Ägypten 2010 – Reisebericht 1

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Tauchurlaub im Lahami Bay Beach Resort am Roten Meer

Bei einem gemütlichen Abend mit unseren Freunden Marianne und Franco kommen wir natürlich auch auf das Thema Urlaub und Tauchen zu sprechen. Eine Woche Urlaub bleibt uns Vieren noch. Was sollen wir mit dieser Woche nur anstellen? Am Ende des Abends steht fest, dass wir im Oktober für eine Woche dem Schweizer Herbst entfliehen und vor dem Winter nochmals Sonne tanken wollen.

Da eine Woche keine langen Anreisewege erlaubt, entscheiden wir uns für Tauchurlaub am Roten Meer. Bereits im November 2003 haben wir 2 Wochen Tauchurlaub im Lahami Bay Beach Resort verbracht. So entscheiden wir uns ganz spontan auch diesen Urlaub wieder in diesem Hotel zu verbringen. Gleich am nächsten Tag wird der Urlaub gebucht und so freuen wir uns auf unsere gemeinsamen Tauchgänge

Am 21. Oktober ist es soweit. Gemeinsam fliegen wir nach Marsa Alam in Ägypten. Vom Flughafen sind es noch rund zwei Stunden mit dem Bus Richtung Süden. Auf dem Weg verfährt sich unser Busfahrer noch und erst nach mehrmaligem nachfragen findet er das gesuchte Hotel, in welchem er andere Gäste abladen muss. Gegen 21 Uhr erreichen wir dann nach rund 115 km endlich das Lahami Bay Beach Resort.

Das Lahami Bay Beach Resort ist das am südlichsten gelegene Hotel Ägyptens am Roten Meer. Es liegt alleine in einer eigenen Bucht, umgeben von ausgedehnten Sandstränden, intakten Korallen, Sandhügeln und farbenprächtigem Gebirge der Sahara.

Die Hotelanlage ist sehr gepflegt und die Gebäude sind in herrlich grüne Gärten eingebettet.

Seit unserem letzten Besuch sind die Büsche gewachsen und das etwas sterile Weiss wird durch die Pflanzen vielerorts überdeckt.

Die Zimmer sind sehr grosszügig und in zweistöckigen Gebäuden angeordnet.

Vor unserem Zimmer gibt es eine Terrasse, von der wir direkt auf das Meer sehen können.

Die Tauchschule war bei unserem letzten Urlaub noch unter der Schweizer Leitung von Ocean Pro. In der Zwischenzeit ist die Tauchbasis unter Ägyptischer Führung der Barracuda Diving. Die über 40 Tauchplätze sind immer noch sehr schön. Daran haben zum Glück auch die letzten Jahre nichts geändert. Man merkt einfach, dass so weit im Süden nicht so viele Taucher sind und die Plätze eigentlich nur von Safaribooten sowie den wenigen Hotels im tiefen Süden angefahren werden. Die Riffe sind mit den Tagesbooten in 10 bis 60 Minuten erreichbar. Vor allem die etwas weiter von der Küste entfernten Tauchplätze an der Riffkette der Fury Shoals bestechen durch ihren wunderschönen Korallenreichtum.

Tauchplatzkarte der Umgebung vom Lahami Bay Beach Resort.

Am ersten Tag melden wir uns gleich nach dem Früstück bei der Tauchschule an. Wir packen gleich unsere Ausrüstung, gehen damit zum Strand und betauchen das Hausriff. Das Hausriff kann sowohl vom Strand als auch mit dem Hausrfiffboot betaucht werden. Entlang des rund 5 km langen Hausriffs sind fünf Boyen verankert. An diese Boyen kann man sich mit dem Hausriffboot fahren lassen. Wir geniessen das unbeschwerte und unabhängige Tauchen direkt vom Strand aus.

Auf jedem Tauchgang am Hausriff begenen wir Blaupunktrochen.

Der Blaupunktrochen beobachtet uns gebannt. Sobald wir zu nahe kommen wird es ihm zu bunt und er schwimmt davon.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Hausriffboot zur Boje 1, wo wir wiederum das Hausriff betauchen. Dieses mal einfach ein bisschen weiter vom Strand weg. Wir sind von den farbigen Korallen begeistert.

Am zweiten Tauchtag haben wir uns für einen Tagesausflug eingeschrieben. Für die Tagesausflüge stehen drei Boote am hoteleigenen Anlegesteg bereit. Der Anlegesteg liegt etwa fünf Minuten vom Hotel entfernt und wir werden mit dem LKW dorthin gebracht.

