Australien 2009 – Reisebericht 5

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Von Brisbane ins Naturparadies Fraser Island

Am 14. April fahren wir nach Brisbane. Wir finden einen schönen, ruhigen Zeltplatz ein bisschen ausserhalb, von wo aus wir mit dem Bus in wenigen Minuten im Zentrum sind. So können wir unser Auto stehen lassen und für einmal müssen wir nicht selber fahren. In Brisbane gibt es ein Kombiticket, welches sämtliche Bus-, Bahn- und Fährenfahrten in der Stadt beinhaltet. Mit diesem Ticket können wir sämtliche Attraktionen der Stadt sehr rasch, günstig und bequem erreichen.

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Brisbane ist die drittgrösste Stadt von Australien und es leben rund 1.8 Millionen Einwohner hier. Die Stadt liegt am Brisbane River, der sich durch die Stadt hindurchschlängelt. Auf der Bootsfahrt durch Brisbane haben wir uns ein bisschen wie in Miami gefühlt. Es gibt sehr viele schöne Häuser direkt am Fluss und vom Fluss gehen Kanäle weg, an welchen noch mehr Häuser stehen. Die meisten dieser Häuser haben einen eigenen Bootsanlegeplatz und auf dem Wasser sind Unmengen von Booten. Die Stadt ist zwar gross, aber doch noch recht überschaubar und gemütlich. Die Leute sind sehr freundlich und der Lebensstandard scheint recht hoch zu sein. Das Klima ist angenehm und die Sonne scheint sehr oft hier. All diese Punkte führen dazu, dass Brisbane eine sehr schnell wachsende Stadt ist. Es wird geschätzt, dass pro Woche rund 1'000 Leute von anderen Orten Australiens nach Brisbane ziehen und sich hier niederlassen.
Mit dem Bus fahren wir mitten ins Zentrum von Brisbane.

Diese Kirche hier wird richtiggehend von den hohen Bürogebäuden umringt. Mit der farbenfrohen Bemalung sieht sie zwischen den grauen Hochhäusern schon fast ein bisschen aus wie ein Spielzeughaus.

Im Shrine of Remembrance am Ende des ANZAC Squares wird mit einem ewigen Feuer den Opfern der Streitmächte gedacht. Das Monument mit den runden Säulen erinnert uns sehr an Griechische Architektur.

Die St. John Kathedrale ist eine sehr spezielle Kirche. Mit dem Bau der Kirche wurde bereits im Jahre 1901 begonnen. Fertig gestellt wurde die Kirche aber erst im letzten Jahr. Baukräne stehen auch heute noch und es wird fleissig weitergewerkelt an dieser schönen Kirche.

Das Steingewölbe mit seinen Rippen ist einzigartig in Australien.

Leider hat dieser Kirchenbesuch eine tiefere Bedeutung als alle anderen Besichtigungen von Kirchen auf unserer Reise. Am 11. April istmeine (Marcel) Grossmutter im Altersheim verstorben. Wir sind sehr traurig über diesen Verlust und haben Trost in dieser schönen Kirche gesucht. Wir haben eine Kerze für meine geliebte Grossmutter angezündet und trauern so aus der Ferne mit meiner Familie.

Vom City Business District überqueren wir auf der Goodwill Fussgängerbrücke den Brisbane River und gelangen so zur South Bank.

Von der South Bank haben wir eine sehr schöne Aussicht auf den City Business District von Brisbane. Vor allem im abendlichen Licht zeigen sich die Hochhäuser von ihrer schönsten Seite.

Sobald es dunkel wird, werden auch hier ein Teil der Gebäude mit fantasievollen Effekten beleuchtet. Das frühere Treasury Building, welches heute das Casino beheimatet, wird mit Farbeffekten überzogen. So werden die architektonischen Merkmale, des im Italienischen Renaissance Stil erbauten Gebäude, noch verstärkt.

