Australien 2009 – Reisebericht 8

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Auf dem legendären Old Telegraph Track zum Cape York

In diesem Reisebericht kannst du unseren Trip bis an den den nördlichsten Punkt von Australien mitverfolgen.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen neuen Beitrag mit detaillierte Informationen für deinen Roadtrip entlang des Old Telegraph Tracks zum Cape York.

Nachdem wir uns von Port Douglas verabschiedet haben, geht die Reise am 17. Mai weiter zum Daintree Nationalpark. Um in den Nationalpark zu gelangen, müssen wir zuerst den Daintree River überqueren. Eine Brücke gibt es keine, aber eine Fähre. Im Daintree Fluss hat es Krokodile, so schauen wir während der Überfahrt gespannt auf das Wasser und beobachten das Ufer. Die Fahrt ist kurz und so sehen wir leider keines dieser gefürchteten Tiere. Am andern Ufer angekommen, fahren wir ein Stück und wir befinden uns bereits in dichtem Regenwald. Wir freuen uns auf Bewegung und parkieren bei nächster Gelegenheit unser Auto. Gleich neben dem Parkplatz führt ein Weg zum Jindaba Walk, der durch üppigen Regenwald führt. Auf dem Spaziergang begegnen wir diesem Drachen. Zum Glück sind andere Touristen am fotografieren, sonst hätten wir dieses Prachtexemplar glatt verpasst.

NEU: Auf unserem Reiseblog SwissNomads findest du einen neuen Beitrag mit detaillierte Informationen für deinen Roadtrip von Cairns nach Cooktown via Cape Tribulation im Daintree Nationalpark.

Wir sehen sogar einen Cassowary in freier Wildbahn. Genial! Diese Tiere in der Wildnis zu sehen ist nämlich nicht alltäglich

Da hat sich einer etwas einfallen lassen. Unten ein Cassowary Warnschild und oben ein neu kreiertes, ehemals Achtung Erhebung, Warnschild.

Die Fächerpalme kann bis zu zwei Meter Durchmesser haben und hat für die Tierwelt die Funktion eines Schirms. Bei starkem Regen finden Vögel Unterschlupf unter den Palmblättern.

Hier befinden wir uns am Cape Tribulation. James Cook gab diesem Ort diesen Namen, da er hier mit seinem Schiff auf ein Riff aufgelaufen ist und hier all seine Probleme begonnen haben.

Das Cape Tribulation ist bekannt für seinen Regenwald, der bis hin ans Meer wächst. In den Broschüren lesen wir überall den Slogan: "Where rainforest meets the sea". Mittlerweilen befinden wir uns im tropischen Queensland, wo Salzwasserkrokodile (sogenannte Salties) leben. Im Meer schwimmen sollte man hier aber nicht nur wegen der Salties nicht, sondern auch wegen der giftigen Quallen (Stinger und Blue Bubble Jellyfish) und den Haien. So geniessen wir einfach einen Spaziergang am menschenleeren Strand entlang.

Bei Ebbe stehen die Mangroven im Trockenen. Mit ihren Wurzeln saugen sie sich die Energie aus feuchtem Boden und erhalten so die nötige Energie zum Überleben.

Weiter geht unsere Fahrt über den Bloomfield Track, eine Strecke die nur für 4WD Fahrzeuge geeignet ist. Die Strecke variiert zwischen normaler Kiesstrasse und sehr anspruchsvollen, ausgewaschenen Passagen. Kurz vor dem Ende des Bloomfield Tracks besichtigen wir noch das legendäre Lions Den Hotel. Das wellblecherne Hotel und Pub aus dem Jahre 1870 ist übersät mit Sprüchen und Stickern aus der ganzen Welt.

