Australien 2009 – Reisebericht 6

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Rumdestillerie in Bundaberg, Carnarvon Gorge, Longreach und Winton

Nach dem Abenteuer Fraser Island sind wir am 22. April Richtung Bundaberg gefahren. Ein komisches Gefühl wieder auf geteerten Strassen zu fahren. Vor allem ist es ungewohnt, dass es nicht rüttelt und schüttelt. Dass das auch so bleibt, wird hier der Highway Instand gehalten. Oft sind auf Baustellen die Frauen zuständig für die Verkehrsführung. Dies wird meistens manuell ohne Hilfe elektrischer Ampeln geregelt.

Unser Auto ist unser Fortbewegungsmittel und Heim zugleich. Dieses müssen wir natürlich auch regelmässig pflegen oder dies und jenes ersetzen. Vorallem nach einem Trip auf Fraser Island ist die Autopflege wichtig. Leider hat während der letzten paar Tage unsere Batterie für den Kühlschrank den Geist aufgegeben. So haben wir uns in Maryborough, einer Stadt kurz vor Bundaberg, als erstes eine neue Batterie gekauft. In Bundaberg suchen wir uns einen Campingplatz und werden 14 km ausserhalb der Stadt fündig.

Am nächsten Tag geht die Organisation mit unserm Auto weiter. Mittlerweile haben wir 250'000 km auf dem Tachometer, das heisst der grosse Service steht an. In Bundaberg finden wir eine vertrauenswürdige Toyota Garage, die uns einen Termin auf heute Nachmittag gibt. Prima, könnte nicht besser laufen. Während unser Auto im Service ist, machen wir eine Tour durch die Stadt. An einer Strassenkreuzung fällt uns diese weissbemalte Kirche auf. Ist ja gar keine Kirche mehr. In Australien werden Kirchen oft auch anderweitig genutzt, zum Beispiel als Apotheke.

An der Hauptstrasse bestaunen wir wieder einmal die schön bemalten Gebäude. Am späten Nachmittag erhalten wir dann den Anruf von der Toyota Garage, dass unser Troopy abholbereit ist. Wunderbar, alles ist in bester Ordnung und wir kriegen gesagt, dass unser Wagen in sehr gutem Zustand ist. Wir sind froh, dass alles wieder geölt, die Batterien getestet und alles auf Herz und Nieren geprüft wurde. Unser Troopy ist uns ein treuer Begleiter.

Das Organisatorische ist erledigt, so machen wir am 24. April eine Tour durch die Bundaberg Rum Distillerie. Auf dem Bild ist die Zuckerrohrfabrik zu sehen. Hier wird aus dem Rohprodukt Zuckerrohr Melasse hergestellt. Die Melasse wird zur Herstellung von Rum benötigt.

Im Vordergrund sieht man neu angepflanzten Zuckerrohr und hinten am Horizont sind die grünen, fast erntereifen Pflanzen zu sehen.

Zuckerrohr sieht dem Mais ähnlich, nur dass diese keine Kolben tragen. Aus diesen Pflanzen wird Zucker oder eben wie hier in der Bundaberg Distillerie Rum hergestellt.

Neben der Zuckerfabrik befinden sich die Gebäude der Bundaberg Rum Distillerie. Die Produktionshallen und Lagerräume sind originell bemalt. Auf jedenfall darf das Wahrzeichen, der Bundy Eisbär, nicht fehlen. In der Bundaberg Rum Distillerie machen wir eine Tour, wo wir die Details erfahren wie aus Zuckerrohr Rum hergestellt wird.

Unsere Tourguides sind Lana und Bill. Beide arbeiten bei Bundaberg Rum und von ihnen erfahren wir sehr viel über die Herstellung von Rum. Leider ist es bei der Bundaberg Rum Tour nicht erlaubt zu fotografieren. So erwähnen wir hier einfach die wichtigsten Eckdaten.

