Australien 2009 – Reisebericht 9

Bannerbild

Auf dem Savannah Way durchs Outback nach Normanton und Darwin

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen neuen Beitrag mit detaillierte Informationen für deinen Roadtrip entlang des Savannah Way quer durch Australien.

Nach dem "bezwingen" des Cape York's verabschieden wir uns vom Osten Australiens und fahren am 31. Mai los Richtung Westen. Wie immer wählen wir natürlich nicht den einfachsten und bequemsten Weg über den Highway sondern versuchen ein bisschen abseits zu fahren. So fahren wir über den Savannah Way durch die Region Gulf Savannah, wo wir die Grenze zum Northern Territory passieren werden, nach Darwin.
Teile dieser Route sind gut ausgebaute Teerstrassen, andere Teile sind sehr abgelegene, schmale Schotterpisten.

Das Strassennetz Australiens ist durch die Grösse des Landes riesig. Die Bevölkerungsdichte dagegen aber in vielen Gebieten sehr niedrig. So ist ein grosser Teil der Strassen eben nur gewalzte Schotterpiste. Diese Pisten müssen ständig unterhalten und gepflegt werden. Wenn wir Glück haben und ein solches neu präpariertes Strassenstück erwischen, ist das ein bisschen als ob man im Winter auf einer frisch präparierten Skipiste fahren würde. Denn nach ein paar Tagen kehren bereits die ersten Unebenheiten zurück und nach ein paar Wochen verwandelt sich die Schotterpiste wieder in eine Wellblechpiste die Fahrzeug und Fahrer durchschütteln.

Vom Cape York fahren wir über Mareeba und Kuranda durchs Atherton Tableland. Hier sind wir nach den Abenteuern in der Wildnis wieder halbwegs zurück in der Zivilisation. Zuerst müssen wir uns nun wieder mit Lebensmitteln eindecken und sind froh, auch wieder Emails schreiben zu können.

Am 2. Juni schauen wir uns auf der Weiterfahrt bei Yungaburra den 500 Jahre alten Curtain Figtree (Ficusbaum) an. Dies ist eine sehr eindrucksvolle Kreation der Natur. Der Ficusbaum hat als Schmarotzer auf einem Baum begonnen zu wachsen. Um Nahrung zu erhalten, musste der Ficusbaum bis zu 15 Meter lange Wurzeln bis zur Erde wachsen lassen. Der erste Gastbaum ist gegen einen anderen gekippt und der Ficusbaum hat auch diesen umschlingt. Entstanden ist ein riesiger Teppich von Wurzeln, die den Ficusbaum mit Nahrung versorgen.

Auf den windigen Hügeln der Windy Hills in der Nähe von Ravenshoe bestaunen wir beim vorbeifahren die Windfarm mit unzähligen riesigen Windrädern.

Am Nachmittag erreichen wir unser nächstes Ziel, den Undara Volcanic Nationalpark.Auf dem Campground, der mitten im Nationalpark gelegen ist, gibt es einige gut ausgeschilderte Wanderwege. Da wir noch genügend Zeit haben, machen wir uns auf die Socken und wandern dem Bluff Walk entlang. Wir klettern über Stock und Stein und plötzlich raschelt es im hohen Gras neben uns. Wir treffen auf ein kleines Wallaby, das gerade eine Frucht von einem Baum am fressen ist. Das Wallaby scheint keine Angst vor uns zu haben und so können wir zuschauen, wie es mit den Vorderpfoten die Früchte hält und dann daran knabbert.

Die unterirdischen Lavatunnels sind ein riesiges Touristenmagnet und ziehen seit der Eröffnung im Jahre 1990 eine Unmenge von Touristen an. Viele Australier haben uns immer wieder ans Herz gelegt, diese Naturwunder anzuschauen. Die Tunnels sind nur mit einer Tour zu besichtigen und so bleibt uns nichts anderes übrig als auch eine solche Tour zu buchen.
Am nächsten Morgen nehmen wir also gespannt an einer Tour teil um die Undara Lava Tubes zu besichtigen.

Mit einem Bus werden wir zum Eingang dieser riesigen unterirdischen Tunnels gefahren. Vom Parkplatz geht es nur wenige Schritte und schon können wir eine kleine Schlucht sehen. Dies ist ein Teil des Tunnels der eingestürzt ist. Über eine Treppe gelangen wir in das unterirdische Tunnelsystem.