Am 18. Mai erreichen wir bereits Cooktown. Cooktown befindet sich zwischen Mount Cook und des Endeavour River. Mit rund 2'000 Einwohnern ist Cooktown ein kleines, verschlafenes Dorf. Hier erkundigen wir uns über die Alkoholvorschriften, sodass wir für die Weiterreise ins Cape York vorbereitet sind. Auf Aboriginal Land ist es nur erlaubt eine kleine Menge oder teilweise gar keinen Alkohol mit zu führen. Da wir keine Regeln brechen wollen, erkundigen wir uns lieber vorher. Aber auch auf der Queensland Ranger Station wissen sie nicht hundertprozentig Bescheid. Es heisst, solange wir auf der Hauptstrecke bleiben sei das Mitführen von ein paar Bieren und einer Flasche Wein kein Problem. Sobald man jedoch in eine Aboriginal Community geht, gibt es Restriktionen. Um in diese Communities zu gehen, wird sowieso eine Bewilligung benötigt. So bleiben wir doch einfach auf dem Hauptpfad.

Der Grassy Hill Leuchtturm wurde in England gebaut und 1885 nach Cooktown verschifft. Bis 1927 wurde der Leuchtturm von einem Leuchtturmwärter betrieben und danach automatisiert.

Vom Aussichtspunkt Grassy Hill geniessen wir den Sonnenuntergang und die prächtige Aussicht auf den Endeavour River. 1770 hat Leutnant James Cook mit der HM Bark Endeavour angelegt, nachdem er am Cape Tribulation mit seinem Schiff auf ein Riff aufgelaufen war. Er blieb 48 Tage in Cooktown um es zu reparieren. Der Fluss wurde damals nach Leutnant James Cook Schiff Endeavour benannt.

Am Fischerhafen sehen wir über den Endeavour River den Beginn vom Cape York. Der Endeavour fliesst hier direkt ins Meer. Wer Fischen geht, sollte vorsichtig sein wegen den Krokodilen im Wasser.

Nach zwei entspannten Tagen in Cooktown beginnt nun unser Abenteuer ans Cape York. Am 20. Mai geht die abenteuerliche Fahrt an den nördlichsten Punkt von Australien los. Das Cape York ist eine der unberührtesten Gegenden und ist etwas für Abenteurer, heisst es. Ob das so ist werden wir bald erfahren.

Die Halbinsel Cape York umfasst eine Fläche von 137'000 km2 und ist somit grösser als England. Vor über 40'000 Jahren wurde die Halbinsel von Aborigines besiedelt und heute machen sie noch über 50 % der Bevölkerung aus. Das Cape York mit seiner wilden und dramatischen Landschaft ist trotz Goldgräbern und Viehtreibern unberührt geblieben.

Kurz nach Cooktown wechselt die Teerstrasse in eine Schotterstrasse. Wir fahren über die Battle Camp Road zum Old Laura Homestead. Die Strasse wurde nach einem blutigen Kampf benannt, der 1873 zwischen Aborigines und Goldgräbern statt gefunden hat. Bereits auf dieser Strecke gibt es schon einmal einen Vorgeschmack auf die abenteuerliche Strecke. Die erste Flussüberquerung. Diesmal noch harmlos mit festem Untergrund und nicht allzu tiefem Wasser. Trotzdem ist volle Konzentration angebracht.

Will man nicht stecken bleiben, ist bei diesen Strassenverhältnissen ein 4-Rad angetriebenes Fahrzeug unerlässlich.

Das Old Laura Homestead wurde während der Goldgräberzeiten gebaut und 1879 haben zwei irische Immigranten erstmals das Haus bewohnt. Als der Goldrausch rückläufig wurde, ist das Laura Homestead zu einer Rinderfarm umfunktioniert worden. Die Farm war zwar produktiv, aber das raue Klima und die Abgeschiedenheit machte den Betreibern das Leben schwer. Die Farm war während der Regenzeit über Monate isoliert und die Abgeschiedenheit hatte hohe Transportkosten zur Folge. Bereits 1897 wurde das Laura Homestead als sehr fruchtbares Gebiet, aber unproduktiv wegen seiner Abgeschiedenheit, deklariert. Letztmals bewohnt war das Blechhaus im Jahre 1966 und seither für Touristen zugänglich.