Bei der Bundaberg Rum Distillerie sind etwa 100 Mitarbeiter angestellt. 40 davon arbeiten auf Vertragsbasis, weil die Produktion sehr saisonabhängig ist. Während der Erntezeit des Zuckerrohrs, von Mai bis etwa November, werden mehr Mitarbeiter benötigt. Zuckerrohr ist das Hauptprodukt für die Herstellung von Rum. Aus Zuckerrohr wird Melasse hergestellt. Die Melasse ist eine dicke braune Sauce, die eine Konsistenz wie Honig hat. Für einen Liter Rum wird ein Liter Melasse benötigt. Jetzt ist mir klar, wieso hochprozentiger Alkohol soviele Kalorien hat. Rum ist quasi purer Zucker.

Die Bundaberg Rum Distillerie lagert 10 Millionen Liter Melasse. Das Lager wird während der Saison aufgestockt, sodass auch ausserhalb der Zuckerrohr Saison Rum produziert werden kann. Zurzeit ist das Lager fast leer, da wir kurz vor Saisonstart stehen. Trotz allem ist die riesige Halle mit der süssriechenden, dunklen, dickflüssigen Masse - der Melasse - eindrücklich. Ein Bad möchte ich jedoch in dieser braunen Sauce nicht nehmen.

Wir gehen weiter zur Destillierungshalle. Hier erfahren wir wie aus einem Liter Melasse ein Liter Rum wird.Beim ersten Gärungsprozess steigt der Alkoholgehalt auf rund 7 %. Dann folgen zwei Destillierungsschritte, bis der nötige Alkoholgehalt erreicht wird. Nun ist der Rum bereit für die Lagerung. Mindestens zwei Jahre wird der Rum gelagert, bis er abgefüllt werden kann.

Nächster Stopp ist der Bondstore 2. Wir sind hier im Sicherheitstrakt. Rein dürfen wir nicht, wir dürfen aber unsere Nase in die Halle stecken und riechen. Hmmmm..... riecht nach Rum. Ein Fass enthält 60'000 Liter Rum und ist rund sechs Millionen Australische Dollar wert. Im Bondstore 2 stehen 12 solcher Tanks gefüllt mit dem goldenen Saft, das heisst in diesem einen Lagerraum stehen 72 Millionen Australische Dollar (ca. 60 Millionen Schweizer Franken). In den anderen Lagerhallen stehen neue Fässer, in denen sogar 75'000 Liter Rum platz haben. Insgesamt stehen 300 Fässer, gefüllt mit dem edlen Getränk, in den Lagerhallen. Kein Wunder sind die Rum-Lager in einem Sicherheitstrakt untergebracht und mit einem elektrischen Zaun vor Eindringlingen geschützt.

Zuletzt sehen wir uns noch die Abfüllanlage an. Diese läuft im Moment leider nicht, da um 15:00 Uhr bereits Feierabend ist. So können wir den Prozess auf einem Video mitverfolgen.

Am Ende der Tour dürfen wir in der Bar zwei Drinks degustieren. Marcel versucht den Distiller's No. 3, ein Blend der doppelt destilliert und dreimal gefiltert wird. Ich versuche die Ladyversion, Gingerbeer mit Bundy Rum. Als zweites kosten wir den Rum Likör. Dieser Likör ist ein Mix aus Schokolade, Karamel, Kaffee Aroma und feinstem Bundaberg Rum. Mit Eis oder einem Schuss Milch echt lecker.

Bevor wir uns von Bundaberg Rum verabschieden, machen wir noch ein Foto von der fünf Meter hohen Rum Flasche, die gleich vor dem Eingang steht.

Nach der Rum Degustation fahren wir zurück zu unserm gemütlichen Campingplatz in Burnett Heads. Auf dem Gelände steht ein Leuchtturm der im Jahre 1873 errichtet wurde und den Booten zur Navigation diente. Der Leuchtturm war in Betrieb von 1873 bis 1972, also fast 100 Jahre lang. Im Jahre 1972 wurde der Leuchtturm durch einen grösseren, automatisierten Leuchtturm ersetzt. Ein Jahr später wurde der Leuchtturm umgesiedelt. Heute steht der Leuchtturm als historisches Gebäude da und ist jeden vierten Sonntag im Monat offen für Besucher.