Die Undara Lava Tubes sind eines der längsten Netzwerke von Lava Tubes auf der Welt. Lava Tubes gibt es auch in anderen vulkanischen Gegenden wie Südamerika, Hawaii und Taiwan.
Vor rund 190'000 Jahren hat der Vulkan Undara während einer heftigen Eruption eine riesige Menge Lava ausgespuckt und so eine Fläche von 1'550 Quadratkilometern bedeckt. Der Lavastrom ist bis zu 160 Kilometer weit durch Fluss- und Bachbette geflossen. Als die Kraft der Eruption nachliess, hat sich der Lavastrom langsam abgekühlt und ist an der Oberfläche erstarrt. Die unterirdischen Lavaströme sind ausgeflossen und haben leere Basalt Lava Tunnels hinterlassen. Über die Jahre sind Teile der Tunneldecke eingestürzt. Diese Bereiche bieten nun Zugang zu den unterirdischen Tunnels.

Die eingefallenen Tunneldecken bilden eine kleine Schlucht die sehr fruchtbar ist und so Lebensraum für viele Pflanzen bietet. Von unten können wir durch einen eingestürzten Bereich das Tageslicht sehen.

Nach ein paar Schritten erreichen wir eine Kreuzung von zwei unterirdischen Lava Tunnels. Der abzweigende Tunnel ist seit der letzten Regenzeit mit Wasser gefüllt. In knietiefem, kühlen Wasser waten wir tiefer in den Tunnel. Ein bisschen unheimlich ist es schon, denn nur unser Guide hat eine Lampe.

Diese zwei Black Cockatoos haben wir auf der Weiterfahrt von Undara Volcanic Nationalpark auf einem Baum entdeckt.

Auf der Fahrt sehen wir noch mehr Vögel. Hier eine ganze Gruppe der riesigen Emus, die wir hier in Australien immer wieder antreffen. Vor allem hier im hohen Gras der Savanne scheinen sich diese flugunfähigen Vögel sehr wohl zu fühlen.

Dies ist ein Fluss. Das ist zur Zeit allerdings nicht sehr gut ersichtlich. Eine lange Brücke führt über ein kleines, schmales Rinnsal von Wasser. In der Regenzeit führt dieser Fluss aber bestimmt riesige Wassermassen. Da wir in der Trockenzeit unterwegs sind, ist nur ein breites mit Sand gefülltes Flussbett zu sehen. Wie sieht es hier wohl während der Regenzeit aus?

Am 3. Juni erreichen wir Croydon. Croydon ist ein kleiner Ort, der zu Goldgräberzeiten entstanden ist. Im Januar 1886 wurde das Gebiet um Croydon offiziell zum Goldfeld ernannt. Zwei Jahre später, im August 1888, waren offiziell mehr als 6'500 Leute auf den Goldfeldern am Werk und Croydon hatte 36 Hotels. Aus dieser Zeit sind ein paar Ruinen, rund 300 Leute, ein paar wenige Geschäfte und ein einziges Hotel übrig geblieben. Der Shop hier im Ort ist sehenswert. Wir fühlen uns um viele Jahre zurückversetzt. Ein richtiger Tante Emma Laden, in dem man von Lebensmitteln bis zur Schraube alles kaufen kann - und das seit 1894.

Vor dem Club Hotel aus dem Jahre 1887 geniessen wir an der Abendsonne ein kühles Bier. Nach den Fahrten auf den staubigen Schotterpsiten ist der erste Schluck kühles Bier immer etwas ganz besonderes. So wird der ganze Staub die Kehle hinunter gewaschen.

Zur Zeit entsteht in Croydon gerade ein neuer Park, der an die Goldgräberzeit erinnern soll. Es stehen schon viele alte Gegenstände und Maschinen aus der Zeit des Goldrausches im Park und warten auf die ersten Besucher. Hier im Vordergrund eine alte, mobile Dampfmaschine.
Unser Campground liegt übrigens auf dem Gelände der Lady Mary Goldmine in der bis ins Jahr 1913 Gold abgebaut wurde.

Dieser arme Kerl liegt schon lange in der Zelle und wurde wohl vergessen. Als ich an die Zelle trete ertönt automatisch eine Stimme aus einem Lautsprecher und ich erschrecke ganz schön.

Auf den Stromleitungen sitzen die Galahs und versammeln sich zum abendlichen Konzert.

Auf der Weiterfahrt von Croydon nach Normanton treffen wir am 4. Juni auf den Gulflander (RM93). Dies ist eine ganz eigenartige Zugskomposition, die heute noch auf der 152 Kilometer langen Strecke zwischen Croydon und Normanton verkehrt.