Heute Abend gönnen wir uns wieder einmal etwas besonderes. Nach dem Abendessen gehen wir zum Riesenrad und kaufen uns zwei Tickets. Wir geniessen eine superschöne Panoramaaussicht auf das Lichtermeer von Brisbane. Das Riesenrad ist gleich neben dem Brisbane River an der South Bank aufgestellt und ist fast 60 Meter hoch. Mit den 60 Metern ist es zwar nicht ganz so hoch wie das Riesenrad in Melbourne aber dafür funktioniert es. Ist ja auch kein Wunder, schliesslich steckt Schweizer Qualität dahinter. In den Gondeln sehen wir nämlich das Herstellerschild der Appenzeller Firma. Wir haben eine der 42 Gondeln, welche eine Kapazität von je sechs Erwachsenen und zwei Kindern hat, ganz für uns alleine und können fünf Mal in die schwindelerregende Höhe gleiten.

Heute, 15. April, machen wir uns auf zum zweiten Tag der Erkundung von Brisbane. Wieder fahren wir mit dem Bus in die Stadt und gehen zuerst Mal zu Fuss durch die Strassen. Wir gehen in Richtung Brisbane River. Auf dem Weg dorthin kommen wir am alten Customs House vorbei, dessen Architektur uns sehr gut gefällt.

Gleich dahinter ist der Brisbane River. Am Ufer des Flusses gibt es eine sehr schöne Promenade mit vielen Bars und Restaurants. Dahinter ragen riesige Hochhäuser mit Wohnungen und Büros in die Höhe.

Nun gehen wir erst einmal aufs Wasser. Wir schnappen uns eine City Cat Fähre und fahren los Richtung Hafen. Die City Cat Fähre ist sehr modern und hat eine ganz schöne Beschleunigung. Wir fahren auf dem Fluss entlang und geniessen die Fahrt auf dem Wasser. Auf der Fahrt legen wir immer wieder an Haltestellen an. Wir fahren bis zur Haltestelle Hawthorne. Dort verlassen wir die Fähre, machen eine kleine Pause und nehmen die nächste Fähre zurück in die Stadt.

Bevor wir wieder das Stadtzentrum erreichen, fahren wir unter der Story Bridge hindurch.

Dann sind wir zurück im Stadtzentrum. Wir fahren am City Business District vorbei und geniessen den Ausblick auf die Hochhäuser von einer anderen Perspektive.

Bei der South Bank steigen wir aus und gehen der Promenade entlang. Hier treffen wir auch wieder auf das Riesenrad, auf dem wir gestern Abend die herrliche Aussicht genossen haben.

In der Bibliothek können wir mit unserem Notebook ans Internet und Emails schreiben. Im Garten der Bibliothek sehen wir diesen schönen, farbigen Lizard.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zur XXXX Brauerei. Hier nehmen wir an einer Besichtigungstour durch die Produktionsräume teil. Da das Fotografieren auf der Tour leider nicht erlaubt ist, haben wir nur dieses Bild. Die XXXX Brauerei wurde im Jahre 1878 gegründet. Die Tour startet mit einer interaktiven Show über die Entstehungsgeschichte der Brauerei, dann lernen wir die Zutaten und ihre Herkunft kennen und werden dann durch den Prozess des Bierbrauens geführt. Am Schluss können wir auch noch die Abfüllanlagen bestaunen, welche aber leider zur Zeit gerade nicht in Betrieb sind. In der Brauerei arbeiten rund 260 Mitarbeiter, welche pro Woche fünf Millionen Liter Bier brauen.