Von Bundaberg fahren wir weiter zum Carnarvon Gorge. Wir kommen dem Outback langsam näher. Die hügelige Landschaft wird immer flacher. Und juhuii, wir sehen heute unseren ersten Bottle Tree. Genial, das ist für uns Australien. Heute fahren wir den ganzen Tag. Wir haben die Distanz ziemlich unterschätzt. Da unsere Strassenkarte verschiedene Massstäbe hat, sind wir von 300 km ausgegangen. Die gesamte Strecke war schlussendlich über 600 km. So haben wir einen kleinen Vorgeschmack der weiten Distanzen erhalten. Die Landschaft ist zum Glück so abwechslungsreich, dass uns die 600 km gar nicht so weit vorkommen. Den Campingplatz erreichen wir schlussendlich gerade noch kurz vor Sonnenuntergang.

Auf der Fahrt sehen wir immer wieder Windräder auf den Feldern. Viele stehen einfach nur noch da, viele pumpen aber auch heute noch Wasser hoch.

Am 26. April gehen wir auf Entdeckungstour im Carnarvon GorgeNationalpark. Gleich neben dem Parkplatz begegnen wir schon den ersten Kängurus mit Baby im Beutel. Das Kleine ist wohl schon etwas zu gross, dass es beide Vorderbeine und den Schwanz aus dem Beutel hängen lässt. Praktisch ist das Ganze aber schon, bequem in der warmen Stube sitzen und Gras fressen. Was für ein Leben.

Nach der Kängurubeobachtung geht unsere Wanderung los. Der Carnarvon Gorge Nationalpark ist wie ein riesiges Naturmuseum. Vom Ranger Stützpunkt startet der 10 km lange Treck bis zum Big Bend, dem Ende des Hauptwanderweges dieser faszinierenden Schlucht. Der Park erstreckt sich auf einer Fläche von 2'985 Quadratkilometern. Schon nach wenigen Schritten können wir die über 200 Meter hohen Sandsteinwände bewundern.

Auf unserer Wanderung gibt es 20 Flussüberquerungen. Ja, wir überqueren 20mal ein und denselben Fluss. Wir sind in der Trockenzeit hier, ansonsten können wir uns schwer vorstellen, dass dieser Weg passierbar ist. Brücken gibt es nämlich keine. So hüpfen wir von Stein zu Stein bis wir das andere Ufer erreichen.

Dieser "White Faced Heron" steht am Fluss wache. Zum Glück lässt er uns durch ohne Wegzoll zu verlangen.

Auf dem Weg gibt es verschiedenen Abstecher zu Sehenswürdigkeiten. Wir wandern zuerst ganz ans Ende und entscheiden dann auf dem Rückweg, je nach Lust und Energie, welche Seitenpfade wir erkunden.

Die Cathedral Cave befindet sich kurz vor dem Big Bend. Der geschützte Überhang diente einst den Aborigines als Unterstand.Wir schauen uns die Zeichnungen der Aborigines an und versuchen mittels der Erklärungen die tiefere Bedeutung herauszufinden. Es gibt drei Arten von Zeichnungen. Die Aborigines haben die Zeichnungen zum Beispiel handfrei gesprüht, das heisst der Künstler nahm die Farbe gemischt mit Wasser in den Mund, hat Gegenstände an die Wand gehalten und besprüht. So sind die farbigen Umrisse entstanden. Eine andere Art war das Einritzen von Symbolen oder mit einem in Farbe getränkten Stock.

Wir lassen uns Zeit und bestaunen die Hände, Boomerangs und Emu Klauen. Die Zeichnungen der Aborigines zeigen die tiefe, kulturelle Verbundenheit zwischen Menschen und Ort vor über 20'000 Jahren.