Die Ameisen sind am bauen oder verkriechen sich einfach in der Erde. Es gibt hier in Australien viele verschiedene Ameisen. Die einen sind hellgrün, die andern knallrot, aber vor allem sind sie riesengross im Vergleich zu Schweizer Ameisen.

Aber auch die Termiten arbeiten wie fleissige Bienen. Das Resultat lässt sich sehen. Es dauert zwar eine Weile, aber schlussendlich erreicht ihr Bau eine beachtliche Höhe.

Auf der Weiterfahrt gibt es ein ganzes Feld von den Schlössern. Wie hoch hier wohl die Einwohnerzahl ist?

Das Cape York ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Vom freien Feld sind wir plötzlich wieder im tropischen Regenwald. Die Sonnenstrahlen kommen durch das Dickicht hindurch. Zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit ergibt es ein schönes Lichtspiel.

Wir brauchen Diesel und werden im Dorf Coen fündig. In ländlichen Gegenden gibt es zwar keinen Supermarkt, dafür gibt es unter einem Dach praktisch alles was man zum Leben braucht. In diesem Haus ist die Post, Tankstelle und der Dorfladen untergebracht. Wir tanken heute aber nicht bei der Post, sondern finden eine kleine BP Tankstelle beim zweiten Dorfladen. Hier treffen wir auf die junge Schweizerin Regula, die vor neun Monaten nach Australien ausgewandert ist. Regula arbeitet im Dorfladen und geniesst das ländliche Leben.

Coen wurde 1873 gegründet und ist eine alte Minenstadt. Von 1890 an war die Mine während 26 Jahren sehr produktiv. Heute ist Coen ein verschlafenes Nest.

Der Tag ist noch jung und so fahren wir weiter bis zum Archer River Roadhouse. Dort schlagen wir unser Zelt auf und geniessen die Abendstimmung.

Am nächsten Morgen geniessen wir die Fahrt auf der frisch präparierten Schotterstrasse. So haben wir uns die abenteuerliche Fahrt jedoch nicht vorgestellt. Aber es kommt sicherlich noch anders. Geniessen wir also die neue Strasse, solange sie noch so frisch ist. In wenigen Wochen wir die Strasse bereits wieder wie Wellblech sein.

Wir sind nun in einem Gebiet, wo zwischen dem einen und dem nächsten Roadhouse auf einer Stecke von 300 km nichts ist ausser Strasse und Busch. Nach langer Holperfahrt auf Wellblechpisten gönnen wir uns beim Bramwell Junction Roadhouse eine Beef Pie und einen kühlen Drink. In abgelegenen Gebieten ist ein Roadhouse Tankstelle für Auto und Mensch, Campingplatz und Infocenter zugleich. Hier informieren wir uns darüber, wie die Strassenverhältnisse auf dem legendären "Old Telegraph Track" sind. Wir wissen ja bereits, dass wir auf der Strecke rund 14 Flüsse durchqueren müssen und es eine ziemlich raue Sache wird. Trotzdem ist es gut zu wissen, ob eine Strecke wie diese überhaupt passierbar ist nach der Regenzeit. Die Dame beim Roadhouse meint: "Schaut euch die erste Flussüberquerung an und entscheidet selbst. Schafft ihr diese, werdet ihr den Rest auch schaffen. Ein zurück gibt es nach dieser Durchfahrt aber nicht." Abenteurer Marcel ist Feuer und Flamme, Angsthase Reni ist ziemlich kritisch beim Anblick dieser Schlammpiste. Ich lasse mich überzeugen, denn wir haben ja genau das richtige Auto für eine solche Fahrt, drum los geht's. Marcel setzt sich ans Steuer, stellt 4WD mit tiefer Übersetzung ein und mit voller Konzentration lässt er das Auto langsam über die ausgefahrene Piste gleiten. Unten angekommen gibt es tatsächlich kein zurück mehr. Zügig durch den Schlamm bis zum eigentlichen Fluss. Die Durchquerung des kleinen Flusses ist schlussendlich kein Problem. Geschafft! Wir sind drüben.