Nach der etwa einstündigen Besichtigungstour können wir in der hauseigenen Bar vier verschiedene Biere versuchen. Wir beginnen mit dem superfeinen Sparkling Ale, dass nur an ausgewählten Orten erhältlich ist. Dann probieren wir das Bitter, das uns nicht so schmeckt. Nach diesen zwei Bieren fühlen wir uns schon ein bisschen angeheitert und bestellen erst mal einen kleinen Snack, um etwas festes im Magen zu haben. Als nächstes degustieren wir das Gold, welches das meistgetrunkene Bier ist. Zum Abschluss trinken wir noch ein Stout, welches sehr aromatisch ist, aber doch nicht ganz an ein Guinness herankommt. Das Dunkle ist natürlich auch das Stärkste und nach diesen vier Bieren sind wir nun doch schon ein bisschen beschwiiiiiipsssst... Wir machen uns auf den Nachhauseweg und sind froh, dass wir erst mal ein paar Schritte an der frischen Luft gehen und dann mit dem Bus mitfahren können.

Am 16. April fahren wir weiter von Brisbane in die Glass House Mountains. Diese Berge bestehen aus 16 aus der Fläche emporragenden, vulkanischen Gebilden. Die höchsten dieser Gebilde ragen bis zu 500 Meter in die Höhe und sind durch die Erosion über Millionen von Jahren entstanden. Wir geniessen unser Mittagessen mit dieser herrlichen Aussicht und fahren dann wieder zurück zur Küste.

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Am 17. April erreichen wir Rainbow Beach. Von hier aus fahren die Fähren zur Fraser Island. Zuerst organisieren wir uns alle nötigen Bewilligungen und die Fährtickets. Danach fahren wir zum Freshwater Beach. Die Strasse dorthin gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf die Strassenverhältnisse auf Fraser Island. Die Strasse führt uns mitten durch den Wald, ist einspurig und sehr uneben. Am Freshwater Beach stehen wir dann plötzlich mitten im tiefen Sand am Strand. Nun sind wir aber wirklich froh, dass wir ein allradgetriebenes Fahrzeug besitzen. Hier fahren wir das erste Mal dem Strand entlang. Es ist ein unheimlich schönes Gefühl einfach mit dem Auto auf dem Sand direkt am Wasser entlang zu fahren.

Am Anfang ist es Reni noch etwa unheimlich, aber nach einer Weile fühlt sich auch Reni wohl und genisst die Fahrt am Strand.

Unser Fahrzeug geht auch mit diesen Strassenverhältnissen sehr souverän um und wir haben keinerlei Probleme, durch den tiefen Sand zu fahren.

Dann wird es Zeit zum Zeltplatz zu fahren. Der Zeltplatz liegt direkt am Meer und wir können einen superschönen Sonnenuntergang geniessen. In der Lagune, direkt vor dem Zeltplatz, ist das Wasser spiegelglatt und es hat keine Wellen. Natürlich ergibt das unglaublich kitschige Fotos.

Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf den Weg und fahren zum Inskip Point, wo die Fähre für Fraser Island ablegt. Hier gibt es keinen Hafen oder Steg. Die Fähren legen direkt am Strand an und wir müssen durch den tiefen Sand am Strand fahren, um auf die Fähre zu gelangen. Wir fahren auf die Fähre mit ein paar anderen Autos und dann legt die Fähre auch schon ab. Die Klappe wird erst auf der Fahrt geschlossen.

Auf Fraser Island legt die Fähre nach einer Überfahrt von rund 15 Minuten am Strand an und los geht die Fahrt auf der Sandinsel. Zuerst geht die Fahrt am Strand entlang. Wir halten an und geniessen erst Mal das super Gefühl auf der Insel zu stehen. Kein Mensch weit und breit und wir fühlen uns ein bisschen wie zwei Gestrandete.

Fraser Island ist ein Naturwunder. Im Jahre 1992 wurde dies auch durch die Listung als Weltkulturerbe untermalt. Die gesamte Insel ist, mit Ausnahme der Gebiete der wenigen, kleinen Dörfer, ein Nationalpark. Die Insel ist 120 km lang, 15 km breit und gilt als die grösste Sandinsel der Welt. Der grösste Teil der Insel ist bedeckt mit Regenwald und es gibt 40 Süsswasserseen. Die höchste Erhebung der Insel ist erstaunliche 224 m hoch.