Während 27 Millionen Jahren wurden durch konstant fliessendes Wasser die Sandsteinfelsen soweit abgetragen, dass diese 30 km lange Schlucht entstanden ist.

Hier spazieren wir durchs ausgetrocknete Flussbett durch die Boowinda Schlucht. Je weiter wir laufen, desto enger wird die Schlucht.

Ein Blick nach oben verrät, wie eng die Schlucht nach einem Kilometer ist.

Weitere Relikte der Aboriginal Kultur finden wir auf dem dritten Abstecher, in der Art Gallery. Über 2'000 Zeichnungen aus Oker sind an der 62 Meter langen Sandsteinwand zu finden.

Die V-förmigen Bumerangs deuten auf Waffen hin. Mit diesen Bumerangs wurde zwischen den Völkern gekämpft. Mit Geschick wurden die Bumerangs knapp über dem Boden geworfen und haben manch einem Feind das Schienbein gebrochen.
Die Steinaxt links der Bildmitte hingegen, wurde für friedliche Zwecke benutzt. Mit der Axt wurden Holzstämme abgeholzt um Aufbewahrungsboxen herzustellen.

Nach der Kunstausstellung gehen wir ins Amphitheater. Über einen Abstecher erreichen wir den Eingang. Durch einen schmalen Spalt strahlt grelles Licht, das macht uns neugierig. Wir sind gespannt, was sich dahinter verbirgt.

Wow, der Weg hierhin hat sich gelohnt. Wie dieses Amphitheater wohl entstanden ist? Die Natur vollbringt manchmal richtige Wunderwerke. Durch lose Steine und Wasser ist diese 60 Meter tiefe Kammer über Millionen von Jahren entstanden.

Auf dem Rückweg überqueren wir wieder etliche Male den Fluss. Scheint als ob auch diese flauschige Raupe zum anderen Flussufer möchte.

Den letzten Abstecher machen wir zum Moss Garden. Hier öffnet sich eine Märchenwelt. Durch konstant tropfendes Wasser und der Feuchtigkeit, hat sich eine ganze Menge Moos gebildet. Das Moos überdeckt viele der Steine und dieser grüner Teppich lässt diese Oase sehr märchenhaft wirken. Nun machen wir uns aber langsam auf den Rückweg. Insgesamt sind wir heute nämlich rund 25 Kilometer gelaufen. Glücklich und müde kehren wir zum Campingplatz zurück und nach der wohltuenden Dusche grillen wir uns ein feines Steak mit einem Baked Potato und Salat. Das Bier dazu haben wir uns heute verdient.

Nach der Natur geht's zurück ins raue Outback. Auf der Fahrt kommen uns freundliche Truckerfahrer entgegen, jeder winkt uns zu. Sogar die Polizei winkt uns. Kein Wunder, denn hier kann es einem schon mal passieren, dass man eine Stunde fährt und keiner Menschenseele begegnet. Und das auf einem Highway. Auch der Lokomotivführer winkt. Aber hier fährt ja schliesslich nur einmal pro Tag ein Zug.

In Emerald schauen wir uns das historische Bahnhofsgebäude an. Das Gebäude wurde im Jahre 1900 errichtete. Die Eingangshalle hat wunderschöne gusseiserne Säulen und ist schön verziert. Emerald ist an Marcel's Geburtstag (nicht Geburtsjahr ;-) am 5. Dezember 1879 gegründet worden. Der Bau der Haltestelle und der Bahnline war ein grosser Moment in der Geschichte Emeralds. Die Eisenbahn brachte nämlich Zivilisation ins Outback.

Emerald hat eine weitere Attraktion zu bieten. Im Park steht "Big Easel", eine 25 Meter hohe Staffelei mit einer Nachbildung von Van Gogh's Gemälde Sonnenblumen.

Wie die Ortsnamen erahnen lassen sind wir in der Edelstein Gegend gelandet. Von Emerald fahren wir über Sapphire nach Rubyvale. Auf dem Weg sehen wir einiges kurioses. Zum Beispiel dieses Auto.