Als erstes bauen wir unser Equipment zusammen und prüfen ob wirklich alles dabei ist.

Dann wird das Boot losgemacht und die Fahrt kann los gehen. Da es ein wenig Wind hat, ist auch das Meer etwas unruhig. Das ist aber am Roten Meer eigentlich nichts aussergewöhnliches. Umsomehr sind wir erstaunt, dass wir wegen den Wellen nur gerade an das nahe der Küste gelegene Riff Shaab Lahami fahren.

Am Riff sind Boyen angebracht und daran wird im Schutz des Riffs unser Boot festgemacht. Wir bereiten uns für den ersten Tauchgang vor und freuen uns schon auf die Unterwasserwelt.

Ein letzter Blick zurück zum Boot und dann tauchen wir in die Tiefe.

Wir sind begeistert von der Vielfalt der Korallen. Das Wasser ist klar und die Farben der Korallen erstrahlen im Sonnenlicht.

Die Artenvielfalt ist beeindruckend und wir geniessen jede Sekunde des Tauchgangs.

Nach dem Tauchgang haben wir genügend Zeit über die beeindruckende Unterwasserwelt zu diskutieren. Das Mittagessen wird von der Bootscrew zubereitet und schmeckt sehr gut. Nach dem Mittagessen haben wir Zeit zum verdauen und unsere Bäuche an die Sonne zu strecken. Nach einer ausgedehnten Pause betauchen wir nochmals das gleiche Riff. Dieses Mal aber in die andere Richtung. Dabei treffen wir auch auf Nemo.

Der Tagesausflug hat uns so gut gefallen, dass wir uns gleich wieder für den nächsten Tag eingeschrieben haben. Diese Mal fahren wir etwas weiter raus, obwohl es immer noch viel Wind hat. Sobald wir die schützende Bucht verlassen werden die Wellen grösser und wir müssen uns ganz schön festhalten, wenn wir auf dem Boot herumlaufen wollen. Marianne und Franco haben eine guten Platz gefunden um sich festzuhalten. Ganz schön schräge Angelegenheit.

Nach einer guten Stunde erreichen wir den Tauchplatz Shaab Said. Im Schutz des Riffs wird das Boot festgemacht und wir tauchen in die Unterwasserwelt ab. An diesem Platz sind die Korallen wunderschön.

Die Feuerkoralle gehört zu dem Stamm der Nesseltiere. Das dieses wunderschöne Gebilde ein Tier ist, erstaunt zu Beginn.

Sobald wir aber die Koralle näher betrachten können wir die einzelenen Polypen sehen. Die Feuerkoralle besitzt auch Nesselpolypen. Diesen Nesselpolypen hält man sich am besten fern, denn die Berührung kann sehr schmerzhaft sein.

Auch die Seesterne gehören zu den Tieren, welche sich nur sehr langsam fortbewegen. Wenn wir ein bisschen Geduld haben und den Seestern eine Weile betrachten, dann können wir aber dennoch sehen, wie er sich bewegt. Auf der Unterseite besitzt der Seestern kleine Krallfüsse. Mit Hilfe dieser Krallfüsse kann der Seestern über das Riff kriechen.

Natürlich sehen wir auch viele Fische. Diese sind aber viel schwieriger zu Fotografieren. Dieser Maskenfalterfisch posiert aber ganz schön für uns.

Bei Shaab Said gibt es auch eine kleine Höhle, oder besser gesagt einen Canyon, durch den wir natürlich auch hindurchtauchen. Hier ist es wichtig, dass wir gut austariert sind, damit wir nirgends anstossen. Marianne hat das Tarieren voll im Griff.

Am vierten Tag tauchen wir wieder am Hausriff. Diese kleinen Schwalbenschwanz Fische leben im Schutz der Tischkoralle. Sobald sich Gefahr nähert verziehen sie sich zwischen die Korallenäste.

Auch die Hirnkoralle gehört zu den Steinkorallen. Auch sie besitzt ein von Polypen überzogenes Kalkskelett. Diese Polypen versorgen die Koralle mit den lebenswichtigen Nährstoffen aus dem Wasser.

Die Schrauben-Sabelle gehört zum Stamm der Röhrenwürmer. Auf den ersten Blick sieht es zwar eher aus wie eine Blume. Wenn man der Schrauben-Sabelle aber zu nahe kommt, dann zieht sich dieser Vielborster blitzschnell in sein Kalkrohr zurück und auf einmal wird klar, wie schnell sich dieses Lebewesen bewegen kann.