Der Name "Old Telegraph Track" kommt von der alten Telegrafenlinie her, die einst von Laura bis nach Bamaga, ganz im Norden des Kaps, führte. Ein Teil der ehemaligen Strecke, die in den 1880' in den Busch geschlagen wurde, ist so belassen wie sie früher war und wird auch nicht in Stand gehalten. Die Strecke ab dem Bramwell Junction Roadhouse ist wahrlich kein Vergleich mit den Strassen zuvor. Ausgewaschen, holprig, sandig, schlammig oder einfach nur staubig - hier muss man auf alles gefasst sein. Auf der Strecke begegnen wir einer Gruppe Jugendlicher, die für einen guten Zweck einen normalen PW bis ans Cape York hoch fahren. Im Konvoi fahren sie hoch, sodass sie sich gegenseitig aus dem Schlam(m)assel helfen können.

Es war einmal eine Strasse. Heute führt der Weg rechts vorbei.

Nach diesen Strapazen gönnen wir uns ein Bierchen. Prost!

Wir sind alleine auf dem Campingplatz und grillieren auf unserem selbstgebauten Grill Würstli und Baked Potato.

Am nächsten Morgen folgt schon die nächste Flussdurchquerung. Zuerst geht es über sandigen Grund durch eine Schneise. Um die Ecke befindet sich der Fluss mit steinigem Untergrund. Auch diesmal kein Problem für Marcel und unsern Troopy. Mein Herz schlägt trotzdem bei jedem Fluss höher. Vielleicht gewöhne ich mich ja irgendwann daran.

Dieser Telegraphenmast ist ein Überbleibsel der alten Telegraphen Linie, die zwischen 1883 und 1887 gebaut und der Übermittlung von Nachrichten diente. Im Jahre 1964 wurde sie durch moderne Technologie ersetzt.

Die Landschaft verändert sich immer wieder. Zuerst ist weit und breit nur Busch und plötzlich sind die Wiesen grün mit Dutzenden von Termitenhügeln.

Nach grüner Landschaft folgt wieder einmal eine Flussdurchquerung, der gefürchtete Gunshot River. Wir haben von einigen Australiern gehört, wer sich an den Gunshot wagt, benötigt zwingend eine Winde. Da wir keine Winde haben, entscheiden wir den Gunshot zu umfahren. Marcel lässt es keine Ruhe und er will unbedingt sehen, was es mit dem Gunshot so in sich hat. Wir fahren ein Stück weit zurück und betrachten das Ganze aus der Nähe. Schlussendlich erweist sich der achso gefürchtete Gunshot als gar nicht so schlimm. Fürs Fotoshooting fährt Marcel den Gunshot sogar zweimal durch. Die erste Überfahrt startet mit einer schlammigen Abfahrt.

Erst einmal drüben ist erneut Konzentration angesagt. Der Fluss selbst ist nicht tragisch, das anspruchsvolle ist die steile und schlammige Ab- und Auffahrt. Es klappt alles wie am Schnürchen.

Die Sheldon Lagoon ist bei näherem Hinsehen ein Paradies für Schildkröten. Viele Wasserschildkröten tummeln sich im klaren Wasser. Noch wenige Kilometer und wir haben den gesamten Old Telegraph Track geschafft. Wir sind stolz diese Strecke ohne platten Reifen oder stecken bleiben im Schlamm geschafft zu haben. Vor allem sind wir stolz auf unser Fahrzeug, das uns überall hinbringt.