In Normanton stimmt unser Reisetiming wieder einmal perfekt. Am Wochenende ist Rodeo angesagt. Dies bedeutet Volksfest für den 2'500 Seelen Ort. Bereits am Freitagabend findet eine Parade zum Start des Rodeos statt. Jeder Verein und Club des Ortes trägt zur Parade bei.

Auch die lokale Polizei darf natürlich nicht fehlen und für einmal wird sogar das Polizeiauto geschmückt. Im Hintergrund ist das Purple Pub zu sehen.

Die lokale Aborigine Community trägt mit einem Wagen voller farbenfroh bemalter Kinder bei.

Am nächsten Tag finden die ersten Aktivitäten auf dem Rodeogelände statt. Wir sind recht früh auf dem Platz und es sind noch nicht viele Leute hier. Wir geniessen die Atmosphäre und versuchen ein bisschen wie die einheimischen auszusehen. Es gibt hier eine Art Uniform. Alle tragen Blue Jeans mit einem Ledergürtel, ein Langarmhemd, ein Filzhut und Lederstiefel. Bis auf die Lederstiefel und den Ledergurt können wir recht gut mithalten. Leider haben wir natürlich auch kein Pferd dabei und so bleibt uns nichts anderes übrig ein bisschen hoch zu schauen.

Die erste Aktivität auf dem Platz ist das Rindertreiben. Hier muss ein Reiter ein Rind aus dem Gatter um zwei Hindernisse und durch ein Tor hindurch treiben. Dies ist gar nicht so einfach und nur wenige schaffen den Parcours in der richtigen Reihenfolge zu bewältigen. Ein bisschen ist es auch Glückssache, denn einige er Rinder sind einfach extrem störrisch und machen was sie gerade wollen.

Dieser Cowboy ist in der Abenddämmerung am trainieren für das Einfangen eines Rindes mit dem Lasso.

Auch die ganz kleinen Zuschauer haben die richtige Kleidung. Gespannt schauen diese Kinder zu und freuen sich bereits darauf endlich auch alt genug für eine Teilnahme zu sein.

Je später am Tag, desto spannender werden die Aktivitäten. Das Bullenreiten findet erst nach dem Eindunkeln statt. Nun sind die Tribünen bis zum letzten Platz belegt und die Spannung steigt. Dies ist sozusagen die Königsdisziplin des Rodeos und hier sind auch die Preisgelder am höchsten. Natürlich ist aber auch das Verletzungsrisiko sehr hoch und das unterstützt natürlich den Nervenkitzel. Wenn das Tor des Gatters aufgemacht wird, stürmen die Bullen wild los und versuchen den Reiter abzuwerfen. Das Ganze geht unwahrscheinlich schnell und es war uns einfach nicht möglich ein scharfes Bild dieses Höllenrittes aufzunehmen.

Nach dem Rodeo sind wir noch ein Stück weitergefahren und haben dann neben einem Fluss übernachtet. Am nächsten Morgen ist es windstill und der Fluss ist spiegelglatt.

Auf der Weiterfahrt treffen wir immer wieder auf Billabongs (Wasserlöcher). Um diese Wasserlöcher sehen wir immer sehr viele Tiere. Hier scheinen sich die Cockatoos sehr wohl zu fühlen. Ein riesiger Schwarm dieser krächzenden Tiere hat sich hier niedergelassen und die Bäume rund um das Billabong sind schon kahl gefressen.

Von anderen Lebewesen sehen wir nicht so viel. Dieses Feld hier wird von Termiten bewohnt. Die kleinen Lebewesen haben sich riesige Paläste gebaut in welchen sie wohnen und Schutz finden.

Auf dem Weg treffen wir auf diesen Fluss. Im Flussbett sind riesige Sanddünen und das Ganze schaut aus wie der Sandhaufen eines Riesen. Die Messlatte in der Mitte zeigt eine Wassertiefe von 30 Zentimetern an, was für die Durchfahrt überhaupt kein Problem darstellt.
Später erfahren wir im Roadhouse, dass der Fluss dieses Jahr in der Regenzeit über 10 Meter Wassertiefe hatte und ein passieren völlig unmöglich war. So ist uns auch klar wieso so viel Sand im Flussbett liegt.