Auf der Weiterfahrt sehen wir immer wieder alte Wohnwagen stehen und Leute die nach Edelsteinen graben. Scheint als ob die Leute hier vom Fieber gepackt wurden. So wie sie hier aber leben, kann das Edelsteinsuchen nicht allzu gewinnbringend sein.
Interessant finden wir, dass die Regierung 1986 einige Gebiete in dieser Gegend für das Edelsteinsuchen freigegeben hat. So kann jeder, ob Einheimischer oder Tourist, in der Erde buddeln. Man muss sich vorher einfach eine Lizenz mit Karten und Informationen kaufen. In der Erde graben ist mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Schaufeln oder Hacken erlaubt. Aber die Arbeit muss von Hand gemacht werden, motorbetriebene Werkzeuge sind nicht erlaubt. Deshalb sieht die Landschaft hier auch aus, wie wenn viele Maulwürfe und Riesenmäuse am Werk gewesen wären.

Am 27. April erreichen wir den kleinen, ländlichen Ort Rubyvale. Wir verbringen die Nacht auf einem kleinen Campingplatz. Am nächsten Morgen macht Marcel Bekanntschaft mit Rainbow Lorikeets. Ein bisschen Toast in die Hand und schon wird Marcel von den hungrigen Vögeln umschwärmt.

Hmmm.... das Frühstück schmeckt vorzüglich.

In Rubyvale gibt es zwei unterirdische Minen, wo Touristen erfahren, wie die Suche nach Sapphiren von Statten geht. Wir besuchen die Miners Heritage Walk-in Mine und geniessen eine Privat Tour. Denn momentan sind nicht allzu viele Touristen unterwegs. Die Tour führt uns durch unterirdische Gänge und wir erhalten viele interessante Hintergrundinformationen über die Edelstein Suche.

Nach der Tour schürfen viele Touristen nach Edelsteinen. Es gibt Säcke mit Kies und Sand zu kaufen. Mit einem Becken und Wasser wird der Sand vom Kies getrennt, sodass am Schluss nur noch die grösseren Stücke übrig bleiben. Einige finden dabei Sapphire und lassen die Steine schleifen, um sie als Schmuck weiter zu verarbeiten. Wir überlassen das den anderen und machen uns auf die Weiterreise.

Auf der Rückfahrt zwischen dem Dorf Rubyvale und Sapphire begegnen wir noch diesem Kamel. Ganz selbstverständlich überquert es die Strasse. Ups, sind wir jetzt im falschen Land?

Unsere Fahrt geht weiter nach Barcaldine, einer weiteren ländlichen Stadt. Wir spazieren durch die Strassen und schauen uns die Comet Masonic Lodge an. Dieses Gebäude wurde im Jahre 1877 in der Ortschaft Comet gebaut und 1886 mit der Eisenbahn nach Barcaldine transportiert. Hier kann man gut sehen, wie Gebäude hier in Australien gebaut werden. Das gesamte Gebäude wurde mit Wellblech verkleidet. Die Frontfassade wurde schön bemalt und das Wellblech ist nicht mehr ersichtlich. Die Seitenwände sind jedoch aus schlichtem Wellblech.

Auf der Durchfahrt stoppen wir in Ilfracombe. Vom Anfang bis zum Ende des Dorfes sind alte Fahrzeuge ausgestellt. Ein Sammelsurium aus alten Baggern, Baumaschinen, Dampfmotoren und Traktoren. Das 200-Seelen-Dorf hat sich mit der "Great Machinery Mile" etwas einfallen lassen. Denn nach den glorreichen Goldgräberzeiten sind viele Einwohner abgewandert. Mit dem ausgestellten Maschinenpark erreichen sie heute, dass der eine oder andere Tourist einen Halt macht. Bei uns hat es jedenfalls funktioniert. Wir trinken hier sogar einen Cappuccino, denn das Dorf ist sehr gemütlich.