Dieser Seestern ist noch ganz winzig aber unheimlich schön farbig.

Die Süsslippe mit ihrem Schmollmund und den Kulleraugen beobachtet uns gespannt.

Da wir ja heute am Hausriff getaucht haben, bleibt uns etwas mehr Zeit am Strand. In der Surfbar geniessen wir einen kühlen Drink mit traumhafter Aussicht.

Wir liegen am Strand, lesen in unseren Büchern und genissen das süsse Nichtstun. Viel zu rasch vergeht die Zeit und bereits wandert die Sonne gegen den Horizont.

Wir harren bis zum letzten Sonnenstrahl aus und werden mit herrlichen Lichtspielen über den Sanddünen belohnt.

Leider ist heute schon wieder unser zweitletzter Tauchtag. Wir fahren nochmals für einen Tagesausflug mit dem Boot raus. Am Tauchplatz El Bohar Kebir treffen wir auf eine grosse Anemonenfischfamilie.

Die Rotmeer-Anemonenfische verteidigen ihre Anemone. Erst als ich mit der Kamera ganz nahe komme, verstecken sich die kleinen Fische in den schutzbietenden Tentakeln der Anemone.

Die gebänderte Sternschnecke hat keine schützende Anemone, in welche sie sich zurückziehen kann. Gegen Fressfeinde schützt sie sich mit Giftstoffen, welche sie durch ihre Nahrung zu sich nimmt.

Am letzten Tag tauchen wir nochmals am Hausriff. Gleich zu Beginn des ersten Tauchganges begenen wir einer recht grossen und zutraulichen Makrele, die sich von uns überhaupt nicht beunruhigen lässt.

Unter einem Überhang stehen diese Doppelband-Meerbrassen in der schwachen Strömung.

Gleich um die Ecke findet Reni diese Orangegepunktete Sternschnecke im Sand. Auf dem Foto ist nicht zu sehen, dass gleich zwei dieser wunderschönen Schnecken hintereinander her kriechen.

Franco ist so beschäftigt mit dem Fotografieren der Sternschnecken, dass er gar nicht bemerkt, dass hinter seinem Rücken diese Riesen-Muräne aus ihrer Höhle schaut.

Nur ein kleines Stück weiter präsentiert sich dieser Rotfeuerfisch. Zu unserem Abschied scheinen sich alle Meeresbewohner nochmals zeigen zu wollen.

Natürlich darf auch die Schildkröte nicht fehlen. Diese hier scheint ganz schön hungrig zu sein. Wir können die Schildkröte beim Fressen im Riff beobachten bevor sie zur Wasseroberfläche schwimmt um nach Luft zu schnappen.

Trotz der warmen 29°C Wassertemperatur sind wir nach dem langen Tauchgang etwas ausgekühlt und so wärmen wir uns erst einmal an der Sonne. Nach einem Drink und der wohlverdineten Pause gehen wir gleich nochmals tauchen. Auf der Nordseite des Hausriffs ist zwar die Sicht zu Beginn nicht ganz so gut, aber etwas weiter vom Strand wird die Sicht plötzlich viel besser und die Korallen sind sehr schön auf dieser Seite. Vor allem die Weichkorallen in den knalligen Farben sind wunderschön.

Aber auch diese kleine Koralle gefällt uns sehr gut.

Der Gestreifte Korallenwächter liebt es auf einer Koralle zu sitzen und von seinem Platz aus die Umgebung zu beobachten. Kommt ihnen ein Fressfeind zu nahe flüchten sie in ein nahe gelegenes Versteck.

Diese Sternschnecke ist mit ihren etwa 10 cm recht gross. Durch den Kiemenbüschel auf der hinteren Hälfte (links) nimmt die Schnecke aus dem Wasser Sauerstoff auf.

Ein letztes Mal heisst es Ausatmen und dann sind die wunderschönen Tauchgänge hier im Roten Meer für diesen Urlaub auch schon wieder vorüber.

Wir hinterlassen noch ein paar Blasen und beenden dann unseren Tauchgang.

Wir geniessen noch einen letzten Sonnenuntergang am Strand, packen unsere Ausrüstung wieder zusammen und machen uns am nächsten Tag wieder auf den Heimweg.

Vielen Dank für euren Besuch auf www.sunandstar.ch. Wir hoffen unser Bericht gefällt euch.

Bis bald.

Reni und Marcel

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