Das Landschaftsbild wird hier vom trockenen Gras der Savanne geprägt. Trotzdem verändert sich die Landschaft ständig und es ist abwechslungsreich aus dem Fester zu schauen.

Die Trockenheit dieser Region fordert natürlich auch Opfer. Zur Zeit stehen wir ja erst am Anfang der Trockenzeit und wir fragen uns, wie es hier wohl gegen Ende der Trockenzeit aussehen mag. Auch die Regenzeit würde uns interessieren. Dann muss bestimmt alles Grün sein.

Die Brahma Rinder sind sich an das Klima, die Wärme und Trockenheit, gewöhnt.Rinder aus der Schweiz würden wohl das Klima nicht lange überstehen.

Dieser grimmige Kerl hier, ein Keilschwanzadler, beobachtet die Umgebung und wartet auf seine nächste Beute.

Wenn auf den staubigen Schotterpisten ein Roadtrain entgegen kommt, sehen wir das schon von weitem. Oft funkeln die Scheiben der riesigen Zugmaschinen im Sonnenlicht und eine riesige Staubwolke entsteht. Wenn der Roadtrain dann näher kommt fährt man am besten von der Strasse und wartet bis sich der Staub ein bisschen gelegt hat. Rücksicht nehmen die Truckerfahrer hier nicht, langsamer werden sie auch nicht und bremsen können sie, mit ihren teilweise über 50 Meter Länge und bis zu vier Hängern, schon gar nicht.

So sieht es aus, wenn gerade ein Roadtrain an uns vorbei gefahren ist. Ein Weiterfahren durch diese Staubwolke ist fast unmöglich oder ganz bestimmt lebensgefährlich.

Lebensgefährlich ist diese Schlange ausnahmsweise nicht. Es ist eine Python und diese sind im Gegensatz zu anderen Artgenossen hier in Australien nicht giftig. Dafür macht die 2 Meter lange Schlange durch die Grösse ganz schön Eindruck. Dieses neugierige Exemplar ist bei einer Campmöglichkeit an einem Fluss mitten durch das Wohnzimmer unserer Nachbarn unter deren Tisch hindurchgeschlängelt.

Am Morgen des 7. Juni fahren wir früh los und geniessen die unglaublichen Farben der Morgensonne über der unendlich scheinenden Weite des Outbacks.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen neuen Beitrag mit detaillierte Informationen zum Boodjamulla / Lawn Hill Nationalpark in Australien.

Am Mittag erreichen wir nach langen Fahrtagen den Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark. Der Boodjamulla Nationalpark ist nicht so bekannt und darum auch nicht ganz so touristisch wie andere Nationalpärke. Der Park wird von einer Schlucht und steilen Klippen von Sandsteinhügeln dominiert. Dise Landschaft ist optimal für Wanderungen und Kanufahrten auf dem Fluss.
Nach einem stärkenden Mittagessen machen wir uns gleich auf den Weg, um die Schlucht zu Fuss zu erkunden. Auf dem 7 Kilometer langen Schluchtenweg wandern wir zuerst durch Wald und Buschland, um dann auf dem Rückweg am Bach entlang zurückzukehren. Während der Wanderung werden wir mit herrlichen Ausblicken über die Schlucht mit dem Bach belohnt.

Während der Regenzeit wird der kleine Bach zum tosenden Fluss, der sehr viel Schwemmholz mitreisst. Um über den Bach zu kommen gibt es nur die Möglichkeit balancierend über die mitgeschwemmten Baumstämme zu gehen. Die Brücke wurde nämlich in der letzten Regenzeit weggeschwemmt.

Am späten Nachmittag sind wir zurück und da wir noch nicht genug haben und noch voller Energie sind, machen wir uns gleich auf den nächsten Wanderweg. Auf dem Island Stack Weg müssen wir zuerst rund 200 Meter Höhe überwinden und können dann auf dem flachen Plateau die Aussicht über die Schlucht bestaunen.

Am nächsten Morgen stehen wir recht früh auf und stärken uns mit einem feinen Frühstück. Dann gehen wir zur Kanuvermietung, mieten uns ein Zweierkanu und paddeln los. Der Morgen ist noch frisch und wir geniessen die Stille in der Schlucht. Nur die Vögel sind schon wach und wir können dem Gezwitscher lauschen.

Je weiter wir den Bach hinaufpaddeln, desto enger wird die Schlucht. Steile Felswände ragen auf beiden Seiten von uns in die Höhe und wir kommen uns ganz klein vor in unserem Kanu.