Dieser raupengetriebene Traktor half einst den Farmern auf unzugänglichem Gelände zu arbeiten.

Dieses Monstergerät war einst ein Panzer. Nach Kriegsende wurde der Panzer umfunktioniert und als Ausebnungsmaschine im Strassenbau wieder verwendet.

Hier sieht man den ganzen Maschinenpark "The Great Machinery Mile", der sich über mehr als einen Kilometer erstreckt.

Australian Stockman's Hall of Fame & Outback Heritage Centre in Longreach ist ein Muss für jeden, der mehr über das Leben im Outback und an der Geschichte Australiens interessiert ist. Das Museum wurde im Jahre 1988 von Queen Elizabeth eröffnet.
Wir verbringen mehrere Stunden in diesem Museum und lernen viel über die Entdecker Australiens, die Lebensweise der Farmer und Viehtreiber, die Aborigines und die Entwicklung Australiens. Es wird nicht nur das Leben im Busch und im Outback von früher, sondern auch von heute aufgezeigt.

Die Statue vor dem Museum zeigt einen Viehtreiber, einen sogenannten Stockman.

Ausserhalb von Longreach finden wir einen Campingplatz wo wir gratis übernachten können. Gleich nebenan ist der idyllische Thomson River, wo wir unseren Tag Revue passieren lassen.

Der 30. April ist ein besonderer Tag für die Einwohner von Longreach. Heute kommt die Dampflok aus Barcaldine eingefahren. Wir stehen auf dem offenen Feld bereit und schiessen ein Foto.

Queensland feiert das 150-Jahre Jubiläum. Zu diesem Anlass ist die Dampflok der Queensland Railway Q150 von Mitte April bis Ende Oktober unterwegs durch den ganzen Staat. Insgesamt sind sechs Reisen durch Queensland geplant. Die eine Reise führt heute durch Longreach.

Die Zugfahrt hat in Queensland eine besondere Bedeutung. Viele Arbeitsstellen wurden geschaffen, sei es beim Unterhalt von Zügen oder der Neuverlegung oder Instandhaltung von Gleissystemen. In den 60er und 70er Jahren haben vor allem Torres Straight Islander beim Bau der Zuglinie und bei der Konstruktion geholfen.
Queensland Railway öffnete hauptsächlich dem mineralreichen Nordwesten wie Mount Isa die Türen. Kohle oder Kupfer konnte so auch auf dem Schienennetz vom Outback an die Küste transportiert werden. Queensland Railway ist Australiens grösster Kohlentransporter. Über 184 Millionen Tonnen Kohle werden von 56 Minen pro Jahr an acht Export-Terminals und acht einheimischen Kunden geliefert.

Heute ist Queensland Railway mit 15'000 Angestellten einer der grössten Arbeitgeber Australien. Jeden Tag sind über 1'000 Züge in Betrieb, die 170'000 Passagiere und 683'000 Tonnen Fracht transportieren.

Vor dem Eingang des Bahnhofs wird ein gebührlicher Empfang für die ankommenden Gäste der Dampflok veranstaltet. Zu diesem Fest nimmt natürlich jeder sein schönstes Auto aus der Garage.

Schon unglaublich, das Crocodile Dundee Pub wird bereits 380 Kilometer vorher angekündigt. Das wäre etwa so, wie wenn ein Restaurant im Tessin bereits im Thurgau auf der Autobahn angekündigt würde.

Die Landschaft ist hier im Outback total flach. Meilenweit ist nur Graslandschaft zu sehen. Wir finden das trotzdem interessant, denn diese Landschaft ist für uns total neu und faszinierend. Langweilig wird die Fahrt auch Dank der Tiere nicht. Im Feld sehen wir immer wiedermal Emus. Dieses Emu erinnert uns ein bisschen an einen Dinosaurier. Wenn man so vor ihnen steht, sind sie riesig.