Weiter geht's auf der Umfahrungsstrasse, wo wir nach einigen Kilometern einen Abstecher an die Fruit Bat Wasserfälle machen. Das Wasser ist glasklar und lädt zum Baden ein. Marcel schwimmt zum Wasserfall und setzt sich frech in die Mitte. Mit einer Lupe könnt ihr ihn vielleicht etwas besser erkennen.

Damit auch ihr etwas vom schönen Wasserfall habt, hier eine Nahaufnahme.

Erfrischt spazieren wir weiter und entdecken neben dem Gehweg dieses fleischfressende Monster. Mit offenem Mund wird auf das nächste Insekt gewartet.

Nur wenige Kilometer weiter befinden sich die Eliot Falls. Als wir etwas weiter weg vom Wasserfalls sind, sieht der Fluss sehr friedlich und nur wenige Zentimeter tief aus. Das Tosen verrät jedoch, dass da mehr ist als nur ein friedlicher Fluss.

Wenige Gehminuten und wir erreichen die Twin Falls. Diese Wasserfälle sind mehrstöckig und die verschiedenen Pools sind ideal für eine Erfrischung. Das Schöne ist hier, dass es keine Krokodile hat. So ist ein relaxtes Bad garantiert.

Mittlerweilen haben wir den Jardine River erreicht. Das heisst, wir sind schon ziemlich weit im Norden. Hier gilt es nun den Jardine River zu überqueren. Auch diesen Fluss könnte man durchfahren, dies ist aber ein riskantes Unterfangen und im Moment wegen zu hohem Wasserstand nicht möglich. Um den 120 Meter breiten und über 1 Meter tiefen Fluss zu überqueren benötigt man eine Spezialerlaubnis und vor allem viel Mut. Viele Fahrzeuge sind schon stecken geblieben und zu Schrott gefahren worden. Muss man aussteigen und das Fahrzeug verlassen riskiert man beim zurück schwimmen sein Leben da es im Fluss Salzwasserkrokodile gibt. Damit die Touristen aber doch an den nördlichsten Punkt des Cape York gelangen, gibt es eine Fähre. Auf der anderen Uferseite gehört das Land den Aborigines, wofür wir eine Bewilligung zum Campieren benötigen. Wir kaufen uns das Fährticket für 88 Australische Dollar. In diesem Preis ist die Erlaubnis auf den Strassen zu fahren und an bestimmten Plätzen zu campieren inbegriffen. Die Überfahrt mit der Fähre dauert etwa zwanzig Sekunden.

Da die Sonne bald untergeht, machen wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Es ist nicht ganz einfach einen Platz zu finden, da wir durch Busch und zwei Meter hohes Gras fahren müssen. So sehen wir gar nicht, wohin wir fahren. Geduldig fahren wir umher und werden schlussendlich doch noch fündig. Der Platz ist perfekt. Wir haben direkte Sicht auf den Jardine River. Hier soll es Krokodile geben, so schauen wir eine Weile auf den Fluss, entdecken jedoch keines dieser gefürchteten Tiere. Wir zweifeln langsam ein bisschen, ob es wirklich Krokodile gibt. Aber eben, auch wenn wir sie nicht sehen, sie sind da. Irgendwo unter dem Wasser, versteckt und geduldig wartend auf ihr nächstes Opfer. Statt Krokodile zu sichten geniessen wir stattdessen die kitschige Abendstimmung.

Am nächsten Tag ist wieder Fotoshooting angesagt. Je nördlicher wir am Cape York sind, desto mehr Wasser hat es auf den Strassen. Marcel flitzt durch die riesige Wasserpfütze und es spritzt ganz mächtig. Lieder wird unser Auto mit diesem Dreckwasser nicht allzu sauber, sondern hinterlässt rote Flecken. Aber wir finden sicher noch einen Fluss mit klarem Wasser.

Wir haben es geschafft!