Reni geniesst die Aussicht und ich muss fürs vorwärts kommen sorgen und paddeln wie wild.

Nach einer Weile erreichen wir den Wasserfall, der den oberen und unteren Teil der Schlucht voneinander teilt. Hier kommen wir mit allem paddeln der Welt nicht hoch. Wir müssen anlegen und unser Kanu über eine Rampe um die Wasserfälle herum hochziehen.

Der obere Teil der Schlucht ist kürzer als der untere Teil. So erreichen wir rasch das Ende der Schlucht. Wir geniessen die Ruhe auf dem Wasser und die Sonne, die nach dem kühlen Morgen nun immer wärmer wird.

Auf dem Rückweg treffen wir auf diese Wasserschildkröte, die auch die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages geniesst. Sie ist auf einen im Wasser hängenden Baum geklettert und schaut uns neugierig an.

Der Ausflug mit dem Kanu hat uns sehr gut gefallen und auch die Wanderungen im Nationalpark waren sehr schön. So sind wir am nächsten Morgen, dem 9. Juni, wieder bereit für einen langen Tag im Auto. Auf dem Savannah Way fahren wir weiter über einen sehr abgelegenen Streckenabschnitt. Die Strasse ist hier teilweise recht steinig und wir kommen nur langsam voran. Ausserdem führt uns die Strasse mitten durch Weideland und immer wieder müssen wir durch Gatter in den Zäunen fahren. Der Beifahrer muss dabei natürlich immer aussteigen, das Gatter öffnen und nach dem Durchfahren wieder schliessen.
Immer wieder treffen wir unterwegs auf Fahrzeugwracks. Hier handelt es sich um einen richtig alten Laster, der wohl schon sehr lange hier steht. Sämtliche Wiederbelebungsversuche sind gescheitert und so fahren wir eben mit unserem Troopy weiter.

Mitten im Nirgendwo treffen wir dann auf eine Tafel und überqueren die Staatsgrenze. Nun sind wir also nicht mehr in Queensland sondern im Northern Territory.

Auf den ersten Blick scheint sich nicht viel zu ändern. Allerdings haben wir in Queensland nie ein Telefon an einem Baum gesehen. Hoffentlich gibt es im Northern Territory auch funktionsfähige Telefone.

An einem Rastplatz sehen wir diesen süssen kleinen Vogel sitzen. Er wartet, bis wir ein bisschen Wasser aus dem Wassertank lassen und erfrischt sich dann mit dem kühlen Nass.

In diesem Nest lebt ein Graulaubenvogel. Zur Zeit scheint aber die ganze Familie ausgeflogen zu sein. Der Vorplatz des Nestes legt das Männchen mit Steinen und anderen weissen Gegenständen aus.

Nach der staubigen, und einsamen Schotterpiste des Savannah Way erreichen wir am 10. Juni den Stuart Highway. Im 25 Seelen Ort Daly Waters gibt es das gleichnamige Pub, das auch einen Campground betreibt. Hier schlagen wir unsere Zelte auf und geniessen zuerst ein kühles Bier. Das Pub besitzt eine Alkohollizenz aus dem Jahre 1893 und gilt als ältestes Pub des Northern Territory. Es steckt voller Geschichten und die Wände und Decken sind beschrieben und behängt mit allerlei Andenken an all die Gäste, die hier eingekehrt sind. Wir finden auch eine ganze Anzahl Schweizer Banknoten an den Wänden.

Eine Wand des Biergartens ist mit Nummernschildern behängt. Erstaunt sind wir über die vielen deutschen Nummernschilder.

Jeden Abend findet im Biergarten Unterhaltung statt. Sozusagen zum Inventar des Pubs gehört dieser Musiker, der mit seinen beiden Chucks (Hühnern) und seiner Gitarre die Menschenmenge unterhält. Ab und zu werden dann die internationalen Gäste auf die Bühne eingeladen um mit einem kleinen Beitrag aus der fernen Kultur beizutragen. Als Schweizer wurde natürlich von uns erwartet, dass wir Jodeln. Es hat sich dann herausgestellt, dass wir wohl nicht so talentiert sind, aber die Gäste hatten an der Jodeleinlage trotzdem Freude.