Über die letzten zwei Millionen Jahre habe ozeanische Strömungen und Wellen Sand vom Kontinentalschelf von New South Wales und South Queensland Richtig Norden transportiert. Sand sammelte sich an, bedeckte das Grundgestein und Sanddünen entstanden parallel zur Küste. Winde von der offenen See transportieren Sand landeinwärts und formen so hohe Dünen, die sich konstant verändern.

Den ersten Teil unserer Fahrt legen wir heute am Strand zurück. Wir geniessen die Fahrt auf dem Strand direkt neben den heranrauschenden Wellen sehr. Dann biegen wir ab auf einen Inlandweg. Diese Wege sind allesamt Sandwege durch den Regenwald. Teilweise ist grosses fahrerisches Geschick gefragt um die hervorragenden Steine, Wurzeln oder tiefen Löcher unbeschadet zu umfahren. Mit unserem Troopy ist das aber überhaupt kein Problem und wenn nötig schalten wir einfach unseren Allradantrieb zu.

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Auf unserem Weg zum Campingplatz Central Station stoppen wir am Lake Birrabeen. Dies ist für uns ein Naturwunder. Der Sand rund um den See ist schneeweiss und superfein und das Wasser ist glasklar. Wir fühlen uns ein bisschen wie auf den Malediven. Das geniale hier ist, dass das Wasser kein Salz enthält sondern Süsswasser ist.

Jeder See auf Fraser Island ist sehr unterschiedlich in Form und Farbe. Die Seen auf Fraser Island sind allesamt hängende Grundwasserseen. Sie sind in einem Bett von Zweigen und Ästen entstanden, welches ein versickern des Regenwassers verhindern. Das Wasser im Lake Birrabeen ist so glasklar, weil es ständig durch den Sand gefiltert wird.

Natürlich können wir nicht widerstehen und gehen in diesem glasklaren Wasser baden. Es ist unheimlich schön in das angenehm temperierte Wasser einzutauchen und ein Erfrischung kommt uns nach der anstrengenden Fahrt genau richtig. Wir haben den See fast für uns alleine und geniessen die Idylle am See für unser Mittagessen.

Unsere erste Nacht werden wir in der Central Station verbringen. Dies ist der grösste Campingplatz des Nationalparks und hat die bestausgebaute Infrastruktur. Wir suchen uns ein Platz den wir reservieren und fahren dann nochmals los. Wir wollen unbedingt noch die Kingfisher Bay an der Westküste und den Lake McKenzie besuchen. Der See ist sehr ähnlich wie der Lake Birrabeen. Das Wasser ist auch hier glasklar, allerdings ist dieser See viel beliebter und so sind recht viel Leute am See. Auf dem Rückweg ist nochmals fahrerisches Geschick gefragt um die sehr sandigen Passagen zu durchfahren.

Nach einer Nacht im Regenwald von Fraser Island machen wir uns am nächsten Tag auf zur weiteren Erkundung der Insel. Es geht gleich weiter wie es gestern aufgehört hat. Über teilweise sehr ausgefahrene Wege fahren wir mitten durch den Regenwald. Solange wir alleine auf dem Weg sind, geht das Ganze ja noch gut. Etwas kritisch ist oft das Kreuzen mit entgegenkommenden Fahrzeugen. Allerdings sind zur Zeit nicht sehr viele Leute unterwegs und so müssen wir auch nicht oft kreuzen. Über das Osterwochenende wäre das wohl ganz anders gewesen, da wahren rund 35'000 Kurzurlauber auf der Insel.

Auf dem Weg zurück zur Ostküste stoppen wir beim Lake Wabby. Dies ist der tiefste See auf Fraser Island. Der See grenzt an drei Seiten an Eukalyptuswald und auf der linken Seite befindet sich der Hammerstone Sandblow, der den See bedrängt und langsam in den See hineinwächst.

Nach einem kurzen Marsch erreichen wir den Hammerstone Sandblow. Ein Sandblow entsteht, wenn starker Wind vom Meer her durch den Schutz derVegetation bricht und Sand vom Strand her transportiert wird. Die Sandblows sind so stark, dass sie ganze Waldabschnitte überdecken und die Vegetation langsam abstirbt.