Hier stehen wir am nördlichsten Punkt von Australien. Von hier sind es nur noch rund 150 km bis nach Papua New Guinea. Zwischen dem Cape und Papua liegt die Torres Strait.

Glücklich kehren wir zum Campingplatz am Loyalty Beach zurück. Hier werden wir einmal mehr mit einem traumhaft schönen Sonnenuntergang verwöhnt. Wir geniessen den Moment und realisieren, wie schön wir es doch haben.

Am nächsten Morgen frühstücken wir mit Blick aufs Meer. Den Abwasch danach macht Frau gerne, denn bei einer Küche mit dieser Aussicht ist es ein Genuss in der Küche zu stehen.

Am 5. Mai 1945 ist diese DC 3 auf dem Flug von Brisbane nach New Guinea abgestürzt. Das Flugzeugwrack liegt seither im Wald und wird langsam aber sicher überwuchert.

Einige Meter weiter entfernt liegt der Motorenblock. Es wird vermutet, dass die Ladung während des Fluges verrutschte und aufgrund dessen die DC 3 abgestützte.

Dies sind die Überreste eines Bombers der im Zweiten Weltkrieg abgestürzt ist. Das Cape York war im Zweiten Weltkrieg ein strategisch wichtiger Landesteil und während des Krieges wurde durch die Streitkräfte eine umfassende Infrastruktur aufgebaut. Rund 40'000 Wehrmänner waren stationiert und unzählige Militärflugfelder wurden aus dem Boden gestampft. Heute können wir aus dieser Zeit noch Reste der Landebahnen und Unmengen von vor sich hin rostenden Treibstofffässern sehen.

Auf der Fahrt zurück machen wir einen Abstecher zum Campingplatz mit dem Namen Captain Billy's Landing. Den Namen erhielt der Platz von Dr. Robert Logan Jack, der 1880 auf Expedition in der Gegend war. Er begegnete einem hilfsbereiten Aborigine, dessen Name Captain Billy war.
Der Zeltplatz ist sehr abgelegen und nur mit einem 4WD erreichbar. So sind nur wenige andere Camper auf dem Platz. Der Ranger fährt hier nicht mit dem Auto hin, sondern kommt gleich mit dem Helikopter angeflogen. Das spart Zeit.

Wir spazieren am Strand entlang und entdecken eine Höhle voller Fledermäuse. Es stinkt und es ist ziemlich laut da drin. Wir staunen über das Gehänge, jeder Flecken der Wand ist besetzt. Scheint ein beliebter Schlafplatz zu sein.

Später am Abend beobachten wir den Mondaufgang. Ein spezielles Schauspiel. Durch die klare Luft und kein störendes Licht können wir die Struktur des Mondes erkennen.

Am frühen Morgen machen wir nochmals einen Spaziergang am Strand entlang. Das Morgenlicht lässt den geschichteten Sandstein goldig aussehen. Die Landschaft ist geprägt von Sandsteinklippen. Die farbliche Veränderung entsteht durch verschiedenfarbigen Sand. Zuoberst ist Basalt, dieser stammt von Vulkanausbrüchen vor tausenden von Jahren.

Der Unterstand der zum Campingplatz gehört ist voll behängt mit angeschwemmten Boyen. Anstatt diese zu entsorgen, werden sie hier aufgehängt.

Einmal den "Old Telegraph Track" gefahren zu sein reicht. Wir wollen unser Glück ja nicht herausfordern, deshalb fahren wir auf der Umfahrungsstrasse zurück. Unglaublich wie unterschiedlich zwei Wege sein können, die ans selbe Ziel führen. Nach der abenteuerlichen Strecke ist diese Strasse schon fast ein bisschen langweilig.

Damit etwas Action in die Fahrt kommt gibt es mehrteilige Roadtrains. Kaum sind die riesigen Lastwagen vorbei, folgt die Staubwolke. Weiterfahren bei dem Staub ist wie Autofahren in dickem Nebel in der Schweiz.