Wer kennt ihn nicht, den Song "Walzing Matilda". Der Poet A. B. (Banjo) Paterson komponierte den Songtext Australiens berühmtester Ballade "Walzing Matilda" während seines Urlaubs in Winton im Jahre 1895. Man sagt, das Combo Waterhole habe ihn inspiriert, als er den Song über Jolly Swagman schrieb.

Das erste Mal wurde der Song in der Öffentlichkeit im North Gregory Hotel in Winton vorgeführt. Der Song ist weltweit bekannt und hat den Ruf der inoffiziellen Nationalhymne. Die Banjo Paterson Statue steht vor dem Walzing Matilda Center, wo Interessierte alles über die Herkunft des Songs erfahren. Wir verzichten auf das Museum, schliesslich wollen wir heute noch ein Stück weiterkommen auf dem Matilda Highway.

Die Provinzstadt Winton hat mehr zu bieten als man denkt. Arno's Wall ist eine 70 Meter lange Mauer voller Überraschungen. Arno hat sich eine Mauer rund ums Haus gebaut und viele Gerätschaften mit eingemauert. Vom Motorrad bis zum Rasenmäher oder Fernseher ist hier alles zu finden.

Die Wand wird je länger je vollgestopfter.

Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn...

Obwohl alles flach scheint, verändert sich die Landschaft in Australien doch immer wieder.

Im Outback begegnen wir regelmässig diesen legendären Roadtrains. Beim Kreuzen eines Roadtrains ist es ratsam, das Steuerrad festzuhalten, will man nicht einen Schwenker nach rechts oder links machen. Oft kommen uns hier im Outback Roadtrains mit bis zu vier Anhängern, vollbepackt mit Rindern und anderen Gütern entgegen. Schon eindrücklich diese Strassenzüge, die über 50 Meter lang sein können.

Im winzigen Dorf Kynuna bleiben wir heute über Nacht. Hier befindet sich das legendäre The Blue Heeler Roadhouse. In diesem Pub hat Banjo Patterson den Song Walzing Matilda eines der ersten Male gesungen.

Hinter dem Hotel befindet sich der Campingplatz und von unserem Schlafplatz aus geniessen wir wieder einmal einen traumhaften Sonnenuntergang.

Beim Zähneputzen begegnen wir noch diesem grasgrünen Frosch. Es scheint auch morgen schönes Wetter zu geben, denn der Frosch klettert den Stuhl hoch.

Auch dieser kleine Frechdachs will hoch hinaus.

Auf dem Weg zum Combo Waterhole, wo Banjo Paterson für den Matilda Song inspiriert wurde, fahren wir über eine dreckige Schotterstrasse. Kein Problem, wir haben ja das richtige Auto dafür. Auch hier ist es einfach nur flach. Cool!

McKinlay ist ein 20-Seelen-Dorf, dass vor über 140 Jahren gegründet wurde. Berühmt wurde McKinlay jedoch erst durch das Walkabout Creek Hotel, bekannt aus dem Film "Crocodile Dundee". Natürlich war auch dieses Gebäude nicht immer an diesem Ort. 1996 wurde es direkt an den Matilda Highway umgesiedelt, so wie es in Australien mit vielen Häusern und Gebäuden gemacht wird.

An der Strasse entlang sehen wir immer wieder diese roten Termitenhügel. Faszinierend wie Termiten mit trockenen Grashalmen und roter Erde solche Paläste bauen können.

Cloncurry ist der Geburtsort der Royal Flying Doctor Service. Wir wollen uns da umschauen, das Museum ist jedoch gerade geschlossen. So schauen wir uns im Dorf etwas um und fahren weiter zur Minenstadt Mt. Isa. Mehr darüber gibt es im nächsten Reisebericht.

Vielen Dank für deinen Besuch auf unserer Homepage. Wir hoffen unser Bericht von der Ostküste ins Outback gefällt dir.

Unter Auf den Spuren der Goldgräber durchs Outback findest du den nächsten Reisebericht.

Herzliche Grüsse aus Australien,

Marcel und Reni

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