Dann erreichen wir die Ostküste und wieder stehen wir mitten auf demunendlich erscheinenden Strand, der sich rund 100 km an der Ostküste entlang zieht. Wir fahren dem Strand entlang Richtung Norden und erreichen nach dem kleinen Ort Happy Valley das Schiffswrack der Maheno.

Das Dampfschiff Maheno wurde im Jahre 1904 in Schottland für eine Neuseeländische Firma hergestellt. Der Hauptzweck der Maheno lag im Personenverkehr zwischen Neuseeland und Australien. Im ersten Weltkrieg wurde das Schiff dann zu einem Spitalschiff umgebaut, um verwundete Soldaten von den Kriegsschauplätzen nach Hause zu bringen. 1935 wurde das Schiff als seeuntauglich erklärt und aus dem Verkehr gezogen. Das Schiff wurde daraufhin als Alteisen an eine Japanische Firma verkauft. Die Maheno sollte nach Japan zur Ausschlachtung geschleppt werden. Auf dieser letzten Fahrt trafen die Schiffe auf einen Zyklon und dabei wurde die Maheno vom Schleppschiff abgetrennt. Nach einer Nacht steuerlosem treiben auf der offenen See, lief die Maheno am nächsten Tag auf Fraser Island auf. Sämtliche Versuche das Schiff wieder wegzuziehen scheiterten und schliesslich zogen die Japaner von dannen. Das Salzwasser, Wellen und starke Winde haben der Maheno stark zugesetzt und das einst stolze Schiff zerfällt zusehends.

Am späten Nachmittag suchen wir uns einen Platz für unser zweite Nacht. Dieses Mal schlafen wir direkt am Strand an der Ostküste. Wir finden einen sehr schönen Platz im Campingbereich Wyuna. Hier an der Ostküste gibt es Abschnitte, wo man Campen darf und solche in denen das Campen verboten ist zum Schutze der Natur. Wir machen es uns gemütlich und ich gehe auf Fotosafari am Strand. Ich finde einen kleinen Bachlauf, der über den Strand ins Meer fliesst. Das Wasser spült Sand von verschiedenen Farben übereinander und so entstehen richtige Kunstwerke aus Sand und Wasser.

Auf dem Strand liegen überall ganz kleine Sandkugeln. So weit das Auge reicht nur Sandkugeln von etwa 5 mm Durchmesser.

Kleine Krebse die sich im Sand Höhlen bauen sind für diese Sandkugeln verantwortlich. Sie graben sich im Sand die Höhlen und formen mit dem abgebauten Sand kleine Kugel. Diese Kugeln transportieren sie dann aus der Höhle und deponieren sie dort.

Der Strand wird mit der riesigen Arbeit der Krebse somit zur Sandkugelfläche. Wenn die Flut kommt werden all die Sandkugel und die ganze Arbeit der Krebse wieder zerstört und die Krebse bauen am nächsten Tag wieder neue Höhlen und ein neues Kunstwerk entsteht.

Nach einem leckeren Abendessen unter freiem Himmel geniessen wir den atemberaubenden Sternenhimmel. Hier auf Fraser Island gibt es keine Strassenlampen, Neonbeleuchtungen oder andere störende Lichter. So ist der Sternenhimmel einfach gigantisch und die Milchstrasse unheimlich gut zu sehen.

Wir schlafen sehr gut und ausser den tosenden Wellen und den Geräuschen der Natur ist es sehr ruhig. Am Morgen des 20. April erwachen wir ausgeschlafen mit dem Sonnenaufgang.

Heute ist die See nicht mehr so ruhig wie gestern und recht grosse Wellen rollen auf die Insel zu.