Auf der Weiterfahrt kommen wir einmal mehr an einem "kontrollierten" Abbrand des Waldes vorüber. Für uns eine Sache die wir nicht verstehen können. Für die Australier so etwas wie ein Hobby oder Leidenschaft, ohne die die Natur nicht überleben kann, wie sie behaupten. Das Einzige, dass an diesen Feuern oft kontrolliert ist, ist das Brand legen. Sobald der Brand gelegt ist, ist es nämlich bei weitem nicht mehr kontrolliert. Dieses Mal haben wir nicht nur tote Tiere am Strassenrand gesehen sondern auch ausgebrannte LKW Anhänger. In der Zeitung lesen wir später, dass der LKW mit einer Ladung Strohballen unterwegs war und das "kontrollierte" Feuer auf die Ladung übergegriffen hat. Der LKW Fahrer konnte gerade noch rechtzeitig die Anhänger abkuppeln und sich und den LKW retten.

Am 12. Juni erreichen wir nach der Reise durch sehr abgelegene Gegenden die Stadt Darwin. Auf dem Savannah Way haben die Schotterstrassen unseren ohnehin schon sehr abgefahrenen und schlechten Reifen weiter zugesetzt. Ein Reifen wurde regelrecht aufgerissen und hat dann an zwei Stellen geleckt. Wir wussten von Beginn weg, dass wir früher oder später die Reifen wechseln müssen und nun ist es eben so weit. Nach langem hin und her und stundenlangen Diskussionen haben wir uns dann doch gegen die hübschen, riesigen Breitreifen (siehe unten) entschieden und wieder ganz normale Bereifung für unseren Troopy gekauft. Nun sind wir für die weiteren Abenteuer noch besser gerüstet und müssen uns weniger Sorgen um unsere Bodenhaftung machen. Zusätzlich zu unserem Reserverad haben wir auch noch einen weiteren alten Reifen ohne Felge behalten und diesen an unsere Bullbar gebunden. So haben wir nochmals eine weitere Sicherheit. Ausserdem sieht der zusätzliche Reifen an unserem Bullbar natürlich sehr abenteuermässig aus. Auf den zukünftigen Bildern von unserem Troopy könnt ihr dies dann sehen.

Nicht nur unser Fahrzeug benötigt Unterhalt. Auch ich entscheide mich für ein bisschen Körperpflege. Nach über zwei Jahren Reisen und langen Haaren habe ich mich entschieden, die langen Haare wieder abzuschneiden und auf einen bequemeren Kurzhaarschnitt zu wechseln. Mitten in Darwin finde ich einen kleinen Barber-Shop. Gerry, der Besitzer, ist Grieche und da es 20 Minuten vor Ladenschluss ist verdreht er am Anfang die Augen, als ich mit meinen langen Haaren den Laden betrete und für einen Haarschnitt frage. Zu Beginn versteht er mich falsch und denkt ich möchte nur ganz wenig meiner langen Haaren schneiden. Als er dann versteht, dass ich nur ein kleines bisschen meiner Haare behalten möchte ist alles kein Problem mehr und nach 15 Minuten sind die Haare weg und Gerry kann seinen Laden rechtzeitig schliessen.

Der 14. Juni ist ein Sonntag und wie immer am Sonntag findet in Darwin am Mindil Beach ein Markt statt. Auf dem Markt gibt es allerlei zu kaufen und vor allem sehr viel verschiedenes zu Essen. Es gibt von Thai über Chinesisch zu Italienisch und Holländisch eine sehr breite internationale Auswahl an kleinen, verlockenden Köstlichkeiten.

Während des Sonnenunterganges wird es um die Marktstände etwas ruhiger und die meisten Leute suchen sich einen Platz am Strand um den superschönen Sonnenuntergang mitzuverfolgen.

Der Sonnenuntergang ist hier wirklich atemberaubend, wie diese Aufnahme hier belegt.

Die letzten beiden Tage haben wir mit unseren Freunden Steph und Sandy aus Moree genossen. Die beiden haben zwei Wochen Urlaub und sind nach Darwin geflogen um hier mit einem Mietauto die Nationalpärke zu erkunden. Das Timing hat super gepasst und wir konnten zwei schöne Tage zusammen verbringen. Am 15. Juni trennen sich unsere Wege wieder und wir verabschieden uns von den beiden.

Wir verabschieden uns auch von euch und wünschen dir eine gute Zeit bis zum nächsten Reisebericht.

Bis zum nächsten Mal.

Unter Von Darwin zum Kakadu und Litchfield Nationalpark findest du den nächsten Reisebericht.

Viele Grüsse vom Roten Kontinenten,
Marcel und Reni

Teilen macht Spass... Facebook Twitter Google Pinterest StumbleUpon Email