wetter und wir müssen uns ins Auto verkriechen. Wir sind froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Denn draussen weht ein kräftiger Wind und es regnet in Strömen. Am nächsten Morgen werden wir bereits wieder mit blauem Himmel belohnt.

Nein, auch das ist keine Schweizer Wiese. Wir sind hier noch immer im Westen Australiens unterwegs. Je weiter südlich wir reisen, desto grüner wird die Umgebung. Ist auch wieder schön, nach soviel Wüste grüne Wiesen zu sehen. Leider ist jedoch für uns das typische Australien somit verschwunden.

In Northhampton machen wir eine kurze Pause und sehen uns die St. Mary's Church an. Die letzten paar Wochen haben wir meist nur Wellblechbauten gesehen. Langsam kommen wir wieder in Gegenden, wo ältere Steingebäude vorkommen.

In Geralton fahren wir zur HMAS Sydney Gedenkstätte. Die gesamte 645 Mann starke Besatzung der HMAS Sydney verlor im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Ein Verlust, der eine der grössten Katastrophen in der australischen Marinegeschichte darstellt. Eine private Stiftung hat vor wenigen Jahren die Suche nach der HMAS Sydeny wieder aufgenommen und am 16. März 2008 wurde das Wrack auf 2'480 Meter Tiefe im Indischen Ozean gefunden gefunden.

Die Cathedral of St. Francis Xavier in Geralton erinnert sehr an die Missionen von Kalifornien. Diese Kathedrale wurde 1914 vom Architekten Monsignor Hawes entworfen und mit dem Bau wurde zwei Jahre später begonnen. Die Fertigstellung der Kathedrale hat 22 Jahre gedauert. Demzufolge war sie im Jahre 1938 fertig.

Im Innern staunen wir über die farbenfrohen Wände und Torbögen. Der Stil dieser Kirche erinnert uns an griechisch, spanisch oder italienisch. Wir finden heraus, dass es sich um eine römisch-katholische Kirche handelt.

Bevor wir uns auf die Weiterfahrt machen, schauen wir noch bei diesem Leuchtturm vorbei, der uns bereits von Weitem auffällt. Dieser Leuchtturm erinnert uns eher an einen an der Nordsee.

Am 30. August erreichen wir die Ortschaft Cervantes. Wir schaffen es gerade noch kurz vor Sonnenuntergang die Pinnacles zu besichtigen. Leider versteckt sich die Sonne, in dem Moment wo wir fotografieren wollen, hinter den Wolken am Horizont. Es reicht gerade noch für ein Foto, wo die Spitzen der Pinnacles im abendlichen Licht stehen.

Die Sonne hat sich nun verabschiedet und der Himmel verfärbt sich pink und orange.

Wir versuchen unser Glück am nächsten Morgen wieder. Leider ist der Himmel wolkenverhangen, aber die Sonne lässt sich sicherlich später noch blicken. Die letzten paar Tage wurden die Wolken während des Tages von der Sonne vertrieben. Hoffentlich ist das auch heute so.

Jetzt sind die Wolken beinahe verschwunden. Mit der Sonne erscheinen die Pinnacles wieder in ganz anderem Licht. Der Sand ist gelb und leuchtet richtig intensiv.

Auch diese zwei Galahs geniessen die Sonne.

Am 30. August kommen wir nach einer schönen Fahrt der Küste entlang in Fremantle an. Nachdem wir uns einen Campingplatz gesichert haben, fahren wir in die Stadt und gönnen uns eine Pizza. Wir sind in einem typischen italienischen Restaurant gelandet. Es ist laut, ein reger Betrieb und es gibt leckerste Holzofenpizza. So wagen wir es, zum Abschluss einen Espresso zu bestellen. Wir haben Glück. Der Espresso kommt in einer kleinen dickwandigen Tasse und ist stark. So guet! Mehr über Fremantle und Perth, der Hauptstadt von Westaustralien, erfahrt ihr im nächsten Reisebericht.

Vielen Dank für deinen Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen unsere Bilder und Erzählungen haben dir gefallen.

Unter Der Südwesten während der Wildblumenblütenzeit findest du den nächsten Reisebericht.

Bis zum nächsten mal.

Reni und Marcel

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