Das Wasser kommt bis fast ganz an die kleine Sandmauer, welche durch die Wellen entstanden ist. Wir sind froh, dass wir doch noch etwa einen Meter höher sind als der Wasserspiegel. Am Strand sollte man gewisse Abschnitten nur bei Ebbe oder zwei Stunden zuvor oder danach passieren. Von unserem Nachtlager aus ist im Moment auch noch kein wegkommen. Erst vor ein paar Stunden war Flut und die gesamte Strandbreite wird noch geflutet von den herannahenden Wellen. So geniessen wir die morgendliche Stimmung, essen gemütlich unser Morgenessen und geniessen die Zeit bis wir losfahren können.

Als wir gerade unser Morgenessen geniessen bekommen wir Besuch. Ein Dingo ist auf seiner morgendlichen Tour am Strand und schaut kurz bei uns vorbei, zieht aber rasch weiter. Auf Fraser Island lebt eine recht grosse Anzahl dieser wilden Hunde. Hier auf der Insel ist ein optimales Umfeld, um die Dingos vor dem Aussterben zu bewahren. Da eine recht grosse Anzahl auf der Insel lebt, können sich die Dingos recht ungestört vermehren. Da auf der Insel sonst nur wenige Hunde gehalten werden, ist auch die Gefahr für eine genetische Vermischung mit Haushunden gering.
Die Dingos sind Jäger und ernähren sich von Beeren bis zu kleinen Tieren. Sie sind ständig auf Nahrungssuche und sind eher scheu gegenüber den Menschen. Leider ist es in der Vergangenheit schon zu Angriffen auf Menschen gekommen, da einige Dingos gefüttert wurden und so von Menschen abhängig wurden.

Gegen 10 Uhr geht das Wasser langsam etwas zurück und wir wagen uns dem Strand entlang zu fahren. Immer wieder müssen wir den herannahenden Wellen ausweichen und die Fahrt verlangsamen. Eine Welle mit viel Schaum erwischt uns und unser Troopy kriegt eine ganze Ladung Schaum ab.

Bei den Champagne Pools legen wir unseren ersten Halt ein. Hier schauen wir zurück über den Strand, über den wir gerade herangefahren sind. Wir sehen wie schmal der Platz zum Fahren ist. Die Wellen kommen immer noch fast bis ganz nach oben. Die Champagne Pools ist der einzige Platz auf Fraser Island, wo man mehr oder weniger sicher im Salzwasser baden gehen kann. Diese Pools wurden aus den Felsen ausgewaschen und bei Flut mit frischem Meerwasser geflutet. Mit den grossen Wellen sieht das Ganze aber nicht gerade sicher aus und obwohl ein paar Leute am baden sind, verzichten wir darauf.

Wir schauen lieber den riesigen Wellen zu und geniessen das dramatische Schauspiel der Naturgewalt Wasser.

Wir fahren noch ein bisschen weiter Richtung Norden bis zum Waddy Point. Dies ist der nördlichste Punkt, den wir auf Fraser Island besichtigen. Es geht noch rund 30 km weiter bis zum Sandy Cape wo ein Leuchtturm steht. Da wir jedoch wieder ein Stück zurückfahren wollen und schon bald wieder die Flut herannaht, entscheiden wir uns auf diesen Teil der Insel zu verzichten.
Hier stehen wir am Waddy Point mit Blick Richtung Norden. Die Sanddünen im Hintergrund sind die Sanddünen des Sandy Capes.

Bei Waddy Point gibt es eine ganz seichte Lagune, die optimalen Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln und anderen Lebewesen bietet.

Nun machen wir uns auf den Rückweg und fahren wieder Richtung Süden. Australien überrascht uns ja immer wieder mit seinem reichhaltigen und witzigen Verkehrsschilderwald. Dieses Verkehrsschild scheint auf den ersten Blick zwar sehr aussergewöhnlich, am Strand gibt es aber immer wieder Abschnitte, die von Sportflugzeugen als Landebahn verwendet werden. Regelmässig landen und starten auf diesen Abschnitten des Strandes Flugzeuge und transportieren so Touristen auf die Insel. Natürlich geht das nur an den breiten Strandabschnitten und auch nur wenn Ebbe ist.