Dieses Kalb versteht die Welt nicht mehr. Da stehen Menschen mit einer Fotokamera und rufen komische Sachen in einer fremden Sprache. Dieses Kalb hat praktische lange Hängeohren. Diese sind sehr nützlich um die lästigen Fliegen zu vertreiben.

Jetzt ist uns klar, wieso das Kalb so hilflos ausschaut. Es befindet sich auf der falschen Seite des Zaunes. Traurig schaut es zu der grossen Familie und beneidet vermutlich ihre Artgenossem um den erfrischenden Billabong.

Die grösste Ortschaft am Cape York ist Weipa und liegt an der Westküste der Halbinsel. Der Hauptindustriezweig sind die Minen. Hier wird Bauxite gewonnen, ein Rohstoff der für die Herstellung von Aluminium verwendet wird. Viel hat Weipa nicht zu bieten. Eine der Hauptattraktionen des Ortes sind wohl die riesigen Pneus der Minenfahrzeuge, die am Strand "fachgerecht" entsorgt werden.

Die Pneus sind ja ein witziges Fotomotiv, aber wir finden es passt trotz allem nicht ins Landschaftsbild.

Eigentlich wollten wir den Tag in Weipa verbringen. Es ist noch früh und allzu viel gibt der Ort nicht her. So entscheiden wir uns noch zum Iron Range Nationalpark zu fahren. Nach rund vier Stunden Fahrt auf holprigen Strassen erreichen wir den windige Chilli Beach. Es ziehen Wolken auf und zusammen mit der Sonne ergibt sich eine ganz besondere Stimmung. Der Strand ist menschenleer, so geniessen wir einen ausgedehnten Spaziergang bei Ebbe.

Während wir am Strand entlang schlendern, begegnen wir immer wieder diesen blauen Krebsen. Ob das eine Tarnfarbe für unter Wasser ist?

Auf der Rückfahrt folgt einer der letzten Flussdurchquerungen für die nächsten Tage. Der Wasserstand ist recht hoch, kein Problem jedoch für unseren Troopy. Schliesslich haben wir einen Schnorchel, da könnte der Wasserstand noch viel höher sein.

Einige Kilometer weiter sollen sich die Batavia Goldfelder befinden. In unserem Reiseführer ist der Weg dahin zwar beschrieben, aber es gibt mehrere Abzweiger. Wir versuchen einfach unser Glück und fahren die erste Strasse ab. Leider haben wir kein Glück, so fahren wir wieder zurück zur Kreuzung. In dem Fall versuchen wir die andere Strasse. Der Weg führt uns durch Busch und eine halb überwachsene Strasse. Wir fahren und fahren bis wir plötzlich rostige, alte Maschinen entdecken. Wir haben die Batavia Goldfelder gefunden. Hier steht ein gut erhaltener Dampfkessel. Wir schauen uns um und wandern durch das Gestrüpp, wo wir viele Schächte und aufgeschüttete Erd- und Kieshügel finden.

Auch ein alter Lastwagen steht schön parkiert rum. Erstaunlich, dass das kleine Seitenfenster all die Jahre überlebt hat.

Zurück auf der Hauptstrasse geht es in südlicher Richtung weiter und so geht auch das Abenteuer Cape York für uns zu Ende. Das nächste grosse Ziel ist Darwin. Was wir auf dieser Fahrt erleben werden, könnt ihr im nächsten Reisebericht lesen.

Vielen Dank für dein Interesse an unsern Berichten. Wir hoffen unsere Bilder und Kommentare gefallen dir und wir konnten dir mehr von Australien vermitteln.

Unter Auf dem Savannah Way durchs Outback nach Darwin findest du den nächsten Reisebericht.

Herzliche Grüsse aus dem Roten Kontinent,

Reni und Marcel

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