Auf dem Weg zurück Richtung Süden fahren wir an den Pinnacles vorbei. Dies ist eine sehr eindrückliche Formation aus gepresstem, verschiedenfarbigem Sand, welcher durch Erosion zu steilen Wänden geformt wurde.

Im Lake Allom ist das Wasser zwar nicht so klar wie in andern Seen, aber dafür leben hier Schildkröten, welche wir vom Steg aus beobachten können.

Wieder Campen wir direkt am Strand unter einem schönen, schattenspendenden Baum und geniessen die herrliche Natur.
Am Morgen des 21. Aprils werden wir wieder von einem superschönen Sonnenaufgang über dem Meer geweckt. Wir stehen früh auf um den Sonnenaufgang zu geniessen.

Heute sind die Wellen noch grösser als gestern.

Am Strand kommen die Wellen bis ganz zur Sandmauer und ein Durchkommen ist völlig unmöglich. Da es noch sehr früh ist, legen wir uns noch ein bisschen hin und lauschen dem Rauschen des Meeres. Wir können ja sowieso erst in ein paar Stunden losfahren, wenn die Flut etwas zurückgegangen ist.

Erst nach 10 Uhr können wir heute losfahren. Der Streifen zum Fahren ist immer noch schmal und rechts von uns ist eine hohe Sandmauer. Wenn hier eine grosse Welle kommt gibt es keine Möglichkeit auszuweichen und vor der Welle zu flüchten. Alles geht aber gut und die Flut geht noch mehr zurück, je länger wir fahren.

Zum Abschluss dieser vier superschönen Tage auf Fraser Island fahren wir nochmals ins Inselinnere und besuchen nochmals den Lake Birrabeen. Dies ist für uns eines der grossen Highlights des Besuches auf dieser paradiesischen Insel.

Natürlich lasser ich es mir auch nicht nehmen nochmals im glasklaren Wasser Baden zu gehen.

Das ist leider das Ende dieser superschönen, interessanten und abenteuerlichen Tage auf Fraser Island. Wir hinterlassen nochmals unsere Reifenspuren im Sand und fahren am Strand zur Fähre.

Die Fähre steht bereits bereit und wir verladen unseren Troopy.

Ein letzter Blick von der Fähre zurück zur Fraser Island.

Wieder zurück auf dem Festland gönnen wir uns erst einmal einen feinen Cappuccino. Dann fahren wir noch zum Carlo Sand Blow. Hier ist durch Wind eine riesige Sanddüne entstanden. Die Sanddüne geht am einen Ende in die steilen Klippen zum Meer über und auf der anderen Seite grenzt die Sanddüne an dichten Wald.

Die steilen Klippen wurden aus Sand gebildet. Durch den hohen Druck und die Zeit ist so Sandstein entstanden. Hier finden wir auch die Rainbow Coloured Sandcliffs. Diese Sandsteinklippen sind hier sehr farbig und so entstanden richtige Kunstwerke.

Die Farbtöne reichen von weiss über grau, beige bis hin zu braun und rot.

Wir geniessen die schöne Aussicht auf das offen Meer. Nun müssen wir aber los und unseren Wagen vom Salz befreien. Wir gehen in die Waschanlage und unterziehen unsern Troopy erstmal einer gründlichen Reinigung.

Nachdem unser Troopy wieder glänzt und vom ganzen Salzwasser befreit ist, fahren wir zum Inskip Point, wo wir heute Nacht schlafen. Wir finden einen superschönen Platz gleich am Meer und geniessen nochmals die Aussicht auf Fraser Island und den Sonneuntergang.

Wir hoffen unser Bericht gefällt dir und du hast die Bilder der wunderschönen Fraser Island genossen.

Bis zum nächsten Mal.

Unter Von der Ostküste ins australische Outback findest du den nächsten Reisebericht.

Viele Grüsse von der Ostküste Australiens,
Marcel und Reni

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